Premierenberichte

"Der fliegende Holländer" in Braunschweig

12.11.2018 | „Kein Stoff wäre geeigneter gewesen, Wagner den Erfolgsweg als Hofkapellmeister in Dresden zu ebnen. Aus der mythischen Figur des Verfluchten und der heilenden Kraft der Liebe schuf Wagner den Prototyp der ‚Romantischen Oper‘, in der sich Übersinnliches mit Irdischem verbindet.“ So schreibt das Theater Braunschweig, das die Oper um den Holländer, der nur durch die treue Liebe einer Frau erlöst werden kann, ins Programm gesetzt hat. Regisseurin Isabel Ostermann „holt (…) beispielhaft die Erlösung aus dem Jenseits ins Diesseits“, berichtet die Braunschweiger Zeitung. Und Bühnenbildner Stephan...Weiterlesen

"Mass" in Gelsenkirchen

07.11.2018 | Leonard Bernsteins „Messe“, die im Ablauf dem vorgeschriebenen Ritual der katholischen Messe folgt, musikalisch aber eine Mixtur aus verschiedensten Stilen und Stimmungen ist, wird nur selten aufgeführt. Eine solche Messe für die Bühne aufzubereiten, ist nicht einfach. Am Musiktheater im Revier ist dies jedoch – zur Spielzeiteröffnung und anlässlich des 100. Geburtstags des amerikanischen Komponisten – höchst erfolgreich und zur großen Begeisterung des Publikums gelungen. Bernsteins Stimmung Anfang der 1970er-Jahre angesichts eines nicht enden wollenden Vietnamkriegs, auch angesichts der...Weiterlesen

"Fra Diavolo" in Erfurt

02.11.2018 | Der französische Komponist Daniel-François-Esprit Auber, der im 19. Jahrhundert lebte, hat über 40 Opern komponiert und war mit diesen teilweise höchst erfolgreich. Heute werden seine Werke gar nicht mehr oder selten gespielt. Nun hat das Theater Erfurt „Frau Diavolo“ ausgegraben, eine komische Oper mit Ohrwurmqualitäten. Der Plot spielt in einem Hotel, einem Ort, so Regisseur Hendrik Müller, der „ein wunderbares Nährbett für Konflikte, auch erotische Konflikte“ sein kann. So auch in dieser Oper, in der es um einen berüchtigten Räuber geht, dem das Handwerk gelegt werden soll, daneben aber...Weiterlesen

"La Traviata" in Bielefeld

31.10.2018 | Große Begeisterung am Theater Bielefeld: Standing Ovations, die gar nicht aufhören wollen, belegen die Gunst des Publikums für diese „Traviata“ in der Regie von Nadja Loschky. „Von den ersten Klängen der Ouvertüre an konzentriert sich Verdis Musik auf das innere Erleben der Protagonistin, deren ständiger Begleiter der Tod ist und die dennoch voller Kraft und Lebensfreude aufbegehrt“, schreibt das Theater über Verdis beliebtes Werk und seine Hauptdarstellerin. Die Interpretin der Rolle, Irina Simmes, bewältigt den Part offenbar auf das Beste. Detlef Brandenburg, Chefredakteur der Deutschen...Weiterlesen

"Dalibor" in Augsburg

29.10.2018 | Nur zwei Jahre vor seiner Oper „Dalibor“ komponierte Bedrich Smetana „Die verkaufte Braut“: heute ein beliebtes Werk auf deutschen Bühnen. „Dalibor“ hingegen ist zwar in Tschechien eine bekannte Oper, wird aber über Tschechiens Grenzen hinaus nur selten gespielt. Nun aber in Augsburg – mit viel Erfolg. Es geht um einen Kampf zwischen dem Establishment der Macht und Freiheitskämpfern – und um eine tragisch endende Liebe. Gespielt wird im Augsburger Martinipark, der Ausweichspielstätte ohne Orchestergraben. Das Einheitsbühnenbild zeigt den Kerker, in dem der Held Dalibor sitzt. Regisseur Roland...Weiterlesen

"Don Giovanni" in Trier

26.10.2018 | Neustart am Theater Trier: Mit Intendant Manfred Langner und Generalmusikdirektor Jochem Hochstenbach will das Haus aus den zuletzt unerfreulichen Schlagzeilen heraus und künstlerisch wie organisatorisch wieder „auf die Füße“ kommen. Die erste Premiere in der neuen Spielzeit durfte also mit Spannung erwartet werden. Und geriet zum vollen Erfolg. Das Publikum applaudierte nach der Premiere begeistert und lang. Regisseur Jean-Claude Berutti und Bühnenbildnder Rudy Sabounghi präsentierten zwar ein konventionelles Bühnenbild, aber doch eine überzeugende Inszenierung: „Jean-Claude Beruttis Trierer...Weiterlesen

"Fidelio" in Osnabrück

24.10.2018 | „Wie zu Anfang des 19. Jahrhunderts bleibt auch heute die Frage unbeantwortet, ob aus der Utopie einmal die Wirklichkeit einer friedlichen Welt werden kann“, fragt das Theater Osnabrück anlässlich der Premiere von Beethovens einziger Oper. Die Frage, ob Regisseurin Yona Kim das Werk „politisch“ inszeniert, beantworten die Rezensenten unterschiedlich. „Die Oper Fidelio wird oft sehr politisch inszeniert, was ja auch naheliegend ist. Yona Kim allerdings vermeidet das komplett“, berichtet die Neue Osnabrücker Zeitung (NOZ). Die Osnabrücker Nachrichten dagegen: „Ein düsterer Abend, hochpolitisch...Weiterlesen

"La Fanciulla del West" in Leipzig

22.10.2018 | Eine „Westernoper“ sollte es werden: Puccinis Auftragswerk für die Metropolitan Oper New York, die 1910 ihre Uraufführung erlebte. Es geht um den Goldgräberrausch Mitte des 19. Jahrhunderts in Kalifornien – und um einen Goldgräberdort mit ziemlich rauen Sitten. Allein Minnie, die für die Goldgräber „Mutter, Schwester, sexuelle Projektionsfläche und reiner Engel zugleich“ (Oper Leipzig) ist, sorgt für ein Gegengewicht. Und rettet schließlich den gesuchten (und von ihr geliebten) Räuber Ramerrez vor dem Tod. Die Oper gehört zu Puccinis seltener gespielten Werken; zu Unrecht finden Leipzigs...Weiterlesen

"Mare Nostrum" in Köln

17.10.2018 | Es geht in diesem 1975 entstandenen Musiktheaterwerk von Mauricio Kagel – wie der Titel sagt – ums Mittelmeer. Vor allem aber geht es um das Thema „Kolonialisierung“, wobei diese hier auf den Kopf gestellt wird: Kolonisiert wird der europäische Mittelmeerraum, der gerade im Zivilisationsmüll versinkt und kurz vor dem Ende steht, durch einen Stamm aus Amazonien. Beide Seiten werden bei Kagel auf eine einzige Person reduziert: einen Sprecher, der als Bariton auch singt und die Amazonier darstellt, einen Countertenor für die Bewohner des Mittelmeerraums. Auf einer Reise durch diesen Raum erlebt...Weiterlesen

"Die Zauberflöte" in Coburg

15.10.2018 | Der neue Intendant am Landestheater Coburg, Bernhard F. Loges, hat für die erste Premiere der Spielzeit einen recht unerfahrenen Regisseur engagiert: Philipp Westerbarkei erntet mit seiner Inszenierung keine einhellige Zustimmung. „Die Botschaft, dass es kein Schwarz und Weiß gibt, sondern nur im Erkennen und dann im Überwinden der eigenen dunklen Seiten ein menschenwürdiges Dasein möglich ist, steht im Zentrum der ‚Zauberflöte‘“, lesen wir auf der Webseite des Theaters. In der Tat ist zum Beispiel Sarastro nicht eindeutig ein „Guter“, die Königin der Nacht nicht eindeutig eine „Böse“. „...Weiterlesen

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