Premierenberichte

"Don Giovanni" in Trier

26.10.2018 | Neustart am Theater Trier: Mit Intendant Manfred Langner und Generalmusikdirektor Jochem Hochstenbach will das Haus aus den zuletzt unerfreulichen Schlagzeilen heraus und künstlerisch wie organisatorisch wieder „auf die Füße“ kommen. Die erste Premiere in der neuen Spielzeit durfte also mit Spannung erwartet werden. Und geriet zum vollen Erfolg. Das Publikum applaudierte nach der Premiere begeistert und lang. Regisseur Jean-Claude Berutti und Bühnenbildnder Rudy Sabounghi präsentierten zwar ein konventionelles Bühnenbild, aber doch eine überzeugende Inszenierung: „Jean-Claude Beruttis Trierer...Weiterlesen

"Fidelio" in Osnabrück

24.10.2018 | „Wie zu Anfang des 19. Jahrhunderts bleibt auch heute die Frage unbeantwortet, ob aus der Utopie einmal die Wirklichkeit einer friedlichen Welt werden kann“, fragt das Theater Osnabrück anlässlich der Premiere von Beethovens einziger Oper. Die Frage, ob Regisseurin Yona Kim das Werk „politisch“ inszeniert, beantworten die Rezensenten unterschiedlich. „Die Oper Fidelio wird oft sehr politisch inszeniert, was ja auch naheliegend ist. Yona Kim allerdings vermeidet das komplett“, berichtet die Neue Osnabrücker Zeitung (NOZ). Die Osnabrücker Nachrichten dagegen: „Ein düsterer Abend, hochpolitisch...Weiterlesen

"La Fanciulla del West" in Leipzig

22.10.2018 | Eine „Westernoper“ sollte es werden: Puccinis Auftragswerk für die Metropolitan Oper New York, die 1910 ihre Uraufführung erlebte. Es geht um den Goldgräberrausch Mitte des 19. Jahrhunderts in Kalifornien – und um einen Goldgräberdort mit ziemlich rauen Sitten. Allein Minnie, die für die Goldgräber „Mutter, Schwester, sexuelle Projektionsfläche und reiner Engel zugleich“ (Oper Leipzig) ist, sorgt für ein Gegengewicht. Und rettet schließlich den gesuchten (und von ihr geliebten) Räuber Ramerrez vor dem Tod. Die Oper gehört zu Puccinis seltener gespielten Werken; zu Unrecht finden Leipzigs...Weiterlesen

"Mare Nostrum" in Köln

17.10.2018 | Es geht in diesem 1975 entstandenen Musiktheaterwerk von Mauricio Kagel – wie der Titel sagt – ums Mittelmeer. Vor allem aber geht es um das Thema „Kolonialisierung“, wobei diese hier auf den Kopf gestellt wird: Kolonisiert wird der europäische Mittelmeerraum, der gerade im Zivilisationsmüll versinkt und kurz vor dem Ende steht, durch einen Stamm aus Amazonien. Beide Seiten werden bei Kagel auf eine einzige Person reduziert: einen Sprecher, der als Bariton auch singt und die Amazonier darstellt, einen Countertenor für die Bewohner des Mittelmeerraums. Auf einer Reise durch diesen Raum erlebt...Weiterlesen

"Die Zauberflöte" in Coburg

15.10.2018 | Der neue Intendant am Landestheater Coburg, Bernhard F. Loges, hat für die erste Premiere der Spielzeit einen recht unerfahrenen Regisseur engagiert: Philipp Westerbarkei erntet mit seiner Inszenierung keine einhellige Zustimmung. „Die Botschaft, dass es kein Schwarz und Weiß gibt, sondern nur im Erkennen und dann im Überwinden der eigenen dunklen Seiten ein menschenwürdiges Dasein möglich ist, steht im Zentrum der ‚Zauberflöte‘“, lesen wir auf der Webseite des Theaters. In der Tat ist zum Beispiel Sarastro nicht eindeutig ein „Guter“, die Königin der Nacht nicht eindeutig eine „Böse“. „...Weiterlesen

"Krieg und Frieden" in Nürnberg

12.10.2018 | 1812 startete Napoleon seinen wahnwitzigen Feldzug nach Russland. 1869 schrieb Tolstoi seinen Roman „Krieg und Frieden“ rund um Geschehnisse während dieses Feldzugs. 1941 schließlich komponierte Sergej Prokofjew eine Oper gleichen Titels auf der Basis des Romans, der längst zum Weltbestseller geworden war. Und heute ist Russland ein Land, „in dem ein leidgeprüftes Volk mit der Beschwörung historischer Größe narkotisiert wird“: So schreibt es das Theater Nürnberg, das jetzt – mit neuem Intendanten (Jens-Daniel Herzog) und neuer GMD (Joana Mallwitz) das Monumentalwerk in Angriff nahm. Das neue...Weiterlesen

"Eugen Onegin" in Freiburg

11.10.2018 | Peter Iljitsch Tschaikowsky schrieb seine Oper über die unerfüllte Liebe der jungen Tatjana zu dem Lebemann Eugen Onegin, die erst zu spät erwidert wird, nach dem „Roman in Versen“ des russischen Autors Alexander Puschkin. Dass Puschkin seine eigenen Figuren auch gezeichnet hat, wissen die wenigsten. Das Freiburger Theater präsentiert anlässlich der Premiere der Oper und in Zusammenarbeit mit dem Zwetajewa Zentrum Freiburg diese Zeichnungen sowie Handschriften des Dichters. Regie führt Peter Carp, als Opernregisseur noch recht unerfahren. Aber: „Sensibel gestaltet er Übergänge und findet...Weiterlesen

"Moses und Aron" in Dresden

08.10.2018 | „Der Chor der Semperoper und alle weiteren Chöre, die sich uns angeschlossen haben, sind wirklich unglaublich. Die Geduld, die Hingabe und der ständige Einsatz sind wirklich vorbildlich. Ich kann wirklich sagen, dass die Arbeit mit den Chören hier eine der großartigsten Erfahrungen war, die ich je mit Chören gemacht habe.“ Das sagt Dirigent Alan Gilbert, der die musikalische Leitung bei Arnold Schönbergs herausfordernder Oper in Dresden übernommen hat. Neben dem Staatsopernchor sind Extrachor und Kinderchor der Semperoper sowie das Vocalconsort Berlin beteiligt. 1975 erlebte das Werk, das...Weiterlesen

"Rigoletto" in Heidelberg

04.10.2018 | Höchst aktuell und dabei durchaus drastisch ist diese Verdi-Inszenierung von Alexandra Szemerédy und Magdolna Parditka in Heidelberg. Schauplatz ist ein altes Schlachthaus, Rigoletto serviert als Koch nicht nur Kulinarisches, sondern auch nackte Damen zum Vergnügen der Herren. „Die Aktualität besteht unserer Meinung nach vordergründig in der Tatsache, dass der Mensch durch Macht korrumpierbar ist. In einem politischen System, in dem die Macht in der Hand einer Person oder einer kleinen Gruppe liegt, die andere beherrscht, gibt es eigentlich keine moralischen Grenzen mehr.“ So erklären sich...Weiterlesen

"Fidelio" in Bremen

01.10.2018 | Auch heute noch sei Beethovens einzige Oper „eine Aufforderung zur Aktivität, zur Emanzipation, zum gesellschaftlichen Seitenwechsel“, so das Theater Bremen zur Einführung des „Fidelio“, der die Spielzeit an der Weserstadt eröffnet. Den Seitenwechsel stellt Regisseur Paul-Georg Dittrich im zweiten Teil her, indem 60 Zuschauerinnen und Zuschauer hier auf die Bühne wechseln und Teil des Geschehens werden. Im ersten Teil wiederum zeigt Dittrich in den aufeinanderfolgenden Bildern die Rezeptionsgeschichte des Werks auf, indem er Inszenierungen aus verschiedenen Epochen und verschiedener Theater „...Weiterlesen

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