Premierenberichte

"Götterdämmerung" in Würzburg

17.06.2019 | „Götterdämmerung“ in einem Museum – ausgestellt sind hier die „Requisiten“ der Vorgeschichte, die Wager in seiner Tetralogie erzählt, die in Würzburg aber nicht gespielt wird. Auf diese Weise stellt Regisseur Tomo Suago die Verbindung zur Nibelungen-Erzählung in Gänze her. Am Schluss sind die Museums-Vitrinen umgestürzt und leer. „Tomo Sugao gelingt das Unmögliche: Immer wieder bricht er die erhabene Tragik mit liebenswürdigen und kundigen Ironisierungen, ohne dem Ganzen die Tiefe zu nehmen“, schreibt die Main Post. Paul Zoller habe dafür „unter optimalem Einsatz von Drehbühne und Licht (...Weiterlesen

"Katja Kabanova" in Heidelberg

14.06.2019 | Janáčeks Oper zeichnet „das Porträt einer einsamen jungen Frau inmitten einer bigotten, kleinbürgerlichen Gesellschaft auf der Suche nach Liebe und Zuneigung“ (Heidelberger Theater). In der unglücklichen Liebe mag man Parallelen zu Janáčeks eigener Situation erkennen, die er in einem Brief an seine Geliebte andeutete. In Heidelberg vermeiden Regisseurin Andrea Schwalbach und Bühnengestalterin Anne Neuser „dunkle Ecken, in denen Unheil gärt. Sie legen mit psychologischem Skalpell von Anfang an alles offen.“ (Rhein-Neckar-Zeitung) „Überzeugend in seiner Darstellung einer (sinn-)entleerten Welt...Weiterlesen

"Pelléas et Mélisande" in Freiburg

11.06.2019 | „Zwei gepaarte Träume: Das ist mein Ideal.“ So hat Claude Debussy selbst das Drama beschrieben, das seiner Oper zugrunde liegt, nach einem Schauspiel von Maurice Maeterlinck. Nahezu alles, was die Geschichte ausmache, bleibe unausgesprochen, schreibt das Theater Freiburg, vor allem also die Liebe zwischen den Hauptfiguren, die nicht sein darf und ins Unglück führt. Regie führte der Schweizer Dominique Mentha. „Seine Personenführung ist makellos“, schreibt der Opernfreund. „In der Stille liegt die Kraft dieser Produktion“, findet die Badische Zeitung. Auch musikalisch ist der Abend ein...Weiterlesen

"Echnaton" in Dortmund

07.06.2019 | Mit „Echnaton“ beendete der amerikanische Komponist Philip Glass 1984 seine Operntrilogie, in der es jeweils um wichtige Figuren der Weltgeschichte geht. Nach Einstein und Satyagraha widmet er das dritte Werk dieses Zyklus dem ägyptischen Pharao Echnaton, der den Thron von seinem Vater Amenophis III. übernahm und wichtige Änderungen schaffen wollte. Unter anderem verfügte er, dass sein Volk neben Aton, dem Sonnengott, keine weiteren Götter anbeten durfte und schuf damit das „Vormodell“ für die monotheistischen Religionen wie Juden- und Christentum. Am Theater Dortmund wurde Glass‘ Werk in...Weiterlesen

"Don Pasquale" in Augsburg

05.06.2019 | Gaetano Donizettis komische Oper eignet sich als Publikumsrenner. Don Pasquale, alt und geizig, sucht sich eine junge Frau, die eigentlich seinen Neffen liebt – und ihrem vermeintlichen Ehemann die Hölle heiß macht. Schließlich ist er heilfroh, als er sie wieder los ist – und es kommt endlich zusammen, was zusammengehört. „Diesen heiteren Stoff setzt Donizetti voller Leichtigkeit in Töne, doch zieht sich durch das lustvolle Geplapper auch der polternde, hektische Gestus der aufkommenden Industrialisierung: Weder Musik noch Figuren kommen jemals zur Ruhe.“ So lesen wir in der Ankündigung des...Weiterlesen

"Fidelio" in Chemnitz

03.06.2019 | In Beethovens Oper geht es um Leonore, die, getarnt als Gefängnishelfer Fidelio, alles tut, um ihren geliebten Mann Florestan zu befreien. Aber es geht auch um die unschuldie Marzelline, Tochter des Gefängniswärters, die sich in den vermeintlichen Mann Fidelio verliebt. Regisseur Robert Lehmeier interessiert sich in seiner Chemnitzer Inszenierung insbesondere für die Beziehung der beiden Frauen und für die Figur der Marzelline. Ihre inneren Monologe vernimmt das Publikum, sie ersetzen die eigentlich in der Oper vorgesehenen Monologe. „Robert Lehmeier inszeniert (…) modern, ohne Zierrat und...Weiterlesen

"Der junge Lord" am Gärtnerplatztheater München

31.05.2019 | Ingeborg Bachmann arbeitete in den 1960er-Jahren ein Märchen von Wilhelm Hauff zu einem Libretto um, Hans Werner Henze machte daraus eine komische Oper. Gezeigt wird die Spießigkeit eines kleinen deutschen Ortes und die schnell abklingende Freundlichkeit gegenüber dem „Fremden“, dem englischen Sir Edgar. Schließlich machen sich die Dorfbewohner im wahrsten Sinne zum Affen. Brigitte Fassbaender inszenierte am Gärtnerplatz. Dass sie nur sehr dezent auf heutige Zustände abspielt, wird von einigen Rezensenten positiv, von anderen kritisch bewertet. „Brigitte Fassbaender gelang es am Münchner...Weiterlesen

"La clemenza die Tito" in Oldenburg

29.05.2019 | Erst in seinem Sterbejahr 1791 komponierte Mozart die Oper „Le Clemenza di Tito“, die weniger häufig gespielt wird als zum Beispiel die Da-Ponte-Opern. Anlass war die Krönung Kaiser Leopolds II. zum König von Böhmen. Zu diesem Zweck wendete sich Mozart wieder der Gattung der „opera seria“ zu. Erzählt wird die Geschichte des Königs Titus, der eine Wendung zum weisen und gnädigen Herrscher vollzogen hat und die Intrigen gegen ihn großmütig verzeiht. Regisseur Laurence Dale liefere am Staatstheater Oldenburg einen „souveränen Mix aus ambitionierter Deutung und historisierender Werksicht“...Weiterlesen

"Die Liebe zu den drei Orangen" in Mainz

27.05.2019 | „Es wird bunt auf der Bühne des Großen Hauses (…): Atemtherapie, Kräuterwanderung, Lach-Yoga – auf vielfältige Weise therapieren wir unsere betrübten Seelen heute selbst.“ So kündigt das Staatstheater Mainz Prokofjews Oper an, in der sich Tragik wie Komik findet, wie Hermann Bäumer, der musikalische Leiter des Abends, im Interview mit der Allgemeinen Zeitung erklärt. So wandern auch fröhliche wie traurige Clowns durchs Publikum des Premierenabends. „Fokus und Ideen wechseln so schnell und häufig, dass sich sogar das Banale nicht selbst verzehrt, und der unstete Charakter der eigentlichen...Weiterlesen

"Written on Skin" in Ulm

24.05.2019 | Eine Geschichte mit mehreren Ebenen: Die erste erzählt eine Sage aus dem Mittelalter nach, in welcher ein eifersüchtiger Ehemann seine Frau zwingt, das Herz ihres Geliebten zu essen. Diese begeht darauf hin Selbstmord. Hier geht es um die Macht eines Menschen über einen anderen, um Unterwerfung und Auflehnung. In George Benjamins Oper gibt es eine zweite Erzählebene, eine Art Rahmenhandlung, in der drei Engel auf die Geschichte blicken und selbst eingreifen. 2012 erlebte die Oper ihre Uraufführung und wurde danach mehrfach wiederaufgeführt. Das Theater Ulm zeigt das Werk in Kooperation mit...Weiterlesen

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