Premierenberichte

"Effi Briest" in Cottbus

06.11.2019 | Pünktlich zum Fontane-Jahr hat das Staatstheater Cottbus eine Fontane-Oper in Auftrag gegeben: „Effi Briest“. Fontane war der Mark Brandenburg besonders zugetan, gleiches gilt für den beauftragten Komponisten Siegfried Matthus, dessen Sohn Frank für das Libretto verantwortlich zeichnet. Eigentlich hätten Siegfried und Frank Matthus fast so etwas wie ein Filmdrehbuch geschrieben, erklärt Regisseur Jakob Peters-Messer im Interview. Die Oper orientiert sich jedenfalls sehr dicht an der Romanvorlage, lässt nichts aus von dieser inhaltsreichen Geschichte einer jungen Frau, die, von ihrem viel...Weiterlesen

"Pique Dame" in Essen

04.11.2019 | Leidenschaft und Obsession: Hermann, Protagonist in Tschaikowskys Oper, stellt den unbedingten Willen, das „Geheimnis der drei Karten“ zu ergründen, mit dem man jedes Glücksspiel gewinnt, über die Liebe. In Essen hat Philipp Himmelmann inszeniert und sich dabei in seiner Interpretation auf das Seelendrama Hermanns konzentriert. „Eine düstere, aber packende Deutung“ beschreiben die Ruhr Nachrichten, die auch von der „Endzeitstimmung“ auf der Essener Bühne berichten. „Es ist eine düstere Welt, in der Hermann und Lisa leben“ schreibt auch das Aalto Theater Essen in seiner Programmankündigung. „...Weiterlesen

"Die Bassariden" an der Komischen Oper Berlin

01.11.2019 | „Für mich heute mein wichtigstes Theaterwerk“ hat Hans Werner Henze diese seine Oper einmal genannt. Interessant und modern seien eben die Fragen: „Was ist Freiheit, was ist Unfreiheit? Was ist Repression, was ist Revolte, was ist Revolution?“ Es geht um den Kampf zwischen Trieb und Vernunft, zwischen ausufernder Ekstase und Kontrolle. Die Gegenspieler: Thebens junger König Pentheus, der die Vernunft walten lassen möchte, und der Gott Dionysus, der die Menschen verführt. Die beiden kommen sich immer wieder nahe – im Kampf gegeneinander. Selbst Pentheus‘ Mutter folgt dem Rausch der Verführung...Weiterlesen

"Tristan und Isolde" in Leipzig

27.10.2019 | Richard Wagners Oper über die Liebe zwischen dem Helden Tristan und der zu Beginn lebensmüden Isolde ist Teil eines Wagner-Großprojekts, das sich Intendant Ulf Schirmer zum Ende seiner Zeit an der Leipziger Oper vorgenommen hat: 2022 will er in Leipzig alle 13 Wagner-Opern hintereinander aufführen lassen, in der Reihenfolge ihrer Entstehung. Nun also die Premiere von „Tristan und Isolde“ in der Inszenierung von Enrico Lübbe. „Schon jetzt ist (…) klar, dass Enrico Lübbes Inszenierung zu den spannendsten Produktionen des derzeitigen Leipziger Wagner-Repertoires gehört“, schreibt die neue...Weiterlesen

"Götterdämmerung" in Oldenburg

25.10.2019 | „Regisseur Paul Esterhazy und Kostüm- und Bühnenbildner Mathis Neidhardt erzählen die große Geschichte vom Niedergang einer Welt im Mikrokosmos einer in sich geschlossenen Gesellschaft, wodurch – ganz im Sinne Wagners – die menschlichen Abgründe besonders schonungslos zutage treten.“ So kündigt das Oldenburgische Staatstheater den letzten Abend der Wagner-Tetralogie an. In der Tat spielt das Geschehen in einem schweizerischen Bergdorf mit „bösen, sich belauernden und zerstörerischen Menschen“, wie die neue musikzeitung (nmz) schreibt, die über die Inszenierung berichtet: „Das alles und vieles...Weiterlesen

"Das Märchen vom Zaren Saltan" in Erfurt

23.10.2019 | In eine echte Märchenwelt entführt das Regieteam (Alexei Stepanyuk als Regisseur, Elena Orlova als Ausstatterin) das Publikum in Erfurt: „Ein russisches Regieteam, das dieses Märchen wie aus der Westentasche kennt und uns ein Märchen, wie es im Märchenbuch steht, auf die Bühne zaubert und uns so hilft, diese russische Märchenwelt und diese Klangwelten in Rimski-Korsakows Oper zu entdecken“. So beschreibt es der Dramaturg des Theaters im Video. Vorlage für die Oper ist ein Märchen Puschkins, das in Russland äußerst populär war. In Deutschland ist diese Oper selten zu hören, allenfalls der „...Weiterlesen

"Falstaff" in Osnabrück

18.10.2019 | „Alles auf Erden ist Spaß“: Das ist die Quintessenz von Verdis letzter Oper, der einzigen Komödie, die er je vertont hat. Der Satz ist – zumal in heutigen Zeiten – kaum nachzuvollziehen, aber offenbar durchaus spürbar, wenn man in Osnabrück Adriana Altaras‘ Inszenierung erlebt hat. „In der witzigen Regie von Adriana Altaras und vorwärtsgetrieben von GMD Andreas Hotz gelingt mit dem ausgewogen gut besetzten Ensemble ein begeisternder Opernabend“, schreiben die Westfälischen Nachrichten. „Langeweile kommt in der turbulenten Inszenierung von Regisseurin Adriana Altaras gewiss nicht auf“,...Weiterlesen

"Coro fantastico" in Heidelberg

16.10.2019 | Was ist das eigentlich – die Oper??? Das fragt das Theater Heidelberg zum Start der neuen Spielzeit und stellt dabei den Chor ins Zentrum. Vier ganz unterschiedliche Chöre und ein Bewegungschor nehmen das Publikum mit auf eine Reise quer durch die Opernwelt. Nicht die Antwort auf die Eingangsfrage werde man am Ende finden, aber ein Fragezeichen weniger haben, kündigt das Theater an. Das Programm geht von Klassikern der Opernchöre bis zu Pop-Arrangements. Erklärt wird aber auch das Geschehen hinter den Kulissen. „Die Oper hat fast immer einen Chor. Das ist fast ein Alleinstellungsmerkmal“,...Weiterlesen

"Mefistofele" in Chemnitz

13.10.2019 | Arrigo Boito, der vor allem als Verdi-Librettist bekannt wurde, hat eine eigene, durchaus sehenswerte Oper mit eigenem Libretto geschrieben. Er orientiert sich eng an Goethes „Faust“-Drama, stellt aber, wie der Titel der Oper schon sagt, die Figur des Mephisto in den Vordergrund. Im MDR wird der Musikalische Leiter des Abends, Guillermo Garcia Calvo, interviewt: „Dieses Werk ist ein Unikat in der Musikgeschichte (…). Es ist wie ein Experiment, ein Werk über das Universum (…), das ganz viele Fenster aufmacht.“ Regie führt Balász Kovalik. „Für Kovalik geht es in diesem Stück auch um das...Weiterlesen

"Falstaff" in Freiburg

09.10.2019 | Ein langweiliges Leben führen die Figuren von Verdis letzter (und einziger komischer) Oper, bevor Sir John Falstaff alles durcheinander wirbelt. Die Langeweile zeigt Regisseurin Anna-Sophie Mahler in Freiburg, indem sie einen Anfang ohne Musik und Text zeigt. „Falstaff weckt Sehnsüchte, die man sich lange versagt hat. Jetzt ist er plötzlich da. Und mit ihm die blanke Gier. Doch die Entfesselung setzt auch Ängste frei.“ So beschreibt das Theater Freiburg die Titelfigur des Werks. „Ziemlich dunkel“ sei die Oper geworden, „dabei dennoch feinsinnig, federleicht – und bitterböse.“ „Es ist spürbar...Weiterlesen

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