Premierenberichte

"Der fliegende Holländer" in Cottbus

22.05.2019 | Wagners romantische Oper „lässt Realität und Mythos, Mensch und Geisterwelt aufeinanderprallen“, so das Staatstheater Cottbus, wo der „Holländer“ Anfang Mai Premiere hatte. Erstmals in Cottbus inszeniert Regisseurin Jasmina Hadžiahmetović. Im Gespräch gesteht sie, dass sie ein gewisses Problem mit dem Stoff hat: „Wieso soll eine Frau für die Erlösung sorgen? Ist es nicht so, dass jeder die eigene Erlösung erarbeiten muss?“ Ihre Inszenierung zeigt denn auch eine selbstbewusste Senta: „aufwühlend, kraftvoll, feministisch“, so beschreibt es die Märkische Allgemeine. Und: „Das ganze Erlösungs-...Weiterlesen

"M - Eine Stadt sucht einen Mörder" an der Komischen Oper Berlin

20.05.2019 | Fritz Langs Filmklassiker aus dem Jahr 1931 zur Oper zu machen ist ein Wagnis. Barrie Kosky (Libretto) und Moritz Eggert (Musik) sind dieses Wagnis eingegangen. Herausgekommen ist eine musikalische Mischung aus verschiedensten Stilarten. „Mit seiner Oper ‚M - eine Stadt sucht einen Mörder‘ beweist Moritz Eggert, dass moderne Oper nicht anstrengen muss und unterhalten kann“, kommentiert BR Klassik. „Eggerts Anspruch an ‚moderne Oper‘ von direkter Zugänglichkeit erfüllt sich, indem er Bekanntes zu Neuem zusammensetzt, das eher im ‚Banne des Unheimlichen‘ steht als sich harmonisch aufhellt“,...Weiterlesen

"Rienzi" in Kaiserslautern

15.05.2019 | Richard Wagners „Rienzi“ war die Oper, mit der der Komponist quasi seinen Durchbruch schaffte. 1842 in Dresden uraufgeführt, erlebte sie sofort begeisterte Publikumsreaktionen. Als frühe Wagner-Oper bewegt sie sich noch in der Tradition der „Grand-opéra“. Das vom Komponisten selbst verfasste Libretto basiert auf dem Roman „Rienzi, der letzte Tribun“ des englischen Autors Edward Bulwer-Lytton. Es geht um einen Machtkampf im Rom des 14. Jahrhunderts. Rienzi, eine historisch verbürgte Figur, stellt sich gegen die Herrschaft der römischen Adelsfamilien, sichert sich die Unterstützung des Volkes...Weiterlesen

"Oceane" an der Deutschen Oper Berlin

13.05.2019 | Lorelei, Melusine, Mélisande oder die kleine Meerjungfrau: Alle diese Frauenfiguren faszinierten insbesondere die Künstler des 19. Jahrhunderts, so auch Theodor Fontane. Sein Novellenfragment „Oceane von Parceval“ sei nur einer seiner „Versuche, in der Gestalt der Melusine die Mischung aus den Gefühlen von Bedrohung und Faszination zu fassen, der sich eine männlich dominierte bürgerliche Gesellschaft angesichts der Verbindung von Weiblichkeit mit archaischer, erotisch freizügiger Natürlichkeit gegenübersah“, so die Deutsche Oper Berlin, die soeben die Uraufführung der Oper „Oceane“ von Detlef...Weiterlesen

"Der Teufel auf Erden" in Chemnitz

10.05.2019 | Franz von Suppé, ein Komponist, der es verstand, seine Biografie um öffentlichkeitswirksame Details „anzureichern“, würde in diesem Jahr 200 Jahre alt. Das Theater Chemnitz würdigt den Spezialisten der „Wiener Operette“ mit der Inszenierung der fantastisch-burlesken Operette „Der Teufel auf Erden“. Der Teufel Ruprecht, der seine Hölle verlässt, um die Erde zu bereisen, erlebt auch hier allerhand „Teuflisches“. In der Inszenierung von Hinrich Horstkotte, in der das Werk deutlich bearbeitet wurde, verlangt unter anderem Donald Trump persönlich Einlass in die Unterwelt. „So heiter sich das Thema...Weiterlesen

"Der Bürger als Edelmann / Ariadne auf Naxos" in Darmstadt

09.05.2019 | Schon 1912 hatten Richard Strauss und Hugo von Hofmannsthal vorgesehen, die Oper „Ariadne auf Naxos“ mit Molières Komödie „Der Bürger als Edelmann“ zu verknüpfen – und damit nicht nur die beiden Sparten Schauspiel und Musiktheater, sondern auch die Komödie mit der Tragödie. Molières Geschichte vom Bürger Jourdain, der sich einen Adelstitel wünscht und deshalb tief in die Tasche greift, um ein Musiktheaterstück zu finanzieren, ist die Rahmenhandlung für eben dieses Werk, die „Ariadne“. Regisseur Christian Weise hat diese Idee am Staatstheater Darmstadt nun wieder aufgegriffen (obwohl sie 1912...Weiterlesen

"Don Giovanni" in Freiburg

06.05.2019 | Drastische Szenen zeigt Regisseurin Katarzyna Borkowska am Theater Freiburg. Die Bühnenbildnerin inszeniert zum ersten Mal; ihr Don Giovanni zeigt auf offener Bühne, was er mit den Frauen so tut. Gleich zu Beginn wird Hyronimus Boschs „Garten der Lüste“ auf den Gazevorhang projiziert: das zeigt, worum es dem Regieteam geht. Freiburgs Chefdramaturgin Tatjana Beyer erklärt im SWR-Interview, noch immer sei Don Giovanni ein Geheimnis, nicht zu entschlüsseln: „Wir wissen nicht: Wer ist diese Figur? Ist es überhaupt ein Mensch?“ Jedenfalls geht er mit den Frauen nicht gerade zart um in dieser...Weiterlesen

"Die Hochzeit des Figaro" in Wuppertal

03.05.2019 | In einer Koproduktion mit der English National Opera hat die Oper Wuppertal Mozarts „Figaros Hochzeit“ ins Programm genommen. Der britische Regisseur Joe Hill-Gibbins ist noch kein Opern-Routinier – und in Deutschland arbeitet er zum ersten Mal. „Grandioser Abend“: So bündelt die WAZ den Eindruck, den die Premiere zurücklässt. Dabei arbeitet der Regisseur mit einer fast kargen Bühne: nicht leicht bei einem Werk, das vom Versteck- und Verwirrspiel der Figuren lebt. „Dieser Abend ist ein Ereignis, ein Coup, ein Geschenk“, schwärmt der Rezensent der WAZ weiter. Auch das Opernmagazin meint: „In...Weiterlesen

"Tristan und Isolde" in Hagen

01.05.2019 | Wie in einem Setzkasten erscheinen die Figuren von Richard Wagners Musiktheaterwerk, das am Theater Hagen seine Premiere erlebte. Die einzelnen Personen haben sich quasi in ihre Privaträume zurückgezogen. „Regisseur Jochen Biganzoli erzählt die Geschichte von Tristan und Isolde aus mehreren, jedoch in sich verwobenen, Blickwinkeln. Und das auf eine durchaus faszinierende Weise“, findet das Opernmagazin. „Das Theater Hagen zeigt Richard Wagners ‚Tristan und Isolde‘ jetzt als Protokoll einer Selbstzerstörung im Versuch, Einsamkeit zu überwinden. Liebe gibt es für die Protagonisten nur mit Hilfe...Weiterlesen

"House of Usher" in Mannheim

29.04.2019 | Edgar Allan Poes Kurzgeschichte „The Fall oft he House of Usher“ darf sicher als „Weltliteratur“ bezeichnet werden. Den Komponisten Claude Debussy reizte diese unheimlich-gruselige Erzählung und veranlasste ihn, sie in Musik umzusetzen. Allerdings gibt es nur Fragmente seiner Komposition. Robert Orledge hat aus diesen Fragmenten ein musikalisches Ganzes gemacht. Am Nationaltheater Mannheim nun wurde um diese etwa 60-minütige Kurzoper herum auf einer filmischen und choreografischen Ebene, mit einer weiteren Erzählung Poes und weiterer Musik von Debussy ein größerer Rahmen gespannt. Das Wort „...Weiterlesen

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