Premierenberichte

"Kain und Abel" in Nordhausen

08.12.2021 | Extra für das Theater Nordhausen hat Komponist Christoph Ehrenfellner diese Oper über eine der ältesten Geschichten der Bibel geschrieben. Das Libretto ist ein Gemeinschaftsprojekt von Anja Eisner und Daniel Klajner. Sie alle haben sich der in der Bibel sehr kurz gehaltenen Erzählung des Brudermords von Kain an Abel und der anschließenden Verbannung Kains genähert. Im Gegensatz zum „Original“ spielt die Mutter, Eva, hier eine entscheidende Rolle. Sie, die sich dem Mann eigentlich unterordnet, lehnt sich letztendlich gegen den „Vater“ (hier eine Vermischung des Gottvaters und Adams) auf. Es...Weiterlesen

"Frédégonde" in Dortmund

02.12.2021 | In dieser Oper geht es um den Machtkampf zweier Königinnen in der Zeit der Merowinger, Brunhilda und Frédégonde. Die eigentliche Hauptfigur ist Brunhilda; als Titel hätte sie aber zu sehr an Wagner erinnert. Brunhilda unterliegt im Machtkampf, sie soll vom Schwiegersohn der Konkurrentin ins Kloster gebracht werden. Dieser aber verliebt sich und heiratet sie. Zuletzt endet das Drama aber tödlich für Brunhilda. Komponist Ernest Guiraud verstarb, bevor er sein Werk vollenden konnte, Camille Saint-Saëns sprang ein und schrieb die letzten beiden Akte. Am Theater Dortmund wurde die lange geplante...Weiterlesen

"Tristan und Isolde" in Wiesbaden

30.11.2021 | „Tristan und Isolde“ am Staatstheater Wiesbaden: Intendant Uwe Eric Laufenberg, der seinen Abgang aus Wiesbaden angekündigt hat, inszeniert. Patrick Hahn, der eigentlich dirigieren sollte, hatte seinen Abgang wiederum beschleunigt und das Haus bereits verlassen. So sprang Michael Güttler für die musikalische Leitung des Wagner-Abends ein – ein Glücksgriff, wie die Rezensenten übereinstimmend finden. Die Regie-Arbeit Laufenbergs wird weniger positiv beurteilt. Immerhin: „Das war ein rauschhafter Abend vollends natürlich im dritten Aufzug“, hören wir im Hessischen Rundfunk (HR). Und die...Weiterlesen

"Das schlaue Füchslein" in Rostock

25.11.2021 | Lange mussten die Beteiligten des Volkstheaters Rostock darauf warten, Leoš Janáčeks Oper endlich einem großen Publikum zu zeigen. Ein Testdurchlauf im Frühjahr 2021 führte erst jetzt zur ersehnten Premiere. „Eine flirrende Symphonie des Waldes, ein Spiel über den ewigen Kreislauf des Lebens, ein Welttheater voller Witz und Weisheit“, nennt das Theater dieses Werk des tschechischen Komponisten, der auf die Idee zum „Schlauen Füchslein“ kam, nachdem er in der Brünner Tageszeitung auf Karikaturen stieß, die das Leben einer Füchsin zeichneten. Vordergründig geht es um die Geschichte der Füchsin...Weiterlesen

"Tristan und Isolde" in Mannheim

23.11.2021 | „Das Team um Regisseurin Luise Kautz zeigt das wohl berühmteste Paar der Operngeschichte in einem Zustand der Weltflucht, der die Grenzen der Wirklichkeit verschwimmen lässt“, lesen wir in der Ankündigung des Nationaltheaters Mannheim. Kautz hat für die Liebe von Tristan und Isolde das Bild des Weltalls gefunden, „weil das ein Ort ist, der noch letzte Geheimnisse hat“, wie sie im Trailer zur Premiere erklärt. Dort verlieren sich die beiden Liebenden letztlich. In den Kritiken wird diese Inszenierung teils kritisch bewertet. Immerhin: „Man nahm einen der magischen Momente des Theaterzaubers,...Weiterlesen

"Die Verurteilung des Lukullus" in Stuttgart

19.11.2021 | Paul Dessau und Bertolt Brecht kamen nach dem Zweiten Weltkrieg zurück aus ihrem Exil und siedelten sich im sozialistischen Osten Deutschlands an. Aus einem Hörspiel Brechts entstand die gemeinsame Oper, in der der Feldherr Lukullus nach seinem Tod in der hiesigen Welt zunächst pompös verabschiedet und geehrt, dann aber in der Unterwelt mit seinen grausamen Taten und geführten Kriegen konfrontiert wird. Am Schluss steht die kollektive Verdammung: „Ins Nichts mit ihm!“ An der Oper Stuttgart, die das fast vergessene Werk nun zur Aufführung brachte, wird der Feldherr immerhin in ein unbekanntes...Weiterlesen

"Iolanta" in Dessau

17.11.2021 | „Iolanta“ ist Tschaikowskys letzte Oper und wird weniger gespielt als zum Beispiel „Eugen Onegin“ oder „Pique Dame“. Eine Oper mit happy end: Die blinde Königstochter Iolanta wird von ihrem Vater unter Verschluss gehalten. Sie weiß nicht, dass andere Menschen sehen können. Aber die Liebe bahnt sich einen Weg zu ihr. Am Ende bekommt sie ihren geliebten Grafen, ihre Blindheit kann geheilt werden. „Mit ihrer optimistischen Haltung ist ‚Iolanta‘ ideal, um in unserer aktuellen Situation eine Saison mit großer Oper zu beginnen“, schreibt das Anhaltische Theater, das das seltener gespielte Werk ins...Weiterlesen

"L'amour de loin" in Köln

11.11.2021 | Eine Liebe, die nur aus der Ferne gelebt wird, die Liebe zu einer perfekten – unbekannten – Frau: Die Oper der finnischen Komponistin Kaija Saariaho basiert auf der Geschichte des Troubadours Jaufré Rudel, der im 12. Jahrhundert lebte. Er verlegt die geliebte und zugleich idealisierte Frau in die Ferne, damit in die Unerreichbarkeit, ähnlich den Minnesängern, die ihre Frauenideale auch nur „aus der Ferne“ besangen und anbeteten. In dieser Oper macht sich der Liebende dennoch irgendwann auf ins ferne Tripolis, wo er die ideale Frau wähnt, die er aber nur sterbend erreicht. In der Inszenierung...Weiterlesen

"Weiße Rose" in Nürnberg

09.11.2021 | Dass Hans und Sophie Scholl zu Beginn des „Dritten Reiches“ glühende Anhänger des „Führers“ waren, ist bekannt. So werden sie zu Beginn von Udo Zimmermanns Kammeroper in Hitler-Uniform und unter dem Hakenkreuz gezeigt. Nach und nach aber mussten sie feststellen, dass die Nazi-Ideologie ihrem humanistischen Welt- und Menschenbild diametral entgegengesetzt war. Ihren mutigen Widerstand mussten sie 1943 mit der Hinrichtung bezahlen. Die junge Regisseurin Annika Nitsch verfolgt mit ihrer Inszenierung auch das Ziel, der jüngeren Generation nahezubringen, was die Geschwister geleistet haben. Dies...Weiterlesen

"Die Nase" an der Bayerischen Staatsoper

05.11.2021 | Dass ausgerechnet der russische, nach wie vor in seiner Heimat festsitzende Kirill Serebrennikov in München Schostakowitschs Umsetzung der Erzählung von Nikolai Gogol inszenierte, ist sicher kein Zufall. Serge Dorny hat zum Auftakt seiner Intendanz an der Bayerischen Staatsoper keine leichte Kost gewählt. Und Serebrennikov ist mit seiner intimen Kenntnis des Putinschen Regimes, seiner Willkür und seines Justizsystems genau der Richtige, um die Groteske um einen Polizisten, der mit seiner Nase auch die soziale Stellung verliert, in Szene zu setzen. Dabei macht er aus dem Stück, das durchaus...Weiterlesen

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