Premierenberichte

"Maria Stuarda" in Düsseldorf und Duisburg

14.01.2019 | Gaetano Donizettis Oper „Maria Stuarda“ ist ein eher selten gespieltes Stück. Im Mittelpunkt stehen – wie in Schillers „Maria Stuart“ – die beiden Königinnen Elisabetta I. und Maria Stuarda. Im realen Leben trafen sie nie aufeinander, auf der Bühne aber spielt ihre Begegnung eine zentrale Rolle. Das Personal in der Oper wurde – im Vergleich zu Schillers Schauspiel – stark reduziert. Der Konflikt der beiden starken Frauen, der in der Hinrichtung der Maria gipfelt, ist sängerisch nicht einfach zu meistern. In Duisburg beziehungsweise Düsseldorf ist das Gefängnis der Maria Stuart im Hintergrund...Weiterlesen

"Der Barbier von Sevilla" in Kiel

11.01.2019 | „Eine der großartigsten musikalischen Komödien, die Gioachino Rossini 1816 in sagenhaften drei Wochen aus der Feder geflossen ist“ – so bezeichnet das Theater Kiel Rossinis vielgespielte opera buffa, die dort im Dezember Premiere feierte. Regisseur Pier Francesco Maestrini und Comiczeichner Joshua Held wiederholen ihr Konzept, das Bühnengeschehen durch Zeichentrickfilme zu untermalen – mit umfassendem Erfolg. „Kann man Gioachino Rossinis heiterste ‚opera buffa‘ über das unbeschwerte szenische Spiel hinaus noch komischer machen? Man kann.“ So lautet der Kommentar auf „hansen & munk“. Alle...Weiterlesen

"Lucia di Lammermoor" in Ulm

09.01.2019 | Sir Walter Scott schrieb 1819 den in Schottland spielenden Schauerroman „The Bride of Lammermoor“, der zu seiner Zeit ein großes Publikum fand. Gaetano Donizetti machte aus dem Stoff eine Oper, die 1835 ihre Uraufführung erlebte – ebenfalls mit großem Erfolg. Die dramatische Geschichte um zwei verfeindete Familien und eine zum Scheitern verdammte Liebe wurde im Theater Meiningen unter der Intendanz und in der Inszenierung von Ansgar Haag gespielt; dieser kehrte nun als Gast mit seiner Inszenierung ans Theater Ulm zurück, wo er bis 2006 Intendant war. Wie das Meininger, so reagierte auch das...Weiterlesen

"Das schlaue Füchslein" in Karlsruhe

07.01.2019 | „Janáčeks Werk als aufwändiger Animationsfilm, kombiniert mit lebenden Akteur/-innen auf der Opernbühne, verweist auf den Comicstrip, der den Komponisten 1920 zu seinem Werk anregte.“ So beschreibt das Badische Staatstheater das ambitionierte Vorhaben, das „Schlaue Füchslein“ in einer technisch hoch aufwändigen Produktion zu zeigen. „Alle Personen sind perfekt in den Film eingebaut“, berichten die Badischen Neuesten Nachrichten (BNN). „Sharons Inszenierung lässt viel Freiraum für eine eigene Interpretation, man kann die Oper einfach so genießen oder Philosophisches und Sozialkritisches...Weiterlesen

"Romeo et Juliette" in Aachen

05.01.2019 | Dass der französische Opernkomponist Charles Gounod auch eine Shakespeare-Vertonung des Liebesdramas „Romeo und Julia“ vertont hat, wissen längst nicht alle Opernfreunde. Das Werk wird nur selten gespielt; jetzt hat das Theater Aachen es auf den Spielplan gesetzt. Regisseurin Ewa Teilmans hat die Handlung in eine zeitlose Gegenwart verlegt, das Fest allerdings bei den Capulets, bei dem sich Romeo und Juliette erstmals begegnen, ist mit opulenten und farbenfrohen Kostümen ausgestattet. „Ewa Teilmans erarbeitet mit ihrem Produktionsteam eine Inszenierung von so wunderbarer Schönheit, dass sich...Weiterlesen

"Les Contes d'Hoffmann" an der Deutschen Oper Berlin

03.01.2019 | „Jedes Mal, wenn ich mich den ‚Contes‘ nähere, entdecke ich neue Facetten“, erklärt Regisseur Laurent Pelly im Gespräch mit der Dramaturgin. Und: „Was mein Team und mich besonders interessiert hat, war die Frage nach Hoffmanns kreativem Prozess – und nach der Kreativität überhaupt.“ Phanatasievoll geht es auf jeden Fall zu in E.T.A. Hoffmanns Erzählung über den Dichter Hoffmann und seine unglückliche Liebe zu den drei Frauen. Die Deutsche Oper hat eine schon ältere Inszenierung aus Lyon nach Berlin geholt. Zu Recht, findet der rbb: „Die optisch wohltuend auf das Wesentliche reduzierte...Weiterlesen

"Pariser Leben" in Trier

19.12.2018 | 2019 ist Offenbach-Jahr: der 200. Geburtstag des Komponisten, der als Begründer des Genres Operette gilt, steht an. Das Theater Trier, das in dieser Spielzeit – nach den Problemen der Vergangenheit – unter neuer Leitung geradezu auflebt, hat sich schon vorab dem Werk Offenbachs gewidmet und seine opera buffa auf die Bühne gebracht, in der ein schwedisches Ehepaar mit durchaus unterschiedlichen Absichten die französische Metropole besucht, dabei aber nicht nur schöne Überraschungen erlebt. „Ein humorvolles, buntes, aber auch kritisches Sittengemälde, das vor allem die Lebensfreude und Tatkraft...Weiterlesen

"Der Liebestrank" in Pforzheim

17.12.2018 | Gaetano Donizettis Oper: „ein Juwel der italienischen Belcanto-Kunst. Frisch, anmutig und rührend ist der kontrastreiche Wechsel von komödiantischen und leidenschaftlichen Szenen“. So charakterisiert das Theater Pforzheim das Werk, das – in der Inszenierung von Wolfgang Lachnitt – dort Premiere hatte. In der Tat: Wenn man den liebenden Nemorino die berühmte Arie „Una furtiva lagrima“ singen hört, verliert sich das Komödiantische. In Pforzheim sang Theodore Browne die Rolle. „Zwischen Parodie und Satire schlägt das Herz von Donizettis Musik, das Lachnitt in der Beziehung der beiden...Weiterlesen

"Candide" an der Komischen Oper Berlin

15.12.2018 | Voltaires „Candide“, ein skurril-philosophisches Werkt über den Optimismus, in Musiktheater zu übersetzen, ist eine mutige Sache. Leonard Bernstein hat es getan und ein Musical daraus gemacht, das nicht leicht zu inszenieren ist. Barrie Kosky, Hausherr der Komischen Oper, wagte sich nun dran. Seine Hauptfigur, den naiven Candide, der durch die Welt zieht und angesichts aufeinander folgender Katastrophen den Glauben an die bestmögliche Welt nicht zu verlieren versucht, bezeichnet er als „kolossalen Langeweiler“. Die Bühne bleibt meistens leer. „Wichtig ist dem inszenierenden Hausherrn das...Weiterlesen

"Otello" an der Bayerischen Staatsoper

13.12.2018 | Starbesetzung an der Bayerischen Staatsoper: Jonas Kaufmann singt den Otello, eine Partie, die er zum ersten Mal übernimmt und vor der er im Interview seinen Respekt ausdrückt: „Es gibt keine Partie, die so emotionsgeladen ist wie der Otello“, erklärt er. Anja Harteros als Desdemona und Gerald Finley als Cassio. Am Pult schließlich Kirill Petrenko, der in München erstmals eine Verdi-Premiere dirigiert. Musikalisch kann diese Zusammensetzung nur begeistern – und das tat sie auch. „ Radikaler ist Jonas Kaufmann noch nie in einen Charakter hinein gestiegen, dramatischer hat er sich noch nie...Weiterlesen

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