Premierenberichte

"Rigoletto" in Karlsruhe

17.07.2026 | Giuseppe Verdis Oper beruht auf dem Melodrama „Le roi s’amuse“ von Victor Hugo von 1832. Nach der Lektüre wusste Verdi gleich, dass sich hieraus ein geeignetes Libretto für eine Oper machen ließe. Librettist Francesco Maria Pieve hielt sich denn auch in großen Teilen an die Vorlage - bis auf einige Änderungen, die auch der Zensur geschuldet waren. Der machtvolle Herzog, der glaubt, sich gegenüber Frauen alles erlauben zu können, entbehrt nicht einer gewissen Aktualität. Den Herzog als Frauenheld und -verführer stellt Regisseurin Anna Drescher differenziert dar: „Ein starkes Bild von innerer...Weiterlesen

"Werther" in Freiburg

14.07.2026 | Johann Wolfgang von Goethes Briefroman „Die Leiden des jungen Werther“ veranlasste nicht nur eine Reihe von jungen Männern kurz nach Erscheinen dazu, es dem Titelheld gleichzutun und sich das Leben zu nehmen, sondern auch mehrere Komponisten, das Werk für das Musiktheater zu nutzen. 1892 machte Jules Massenet eine große Oper aus Goethes Roman. Es gehe um „Liebe im Ausnahmezustand“ erklärt Regisseur Felix Rothenhäusler, der das Werk am Theater Freiburg inszenierte. Goethe habe seine beiden Hauptfiguren als Brandraketen bezeichnet. Und genau darum gehe es: „um Intensität, die wir im Alltag oft...Weiterlesen

"Zar und Zimmermann" an der Deutschen Oper Berlin

09.07.2026 | Jüngere Opernbesucherinnen und -besucher haben kaum die Möglichkeit, Opern von Albert Lortzing auf der Bühne zu sehen. Gehörte die komische Oper „Zar und Zimmermann“ vor etwa 30 Jahren noch zum Repertoire deutscher Stadt- und Staatstheater, ist sie heute von den Spielplänen fast verschwunden. Und das, obwohl sie „zweifellos eine der gelungensten musikalischen Komödien ihrer Zeit“ gewesen sei und auch heute noch eine „zeitlose Menschlichkeit“ zeige, so die Deutsche Oper Berlin in der Programmankündigung. Regisseur Martin G. Berger habe sich in den letzten Jahren als einer der erfolgreichsten...Weiterlesen

"Die Meistersinger von Nürnberg" in Ulm

07.07.2026 | „Die ‚Meistersinger‘ sind zutiefst menschlich, warmherzig, poetisch“, schreibt das Theater Ulm in seiner Einführung zu Richard Wagners Oper. Der scheidendene Ulmer Intendant Kay Metzger hat inszeniert und durch Kostüme und eingespielte Videos einen deutlichen Gegenwartsbezug des Werks, das ursprünglich im 16. Jahrhundert spielt, hergestellt. „Metzger ist zum Abschied eine leichte und durchdachte Inszenierung gelungen, die nicht die relevanten Themen wegdrückt, sondern sie nahe an das Publikum heranrückt“, schreibt die Deutsche Bühne. Er halte „den Spagat zwischen Heiterkeit und Genauigkeit,...Weiterlesen

"Der Florentiner Hut" in Wuppertal

03.07.2026 | Nicht nur in Dresden, auch in Wuppertal hat man Nino Rotas „Farsa musicale“ zum Spielzeitende aufs Programm gesetzt. Rota, als Filmkomponist berühmt, wollte sich nie auf dieses Genre reduzieren lassen und schrieb unter anderem mehrere Opern. „Der Florentiner Hut“ zeichnet sich durch eine skurrile Handlung und schmissige Musik aus und kommt beim Wuppertaler Publikum sehr gut an. Die Besucher*innen erleben eine quirlige Geschichte vor einem abwechslungsreichen und fantasievollen Bühnenbild. „Die Inszenierung (Laura Attridge) besticht durch rasantes Tempo und Ideenreichtum. Bei allem Tohuwabohu...Weiterlesen

"Der Florentiner Hut" an der Semperoper Dresden

24.06.2026 | Nino Rota gilt als Filmkomponist par excellence: Mit dem „Florentiner Hut“ hat er eine Boulevard-Komödie vertont, die es in sich hat. Eine Hochzeitsgesellschaft macht sich auf die Jagd nach einem (heilen) Florentiner Hut. Es kommt zu Verwechslungen, turbulenten Szenen und kleineren Eifersuchtsdramen. Am Ende geht natürlich alles gut aus. Auf der Bühne sehe man eine „große Hutschachtelstadt“, erklärt Bühnenbildner Friedrich Eggert; in jeder Schachtel warte eine neue Überraschung. Und der Regisseur der Inszenierung an der Dresdner Semperoper, Bernd Mottl, erzählt: „Wir haben uns bewusst für...Weiterlesen

"La Belle et la Bête" in Augsburg

16.06.2026 | 1946 drehte Jean Cocteau einen Film nach dem französischen Märchen „La Belle et la Bête“ – Die Schöne und das Biest. Die Schöne – Belle – nimmt die Strafe für den Vater auf sich und gerät in Gefangenschaft des Biests, das sich in sie verliebt. Zunächst ohne Gegenliebe, aber das ändert sich bis zum Happy End. In den 1990er Jahren schrieb der amerikanisch Komponist Philip Glass zum Film einen eigenen Soundtrack. Jetzt wurde diese Musik auf der Augsburger Bühne als Musiktheater gespielt. Nicht alles überzeugte die Kritiker an der Inszenierung, aber vor allem die „Kampfchoreografie“ (mit echtem...Weiterlesen

"Tschick" in Rostock

11.06.2026 | „Tschick“, der Bestseller von Wolfgang Herrndorf, gilt als Jugendroman, ist aber auch für Erwachsene höchst lesenswert. In über 25 Ländern wird es verkauft und gelesen, in Deutschland ist es sogar Schullektüre. Es handelt sich um eine Art Road Movie. Die beiden jungen Außenseiter Maik und Tschick machen sich in einem geklauten Lada auf die Reise in den Osten und erleben hier ganz eigene Abenteuer. Auf dem Weg stoßen sie auf eine weitere Außenseiterin, Isa, die sie mit auf die Reise nehmen. „Tschick“ wurde schon als Theaterstück adaptiert, der Komponist Ludger Volmer wurde 2017 vom Theater...Weiterlesen

"Die Zauberflöte" in Gelsenkirchen

09.06.2026 | Es wird digital: In Nora Krahls Neuinszenierung setze das MiR.LAB verschiedene Digitaltechniken, Künstliche Intelligenz und interaktive Technologien ein, um der „Zauberflöte“ eine noch magischere Wirkung zu verleihen. So kündigt das Musiktheater im Revier die Neu-Inszenierung / Neu-Gestaltung von Mozarts Oper an: eine „märchenhafte und dystopische Open-World-Simulation“. Und schon bevor die Vorstellung losgeht, können die Besucher/-innen an einem Spieletisch mit 3D-gedruckten Figuren im Foyer „Die Cyberflöte“, das neue Computerspiel zur Opernaufführung spielen. Concerti berichtet: „...Weiterlesen

"Malina" in Aachen

02.06.2026 | Die Schriftstellerin Ingeborg Bachmann, die sich immer auch der Musik und dem Musiktheater verbunden fühlte, wäre in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden. Das Theater Aachen hat das Jubiläum zum Anlass genommen, den einzigen vollendeten Roman der Dichterin von Karola Obermüller und Peter Gilbert vertonen zu lassen – mit einem Libretto von Tina Hartmann, die den Romantext bühnentauglich verkürzt hat. Die Uraufführung fand im Rahmen der Schwetzinger SWR Festspiele statt, die Produktion wird am Theater Aachen weiter gespielt. Einen solchen Roman, der keine rechte Handlung hat, in ein (Musik)...Weiterlesen

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