Premierenberichte

"Yolimba" in Münster

18.11.2019 | Ein Werk, „welches sich jeder Gattungszuschreibung verweigert und einen grenzenlosen Spaß aus Singspiel, Operette und Pantomime serviert“: So beschreibt das Theater Münster diese „Musikalische Posse in einem Akt und vier Lobgesängen“ von Tankred Dorst und Wilhelm Killmayer. Die reichlich groteske Handlung: Ein Magier programmiert die Kunstfigur Yolimba darauf, alle zu töten, die über die Liebe sprechen. Aber er verliert auf ganzer Linie und endet schließlich in der Mülltonne. Der „Prototyp einer frechen Anti-Oper“ sei „Yolimba“, so das Theater, das das Projekt in Kooperation mit der...Weiterlesen

"Samson et Dalila" in Düsseldorf

15.11.2019 | Diese französische Oper von Camille Saint-Saёns wurde 1877 in Weimar uraufgeführt – in deutscher Sprache. In Düsseldorf wird aber – wie sicher heute durchgehend – französisch gesungen. In der Regie von Joan Anton Rechi werden die Philister, die das Volk der Hebräer unterjocht, als geldsüchtige Kapitalisten in Anzug und Krawatte dargestellt – die Hebräer wiederum sind Bergbauarbeiter, allen voran natürlich der (fast) unbesiegbare Samson, der sein Volk zunächst erfolgreich in den Aufstand führt, dann aber Dalilas Reizen erliegt und ihr das Geheimnis seiner Stärke verrät, um schließlich mit...Weiterlesen

"Boris Godunow" am Theater Krefeld-Mönchengladbach

13.11.2019 | Modest Mussorgskijs Oper vollziehe einige der eindrucksvollsten Chorszenen, die die Operngeschichte kenne, schreibt das Theater Krefeld-Mönchengladbach. Und der Chor wird an diesem Premierenabend den Anforderungen gerecht: „Gleich zu Beginn nachdem sich der Vorhang hebt, zieht der Opernchor (ergänzt um den Extrachor und einer Gruppe von Gästen, insgesamt somit knapp 70 Choristen) den Zuschauer komplett in den Bann. Hier gebührt Michael Preiser für die Einstudierung des Chores höchster Respekt“, schreibt der Opernfreund. „Die großen Chortableaus haben immense Kraft, sie bewegt die Massen...Weiterlesen

"Boris Godunow" in Mainz

11.11.2019 | Es geht in Modest Mussorgskijs Oper um den unrechtmäßigen Erhalt von Macht, um deren Verlust, um das Verhältnis von Masse und Individuum. Mussorgskij hat das Libretto zu seiner Oper nach einem Text von Alexander Puschkin selbst verfasst. Mit seiner ersten Oper habe sich Mussorgskij „zwar auf seiner Suche nach der ‚russischen Nationalidentität‘ für dieses Sujet begeistert“, zitiert die FAZ den jungen Regisseur des Abends, Wolfgang Nägele; das Werk besitze aber doch eine „übernationale Tiefe“. Boris Godunow ist durch die Ermordung des jungen rechtmäßigen Thronfolgers an die Macht gelangt;...Weiterlesen

"Faust" in Karlsruhe

08.11.2019 | „Wenn jemand in diesem Stück in einer Midlife crisis steckt, dann Mephisto“, erklärt Regisseur Walter Sutcliffe im Programmheft-Interview. Die Menschheit sei so teuflisch geworden, dass er nicht mehr gebraucht werde, und seine Nutzlosigkeit stürze ihn in eine Sinnkrise. Die Wette zwischen Mephisto und Gott habe ihm das Stück erschlossen: „Sie zeigt, dass es nicht um Faust, sondern um die Gesellschaft geht.“ Am Badischen Staatstheater wurde „Faust“ von Charles Gounod gespielt. Die Oper des französischen Komponisten über den deutschen Theaterstoff verhalf ihm seinerzeit zum internationalen...Weiterlesen

"Effi Briest" in Cottbus

06.11.2019 | Pünktlich zum Fontane-Jahr hat das Staatstheater Cottbus eine Fontane-Oper in Auftrag gegeben: „Effi Briest“. Fontane war der Mark Brandenburg besonders zugetan, gleiches gilt für den beauftragten Komponisten Siegfried Matthus, dessen Sohn Frank für das Libretto verantwortlich zeichnet. Eigentlich hätten Siegfried und Frank Matthus fast so etwas wie ein Filmdrehbuch geschrieben, erklärt Regisseur Jakob Peters-Messer im Interview. Die Oper orientiert sich jedenfalls sehr dicht an der Romanvorlage, lässt nichts aus von dieser inhaltsreichen Geschichte einer jungen Frau, die, von ihrem viel...Weiterlesen

"Pique Dame" in Essen

04.11.2019 | Leidenschaft und Obsession: Hermann, Protagonist in Tschaikowskys Oper, stellt den unbedingten Willen, das „Geheimnis der drei Karten“ zu ergründen, mit dem man jedes Glücksspiel gewinnt, über die Liebe. In Essen hat Philipp Himmelmann inszeniert und sich dabei in seiner Interpretation auf das Seelendrama Hermanns konzentriert. „Eine düstere, aber packende Deutung“ beschreiben die Ruhr Nachrichten, die auch von der „Endzeitstimmung“ auf der Essener Bühne berichten. „Es ist eine düstere Welt, in der Hermann und Lisa leben“ schreibt auch das Aalto Theater Essen in seiner Programmankündigung. „...Weiterlesen

"Die Bassariden" an der Komischen Oper Berlin

01.11.2019 | „Für mich heute mein wichtigstes Theaterwerk“ hat Hans Werner Henze diese seine Oper einmal genannt. Interessant und modern seien eben die Fragen: „Was ist Freiheit, was ist Unfreiheit? Was ist Repression, was ist Revolte, was ist Revolution?“ Es geht um den Kampf zwischen Trieb und Vernunft, zwischen ausufernder Ekstase und Kontrolle. Die Gegenspieler: Thebens junger König Pentheus, der die Vernunft walten lassen möchte, und der Gott Dionysus, der die Menschen verführt. Die beiden kommen sich immer wieder nahe – im Kampf gegeneinander. Selbst Pentheus‘ Mutter folgt dem Rausch der Verführung...Weiterlesen

"Tristan und Isolde" in Leipzig

27.10.2019 | Richard Wagners Oper über die Liebe zwischen dem Helden Tristan und der zu Beginn lebensmüden Isolde ist Teil eines Wagner-Großprojekts, das sich Intendant Ulf Schirmer zum Ende seiner Zeit an der Leipziger Oper vorgenommen hat: 2022 will er in Leipzig alle 13 Wagner-Opern hintereinander aufführen lassen, in der Reihenfolge ihrer Entstehung. Nun also die Premiere von „Tristan und Isolde“ in der Inszenierung von Enrico Lübbe. „Schon jetzt ist (…) klar, dass Enrico Lübbes Inszenierung zu den spannendsten Produktionen des derzeitigen Leipziger Wagner-Repertoires gehört“, schreibt die neue...Weiterlesen

"Götterdämmerung" in Oldenburg

25.10.2019 | „Regisseur Paul Esterhazy und Kostüm- und Bühnenbildner Mathis Neidhardt erzählen die große Geschichte vom Niedergang einer Welt im Mikrokosmos einer in sich geschlossenen Gesellschaft, wodurch – ganz im Sinne Wagners – die menschlichen Abgründe besonders schonungslos zutage treten.“ So kündigt das Oldenburgische Staatstheater den letzten Abend der Wagner-Tetralogie an. In der Tat spielt das Geschehen in einem schweizerischen Bergdorf mit „bösen, sich belauernden und zerstörerischen Menschen“, wie die neue musikzeitung (nmz) schreibt, die über die Inszenierung berichtet: „Das alles und vieles...Weiterlesen

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