Premierenberichte

"Brokeback Mountain" in Erfurt

17.04.2026 | 1997 schrieb die amerikanische Schriftstellerin Annie Proulx die Kurzgeschichte „Brokeback Mountain“ über zwei Saisonarbeiter, die sich am Berg Brokeback Mountain ineinander verlieben, diese Liebe aber nicht offen leben können. Bekannt wurde die Erzählung vor allem durch den gleichnamigen Film in der Regie von Ang Lee aus dem Jahr 2005, der mit mehreren Oscars ausgezeichnet wurde. Charles Wuorinen hat aus dem Stoff eine Oper gemacht, das Libretto stammt von der Autorin Annie Proulx selbst. Am Theater Erfurt inszenierte Jakob Peters Messer. Der Komponist verfolge mit seiner Oper einen anderen...Weiterlesen

"Kain und Abel" und "De profundis" in Darmstadt

15.04.2026 | „Welch eine Entdeckung! Diese Musik spricht unmittelbar zum Publikum, sie ist sinnlich, wuchtig und differenziert zugleich…“, jubelt das Darmstädter Echo. Am Staatstheater Darmstadt wurde eine Oper aufgeführt, die dort im Jahr 1914 uraufgeführt wurde. „Kain und Abel“ des zu seiner Zeit sehr bekannten Dirigenten und Komponisten Felix Weingartner. In Darmstadt fand nun die erste Aufführung seit der Uraufführung statt. Daneben erlebte das Darmstädter Publikum eine Komposition für Chor, Orchester, Alt- und Tenorsolo: „De profundis – aus der Tiefe“ von Lili Boulanger, die als sehr junge Frau große...Weiterlesen

"Marylin Forever" in Braunschweig

10.04.2026 | In der Nacht vom 4. August 1962 nahm sich eine Stil- und Filmikone das Leben. Norma Jeane Mortensons, besser bekannt als Marilyn Monroe, war da erst 36 Jahre alt. Die Musiktheater-Revue „Marilyn Forever“ von Gavin Bryars (Musik) und Marilyn Bowering (Libretto) setzt in dieser Todesnacht an und wirft einen Blick – besser: mehrere Blicke – zurück auf das Leben dieser schillernden Frau, „eine der meistfotografierten Frauen ihrer Zeit, die sich aber nie wirklich gesehen fühlte“, so das Staatstheater Braunschweig im Ankündigungstext zur Premiere. Die Revue macht die widersprüchlichen Fremd- und...Weiterlesen

"Alma" in Dessau

07.04.2026 | Im Mittelpunkt dieser (einzigen) Oper des in Brasilien sehr bekannten und produktiven Komponisten Claudio Santoro steht Alma, eine Frau, die wegen ihrer Liebe zum Zuhälter Mauro als Prostituierte arbeitet. Als sie von ihm ein Kind erwartet, wird sie zunächst von ihrem bigotten Großvater des Hauses verwiesen, anschließend von João do Carmo, der sie liebt, aufgenommen. Aber es gibt kein Happy End… Claudio Santoro starb 1989, „Alma“ wurde 1998 uraufgeführt. Am Anhaltischen Theater Dessau erlebte die Oper nun im Rahmen des Kurt Weill Fests ihre europäische Erstaufführung. Das Publikum erlebt...Weiterlesen

"Das schlaue Füchslein" an der Berliner Staatsoper

30.03.2026 | „Diese Oper ist ein pantheistischer Hymnus, ein Hymnus auf die Schönheit der Natur. Gleichzeitig erzählt sie davon, wie sehr wir Menschen diese Welt zerstören – und wie unmittelbar und ehrlich Tiere darauf reagieren. Und es geht um verpasste Chancen, um verlorene Liebe und das schmerzhafte Scheitern menschlicher Beziehungen. Und all das in weniger als 95 Minuten. Das ist schlicht überwältigend.“ Das erklärt Simon Rattle, der Leoš Janáčeks Oper an der Berliner Staatsoper dirigierte, im Programmheft-Interview. Als ein Stück über den „ewigen Kreislauf von Werden und Vergehen“ wird Janáčeks Werk...Weiterlesen

"Die Meistersinger von Nürnberg" in Stuttgart

26.03.2026 | „Elisabeth Stöppler und Cornelius Meister erzählen mit den 'Meistersingern' auch ein Stück deutscher Geschichte und Mentalität zwischen Aufbruch und Restauration und stellen in diesem Deutschen Sommernachtstraum (Elisabeth Stöppler) das Verhältnis der Generationen in den Mittelpunkt sowie die Frage, warum das, was war, vielleicht auch das ist, was wird.“ So führt die Staatsoper Stuttgart Wagners Oper auf ihrer Webseite ein. Und: „Es geht um die Frage, wie das Neue in die Kunst/Welt kommt – und darum, dass das Neue manchmal auch das Alte sein kann.“ „Es ist eine exzellent reflektierte...Weiterlesen

"Dialogue des Carmélites" in Saarbrücken

23.03.2026 | Die anrührende Geschichte der Karmelitinnen von Compiègne, die um ihres Glaubens willen in den Tod gehen, und um die junge Novizin Blanche, die freiwillig das Schicksal ihrer Glaubensschwestern teilt, hat am Staatstheater Saarbrücken geradezu frenetische Begeisterung ausgelöst, sowohl beim lang anhaltend applaudierenden Premierenpublikum als auch bei den Rezensenten. „Das Werk eröffnet einen Raum, in Zeiten politischer Radikalisierung über die Rolle von Verbundenheit nachzudenken und zu fragen, ob Religion noch Resonanz in demokratischen Gesellschaften erzeugen kann“, so führt das Theater das...Weiterlesen

"Lady Macbeth von Mzensk" in Oldenburg

17.03.2026 | Katerina Ismailowa ist eine unglückliche junge Frau, der – obwohl sie in Dmitri Schostakowitschs Oper zur mehrfachen Mörderin wird – einige Sympathien des Publikums, zumindest aber des Komponisten, bleiben. Am Oldenburgischen Staatstheater wurde nun die Premiere bejubelt. Auf einer düsteren Bühne ist fast während der gesamten Dauer des Stücks ein alter Mercedes ein Blickfang. Regie führt Joan Anton Rechi. Der Opernfreund berichtet von der „faszinierenden Personenführung durch den Regisseur“. Und „. Es ist die Vielfallt der Charaktere und deren Auslotung, die auch beim Chor jeder Figur eigene...Weiterlesen

"Faust" an der Bayerischen Staatsoper

11.03.2026 | Die Erzählung um den Gelehrten Faust, der sich auf einen Pakt mit dem Teufel einlässt, wurde vielfach erzählt, die berühmteste Fassung ist das Drama von Johann Wolfgang von Goethe. Auch musikalisch wurde der „Faust“ vielfach umgesetzt. Die bekannteste Oper ist sicher die von Charles Gounod, die jetzt an der Bayerischen Staatsoper gespielt wird. Nicht zuletzt dank seiner unvergänglichen Arien sei Gounods „ Faust“ zu der nach Georges Bizets „Carmen“ erfolgreichsten französischen Oper geworden“, schreibt die Staatsoper zur Einführung. Gounods Librettisten Michel Carré and Jules Barbier haben...Weiterlesen

"Monster's Paradise" in Hamburg

05.03.2026 | Zwei „Vampiretten“ namens Vampi und Bampi stellen in diesem Auftragswerk der Hamburgischen Staatsoper die Avatare der Schöpferinnen Olga Neuwirth und Elfriede Jelinek dar. Der König-Präsident, den es zu bekämpfen gilt, ist eine Karikatur auf Donald Trump – und nur dem Monster Gorgonzilla kann dies offenbar gelingen. Vampi und Bampi jedenfalls erwarten den Weltuntergang und gehen zuvor noch einmal auf große Reise. „In dieser Hinsicht möge die von mir so genannte Grand Guignol Opéra ein überdrehtes Rätsel sein, weil die realen Verhältnisse die Grenzen der Vernunft bereits überschritten haben“,...Weiterlesen

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