Premierenberichte

"Rigoletto" in Wiesbaden

08.02.2019 | Der Hofnarr wird in der Inszenierung des Intendanten des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden, Uwe Eric Laufenberg, durch eine Clownspuppe symbolisiert, die der mal boshafte, mal zynische, am Ende verzweifelte Rigoletto bei sich trägt. Diese Figur ist die facettenreichste im Werk und in der Interpretation Laufenbergs. Der Herzog wiederum will ganz deutlich immer nur „das Eine“, zunächst im Schloss, dann im Haus Rigolettos und Gildas, schließlich in einem heruntergekommenen Wohnwagen. Über die Bewertung der Inszenierung sind sich die Kritiker nicht ganz einig. Musikalisch aber werten sie den...Weiterlesen

"Tosca" in Osnabrück

06.02.2019 | „Mit atemloser Spannung, schonungsloser Authentizität und emotionaler Eindringlichkeit verbildlicht Puccinis vielschichtige und kontrastreiche Musik das drohende Unheil eines Machtsystems, in dem sich private und öffentliche Interessen infam miteinander verzahnen und eine eiskalte politische Intrige in Gang setzen.“ So beschreibt das Theater Osnabrück die Oper, die dort soeben ihre Premiere erlebte. Die Inszenierung bestätigt das: „Mascha Pörzgens Inszenierung im Theater Osnabrück zeigt, dass Puccinis 119 Jahre alte Oper Tosca auch im 21. Jahrhundert spannend wie ein Kriminalroman sein kann...Weiterlesen

"Vanessa" in Magdeburg

05.02.2019 | In Samuel Barbers Oper geht es um das Warten, um unerfüllte Träume, um den Rückzug aus der Realität in eine quasi eingefrorene Welt. Vanessa wartet seit vielen Jahren, lediglich in der Gesellschaft ihrer Mutter und ihrer Nichte Erika, auf die Rückkehr des Geliebten Anatol und hat in der Wartezeit Bilder und Spiegel verhüllt. Die angekündigte Rückkehr des Geliebten soll die Dinge ändern. An seiner Stelle erscheint jedoch sein Sohn, ebenfalls mit Namen Anatol, in den sich Vanessa und Erica beide verlieben, Erika wird von ihm schwanger, unterstützt aber die Verbindung der Tante mit dem jungen...Weiterlesen

"Kátja Kabanová" in Mainz

02.02.2019 | Lydia Steier hat Janáčeks Oper schon 2012 in Oldenburg inszeniert. Nun hat sie ihre Regiearbeit in Mainz wieder aufgegriffen und neu aufgearbeitet. An Aktualität hat der Abend nichts verloren. „Packend und plausibel erzählt Lydia Steier die ewig gleiche Geschichte von Machtmissbrauch, Bigotterie und dem Scheitern an unhinterfragten Idealen“, ist im SWR zu hören. Katjas „böse“ Schwiegermutter Kabanicha ist hier die Chefin einer Puppenfabrik – und Puppen spielen eine durchgehend zentrale Rolle in dieser Inszenierung. Katjas Tochter und/oder Kinderdouble hält immer eine Puppe in der Hand. Die...Weiterlesen

"Medée" in Saarbrücken

30.01.2019 | In Saarbrückn hat Bodo Busse soeben Cherubinis „Medée“ inszeniert, angehängt wurde „Medea Senecae“ von Iannis Xenaiks und schließlich, gesprochen von einer Schauspielerin, das „Medeamaterial“ von Heiner Müller. Cherubinis Oper wurde in den 1950er-Jahren quasi wiederentdeckt, weil Maria Callas die Rolle so beeindruckend interpretierte. In Saarbrücken nun hat Regisseur Demis Volpi gleich fünf Medea-Figuren auf die Bühne gebracht: zwei Sängerinnen, eine Schauspielerin, eine Tänzerin und einen Tänzer. Eine offenbar überzeugende Idee. „Demis Volpi dringt mit dieser Aufspaltung tiefer und tiefer in...Weiterlesen

"Andréa Chenier" in Schwerin

28.01.2019 | André Chenier, der französische Dichter und Namensgeber für Umberto Giordanos Oper, wurde im Alter von 31 Jahren kurz vor Ende des Terrors der französischen Revolution hingerichtet. Das Gleiche passiert der Titelfigur im Musiktheaterwerk: Chenier geht hier mit der geliebten Maddalena in den Tod, weil er den radikalen Entwicklungen der letzten Revolutionsjahre nicht folgen kann. Daneben erzählt die Oper von einer erfundenen Dreiecksgeschichte zwischen Chenier, Maddalena und dem Revolutionär Gérard, der Maddalena ebenfalls liebt, ihren Tod aber nicht verhindern kann. „Dieser Premierenabend ist...Weiterlesen

"Dead Man Walking" in Bielefeld

24.01.2019 | „Dead Man Walking“: Das rufen Gefängnisaufseher in den USA, wenn ein zum Tode Verurteilter seinen letzten Gang antritt – zum Ort der Hinrichtung. Helen Prejean, eine Ordensschwester, hat ein Buch mit gleichem Titel geschrieben. Dort beschreibt sie ihre Begegnung mit einem zum Tode verurteilten Mörder, der seine Schuld nicht anerkennt, der aber ihren seelischen Beistand sucht. Helen lernt sowohl ihn besser kennen als auch die Eltern der Ermordeten; es geht um Hass und Rache, um Vergebung – und um die Frage nach der Berechtigung der Todesstrafe. Jake Heggie hat die Geschichte vertont. „Neben...Weiterlesen

"Violetter Schnee" an der Staatsoper Unter den Linden

22.01.2019 | Dass auf der Bühne der Berliner Staatsoper ebenso alles im Schnee versank wie zeitgleich im Süden Deutschlands und in Österreich, ist natürlich Zufall – aber es passt einfach. In der neuen Oper von Beat Furrer, die in Berlin uraufgeführt wurde, werden fünf Menschen vom Schnee eingeschlossen und haben kaum Hoffnung auf Rettung. Von einem „Endzeitszenario“ berichtet der rbb. Furrer orientierte sich zunächst an einer Geschichte des russischen Autors Wladimir Sorokin. Händl Klaus schrieb dazu das Libretto; eingespeist wurden weitere literarische Vorlagen sowie in der Inszenierung von Claus Guth...Weiterlesen

"Street Scene" in Münster

18.01.2019 | Kurt Weill wollte im amerikanischen Exil eine „american opera“ schreiben – mit „Street Scene“ ist ihm das gelungen: musikalisch ein Mix aus Oper, Operette und Jazz-Elementen. Erzählt wird ein Sozialdrama: die „Straßenszene“ zeigt zahlreiche Menschen, die in einer Straße wohnen, ihre Schicksale, Konflikte und Dramen. Bühnenbildner Rifail Ajdarpasic hat für die Inszenierung von Hendrik Müller die Häuserfront auf die Bühne „gelegt“ und darüber einen Spiegel schräg aufgestellt, so dass Kulisse und Figuren immer wieder in diesem Spiegel sichtbar sind. „Das Riesenensemble macht seine Sache ganz...Weiterlesen

"Madama Butterfly" in Bremerhaven

16.01.2019 | Immer wieder neu berührt dieser Opernstoff mit der Musik Puccinis das Publikum: die sehr junge Japanerin Cio-Cio-San, die in der Hoffnung auf eine Zukunft mit ihrem Ehemann „auf Zeit“ mit allen Traditionen ihrer Heimat und ihrer Familie bricht und schließlich, als Pinkerton das gemeinsame Kind abholt, um es mit seiner amerikanischen Ehefrau großzuziehen, schließlich in den Freitod geht, der eigentlich „alternativlos“ ist. Regisseurin Béatrice Lachaussée hat den Leutnant in Bremerhaven nicht zum reinen Scheusal gemacht. Von „einer klugen Inszenierung, die die offensichtlichste Deutung subtil...Weiterlesen

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