Premierenberichte

"Pariser Leben" in Trier

19.12.2018 | 2019 ist Offenbach-Jahr: der 200. Geburtstag des Komponisten, der als Begründer des Genres Operette gilt, steht an. Das Theater Trier, das in dieser Spielzeit – nach den Problemen der Vergangenheit – unter neuer Leitung geradezu auflebt, hat sich schon vorab dem Werk Offenbachs gewidmet und seine opera buffa auf die Bühne gebracht, in der ein schwedisches Ehepaar mit durchaus unterschiedlichen Absichten die französische Metropole besucht, dabei aber nicht nur schöne Überraschungen erlebt. „Ein humorvolles, buntes, aber auch kritisches Sittengemälde, das vor allem die Lebensfreude und Tatkraft...Weiterlesen

"Der Liebestrank" in Pforzheim

17.12.2018 | Gaetano Donizettis Oper: „ein Juwel der italienischen Belcanto-Kunst. Frisch, anmutig und rührend ist der kontrastreiche Wechsel von komödiantischen und leidenschaftlichen Szenen“. So charakterisiert das Theater Pforzheim das Werk, das – in der Inszenierung von Wolfgang Lachnitt – dort Premiere hatte. In der Tat: Wenn man den liebenden Nemorino die berühmte Arie „Una furtiva lagrima“ singen hört, verliert sich das Komödiantische. In Pforzheim sang Theodore Browne die Rolle. „Zwischen Parodie und Satire schlägt das Herz von Donizettis Musik, das Lachnitt in der Beziehung der beiden...Weiterlesen

"Candide" an der Komischen Oper Berlin

15.12.2018 | Voltaires „Candide“, ein skurril-philosophisches Werkt über den Optimismus, in Musiktheater zu übersetzen, ist eine mutige Sache. Leonard Bernstein hat es getan und ein Musical daraus gemacht, das nicht leicht zu inszenieren ist. Barrie Kosky, Hausherr der Komischen Oper, wagte sich nun dran. Seine Hauptfigur, den naiven Candide, der durch die Welt zieht und angesichts aufeinander folgender Katastrophen den Glauben an die bestmögliche Welt nicht zu verlieren versucht, bezeichnet er als „kolossalen Langeweiler“. Die Bühne bleibt meistens leer. „Wichtig ist dem inszenierenden Hausherrn das...Weiterlesen

"Otello" an der Bayerischen Staatsoper

13.12.2018 | Starbesetzung an der Bayerischen Staatsoper: Jonas Kaufmann singt den Otello, eine Partie, die er zum ersten Mal übernimmt und vor der er im Interview seinen Respekt ausdrückt: „Es gibt keine Partie, die so emotionsgeladen ist wie der Otello“, erklärt er. Anja Harteros als Desdemona und Gerald Finley als Cassio. Am Pult schließlich Kirill Petrenko, der in München erstmals eine Verdi-Premiere dirigiert. Musikalisch kann diese Zusammensetzung nur begeistern – und das tat sie auch. „ Radikaler ist Jonas Kaufmann noch nie in einen Charakter hinein gestiegen, dramatischer hat er sich noch nie...Weiterlesen

"Peter Grimes" in Köln

10.12.2018 | „Ohren auf: So messerscharf zugespitzt hat man ‚Peter Grimes‘ lange nicht gehört.“ Nicht nur das Online Musik Magazin schwärmt von der Kölner Premiere in der Inszenierung von Frederic Wake-Walker und unter der musikalischen Leitung von Nicholas Collon. „Die Intensität und die lapidar-schlichte Bildgewalt (…) macht diese zu einem Höhepunkt der laufenden Kölner Opernsaison“, findet der Kölner Stadt-Anzeiger. „Eigentlicher Hauptträger der Handlung, wie ihn die Partitur dieser Oper vorsieht, ist das Meer“, so die Oper Köln. Allerdings rückt dieses in Wake-Walkers Inszenierung gar nicht so sehr in...Weiterlesen

"Jenufa" in Wiesbaden

07.12.2018 | Zu Beginn der Oper von Leoš Janáček zeigt Regisseur Ingo Kerkhof die Familie in wechselnden Konstellationen und Zeiten, die sich fürs Familienfoto postiert. Er deutet damit den Lauf der Zeit an, „die Unerbittlichkeit, mit der Menschen im Getriebe der Zeit feststecken und von ihm mitgezogen werden“, so die Frankfurter Rundschau. Am Ende dieser Szene zeigt die alte Buryja Fotos ihrer Söhne, die inzwischen schon verstorben sind. Viel Lob findet diese karge Inszenierung am Hessischen Staatstheater. Kerkhof nähere sich der Oper „von der Minimaldosierung aus“ an, schreibt die Frankfurter Rundschau...Weiterlesen

"Otello" in Duisburg

06.12.2018 | Michael Thalheimer hat sich in Duisburg für eine dunkle, ja schwarze Bühne entschieden: „die ewige Nacht eines von Angst, Misstrauen und Paranoia beherrschten Hirns“, wie die Deutsche Oper am Rhein schreibt. Gemeint ist das Hirn des Herrschers Otello, der sich von Jago in die Eifersucht, schließlich zum Mord treiben lässt. Von einer „klugen Inszenierung“ schreibt die Rheinische Post. „Thalheimers bedrückende Optik ist auf eine Weise kompromisslos, die fast schmerzt“, so Der Westen. „Klug und beeindruckend klar ist dieser Regieansatz in der Auslotung des Konflikts der Titelfigur und der...Weiterlesen

"Die Entführung aus dem Serail" in Altenburg

04.12.2018 | Kobie van Rensburg, geboren in Südafrika, ist studierter Sänger. 1991 debütierte er als Belmonte in Mozarts „Entführung“ an der Roodepoort City Opera. Nun schließt sich ein Kreis, denn als Regisseur wendet er sich der Oper erneut zu und inszenierte am Theater Altenburg-Gera. „Im Mittelpunkt des zutiefst humanistischen Werks stehen große Themen wie Liebe, Treue, Eifersucht sowie das Ringen mit Vorurteilen.“ So charakterisiert das Theater die Oper in der Ankündigung der Premiere. In der Tat schenkt Bassa Selim seinen Gefangenen am Ende das Leben. Die Zeitungskritiken nehmen die Aufführung in...Weiterlesen

"Idomeneo" in Heidelberg

01.12.2018 | Mozarts Oper sieht ein glückliches Ende der Geschichte vor: Idomeneo, der gezwungen ist, seinen Sohn dem Meeresgott Poseidon zu opfern, weil dieser ihn aus einem Sturm rettete, dankt ab und überlässt Idamante den Thron; dieser darf weiterleben. Nicht so in Heidelberg in der Inszenierung von Peter Konwitschny (jüngst von der „Opernwelt“ zum Regisseur des Jahres gekürt). Ist das Bühnenbild vor der Pause noch farbig, wellenbewegt und von Palmen geschmückt, verliert sich nach der Pause jede Farbigkeit. Damit wird das düstere Ende bereits angekündigt: Alle, Idamante, seine geliebte Ilia und Vater...Weiterlesen

"Werther" in Lübeck

26.11.2018 | In der Opernfassung von Jules Massenet ist Charlotte nicht so eindeutig charakterisiert wie noch in Goethes „Werther“. Sie erwidert Werthers Liebe durchaus; sie ist es aber auch, die ihm schließlich – bewusst oder unbewusst – beim Suizid hilft, indem sie ihm die dafür notwendigen Waffen zukommen lässt. Regisseurin Sandra Leupold hat sich beim „Werther“ in Lübeck für eine abstrakte Bühne entschieden und ist damit der Kitsch-Gefahr, die das Werk in sich birgt, entronnen. „Hier entwickelt sich das tödlich endende Spiel um die beiden Liebenden in überaus eindringlicher Weise. Denn nichts lenkt ab...Weiterlesen

Seiten

Premierenberichte abonnieren