Premierenberichte

"Dead Man Walking" in Bielefeld

24.01.2019 | „Dead Man Walking“: Das rufen Gefängnisaufseher in den USA, wenn ein zum Tode Verurteilter seinen letzten Gang antritt – zum Ort der Hinrichtung. Helen Prejean, eine Ordensschwester, hat ein Buch mit gleichem Titel geschrieben. Dort beschreibt sie ihre Begegnung mit einem zum Tode verurteilten Mörder, der seine Schuld nicht anerkennt, der aber ihren seelischen Beistand sucht. Helen lernt sowohl ihn besser kennen als auch die Eltern der Ermordeten; es geht um Hass und Rache, um Vergebung – und um die Frage nach der Berechtigung der Todesstrafe. Jake Heggie hat die Geschichte vertont. „Neben...Weiterlesen

"Violetter Schnee" an der Staatsoper Unter den Linden

22.01.2019 | Dass auf der Bühne der Berliner Staatsoper ebenso alles im Schnee versank wie zeitgleich im Süden Deutschlands und in Österreich, ist natürlich Zufall – aber es passt einfach. In der neuen Oper von Beat Furrer, die in Berlin uraufgeführt wurde, werden fünf Menschen vom Schnee eingeschlossen und haben kaum Hoffnung auf Rettung. Von einem „Endzeitszenario“ berichtet der rbb. Furrer orientierte sich zunächst an einer Geschichte des russischen Autors Wladimir Sorokin. Händl Klaus schrieb dazu das Libretto; eingespeist wurden weitere literarische Vorlagen sowie in der Inszenierung von Claus Guth...Weiterlesen

"Street Scene" in Münster

18.01.2019 | Kurt Weill wollte im amerikanischen Exil eine „american opera“ schreiben – mit „Street Scene“ ist ihm das gelungen: musikalisch ein Mix aus Oper, Operette und Jazz-Elementen. Erzählt wird ein Sozialdrama: die „Straßenszene“ zeigt zahlreiche Menschen, die in einer Straße wohnen, ihre Schicksale, Konflikte und Dramen. Bühnenbildner Rifail Ajdarpasic hat für die Inszenierung von Hendrik Müller die Häuserfront auf die Bühne „gelegt“ und darüber einen Spiegel schräg aufgestellt, so dass Kulisse und Figuren immer wieder in diesem Spiegel sichtbar sind. „Das Riesenensemble macht seine Sache ganz...Weiterlesen

"Madama Butterfly" in Bremerhaven

16.01.2019 | Immer wieder neu berührt dieser Opernstoff mit der Musik Puccinis das Publikum: die sehr junge Japanerin Cio-Cio-San, die in der Hoffnung auf eine Zukunft mit ihrem Ehemann „auf Zeit“ mit allen Traditionen ihrer Heimat und ihrer Familie bricht und schließlich, als Pinkerton das gemeinsame Kind abholt, um es mit seiner amerikanischen Ehefrau großzuziehen, schließlich in den Freitod geht, der eigentlich „alternativlos“ ist. Regisseurin Béatrice Lachaussée hat den Leutnant in Bremerhaven nicht zum reinen Scheusal gemacht. Von „einer klugen Inszenierung, die die offensichtlichste Deutung subtil...Weiterlesen

"Maria Stuarda" in Düsseldorf und Duisburg

14.01.2019 | Gaetano Donizettis Oper „Maria Stuarda“ ist ein eher selten gespieltes Stück. Im Mittelpunkt stehen – wie in Schillers „Maria Stuart“ – die beiden Königinnen Elisabetta I. und Maria Stuarda. Im realen Leben trafen sie nie aufeinander, auf der Bühne aber spielt ihre Begegnung eine zentrale Rolle. Das Personal in der Oper wurde – im Vergleich zu Schillers Schauspiel – stark reduziert. Der Konflikt der beiden starken Frauen, der in der Hinrichtung der Maria gipfelt, ist sängerisch nicht einfach zu meistern. In Duisburg beziehungsweise Düsseldorf ist das Gefängnis der Maria Stuart im Hintergrund...Weiterlesen

"Der Barbier von Sevilla" in Kiel

11.01.2019 | „Eine der großartigsten musikalischen Komödien, die Gioachino Rossini 1816 in sagenhaften drei Wochen aus der Feder geflossen ist“ – so bezeichnet das Theater Kiel Rossinis vielgespielte opera buffa, die dort im Dezember Premiere feierte. Regisseur Pier Francesco Maestrini und Comiczeichner Joshua Held wiederholen ihr Konzept, das Bühnengeschehen durch Zeichentrickfilme zu untermalen – mit umfassendem Erfolg. „Kann man Gioachino Rossinis heiterste ‚opera buffa‘ über das unbeschwerte szenische Spiel hinaus noch komischer machen? Man kann.“ So lautet der Kommentar auf „hansen & munk“. Alle...Weiterlesen

"Lucia di Lammermoor" in Ulm

09.01.2019 | Sir Walter Scott schrieb 1819 den in Schottland spielenden Schauerroman „The Bride of Lammermoor“, der zu seiner Zeit ein großes Publikum fand. Gaetano Donizetti machte aus dem Stoff eine Oper, die 1835 ihre Uraufführung erlebte – ebenfalls mit großem Erfolg. Die dramatische Geschichte um zwei verfeindete Familien und eine zum Scheitern verdammte Liebe wurde im Theater Meiningen unter der Intendanz und in der Inszenierung von Ansgar Haag gespielt; dieser kehrte nun als Gast mit seiner Inszenierung ans Theater Ulm zurück, wo er bis 2006 Intendant war. Wie das Meininger, so reagierte auch das...Weiterlesen

"Das schlaue Füchslein" in Karlsruhe

07.01.2019 | „Janáčeks Werk als aufwändiger Animationsfilm, kombiniert mit lebenden Akteur/-innen auf der Opernbühne, verweist auf den Comicstrip, der den Komponisten 1920 zu seinem Werk anregte.“ So beschreibt das Badische Staatstheater das ambitionierte Vorhaben, das „Schlaue Füchslein“ in einer technisch hoch aufwändigen Produktion zu zeigen. „Alle Personen sind perfekt in den Film eingebaut“, berichten die Badischen Neuesten Nachrichten (BNN). „Sharons Inszenierung lässt viel Freiraum für eine eigene Interpretation, man kann die Oper einfach so genießen oder Philosophisches und Sozialkritisches...Weiterlesen

"Romeo et Juliette" in Aachen

05.01.2019 | Dass der französische Opernkomponist Charles Gounod auch eine Shakespeare-Vertonung des Liebesdramas „Romeo und Julia“ vertont hat, wissen längst nicht alle Opernfreunde. Das Werk wird nur selten gespielt; jetzt hat das Theater Aachen es auf den Spielplan gesetzt. Regisseurin Ewa Teilmans hat die Handlung in eine zeitlose Gegenwart verlegt, das Fest allerdings bei den Capulets, bei dem sich Romeo und Juliette erstmals begegnen, ist mit opulenten und farbenfrohen Kostümen ausgestattet. „Ewa Teilmans erarbeitet mit ihrem Produktionsteam eine Inszenierung von so wunderbarer Schönheit, dass sich...Weiterlesen

"Les Contes d'Hoffmann" an der Deutschen Oper Berlin

03.01.2019 | „Jedes Mal, wenn ich mich den ‚Contes‘ nähere, entdecke ich neue Facetten“, erklärt Regisseur Laurent Pelly im Gespräch mit der Dramaturgin. Und: „Was mein Team und mich besonders interessiert hat, war die Frage nach Hoffmanns kreativem Prozess – und nach der Kreativität überhaupt.“ Phanatasievoll geht es auf jeden Fall zu in E.T.A. Hoffmanns Erzählung über den Dichter Hoffmann und seine unglückliche Liebe zu den drei Frauen. Die Deutsche Oper hat eine schon ältere Inszenierung aus Lyon nach Berlin geholt. Zu Recht, findet der rbb: „Die optisch wohltuend auf das Wesentliche reduzierte...Weiterlesen

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