Premierenberichte

"Peter Grimes" in Coburg

20.02.2019 | „Peter Grimes“ von Benjamin Britten gehört zu den Musiktheaterwerken des 20. Jahrhunderts, die regelmäßig auf den Opernbühnen zu erleben sind. Am Landestheater Coburg inszenierte jetzt der in Wien geborene Regisseur Alexander Charim die große Choroper. „Konsequent erzählt Charims Regie, wie aus Argwohn und Misstrauen schließlich Hass und Gewalt entsteht“, berichtet das Coburger Tageblatt. Der Regisseur verzichte klugerweise darauf, platte politische Anspielungen zu inszenieren. Das Ergebnis: „Packendes Musiktheater.“ „Die Oper gerät atemberaubend in ihrer Coburger Premiere und als Zuschauer...Weiterlesen

"Elizabetta" in Regensburg

18.02.2019 | Gabriel Prokofiev, geboren 1975 und Enkel des berühmten Komponisten, ist selbst Komponist. Für das Theater Regensburg hat er seine erste Oper geschrieben: eine etwas gruselige Geschichte über einen weiblichen Filmstar. Aus Angst vor dem Bedeutungsverlust mit zunehmendem Alter versucht sie, mit Hilfe eines Wundermittels ihre Jugend zu bewahren. Dafür muss sie allerdings wortwörtlich über Leichen gehen. „Gabriel Prokofiev vertonte das so unterhaltsam wie ätzend sarkastisch“, berichtet BR Klassik. Der Komponist liebe nach eigener Aussage die Romantik mit ihren Spukgeschichten und habe eine...Weiterlesen

"Ein Maskenball" in Neustrelitz

14.02.2019 | In Neustrelitz hat sich Regisseur Lothar Krause, im „Hauptberuf“ Operndirektor am Theater Hof, einen besonderen „Maskenball“ ausgedacht. Verdis Urfassung, basierend auf der Ermordung des schwedischen Königs Gustav III., musste seinerzeit nach Einwänden der Zensurbehörden sowohl in Neapel als auch in Rom, umgearbeitet, die Handlung ins ferne Boston verlegt werden. Im Landestheater Neustrelitz nun spielt die Handlung – in Neustrelitz. Für die Figur des Grafen war hier der letzte Großherzog von Mecklenburg-Strelitz, Adolf Friedrich VI. das Vorbild, der im Winter 1918 ums Leben kam, vermutlich...Weiterlesen

"La Sonnambula" an der Deutschen Oper Berlin

12.02.2019 | „Auch im Kleinen spielen sich Tragödien ab“, kommentiert die Deutsche Oper Berlin Versuche, Bellinis Oper als „naives Pastoralspiel“ abzutun. Auf jeden Fall gibt es auch hier Intrigen, Liebesverwicklungen – und immerhin ein Happy End. Aber: „Beim Happy-End, so viel sei verraten, bleiben alle unglücklich zurück“, so ist es in der Berliner Morgenpost zu lesen. Wer hier eigentlich wen liebt, wird offenbar nicht ganz klar… Jossi Wieler hat in Berlin seine Stuttgarter Inszenierung wieder aufgenommen, die seinerzeit in der Umfrage der „Opernwelt“ zur „Inszenierung des Jahres“ gewählt worden war. „...Weiterlesen

"Rigoletto" in Wiesbaden

08.02.2019 | Der Hofnarr wird in der Inszenierung des Intendanten des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden, Uwe Eric Laufenberg, durch eine Clownspuppe symbolisiert, die der mal boshafte, mal zynische, am Ende verzweifelte Rigoletto bei sich trägt. Diese Figur ist die facettenreichste im Werk und in der Interpretation Laufenbergs. Der Herzog wiederum will ganz deutlich immer nur „das Eine“, zunächst im Schloss, dann im Haus Rigolettos und Gildas, schließlich in einem heruntergekommenen Wohnwagen. Über die Bewertung der Inszenierung sind sich die Kritiker nicht ganz einig. Musikalisch aber werten sie den...Weiterlesen

"Tosca" in Osnabrück

06.02.2019 | „Mit atemloser Spannung, schonungsloser Authentizität und emotionaler Eindringlichkeit verbildlicht Puccinis vielschichtige und kontrastreiche Musik das drohende Unheil eines Machtsystems, in dem sich private und öffentliche Interessen infam miteinander verzahnen und eine eiskalte politische Intrige in Gang setzen.“ So beschreibt das Theater Osnabrück die Oper, die dort soeben ihre Premiere erlebte. Die Inszenierung bestätigt das: „Mascha Pörzgens Inszenierung im Theater Osnabrück zeigt, dass Puccinis 119 Jahre alte Oper Tosca auch im 21. Jahrhundert spannend wie ein Kriminalroman sein kann...Weiterlesen

"Vanessa" in Magdeburg

05.02.2019 | In Samuel Barbers Oper geht es um das Warten, um unerfüllte Träume, um den Rückzug aus der Realität in eine quasi eingefrorene Welt. Vanessa wartet seit vielen Jahren, lediglich in der Gesellschaft ihrer Mutter und ihrer Nichte Erika, auf die Rückkehr des Geliebten Anatol und hat in der Wartezeit Bilder und Spiegel verhüllt. Die angekündigte Rückkehr des Geliebten soll die Dinge ändern. An seiner Stelle erscheint jedoch sein Sohn, ebenfalls mit Namen Anatol, in den sich Vanessa und Erica beide verlieben, Erika wird von ihm schwanger, unterstützt aber die Verbindung der Tante mit dem jungen...Weiterlesen

"Kátja Kabanová" in Mainz

02.02.2019 | Lydia Steier hat Janáčeks Oper schon 2012 in Oldenburg inszeniert. Nun hat sie ihre Regiearbeit in Mainz wieder aufgegriffen und neu aufgearbeitet. An Aktualität hat der Abend nichts verloren. „Packend und plausibel erzählt Lydia Steier die ewig gleiche Geschichte von Machtmissbrauch, Bigotterie und dem Scheitern an unhinterfragten Idealen“, ist im SWR zu hören. Katjas „böse“ Schwiegermutter Kabanicha ist hier die Chefin einer Puppenfabrik – und Puppen spielen eine durchgehend zentrale Rolle in dieser Inszenierung. Katjas Tochter und/oder Kinderdouble hält immer eine Puppe in der Hand. Die...Weiterlesen

"Medée" in Saarbrücken

30.01.2019 | In Saarbrückn hat Bodo Busse soeben Cherubinis „Medée“ inszeniert, angehängt wurde „Medea Senecae“ von Iannis Xenaiks und schließlich, gesprochen von einer Schauspielerin, das „Medeamaterial“ von Heiner Müller. Cherubinis Oper wurde in den 1950er-Jahren quasi wiederentdeckt, weil Maria Callas die Rolle so beeindruckend interpretierte. In Saarbrücken nun hat Regisseur Demis Volpi gleich fünf Medea-Figuren auf die Bühne gebracht: zwei Sängerinnen, eine Schauspielerin, eine Tänzerin und einen Tänzer. Eine offenbar überzeugende Idee. „Demis Volpi dringt mit dieser Aufspaltung tiefer und tiefer in...Weiterlesen

"Andréa Chenier" in Schwerin

28.01.2019 | André Chenier, der französische Dichter und Namensgeber für Umberto Giordanos Oper, wurde im Alter von 31 Jahren kurz vor Ende des Terrors der französischen Revolution hingerichtet. Das Gleiche passiert der Titelfigur im Musiktheaterwerk: Chenier geht hier mit der geliebten Maddalena in den Tod, weil er den radikalen Entwicklungen der letzten Revolutionsjahre nicht folgen kann. Daneben erzählt die Oper von einer erfundenen Dreiecksgeschichte zwischen Chenier, Maddalena und dem Revolutionär Gérard, der Maddalena ebenfalls liebt, ihren Tod aber nicht verhindern kann. „Dieser Premierenabend ist...Weiterlesen

Seiten

Premierenberichte abonnieren