Premierenberichte

"Lady Macbeth von Mzensk" an der Komischen Oper Berlin

03.03.2026 | „Ich habe zu Rufus gesagt, dass wir eine Landschaft aus Öde und Tristesse brauchen. Die schlichte Bühne ist bei uns eine Mischung aus Parkplatz und Betonhof – ein Ort, der Assoziationen von etwas Verlorenem hervorruft.“ So berichtet es Barrie Kosky im Programmheft zu Schostakowitschs zweiter und letzter Oper, die dieser mit nur 26 Jahren vollendete und die an der Komischen Oper auf dem Programm stand. So ist die Bühne also gestaltet: im Wesentlichen dunkel und leer. Die Hauptfigur, Katerina Ismailowa, sitzt zu Beginn und am Ende auf dieser trostlosen Bühne, allein und ohne Hoffnung. Sie hat...Weiterlesen

"Dialogue des Carmélites" an der Semperoper Dresden

27.02.2026 | Die Basis der Opper von Francis Poulenc ist eine wahre Begebenheit 1794 wurden die Karmeliterinnen von Compiègne hingerichtet. Gertrud von La Fort schrieb darüber 1931 eine Novelle, Georges Bernanos 1949 eine Version für die Bühne. Poulencs Oper wurde 1957 in der Mailänder Scala uraufgeführt. Die berührende Geschichte dieser Nonnen, die zu ihrem Glauben stehen und dafür in den Tod gehen, und der Novizin Blanche, die diesem Tod entgehen könnte, schließlich aber das Schicksal ihrer Schwestern wählt, wird nicht sehr häufig gespielt – vor allem wegen der großen Herausforderungen an das...Weiterlesen

"Pelléas et Mélisande" in Darmstadt

24.02.2026 | „Pelléas et Mélisande“ ist die einzige Oper, die Claude Debussy vollendete. Er übernahm dafür den Text aus dem gleichnamigen Drama von Maurice Maeterlinck und schuf damit eine der ersten Literaturopern der Musikgeschichte. 1902 wurde die Oper uraufgeführt und stieß dabei nicht nur auf Zustimmung. Heute gehört sie aber ins Repertoire, das immer wieder in Programmen zu finden ist. Die Oper spielt in einem düsteren Schloss, die geheimnisvolle Mélisande wird von zwei Brüdern geliebt, unter denen ein tödlich endender Streit ausbricht. In der Regie von Dirk Schmeding erscheinen alle Figuren, die...Weiterlesen

"Macbeth" in Osnabrück

19.02.2026 | Regisseur Hendrik Müller hatte, so berichtet er im „Kantinen-Talk“ des Theaters Osnabrück mit Christopher Lichtenstein, dem musikalischen Leiter, lange darauf gewartet, den „Macbeth“ zu inszenieren. Dann kam das Angebot – und dann kam Corona. Deshalb kam sein „Macbeth“ erst jetzt in Osnabrück auf die Bühne. „Die Geschichte über den Aufstieg und Fall zweier Machtmenschen, die schicksalhaft aneinander gekettet sind, steht exemplarisch für eine verkommene politische Gesellschaft, der die Utopie abhandengekommen ist“, schreibt das Theater auf seiner Webseite. Das klingt in unserer Gegenwart nicht...Weiterlesen

"Don Giovanni" in Chemnitz

17.02.2026 | Mozarts Oper sei „kein moralisches Lehrstück, sondern ein faszinierender Balanceakt zwischen Komödie und Tragödie, Chaos und Ordnung, Freiheit und Zwang, zwischen der grotesken Komik des Maskenballs und der tödlichen Ernsthaftigkeit des Abgrunds“, so das Theater Chemnitz auf seiner Webseite. Dort erlebte die Oper rund um den Lebemann Don Giovanni in der Inszenierung von Dennis Krauß seine Premiere. Krauß entwarf selbst das Bühnenbild, nutzt die Drehbühne für häufige Wechsel, auch Treppen spielen eine Rolle, über allem schwebt ein brüchig aussehendes Kreuz, ansonsten wenig Möbel oder Requisite...Weiterlesen

"Orpheus in der Unterwelt" in Halle

11.02.2026 | Jacques Offenbach erzählt die Geschichte von Orpheus und Eurydike etwas anders, als wir sie aus der griechischen Mythologie kennen. Ist es dort die große Liebe zwischen den beiden, gibt es in Offenbachs Operette eigentlich nur noch Ehekrach. Die Ehe ist am Ende, und als seine Frau von Pluto in die Hölle entführt wird, zeigt Orpheus nur wenig Bedauern. Wäre da nicht die „öffentliche Meinung“, an der Oper Halle zunächst als Stewardess getarnt – in einem Flugzeug, das bald eine Bruchlandung vollzieht. Übrigens mit Regisseur Patric Seibert als Pilot am Steuer… Diese „öffentliche Meinung“ bringt...Weiterlesen

"Turandot" in Nürnberg

05.02.2026 | Giacomo Puccini konnte seine letzte Oper, die – anders, als die meisten seiner Musiktheaterwerke – ein Märchen erzählt mit Commedia dell’arte-Einschüben durch die Figuren von Ping, Pang und Pong, nicht vollenden. Sein Schüler Franco Alfano ergänzte einen Schlussteil, ausgehend von Skizzen des Komponisten. Arturo Toscanini, der die Uraufführung dirigierte, strich diese Fassung von Alfano zusammen. An der Oper in Nürnberg interessierte man sich nun für die längere Version, versah sie mit neuen Strichen und schuf damit eine ganz eigene „Nürnberger Fassung“. Turandot träumt sich in dieser...Weiterlesen

"Rigoletto" in Freiburg

03.02.2026 | Das Lachen spielt in Giuseppe Verdis Oper – und in der Inszenierung von Emily Hehl am Freiburger Theater – eine zentrale Rolle. Aber es ist kein freundliches Lachen, sondern eines, das Menschen verspottet, „so vielseitig wie brutal“ – wie das Theater Freiburg in der Einführung zur Premiere erklärt. Titelfigur Rigoletto muss als Hofnarr rein „beruflich“ lachen und sich über andere lustig machen, sie mit seinen Scherzen verletzen. Dass er seine Tochter Gilda, die er doch vor allen Gefahren wegschließen wollte, unbeabsichtigt in das Geschehen am Hof und in den Abgrund hineinführt, merkt er zu...Weiterlesen

"Riemannoper" in Meiningen

29.01.2026 | Es bedarf schon einiger Phantasie, um auf die Idee zu kommen, Texte aus einem Musiklexikon als „Libretto“ für eine so genannte Oper zu wählen. Hugo Riemann, Thüringer Musikwissenschaftler (1849-1919) hat DAS Musiklexikon geschrieben, das auch heute noch genutzt wird. Der US-Amerikaner Tom Johnson zitiert daraus, parodiert damit Begriffe und nimmt Klischees, allen voran der an der Oper beteiligten Personen, aufs Korn. Vier Sängerinnen und Sänger reisen in der Spielzeitpause in den Süden; sie treffen sich im Speisewagen des Zuges – und die Deutsche Bahn bekommt in der Meininger Inszenierung von...Weiterlesen

"Griselda" in Wuppertal

27.01.2026 | Der Stoff dieser nur sehr selten zu sehenden Oper von Antonio Vivaldi stammt ursprünglich aus einer Episode des „Decamerone“ von Giovanni Boccaccio. Die Titelfigur Griselda ist hier eine arme Hirtin, die von einem mächtigen Herrscher geheiratet wird. Dieser unterzieht sie, um ihre Treue zu testen, zahlreichen Prüfungen. Regisseurin Mathilda du Tillieul McNicol befrage und bearbeite das Stück an den Wuppertaler Bühnen aus einer feministischen Perspektive, kündigt das Theater an. Gezeigt werde die „Anatomie einer spektakulär toxischen Ehe, in der Lust, Wut und Obsession aufeinanderprallen:...Weiterlesen

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