Premierenberichte

"Orpheus in der Unterwelt" in Halle

11.02.2026 | Jacques Offenbach erzählt die Geschichte von Orpheus und Eurydike etwas anders, als wir sie aus der griechischen Mythologie kennen. Ist es dort die große Liebe zwischen den beiden, gibt es in Offenbachs Operette eigentlich nur noch Ehekrach. Die Ehe ist am Ende, und als seine Frau von Pluto in die Hölle entführt wird, zeigt Orpheus nur wenig Bedauern. Wäre da nicht die „öffentliche Meinung“, an der Oper Halle zunächst als Stewardess getarnt – in einem Flugzeug, das bald eine Bruchlandung vollzieht. Übrigens mit Regisseur Patric Seibert als Pilot am Steuer… Diese „öffentliche Meinung“ bringt...Weiterlesen

"Turandot" in Nürnberg

05.02.2026 | Giacomo Puccini konnte seine letzte Oper, die – anders, als die meisten seiner Musiktheaterwerke – ein Märchen erzählt mit Commedia dell’arte-Einschüben durch die Figuren von Ping, Pang und Pong, nicht vollenden. Sein Schüler Franco Alfano ergänzte einen Schlussteil, ausgehend von Skizzen des Komponisten. Arturo Toscanini, der die Uraufführung dirigierte, strich diese Fassung von Alfano zusammen. An der Oper in Nürnberg interessierte man sich nun für die längere Version, versah sie mit neuen Strichen und schuf damit eine ganz eigene „Nürnberger Fassung“. Turandot träumt sich in dieser...Weiterlesen

"Rigoletto" in Freiburg

03.02.2026 | Das Lachen spielt in Giuseppe Verdis Oper – und in der Inszenierung von Emily Hehl am Freiburger Theater – eine zentrale Rolle. Aber es ist kein freundliches Lachen, sondern eines, das Menschen verspottet, „so vielseitig wie brutal“ – wie das Theater Freiburg in der Einführung zur Premiere erklärt. Titelfigur Rigoletto muss als Hofnarr rein „beruflich“ lachen und sich über andere lustig machen, sie mit seinen Scherzen verletzen. Dass er seine Tochter Gilda, die er doch vor allen Gefahren wegschließen wollte, unbeabsichtigt in das Geschehen am Hof und in den Abgrund hineinführt, merkt er zu...Weiterlesen

"Riemannoper" in Meiningen

29.01.2026 | Es bedarf schon einiger Phantasie, um auf die Idee zu kommen, Texte aus einem Musiklexikon als „Libretto“ für eine so genannte Oper zu wählen. Hugo Riemann, Thüringer Musikwissenschaftler (1849-1919) hat DAS Musiklexikon geschrieben, das auch heute noch genutzt wird. Der US-Amerikaner Tom Johnson zitiert daraus, parodiert damit Begriffe und nimmt Klischees, allen voran der an der Oper beteiligten Personen, aufs Korn. Vier Sängerinnen und Sänger reisen in der Spielzeitpause in den Süden; sie treffen sich im Speisewagen des Zuges – und die Deutsche Bahn bekommt in der Meininger Inszenierung von...Weiterlesen

"Griselda" in Wuppertal

27.01.2026 | Der Stoff dieser nur sehr selten zu sehenden Oper von Antonio Vivaldi stammt ursprünglich aus einer Episode des „Decamerone“ von Giovanni Boccaccio. Die Titelfigur Griselda ist hier eine arme Hirtin, die von einem mächtigen Herrscher geheiratet wird. Dieser unterzieht sie, um ihre Treue zu testen, zahlreichen Prüfungen. Regisseurin Mathilda du Tillieul McNicol befrage und bearbeite das Stück an den Wuppertaler Bühnen aus einer feministischen Perspektive, kündigt das Theater an. Gezeigt werde die „Anatomie einer spektakulär toxischen Ehe, in der Lust, Wut und Obsession aufeinanderprallen:...Weiterlesen

"La bohème" in Ulm

22.01.2026 | „Auch wenn die Uraufführung diesen Welterfolg noch nicht vorausahnen ließ, findet Puccini hier erstmals zu seiner wirklich eigenen und unverwechselbaren Musiksprache in Verbindung mit seinem untrüglichen Gespür für die Opernbühne.“ Das schreibt das Theater Ulm auf seiner Webseite über Puccinis „La Bohème“ Dort hatte diese Oper, eine der meistgespielten in deutschen Theater, in der Inszenierung von Wolf Widder Premiere. „Das war einfach nur schön“, schwärmt der Reutlinger Generalanzeiger. Und: „Schlichtweg überragend, was die Ulmer unter der musikalischen Leitung von Panagiotis Papadopoulos...Weiterlesen

"Die Ameise" in Bonn

20.01.2026 | Peter Ronnefeld war seinerzeit der jüngste GMD in Deutschland – am Theater Kiel. Ihm wurde eine Weltkarriere vorausgesagt, im Alter von nur 30 Jahren verstarb der Dirigent und Komponist nach einer schweren Krankheit. Vor seiner Zeit in Kiel war er Chefdirigent am Theater Bonn gewesen. Dort erlebte die Oper "Die Ameise" ihre Premiere in der Reihe FOKUS’33, die Raritäten aus dem Opernrepertoire präsentiert. Die Handlung: Ein Gesangslehrer, von einer Schülerin besessen, wird wegen des Mordes an dieser Schülerin verurteilt und landet im Gefängnis. Dort entwickelt er Wahnvorstellungen und glaubt,...Weiterlesen

"titanic" in Hildesheim

16.01.2026 | Jeder kennt die Geschichte um das „unsinkbare“ Riesen-Passagierschiff, das auf seiner Jungfernfahrt von England nach New York in der Nacht vom 14. auf den 15. April auf einen Eisberg stieß und unterging – mit ihm ein Großteil der Passagiere und der Besatzung. Das Musical von Maury Yeston (Musik und Liedtexte) und Peter Stone (Story und Buch) wurde 1997 am Broadway uraufgeführt und mit fünf Tony-Awards ausgezeichnet, unter anderem in den Kategorien „Bestes Musical“, „Beste Musik“ und „Bestes Buch“. Erzählt wird die Geschichte von zahlreichen Menschen auf dem Schiff, die tatsächlich existiert...Weiterlesen

"Lucrecia Borgia" in Mannheim

13.01.2026 | Der Name – „Borgia“ – ist in roten Großbuchstaben an die Bühnenwand geschrieben (nach der Entfernung des „B“ durch Gennaro bleibt die „Orgia“ übrig, ein Scherz, der schlechte Folgen hat). Headlines über die Familie sind in BILD-Manier zu lesen. Der Bühnenraum könnte ebenso gut ein Gefängnis wie ein Palast sein, sagt Bühnenbildner Fabian Wendling. Lucrecia Borgia ist der Sprössling einer Art Mafia-Familie des Vatikans im Mittelalter. Donizetti breche mit der traditionellen Opera seria und erschaffe ein psychologisch nuanciertes Porträt einer Frau, gefangen zwischen Macht, Schuld und Sehnsucht...Weiterlesen

"Cardillac" in Essen

08.01.2026 | Literarische Vorlage dieser Oper von Paul Hindemith ist E.T.A. Hoffmanns erste deutsche Kriminalerzählung „Das Fräulein von Scuderi“. Cardillac ist ein meisterhafter Goldschmied, der sich von den von ihm geschaffenen Schmuckstücken aber nicht zu trennen vermag und auch nicht vor Morden zurückschreckt, um diese nach dem Verkauf wiederzugewinnen. In der Inszenierung von Guy Joosten am Aalto Theater Essen erscheint Cardillac allerdings eher als bis zur Hybris selbstverliebter Mensch, der sich – in teils goldenem Ornat – auch optisch von den übrigen Figuren abhebt. Das Bühnenbild selbst bleibt...Weiterlesen

Seiten

Premierenberichte abonnieren