Premierenberichte

"Zornfried" in Kassel

14.05.2026 | Burg Zornfried ist ein Ort der Neuen Rechten. Dorthin kommen ein Journalist und eine Journalistin, die im Verlauf ihres Besuchs die Distanz zu dem verlieren, das sie eigentlich kritisieren. Komponist Philipp Krebs hat im Auftrag des Staatstheaters Kassel diese Oper komponiert; er habe sich – so das Theater - „auf die Suche nach der grotesken Horrorvision neuer deutscher Tonalität“ gemacht. „Im Untergrund seiner avancierten Klangsprache mit großem Orchester raunt es immer mal wieder leitmotivisch, nationalromantische Klänge vermischen sich mit biersaurem Volksmusikschlager und Retro-Kitsch,...Weiterlesen

"Das Spielwerk und die Prinzessin" in Halle

12.05.2026 | 20 Jahr Bühnen(fusion) Halle: Das wurde mit einem extrem selten gespielten Werk des von den Nationalsozialisten verfemten Franz Schreker gefeiert. Schreker schrieb selbst das Libretto, das einigermaßen konfus daherkommt, vielleicht der Grund dafür, dass sich fast keine Häuser daran wagen. In der Inszenierung von Nele Lindemann werde die Oper zu einer „entrückten (Alp-)Traumwelt, schreibt die Deutsche Bühne. Und: "Der Oper in Halle und da vor allem der Staatskapelle unter ihrem Generalmusikdirektor Fabrice Bollon ist ein Coup gelungen." Die neue musikzeitung (nmz) lobt die Initiative der Oper...Weiterlesen

"A Midsummer Nights Dream" in Münster

07.05.2026 | Benjamin Britten und sein Librettist waren nicht die ersten und auch nicht die letzten, die Shakespeares Komödie aufgriffen und künstlerisch verarbeiteten. Die beiden Briten entschieden sich dafür, nahe am Original zu bleiben, den ersten Akt allerdings stark zu kürzen. In Münster übernimmt es Puck, die Handlung dieses Aktes zu erzählen. Er mischt auch mit, wenn es um die Übertitelung während der Aufführung geht. Für das turbulente Geschehen wird die Münstersche Drehbühne häufig in Anspruch genommen. „Regisseurin Cordula Däuper (…) inszeniert Benjamin Brittens ‚A Midsummer Night's Dream‘ als...Weiterlesen

"Homo oeconomicus" in Hannover

05.05.2026 | Eine Oper über den Wirtschaftswissenschaftler Adam Smith und seine Theorien: Darauf muss man erst einmal kommen. Die schwedische Komponisten Andrea Tarrodi und die Librettistin Helena Röhr stellen in ihrem Auftragswerk für die Staatsoper Hannover die Frage, ob Adam Smith in seinen Theorien in „Der Wohlstand der Nationen“ vielleicht etwas übersehen hat: Bauen unsere heutigen Ideen von Wirtschaft nach wie vor nur auf die halbe Wahrheit? Es sei eine „Oper über Wirtschaft und Alltag, über Mütter, über rationale und nicht so rationale Entscheidungen, über Männlichkeit und Weiblichkeit und das, was...Weiterlesen

"La Finta Giardiniera" in Nürnberg

30.04.2026 | Brigitte Fassbaender hat an der Nürnberger Staatsoper Mozarts Oper inszeniert, in der die Liebe verworrene Wege geht. Am Ende und nach einem turbulenten Hin und Her der Beziehungen, der Gefühle und der Eifersucht finden sich die Paare. Ob es sich um eine rein komische, um eine ernste oder um etwas „Dazwischen“ handelt, wurde in der Rezeptionsgeschichte der Oper immer wieder diskutiert. Fassbaender hat das Werk deutlich gekürzt, damit gelingt es ihr, die verworrenen Beziehungen verständlich zu machen. „Es bleibt erstaunlich, dass aus den Typen der Komödie durchaus Individuen werden“, schreibt...Weiterlesen

"La Straniera" in Karlsruhe

28.04.2026 | Vincenzo Bellinis Oper wurde „vom Hit zur Rarität“, wie dem Programmheft des Badischen Staatstheaters zu entnehmen ist. 26 Aufführungen erlebte sie in der ersten Spielzeit und wurde dann in ganz Europa und darüber hinaus gespielt. Dass sie in Vergessenheit geriet, hat möglicherweise mit der etwas wirren Handlung zu tun, die man ohne Voraus-Erklärung nicht versteht, zumal der der Oper zugrundeliegende Roman von Victor d'Arlincourt zunehmend in Vergessenheit geriet. „Die Fremde“, Titelfigur der Oper, sollte eigentlich Königin werden, fristet aber ihr Dasein in einem kleinen Ort, wo sie...Weiterlesen

"Die Vögel" in Wiesbaden

24.04.2026 | Walter Braunfels‘ Oper erlebte 1920 im Münchner Nationaltheater ihre Uraufführung und war ein viel gespieltes Werk auf deutschen Opernbühnen, bis sie von den Nationalsozialisten verboten wurde. Nun wurde sie am Hessischen Staatstheater Wiesbaden ins Programm genommen. Braunfels hatte sich zunächst an die Komödien-Vorlage von Aristophanes gehalten. Aber die politischen Entwicklungen in der Entstehungszeit seiner „Vögel“ veranlassten ihn, den zweiten Akt umzuschreiben. Insbesondere unter dem Eindruck der Räterepublik in München 1919 gab er seinem Werk einen tragischen Schluss. Die beiden...Weiterlesen

"La fanciulla del West" in Essen

21.04.2026 | Übersetzt lautet der Titel von Giacomo Puccinis Oper „Das Mädchen aus dem Goldenen Westen“. Tatsächlich handelt es sich um eine „Wildwestoper“, mit der der Komponist „etwas Neues, Bewegendes und nie Gesehenes“ schaffen wollte. Uraufgeführt 1910 in der Metropolitan Opera verbindet das Werk Puccinis Musiksprache mit Elementen des Jazz und der Filmmusik. Dirk Schmedings Inszenierung konzentriert sich auf den filmischen Aspekt der Oper, Anspielungen zum Beispiel an Charlie Chaplins „Goldrausch“ werden deutlich. Um den Goldrausch geht es auch in der Oper, die in Amerikas Westen um 1850 spielt, in...Weiterlesen

"Brokeback Mountain" in Erfurt

17.04.2026 | 1997 schrieb die amerikanische Schriftstellerin Annie Proulx die Kurzgeschichte „Brokeback Mountain“ über zwei Saisonarbeiter, die sich am Berg Brokeback Mountain ineinander verlieben, diese Liebe aber nicht offen leben können. Bekannt wurde die Erzählung vor allem durch den gleichnamigen Film in der Regie von Ang Lee aus dem Jahr 2005, der mit mehreren Oscars ausgezeichnet wurde. Charles Wuorinen hat aus dem Stoff eine Oper gemacht, das Libretto stammt von der Autorin Annie Proulx selbst. Am Theater Erfurt inszenierte Jakob Peters Messer. Der Komponist verfolge mit seiner Oper einen anderen...Weiterlesen

"Kain und Abel" und "De profundis" in Darmstadt

15.04.2026 | „Welch eine Entdeckung! Diese Musik spricht unmittelbar zum Publikum, sie ist sinnlich, wuchtig und differenziert zugleich…“, jubelt das Darmstädter Echo. Am Staatstheater Darmstadt wurde eine Oper aufgeführt, die dort im Jahr 1914 uraufgeführt wurde. „Kain und Abel“ des zu seiner Zeit sehr bekannten Dirigenten und Komponisten Felix Weingartner. In Darmstadt fand nun die erste Aufführung seit der Uraufführung statt. Daneben erlebte das Darmstädter Publikum eine Komposition für Chor, Orchester, Alt- und Tenorsolo: „De profundis – aus der Tiefe“ von Lili Boulanger, die als sehr junge Frau große...Weiterlesen

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