Premierenberichte

"Griselda" in Wuppertal

27.01.2026 | Der Stoff dieser nur sehr selten zu sehenden Oper von Antonio Vivaldi stammt ursprünglich aus einer Episode des „Decamerone“ von Giovanni Boccaccio. Die Titelfigur Griselda ist hier eine arme Hirtin, die von einem mächtigen Herrscher geheiratet wird. Dieser unterzieht sie, um ihre Treue zu testen, zahlreichen Prüfungen. Regisseurin Mathilda du Tillieul McNicol befrage und bearbeite das Stück an den Wuppertaler Bühnen aus einer feministischen Perspektive, kündigt das Theater an. Gezeigt werde die „Anatomie einer spektakulär toxischen Ehe, in der Lust, Wut und Obsession aufeinanderprallen:...Weiterlesen

"La bohème" in Ulm

22.01.2026 | „Auch wenn die Uraufführung diesen Welterfolg noch nicht vorausahnen ließ, findet Puccini hier erstmals zu seiner wirklich eigenen und unverwechselbaren Musiksprache in Verbindung mit seinem untrüglichen Gespür für die Opernbühne.“ Das schreibt das Theater Ulm auf seiner Webseite über Puccinis „La Bohème“ Dort hatte diese Oper, eine der meistgespielten in deutschen Theater, in der Inszenierung von Wolf Widder Premiere. „Das war einfach nur schön“, schwärmt der Reutlinger Generalanzeiger. Und: „Schlichtweg überragend, was die Ulmer unter der musikalischen Leitung von Panagiotis Papadopoulos...Weiterlesen

"Die Ameise" in Bonn

20.01.2026 | Peter Ronnefeld war seinerzeit der jüngste GMD in Deutschland – am Theater Kiel. Ihm wurde eine Weltkarriere vorausgesagt, im Alter von nur 30 Jahren verstarb der Dirigent und Komponist nach einer schweren Krankheit. Vor seiner Zeit in Kiel war er Chefdirigent am Theater Bonn gewesen. Dort erlebte die Oper "Die Ameise" ihre Premiere in der Reihe FOKUS’33, die Raritäten aus dem Opernrepertoire präsentiert. Die Handlung: Ein Gesangslehrer, von einer Schülerin besessen, wird wegen des Mordes an dieser Schülerin verurteilt und landet im Gefängnis. Dort entwickelt er Wahnvorstellungen und glaubt,...Weiterlesen

"titanic" in Hildesheim

16.01.2026 | Jeder kennt die Geschichte um das „unsinkbare“ Riesen-Passagierschiff, das auf seiner Jungfernfahrt von England nach New York in der Nacht vom 14. auf den 15. April auf einen Eisberg stieß und unterging – mit ihm ein Großteil der Passagiere und der Besatzung. Das Musical von Maury Yeston (Musik und Liedtexte) und Peter Stone (Story und Buch) wurde 1997 am Broadway uraufgeführt und mit fünf Tony-Awards ausgezeichnet, unter anderem in den Kategorien „Bestes Musical“, „Beste Musik“ und „Bestes Buch“. Erzählt wird die Geschichte von zahlreichen Menschen auf dem Schiff, die tatsächlich existiert...Weiterlesen

"Lucrecia Borgia" in Mannheim

13.01.2026 | Der Name – „Borgia“ – ist in roten Großbuchstaben an die Bühnenwand geschrieben (nach der Entfernung des „B“ durch Gennaro bleibt die „Orgia“ übrig, ein Scherz, der schlechte Folgen hat). Headlines über die Familie sind in BILD-Manier zu lesen. Der Bühnenraum könnte ebenso gut ein Gefängnis wie ein Palast sein, sagt Bühnenbildner Fabian Wendling. Lucrecia Borgia ist der Sprössling einer Art Mafia-Familie des Vatikans im Mittelalter. Donizetti breche mit der traditionellen Opera seria und erschaffe ein psychologisch nuanciertes Porträt einer Frau, gefangen zwischen Macht, Schuld und Sehnsucht...Weiterlesen

"Cardillac" in Essen

08.01.2026 | Literarische Vorlage dieser Oper von Paul Hindemith ist E.T.A. Hoffmanns erste deutsche Kriminalerzählung „Das Fräulein von Scuderi“. Cardillac ist ein meisterhafter Goldschmied, der sich von den von ihm geschaffenen Schmuckstücken aber nicht zu trennen vermag und auch nicht vor Morden zurückschreckt, um diese nach dem Verkauf wiederzugewinnen. In der Inszenierung von Guy Joosten am Aalto Theater Essen erscheint Cardillac allerdings eher als bis zur Hybris selbstverliebter Mensch, der sich – in teils goldenem Ornat – auch optisch von den übrigen Figuren abhebt. Das Bühnenbild selbst bleibt...Weiterlesen

"Katja Kabanova" in Düsseldorf

06.01.2026 | Leoš Janáček schrieb seine Oper wenige Jahre, nachdem sein Heimatland, die Tschechoslowakei, unabhängig geworden war. Als Vorlage diente ihm das Drama „Das Gewitter“ von Alexander Ostrowski. Janáček selbst schrieb das Libretto und beschäftigte sich hier erneut mit der Figur einer eigenständigen Frau, die um ihre Freiheit kämpft. Für Katja endet das mit ihrem selbstbestimmten Tod in der Wolga, aber die Oper enthält eine transzendente Ebene: Womöglich wird die Titelfigur ihre Freiheit doch gewinnen? In der repressiven Gesellschaft, in der sie lebt jedenfalls, ist kein Platz für sie. Seine Katja...Weiterlesen

"Fedora" an der Deutschen Oper Berlin

19.12.2025 | Umberto Giordano erlebte das Theaterstück von Victorien Sardou, das später zur Vorlage seiner Oper werden sollte, als 18-Jähriger. – und war sofort überzeugt, dass er diesen Stoff vertonen müsse. Uraufgeführt wurde seine „Fedora“ 1898 im Tetro Lirico in Mailand; sie war umjubelt und verhalf nicht zuletzt Enrico Caruso zum Durchbruch für seine Welt-Karriere. Die Oper trat ihren Siegeszug durch die Opernhäuser Europas an. Heute wird sie nur selten gespielt. Christoph Loy inszeniert sie in Frankfurt und Stockholm und kam nun als Regisseur an die Deutsche Oper. Gräfin Fedora wird am Vorabend...Weiterlesen

"Dr. Atomic" in Freiburg

16.12.2025 | Schon das Lesen des Inhalts dieser Oper des amerikanischen Komponisten John Adams macht atemlos. Ort des Geschehens ist eine Stadt mitten in der amerikanischen Wüste. Hier entwickelt der Physiker Robert Oppenheimer mit seinen Kollegen die erste Atombombe, die diese Wissenschaftler „heillos überfordert und doch so mächtig macht wie Götter“, so das Theater Freiburg, wo Marco Štorman die Oper inszenierte. Ehrgeiz, wissenschaftliches Interesse, gleichzeitig Zweifel und Skrupel bewegt die Protagonisten. Ein Haus-Skelett steht auf der Bühne, der Grillabend nimmt Bilder verbrannten Fleisches vorweg...Weiterlesen

"Tristan und Isolde" in Münster

12.12.2025 | Mit dem weißen Reh, das König Marke auf offener Bühne ausnimmt, können die Kritiker der Premiere von Richard Wagners Oper am Theater Münster ebenso wenig anfangen wie mit dem großen Druck von Théodore Géricaults Bild „Das Floß der Medusa“, das im Bühnenbild einen zentralen Platz einnimmt. Immerhin: Regisseurin Clara Kalus überzeuge (auch) „mit Einfällen, die im Gedächtnis haften bleiben“, ist auf „Klassik begeistert“ zu lesen. Kalus zeichne eine „Männergesellschaft, die sich ganz wesentlich durch Herrschaft über Frauen definiert“, berichtet Concerti. Mehr Lob als für die Regiearbeit gibt es...Weiterlesen

Seiten

Premierenberichte abonnieren