Premierenberichte

"Homo oeconomicus" in Hannover

05.05.2026 | Eine Oper über den Wirtschaftswissenschaftler Adam Smith und seine Theorien: Darauf muss man erst einmal kommen. Die schwedische Komponisten Andrea Tarrodi und die Librettistin Helena Röhr stellen in ihrem Auftragswerk für die Staatsoper Hannover die Frage, ob Adam Smith in seinen Theorien in „Der Wohlstand der Nationen“ vielleicht etwas übersehen hat: Bauen unsere heutigen Ideen von Wirtschaft nach wie vor nur auf die halbe Wahrheit? Es sei eine „Oper über Wirtschaft und Alltag, über Mütter, über rationale und nicht so rationale Entscheidungen, über Männlichkeit und Weiblichkeit und das, was...Weiterlesen

"La Finta Giardiniera" in Nürnberg

30.04.2026 | Brigitte Fassbaender hat an der Nürnberger Staatsoper Mozarts Oper inszeniert, in der die Liebe verworrene Wege geht. Am Ende und nach einem turbulenten Hin und Her der Beziehungen, der Gefühle und der Eifersucht finden sich die Paare. Ob es sich um eine rein komische, um eine ernste oder um etwas „Dazwischen“ handelt, wurde in der Rezeptionsgeschichte der Oper immer wieder diskutiert. Fassbaender hat das Werk deutlich gekürzt, damit gelingt es ihr, die verworrenen Beziehungen verständlich zu machen. „Es bleibt erstaunlich, dass aus den Typen der Komödie durchaus Individuen werden“, schreibt...Weiterlesen

"La Straniera" in Karlsruhe

28.04.2026 | Vincenzo Bellinis Oper wurde „vom Hit zur Rarität“, wie dem Programmheft des Badischen Staatstheaters zu entnehmen ist. 26 Aufführungen erlebte sie in der ersten Spielzeit und wurde dann in ganz Europa und darüber hinaus gespielt. Dass sie in Vergessenheit geriet, hat möglicherweise mit der etwas wirren Handlung zu tun, die man ohne Voraus-Erklärung nicht versteht, zumal der der Oper zugrundeliegende Roman von Victor d'Arlincourt zunehmend in Vergessenheit geriet. „Die Fremde“, Titelfigur der Oper, sollte eigentlich Königin werden, fristet aber ihr Dasein in einem kleinen Ort, wo sie...Weiterlesen

"Die Vögel" in Wiesbaden

24.04.2026 | Walter Braunfels‘ Oper erlebte 1920 im Münchner Nationaltheater ihre Uraufführung und war ein viel gespieltes Werk auf deutschen Opernbühnen, bis sie von den Nationalsozialisten verboten wurde. Nun wurde sie am Hessischen Staatstheater Wiesbaden ins Programm genommen. Braunfels hatte sich zunächst an die Komödien-Vorlage von Aristophanes gehalten. Aber die politischen Entwicklungen in der Entstehungszeit seiner „Vögel“ veranlassten ihn, den zweiten Akt umzuschreiben. Insbesondere unter dem Eindruck der Räterepublik in München 1919 gab er seinem Werk einen tragischen Schluss. Die beiden...Weiterlesen

"La fanciulla del West" in Essen

21.04.2026 | Übersetzt lautet der Titel von Giacomo Puccinis Oper „Das Mädchen aus dem Goldenen Westen“. Tatsächlich handelt es sich um eine „Wildwestoper“, mit der der Komponist „etwas Neues, Bewegendes und nie Gesehenes“ schaffen wollte. Uraufgeführt 1910 in der Metropolitan Opera verbindet das Werk Puccinis Musiksprache mit Elementen des Jazz und der Filmmusik. Dirk Schmedings Inszenierung konzentriert sich auf den filmischen Aspekt der Oper, Anspielungen zum Beispiel an Charlie Chaplins „Goldrausch“ werden deutlich. Um den Goldrausch geht es auch in der Oper, die in Amerikas Westen um 1850 spielt, in...Weiterlesen

"Brokeback Mountain" in Erfurt

17.04.2026 | 1997 schrieb die amerikanische Schriftstellerin Annie Proulx die Kurzgeschichte „Brokeback Mountain“ über zwei Saisonarbeiter, die sich am Berg Brokeback Mountain ineinander verlieben, diese Liebe aber nicht offen leben können. Bekannt wurde die Erzählung vor allem durch den gleichnamigen Film in der Regie von Ang Lee aus dem Jahr 2005, der mit mehreren Oscars ausgezeichnet wurde. Charles Wuorinen hat aus dem Stoff eine Oper gemacht, das Libretto stammt von der Autorin Annie Proulx selbst. Am Theater Erfurt inszenierte Jakob Peters Messer. Der Komponist verfolge mit seiner Oper einen anderen...Weiterlesen

"Kain und Abel" und "De profundis" in Darmstadt

15.04.2026 | „Welch eine Entdeckung! Diese Musik spricht unmittelbar zum Publikum, sie ist sinnlich, wuchtig und differenziert zugleich…“, jubelt das Darmstädter Echo. Am Staatstheater Darmstadt wurde eine Oper aufgeführt, die dort im Jahr 1914 uraufgeführt wurde. „Kain und Abel“ des zu seiner Zeit sehr bekannten Dirigenten und Komponisten Felix Weingartner. In Darmstadt fand nun die erste Aufführung seit der Uraufführung statt. Daneben erlebte das Darmstädter Publikum eine Komposition für Chor, Orchester, Alt- und Tenorsolo: „De profundis – aus der Tiefe“ von Lili Boulanger, die als sehr junge Frau große...Weiterlesen

"Marylin Forever" in Braunschweig

10.04.2026 | In der Nacht vom 4. August 1962 nahm sich eine Stil- und Filmikone das Leben. Norma Jeane Mortensons, besser bekannt als Marilyn Monroe, war da erst 36 Jahre alt. Die Musiktheater-Revue „Marilyn Forever“ von Gavin Bryars (Musik) und Marilyn Bowering (Libretto) setzt in dieser Todesnacht an und wirft einen Blick – besser: mehrere Blicke – zurück auf das Leben dieser schillernden Frau, „eine der meistfotografierten Frauen ihrer Zeit, die sich aber nie wirklich gesehen fühlte“, so das Staatstheater Braunschweig im Ankündigungstext zur Premiere. Die Revue macht die widersprüchlichen Fremd- und...Weiterlesen

"Alma" in Dessau

07.04.2026 | Im Mittelpunkt dieser (einzigen) Oper des in Brasilien sehr bekannten und produktiven Komponisten Claudio Santoro steht Alma, eine Frau, die wegen ihrer Liebe zum Zuhälter Mauro als Prostituierte arbeitet. Als sie von ihm ein Kind erwartet, wird sie zunächst von ihrem bigotten Großvater des Hauses verwiesen, anschließend von João do Carmo, der sie liebt, aufgenommen. Aber es gibt kein Happy End… Claudio Santoro starb 1989, „Alma“ wurde 1998 uraufgeführt. Am Anhaltischen Theater Dessau erlebte die Oper nun im Rahmen des Kurt Weill Fests ihre europäische Erstaufführung. Das Publikum erlebt...Weiterlesen

"Das schlaue Füchslein" an der Berliner Staatsoper

30.03.2026 | „Diese Oper ist ein pantheistischer Hymnus, ein Hymnus auf die Schönheit der Natur. Gleichzeitig erzählt sie davon, wie sehr wir Menschen diese Welt zerstören – und wie unmittelbar und ehrlich Tiere darauf reagieren. Und es geht um verpasste Chancen, um verlorene Liebe und das schmerzhafte Scheitern menschlicher Beziehungen. Und all das in weniger als 95 Minuten. Das ist schlicht überwältigend.“ Das erklärt Simon Rattle, der Leoš Janáčeks Oper an der Berliner Staatsoper dirigierte, im Programmheft-Interview. Als ein Stück über den „ewigen Kreislauf von Werden und Vergehen“ wird Janáčeks Werk...Weiterlesen

Seiten

Premierenberichte abonnieren