Die Äußerungen des Oscar-nominierten Schauspielers Timothée Chalamet über Oper und Ballett schlagen weiterhin hohe Wellen. Kurz vor der Oscarverleihung sorgt seine Kritik an den traditionellen Kunstformen erneut für Debatten – nun meldete sich auch Oscarpreisträgerin Jamie Lee Curtis zu Wort.
Chalamet (30) hatte in einer Gesprächsrunde angedeutet, dass ihn Bereiche wie Oper oder Ballett nicht interessieren würden und er dort auch nicht arbeiten wolle. Für ihn seien das Kunstformen, bei denen man versuche, etwas am Leben zu erhalten, für das sich angeblich kaum noch jemand interessiere.
Diese Aussagen stießen bei vielen Kulturschaffenden auf Kritik. US-Schauspielerin Jamie Lee Curtis bezeichnete Chalamets Kommentar gegenüber dem Branchenmagazin The Hollywood Reporter als „dumm“. Die 67-Jährige, die 2023 für ihre Nebenrolle im Film Everything Everywhere All at Once mit einem Oscar ausgezeichnet wurde, sagte, es tue ihr leid, dass diese Aussage wohl Teil seines Vermächtnisses bleiben werde. Zugleich äußerte sie die Vermutung, dass Chalamet seine Worte inzwischen bereue.
Unterstützung für die klassischen Künste kam auch aus der Opernwelt. Der italienische Star-Tenor Andrea Bocelli lud Chalamet zu einem seiner Konzerte ein. Schon wenige Minuten mit dieser Musik könnten zeigen, warum sie seit Jahrhunderten Menschen auf der ganzen Welt begeistere, sagte Bocelli dem Magazin People. Oft würden Menschen Dinge ablehnen, mit denen sie sich bislang noch nicht näher beschäftigt hätten.
Auch aus der Politik kam eine Einladung: Kulturstaatsminister Wolfram Weimer möchte den Hollywood-Star zu einem Opernbesuch in Deutschland bewegen. Wer Oper oder Ballett noch nicht live erlebt habe, könne sich leicht irren, sagte Weimer der Rheinischen Post. Deutschland sei schließlich „quasi Weltmarktführer“ bei Orchestern, Opernhäusern und Tanzensembles.
Chalamets Kommentare hatten zuvor bereits Reaktionen aus der Kulturszene ausgelöst. Mehrere Opernhäuser, darunter auch die Bayerische Staatsoper, reagierten mit einer Mischung aus Humor und Kritik auf seine Worte.








