Im Alter von nur 21 Jahren schrieb Gioacchino Rossini mit „Tancredi“ bereits seine zehnte Oper und schaffte damit den internationalen Durchbruch als Opernkomponist. Heute ist sie nur sehr selten auf den Spielplänen zu finden – jetzt aber in Köln als letzte Premiere im Ausweichquartier Staatenhaus. In der kommenden Spielzeit geht es – endlich – wieder zurück ins Opernhaus. Die Oper Köln übernahm eine Inszenierung der Bregenzer Festspiele von Jan-Philipp Gloger – und tat gut daran. Gloger macht aus der von Rossini angedachten Hosenrolle des Tancredi, die von einer Mezzosopranistin gesungen wird, eine „echte“ Frau und damit aus der Liebesbeziehung zu Amenaide eine lesbische Verbindung. Im mafiösen Drogenmilieu, in das Gloger die Handlung legt, hat eine solche Liebe ganz unabhängig von der Opernhandlung keine Chance. „Gloger gelingt etwas Seltenes: Er nimmt das Werk ernst, ohne ihm museal zu begegnen und weiß mit einem Zugriff weit abseits des Historiendramas zu punkten“, schreibt der Opernfreund. Gloger schaffe den Spagat zwischen Werktreue und spannender Bühnenunterhaltung, findet auch der Kölner Stadtanzeiger. „Was den Abend jedoch endgültig auf außergewöhnliches Niveau hebt, ist die musikalische Seite“, so der Opernfreund. George Petrou begleite mit dem Gürzenich-Orchester die erlesen und filigran instrumentierten Arien und Ensembles, kommentiert das Opernmagazin. Das Publikum applaudierte am Ende der Premiere begeistert. Das Foto (Matthias Jung) zeigt Adriana Bastidas-Gamboa als Tancredi, den Herrenchor der Oper Köln, Johanna Thomsen als Isaura, Giuliana Gianfaldoni als Amenaide, Dmitry Ivanchey als Argirio und Wesley Harrison als Roggiero.








