Protest wirkt: Plauen bleibt Mitglied im Kulturraum Plauen-Zwickau

Plauen bleibt Mitglied im Kulturraum Plauen-Zwickau, wie das Theater Plauen-Zwickau meldet. Zwei Tage zuvor hatten die Künstlergewerkschaften in einer gemeinsamen Presseerklärung den Verbleib gefordert. Auf dem Weg zur Stadtratssitzung, in der der Austritt der Stadt Plauen aus dem Kulturraum auf der Agenda stand, waren die Mitglieder des Rates von tanzenden, mit Transparenten ausgestatteten Künstler*innen begrüßt worden.

Die Hintergründe liefert das Theater Plauen-Zwickau in einer Mitteilung an die Presse: „Als einziges Bundesland finanziert der Freistaat Sachsen seine nichtstaatliche Kultur über Kulturräume, worüber eine gemeinsame Finanzierung durch Sitzgemeinde, Kulturraum und Freistaat erfolgt. Die Pflicht, Mittel aus den Regionen in den Kulturraum einzubringen, die dann wiederum vom Freistaat aufgestockt werden, liegt jeweils bei den Kreisen und kreisfreien Städten. Im Kulturraum Vogtland-Zwickau haben beide Oberzentren, Plauen und Zwickau, jeweils 2008 im Zuge einer Gebietsreform ihre Kreisfreiheit verloren und sind in die jeweiligen Kreise eingegliedert worden. Mit diesem Verlust entfiel zugleich die Verpflichtung der Städte für die direkte finanzielle Beteiligung am Kulturraum. Um weiterhin Mitsprache über die Verteilung der Gelder zu haben, über die maßgeblich als größter Posten das Theater Plauen-Zwickau finanziert wird, blieben beide Städte bisher freiwillige Mitglieder. Schon mehrfach wurde in der Stadt Plauen dieser Haushaltsposten infrage gestellt, dieses Jahr im Zuge einer angespannten Haushaltslage ganz besonders. So wurden die 740.000 Euro in der Stadtratssitzung am 30. April dieses Jahres nicht in den Haushalt eingestellt. Nach diesem Beschluss stand nun der formelle Austritt aus dem Kulturraum an. Die Kulturszene mobilisierte, nahezu alle geförderten Institutionen und Einrichtungen unterschrieben einen offenen Brief, in dem im Vorfeld an die Entscheidungsträger appelliert wurde, im Kulturraum zu verbleiben und sich so die weitere Mitsprache an der Verteilung der Mittel zu sichern. Auch die Gewerkschaften GDBA, VdO, ver.di und DOV formulierten in einer Pressemitteilung Protest gegen das Vorhaben. Nach langer und emotionaler Debatte fiel die Entscheidung dann für die Kultur und gegen den Austritt. Die vielen Anwesenden aus der Kulturszene waren erleichtert und werteten den Beschluss gerade in Zeiten der Pandemie, in der die Kultur eine der am meisten leidtragenden Branchen ist, als Bekenntnis der Stadt zum Erhalt ihrer Kultur, das in Zeiten, in denen der Druck auf die Kulturbudgets steigen wird und in denen in Ostsachsen bereits über drastische Strukturmaßnahmen in der Theaterszene diskutiert wird, für Kunstschaffende wie Kunstliebhaber so wichtig ist.“