"Monster's Paradise" in Hamburg

Zwei „Vampiretten“ namens Vampi und Bampi stellen in diesem Auftragswerk der Hamburgischen Staatsoper die Avatare der Schöpferinnen Olga Neuwirth und Elfriede Jelinek dar. Der König-Präsident, den es zu bekämpfen gilt, ist eine Karikatur auf Donald Trump – und nur dem Monster Gorgonzilla kann dies offenbar gelingen. Vampi und Bampi jedenfalls erwarten den Weltuntergang und gehen zuvor noch einmal auf große Reise. „In dieser Hinsicht möge die von mir so genannte Grand Guignol Opéra ein überdrehtes Rätsel sein, weil die realen Verhältnisse die Grenzen der Vernunft bereits überschritten haben“, erklärt Olga Neuwirth im Programmheft-Interview. Liest man die Inhaltsbeschreibung dieser Mischung aus Groteske und Tragödie, kann man sich kaum vorstellen, wie dies zu inszenieren ist. Tobias Katzer, Intendant der Hamburgischen Staatsoper, ist dies offenbar gelungen. „Eine groteske Show mit vielen witzigen Einfällen und popkulturellen Zitaten“, so wird es im Deutschlandfunk Kultur beschrieben. „Aber, und das macht dann richtig Spaß, es ist kein Aufklärungsstück mit Fingerzeig-Belehrung, sondern allerbeste Unterhaltung. Und diesem Sinne könnte es die Opernhäuser vielleicht nicht gerade erobern, aber weitere Aufführungen geben“, urteilt die neue musikzeitung. Die Musik kommt von einem klassischen Orchester, das durch E-Gitarre und Schlagzeug ergänzt wird. „Titus Engel im Graben vollbringt das Wunder, alles zusammenzuhalten“, schreibt der Münchner Merkur. Und: „Ein cooler Organisator des Irrsinns.“ Das Foto (Tanja Dorendorf) zeigt Eric Jurenas, Andrew Watts und Georg Nigl.

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