Benjamin Britten und sein Librettist waren nicht die ersten und auch nicht die letzten, die Shakespeares Komödie aufgriffen und künstlerisch verarbeiteten. Die beiden Briten entschieden sich dafür, nahe am Original zu bleiben, den ersten Akt allerdings stark zu kürzen. In Münster übernimmt es Puck, die Handlung dieses Aktes zu erzählen. Er mischt auch mit, wenn es um die Übertitelung während der Aufführung geht. Für das turbulente Geschehen wird die Münstersche Drehbühne häufig in Anspruch genommen. „Regisseurin Cordula Däuper (…) inszeniert Benjamin Brittens ‚A Midsummer Night's Dream‘ als knallbunte Hochzeitskomödie“, berichtet das Online Musik Magazin (OMM). Wobei zu den „gesetzten“ Paaren noch ein drittes – homosexuelles – dazukommt. „Sanften Humor, spielerischen Reiz und etwas Drastik, aber keinen überfrachtenden Ernst“ attestiert die neue musikzeitung (nmz) der Inszenierung. Und die Glocke meint: „Cordula Däupers Inszenierung nimmt die Vielfalt auf und setzt sie in einer herrlich klugen und ebenso fantasiereichen Weise um.“ Begeisterte Kritiken gab es auch für die musikalische Leistung, insbesondere des Orchesters unter seinem musikalischen Leiter: „In den Rang des Außerordentlichen wächst diese Produktion durch das Sinfonieorchester Münster unter Golo Berg“, kommentiert die nmz. „Unter Golo Bergs souveräner musikalischer Leitung steigen im ersten Akt jene ulkig schleifenden Schlafgeräusche aus dem Graben empor, die der Handlung ihr Gepräge geben“, schreiben die Westfälischen Nachrichten. Und das OMM: „Fabelhaft singen die Mädchen und Jungen des Theaterkinderchors am Gymnasium Paulinum, mit glasklarem Ton, sicher in der Intonation und sehr nuanciert - und das auch dann, wenn viel szenische Aktion verlangt wird.“ Die nmz bilanziert: „Auf der Bühne des Theaters Münster wurde Poesie zu Klang, weil hinter den Figuren durch den Orchesterschleier eine lüsterne, schöne, nachsichtige Poesie blitzt. Insgesamt ein starker Theaterabend.“ Das Foto (Bettina Stöß) zeigt Gregor Dalal als Zettel und Marie-Dominique Ryckmanns als Titania.








