"Die Meistersinger von Nürnberg" in Stuttgart

„Elisabeth Stöppler und Cornelius Meister erzählen mit den 'Meistersingern' auch ein Stück deutscher Geschichte und Mentalität zwischen Aufbruch und Restauration und stellen in diesem Deutschen Sommernachtstraum (Elisabeth Stöppler) das Verhältnis der Generationen in den Mittelpunkt sowie die Frage, warum das, was war, vielleicht auch das ist, was wird.“ So führt die Staatsoper Stuttgart Wagners Oper auf ihrer Webseite ein. Und: „Es geht um die Frage, wie das Neue in die Kunst/Welt kommt – und darum, dass das Neue manchmal auch das Alte sein kann.“ „Es ist eine exzellent reflektierte Inszenierung, eine kluge Personenführung, um die komplexen Paarbeziehungen sichtbar zu machen“, kommentiert der SWR. BR Klassik allerdings hält auch Kritik bereit: „Diese rabiate Nationalismus-Kritik fanden nicht alle Zuschauer plausibel“. Und die Zitierung von Paul Celans „Todesfuge“ zu Beginn des dritten Aktes kommentiert der Rezensent: „Tatsächlich höchst unpassend, mit so einem erschütternden Text bloße Effekthascherei zu betreiben.“ Anders die Deutsche Bühne: „Ein beklemmender Blick in den Abgrund der deutschen Geschichte, zu dem sich jeder seine Bilder selbst suchen muss.“ Musikalisch überzeugte der Abend. „Cornelius Meister und das formidabel aufgelegte Orchester sind ihrerseits voll in Stimmung“, schreibt die Frankfurter Rundschau. Und die Stuttgarter Zeitung findet: „Man möchte diese komplex-mitreißenden 'Meistersinger' gleich noch einmal erleben.“ Das Foto (Martin Baus) zeigt Daniel Behle als Walther von Stolzing, Martin Gantner als Hans Sachs und Damen des Staatsopernchors.

Zur Premierenübersicht