In der Nacht vom 4. August 1962 nahm sich eine Stil- und Filmikone das Leben. Norma Jeane Mortensons, besser bekannt als Marilyn Monroe, war da erst 36 Jahre alt. Die Musiktheater-Revue „Marilyn Forever“ von Gavin Bryars (Musik) und Marilyn Bowering (Libretto) setzt in dieser Todesnacht an und wirft einen Blick – besser: mehrere Blicke – zurück auf das Leben dieser schillernden Frau, „eine der meistfotografierten Frauen ihrer Zeit, die sich aber nie wirklich gesehen fühlte“, so das Staatstheater Braunschweig im Ankündigungstext zur Premiere. Die Revue macht die widersprüchlichen Fremd- und Selbstbilder dieser Persönlichkeit deutlich, die – sichtbar auf dem Drehpodest des Braunschweiger Theaters – buchstäblich im goldenen Käfig sitzt und von den Männern um sie herum zum Sexsymbol degradiert wird. Natürlich darf auch die berühmte Filmszene aus Billy Wilders Film „Das verflixte 7. Jahr“ nicht fehlen, in der Monroe über einem Lüftungsgitter das Kleid wehen lässt. Die Besetzung, eine Sopranistin, ein Bariton, ein dreiköpfiger Männerchor und ein Kammerorchester mit Jazz-Trio, macht ihre Sache gut. „Die musikalische Ausführung hatte – wie in Braunschweig inzwischen gewohnt – beachtlich hohes Niveau“, erklärt der Opernfreund. Die neue musikzeitung schreibt: „Die Entdeckung des Abends ist Veronika Schäfer, die Hauptdarstellerin. Ihre gesamte Darstellung in Gesang und vor allem Spiel und Mimik ist getragen von hoher Emotionalität und Verständnis der schwierigen und diametral verschiedenen Zustände von Marilyn Monroe.“ Viel Jubel am Schluss des Premierenabends. Das Foto (Thomas M. Jauk/Stage Picture) zeigt Veronika Schäfer als Marylin.








