"Macbeth" in Hamburg

Giuseppe Verdis „Macbeth“ sei im Kontext der italienischen Oper und seiner Entstehungszeit ein überaus radikales und experimentelles Werk, erklärt Tobias Kratzer, Intendant der Hamburgischen Staatsoper, der Verdis erste Shakespeare-Oper selbst inszenierte. Er stattet das eigentlich kinderlose Paar Macbeth mit einem Sohn aus, um einer gängigen Interpretation zu begegnen, das Paar handle wegen seiner Kinderlosigkeit so grausam. Kratzer möchte den Ursachen der Handlungen auf den Grund gehen: „In dem Moment, in dem man beginnt, auch die schlimmsten Taten zu verstehen, sie nicht zu entschuldigen – das wäre fürchterlich –, aber doch von innen heraus zu begreifen, beginnt man auch etwas mehr von der Welt und von sich selbst zu verstehen.“ So erklärt er im Programmheft-Interview. Die Kritik ist begeistert, vor allem vom Chor. „Große Oper, große Stimmen, großer Einsatz auf allen Ebenen der Bühnenmaschinerie. (…) Der Chor, wie in klassischen Tragödien den ganzen Abend über auf der Bühne, kommentierend richtend, prophezeiend." So berichtet der NDR. Und das Hamburger Abendblatt: „Allein der Chor ist die Wucht. (…) Klar und textverständlich, dramatisch und flexibel singt dieses Kollektiv; Alice Meregaglia hat bei der Einstudierung hervorragende Arbeit geleistet.“ Das Foto (Monika Rittershaus) zeigt Chor und Komparserie der Hamburgischen Staatsoper.

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