"Lady Macbeth von Mzensk" an der Komischen Oper Berlin

„Ich habe zu Rufus gesagt, dass wir eine Landschaft aus Öde und Tristesse brauchen. Die schlichte Bühne ist bei uns eine Mischung aus Parkplatz und Betonhof – ein Ort, der Assoziationen von etwas Verlorenem hervorruft.“ So berichtet es Barrie Kosky im Programmheft zu Schostakowitschs zweiter und letzter Oper, die dieser mit nur 26 Jahren vollendete und die an der Komischen Oper auf dem Programm stand. So ist die Bühne also gestaltet: im Wesentlichen dunkel und leer. Die Hauptfigur, Katerina Ismailowa, sitzt zu Beginn und am Ende auf dieser trostlosen Bühne, allein und ohne Hoffnung. Sie hat Schwiegervater, Ehemann, die neue Geliebte ihres „Seitensprungs“ getötet und tötet am Ende sich selbst. „Kosky schärft die Details, geht den grotesken Spuren der Partitur nach“, schreibt die Deutsche Bühne. „Harter Tobak“, findet der Rezensent des rbb. Und: „Barrie Kosky, der natürlich nichts anbrennen lässst, interpretiert diesen bluttriefenden Plot als emanzipatorische Selbstermächtigung einer Heldin.“ Im Graben beweise James Gaffigan, warum es eine gute Entscheidung gewesen sei, ihn gerade erst als Generalmusikdirektor der Komischen Oper zu verlängern, so die Deutsche Bühne, die auch von „erstklassigen Sängerdarsteller:innen“ berichtet. Und auf BR Klassik hören wir: „Besonders der hervorragend einstudierte Chor wechselt virtuos die Rollen, von Hochzeitspartygästen bis zu Strafgefangenen.“ Foto: Monika Rittershaus

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