Mozarts Oper sei „kein moralisches Lehrstück, sondern ein faszinierender Balanceakt zwischen Komödie und Tragödie, Chaos und Ordnung, Freiheit und Zwang, zwischen der grotesken Komik des Maskenballs und der tödlichen Ernsthaftigkeit des Abgrunds“, so das Theater Chemnitz auf seiner Webseite. Dort erlebte die Oper rund um den Lebemann Don Giovanni in der Inszenierung von Dennis Krauß seine Premiere. Krauß entwarf selbst das Bühnenbild, nutzt die Drehbühne für häufige Wechsel, auch Treppen spielen eine Rolle, über allem schwebt ein brüchig aussehendes Kreuz, ansonsten wenig Möbel oder Requisite auf der Bühne. Die Aufführung musste für etwa eine Stunde unterbrochen werden, weil ein Darsteller ärztlich behandelt wurde. Glück im Unglück für Theater und Publikum: Im Zuschauerraum saß Sänger Markus Marquardt, der den Leporello vom Bühnenrand aus singen konnte – und dafür am Schluss mit frenetischem Applaus belohnt wurde. „Dennis Krauß Chemnitzer ´Don Giovanni´ überzeugt durch kluge Reduktion“, schreibt die Freie Presse. „Das Theater Chemnitz weiß mit dem Meisterwerk zu überzeugen (…) die Regie hat das überzeugend aufgegriffen und umgesetzt“, hören wir im MDR. „Eine spektakuläre Inszenierung!“, findet die Chemnitzer Morgenpost. Und noch einmal der MDR: „Der Opernchor war exzellent (…). Er hat sich gut in dieses ganz bewusst manierierte Spiel einfügen können.“ Das Foto (Nasser Hashemi) zeigt Jakob Ewert als Masetto, Fernanda Allande als Zerlina; Thomas Essl als Don Giovanni, Johann Kalvelage als Leporello und den Opernchor.








