Beschäftigte im Nordosten nicht aus den Augen verlieren

In einer gemeinsamen Presseerklärung haben die Künstlergewerkschaften GDBA und VdO eine Kooperation der Theater Neubrandenburg/Neustrelitz sowie Greifswald/Stralsund anstelle der seit Jahren vom Schweriner Kultusministerium geplanten Zwangsfusion zu einem sogenannten Staatstheater Nordost, bei der die Häuser ihre Eigenständigkeit verlieren würde, begrüßt (s. unsere Nachricht vom 19.12.2017). Die Gewerkschaften hatten bereits in den zurückliegenden Jahren entsprechende Kooperationsmodelle erarbeitet und ins Gespräch gebracht.

Jörg Löwer, Präsident der GDBA, fordert die Verhandlungsteilnehmer auf, zügig zu einer Lösung zu kommen: „Wenn die Zwangsfusion tatsächlich abgewendet werden kann, ist das gut für Publikum, Beschäftigte und den Kulturstandort im Nordosten . Allerdings sollten Kommunalpolitiker nicht schon darüber spekulieren, dass es auch in einem solchen Falle neue Einsparungen geben müsse, die zu Lasten der Beschäftigten gehen. Nachdem die Künstlerinnen und Künstler seit bald einem Vierteljahrhundert zur Arbeitsplatzsicherung mit Gehältern deutlich unterhalb des Flächentarifs konfrontiert waren, sollte sie das geplante Staatstheater wieder an den Flächentarif heranführen. Daran darf sich auch bei einem Kooperationsmodell nichts ändern!“

Gerrit Wedel, stellvertretender Geschäftsführer der VdO, ergänzt: „Sollten die Beteiligten endlich begriffen haben, dass der Weg der Zwangsfusion nur einen unsinnigen kulturellen Kahlschlag bedeutet? Die Erhaltung der bestehenden Standorte mit ihrer vollen künstlerischen Leistungsfähigkeit muss absolute Priorität haben und ist im Sinne des Publikums und der Beschäftigten der einzig sinnvolle Weg.“

Hier können Sie die Pressemitteilung als PDF abrufen.