"Argo" in Mainz

Der Komponist José M. Sánchez-Verdú wurde im äußersten Süden Spaniens geboren und interessiert sich gerade deshalb für „das Mittelmeer als Raum der Begegnungen, der Bewegungen, der Suche, des Austauschs, der Kulturen und Religionen, aber auch der Katastrophen, des Krieges und des Todes.“ (Originalzitat) Sein musikalisches Drama „Argo“ wurde jetzt am Staatstheater Mainz (fast) uraufgeführt (vorher war es in gleicher Besetzung bereits in Schwetzingen gespielt worden). Jasons Fahrt mit der „Argo“ auf der Suche nach dem Goldenen Vlies ist bestens bekannt: Der Verführung durch die Sirenen erliegt die Schiffsmannschaft nicht, weil Orpheus musikalisch dagegen hält. Einzig der weniger bekannte Butes kann sich dem Gesang nicht entziehen. Ihn macht die Oper zur zentralen Figur. Regisseurin Mirella Weingarten arbeitet zusammen mit Ulrich Schneider viel mit Lichteffekten auf der Bühne. Musikalisch ist das Werk durchaus herausfordernd. „Alle Mitwirkenden unter der Leitung von Hermann Bäumer leisten Außerordentliches beim Vermitteln ihrer Rollen in der ungewohnten Klangsprache. Die nahtlosen Übergänge der Klänge (...) verraten viel Kleinarbeit des SWR Experimantalstudios mit dem Komponisten und den Mainzer Musikern“, schreibt die FAZ. Und die Frankfurter Rundschau: „Sängerisch und darstellerisch wurde sehr gute Qualität geboten. Der Chor, die Sirenen, die Solisten: alles war minutiös und subtil geführt.“ Das Foto (Elmar Witt) zeigt Jonathan de la Paz Zaens als Butes und das Ensemble des Mainzer Staatstheaters.

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