Im Mittelpunkt dieser (einzigen) Oper des in Brasilien sehr bekannten und produktiven Komponisten Claudio Santoro steht Alma, eine Frau, die wegen ihrer Liebe zum Zuhälter Mauro als Prostituierte arbeitet. Als sie von ihm ein Kind erwartet, wird sie zunächst von ihrem bigotten Großvater des Hauses verwiesen, anschließend von João do Carmo, der sie liebt, aufgenommen. Aber es gibt kein Happy End… Claudio Santoro starb 1989, „Alma“ wurde 1998 uraufgeführt. Am Anhaltischen Theater Dessau erlebte die Oper nun im Rahmen des Kurt Weill Fests ihre europäische Erstaufführung. Das Publikum erlebt drastische Szenen, männliche Gewalt und Abtreibungen auf der Bühne. Grundlage für Santoros Werk ist der erste Teil der Trilogie „Die Verdammten“ von Oswald de Andrade. Der Roman sei eine Gesellschaftskritik am São Paulo der 1920er Jahre, schreibt das Anhaltische Theater zur Einführung. So wird es auch von Christiane Iven inszeniert, die Männerwelt kommt hier nicht gut weg. Ein „beeindruckendes Erlebnis, musikalisch und auch visuell,“ hatte der Rezensent des Deutschlandfunks. „Vor allem das Anhaltische Orchester unter Leitung des Dirigenten Markus L. Frank leistet Großartiges“, schreibt der Opernfreund. „Insgesamt ist die portugiesisch-sprachige Produktion eine Großtat des gesamten Dessauer Hauses“, lesen wir auf klassik.com. Und: „Großes leistet auch der stark geforderte, von Sebastian Kennerknecht einstudierte Chor.“ Viel Lob gibt es für die Interpretin der Titelfigur Iordanke Derilova. Und die neue musikzeitung (nmz) schreibt: „Der Beifall am Ende würdigte eine hochrespektable Kunstanstrengung auf der Bühne und im Graben.“ Das Foto (Claudia Heysel) zeigt Iordanka Derilova als Alma, Edilson Silva Junior als Teles Melo, Kay Stiefermann als Mauro und den Opernchor des Anhaltischen Theaters Dessau.








