Kunstfreiheit und Krisenkommunikation, Zukunftspakt und Finanzierungslücken: Von Donnerstag bis heute haben sich rund 270 Mitglieder des Deutschen Bühnenvereins im Berliner Ensemble und im Deutschen Theater zur Jahrestagung getroffen. Dabei zogen sich als zentrale Themen zunehmende politische Einflussnahme auf die Programme an den Theatern und fehlende finanzielle Ressourcen durch Vorträge, Panels, Workshops und Sitzungen.
Bühnenvereinspräsident Carsten Brosda beschrieb in seinem Impuls zum Auftakt der Jahrestagung, warum die demokratische Kraft der Theater aus der unbedingten Freiheit ihrer künstlerischen Arbeit erwächst. Wenn demokratische Errungenschaften unter politischen Druck geraten, sei es deshalb umso wichtiger, dass sie aus der Freiheit unserer Gesellschaft heraus verteidigt werden.
»Für die Bühnen und Orchester heißt das, dass sie die Freiheit der Kunst beharrlich in Anspruch nehmen. Sie brauchen keine politischen oder staatlichen Hinweise, welche Geschichten oder Bilder sie zu produzieren haben. Sie leben die Freiheit, mit ihrer Kunst anzuregen und aufzuregen – und geben einer Gesellschaft so die Möglichkeit, sich mit sich selbst auseinanderzusetzen«, sagte der Hamburger Senator für Kultur und Medien. »Wer dieser Freiheit vertraut, entdeckt die Schönheit demokratischen Miteinanders. Damit das möglich bleibt, müssen sich die Bühnen konstant verändern, müssen sie Allianzen mit anderen schließen und brauchen sie eine Gesellschaft, die sie mit den Ressourcen ausstattet, weiterhin frei produzieren zu können.«
Claudia Schmitz, Geschäftsführende Direktorin des Deutschen Bühnenvereins, erklärte zur Strategie in Fragen von Finanzierungsnöten: »Es ist unsere gemeinsame Aufgabe, die Theater und Orchester zu stärken. Dies tun wir über den Zukunftspakt Bühne, der auf der Basis der Freiheit der Künste, die Rahmenbedingungen von Theatern und Orchestern fokussiert und die Beteiligten dazu aufruft, diese Rahmenbedingungen vertrauensvoll und verbindlich miteinander zu gestalten.«
In weiteren Impulsen setzen sich die Soziologin Professor Jutta Allmendinger und der Verfassungsexperte Maximilian Steinbeis für die Freiheit der Kunst und die Selbstbehauptung der Bühnen ein.
Mit dem erklärten Ziel, die in Berlin in einem intensiven Austausch geknüpfte Allianzen des Präsidiums mit den kulturpolitischen Sprecher:innen der Bundestagsfraktionen aus dem demokratischen Spektrum fortzuführen und eine Plattform zu schaffen, damit sich die Häuser in kommunikativen Krisen – auch in Fällen politischer Einflussnahme – austauschen und voneinander profitieren können, endete die Jahrestagung in Berlin.








