Der umstrittene Neubau eines milliardenschweren Opernhauses in Düsseldorf wird gestoppt. Die Stadtspitze verweist auf angespannte Finanzen und beendet die Planung. Die Deutsche Oper am Rhein soll stattdessen saniert werden; der Spielbetrieb bleibe vorerst gesichert. Zur Begründung der Stadt: „aktuelle finanzielle Rahmenbedingungen“ erforderten eine Neupriorisierung der Investitionen. Oberbürgermeister Stephan Keller (CDU) betont, dass die Entscheidung schwer fiel.
Laut der Rheinischen Post verschärfen sich Düsseldorfs Finanzprobleme: Der Neubau war mit mindestens 716 Millionen Euro veranschlagt, doch die Gesamtkosten könnten sich über 50 Jahre auf rund 1,8 Milliarden Euro belaufen. Auch andere Projekte wie Schulen und eine Brücke würden anstehen.
Die Reaktionen fallen gemischt aus: Der Bund der Steuerzahler NRW begrüßt den Schritt als notwendig und spricht von einer nicht tragbaren Belastung für die Stadt.
Standort-Insider sehen es etwas anders: Das Opernhaus der Zukunft war lange Zeit im Fokus, doch der Stopp treffe auch das Team der Deutschen Oper am Rhein. Die geschäftsführende Direktorin Alexandra Stampler-Brown sprach von einem Schock und betonte die Notwendigkeit, Optionen für eine möglichst unterbrechungsfreie Aufrechterhaltung des Spielbetriebs im alten Haus zu prüfen. Die Sanierungskosten würden voraussichtlich das bisher budgetierte Maß sprengen; eine Auslagerung des Spielbetriebs ist derzeit nicht geplant. Die kommende Spielzeit 2026/27 soll rund 260 Vorstellungen an beiden Standorten Düsseldorf und Duisburg umfassen, die durchschnittliche Auslastung liegt bei 77 Prozent. Die Oper kalkuliert mit Gesamtausgaben von 67,3 Millionen Euro ab Herbst; Zuschüsse der Stadt Düsseldorf würden bei 38 Millionen Euro liegen.








