Angesichts der Vorschläge von Teilen des Stadtrats, alle fünf Sparten des Chemnitzer Theaters nur noch im Opernhaus unterzubringen und auf das Schauspielhaus zu verzichten, rät UNISONO als Interessenvertretung der Orchestermusikerinnen und -musiker zur Besonnenheit. „Chemnitz sollte alles daransetzen, seinen hervorragenden Ruf in Sachen Kultur zu festigen, den es sich vergangenes Jahr als Kulturhauptstadt Europas erworben hat. Nur wenige Monate später aus vermeintlichen Spargründen eine faktische Halbierung des künstlerischen Angebots der Theater ins Spiel zu bringen, schadet dem Ansehen der Stadt“, sagt UNISONO-Geschäftsführerin Julia Hofmann.
Das Schauspielhaus ist interimsmäßig im Spinnbau untergebracht; einer umgewidmeten Industriehalle in Altchemnitz. Dort soll ein neues Kulturquartier entstehen, in dem auch das Schauspiel dauerhaft seinen neuen Standort erhalten kann. „Die Planungen der Stadt werden breit und umsichtig debattiert. Sie würden die kulturelle Entwicklung sichern, die aufgrund wegbrechender Industrien immer wichtiger für Chemnitz werden“, sagt Hofmann. „Es kann nicht der Wunsch der Stadt sein, so viele Schritte rückwärts zu gehen.“
Das Opernhaus ist weder architektonisch noch akustisch für den Betrieb als Sprechtheater geeignet. Die Theaterleitung wies in einer Stellungnahme zudem darauf hin, dass das Theater in allen Sparten in Sachsen nicht mehr konkurrenzfähig wäre. Hofmann: „Wir rufen die Verantwortlichen im Kulturausschuss und den Stadtrat auf, diese Debatte mit einem klaren Bekenntnis zum eigenständigen Fortbestand aller Sparten zu beenden.“








