1997 schrieb die amerikanische Schriftstellerin Annie Proulx die Kurzgeschichte „Brokeback Mountain“ über zwei Saisonarbeiter, die sich am Berg Brokeback Mountain ineinander verlieben, diese Liebe aber nicht offen leben können. Bekannt wurde die Erzählung vor allem durch den gleichnamigen Film in der Regie von Ang Lee aus dem Jahr 2005, der mit mehreren Oscars ausgezeichnet wurde. Charles Wuorinen hat aus dem Stoff eine Oper gemacht, das Libretto stammt von der Autorin Annie Proulx selbst. Am Theater Erfurt inszenierte Jakob Peters Messer. Der Komponist verfolge mit seiner Oper einen anderen Ansatz als der Film, schreibt das Theater. Er habe „eine sehr düstere Atmosphäre kreiert; die Musik lässt den Berg atmen und stürmen – besonders wenn es in Ennis und Jack brodelt.“ Die Kritiker sind sich uneins in der Bewertung der Inszenierung. „Dass die Oper – musikalisch eine Herausforderung für das gesamte Ensemble – trotzdem sehenswert bleibt, liegt am künstlerischen Herzblut ihrer Protagonisten“, schreibt Concerti. Die Deutsche Bühne berichtet von einem „Drama der Sprachlosigkeit, das Jakob Peters-Messer in ein beeindruckendes Panorama setzt“ und von Messers „im Großflächigen angesiedelte(n) und dabei äußerst fein ziselierte(n) Inszenierung“. „Sehr spät kommt der Opernchor auf die Bühne, wächst für Ennis mit dem Tod Jacks zu einem unerreichbaren und ihn ausstoßenden Kollektiv. Markus Baisch hat die wenigen, aber wichtigen und dabei lemurenhaften Einsätze einstudiert“, so die neue musikzeitung. Und über die Erfurter Inszenierung: „Sie moralisiert nicht, sie appelliert nicht und sie setzt keine naiven Kritikmarken aus einer Gegenwart, die viele und dabei noch längst nicht alle Ausgrenzungen gegen queere Lebensformen überwunden hat.“ Das Foto (Lutz Edelhoff) zeigt Máté Sólyom-Nagy als Ennis del Mar, Michael Smallwood als Jack Twist und Luzia Ostermann.








