Deutsche Oper am Rhein: Abschied von Chefdirigent Vitali Alekseenok

Der Chefdirigent der Deutschen Oper am Rhein, Vitali Alekseenok, wird sich nach Erfüllung seiner Vertrags­­laufzeit ab der Spielzeit 2027/28 neuen Aufgaben zuwenden. Der 35-jährige Dirigent aus Belarus war zur Spielzeit 2022/23 zunächst als Kapellmeister an die Deutsche Oper am Rhein gekommen. Nach nur einem Jahr in dieser Position wurde er zum Ersten Kapellmeister und Stellvertretenden Generalmusik­direk­­tor berufen und unterschrieb zur Saison 2024/25, mit dem Weggang von Generalmusikdirektor Axel Kober, einen Dreijahresvertrag als Chefdirigent der Deutschen Oper am Rhein, der zur Saison 2027/28 endet.

Vitali Alekseenok: „Es war und ist mir eine große Freude, an diesem wunderbaren Haus zu arbeiten und Teil eines Teams zu sein, das in den vergangenen Jahren mit großem Engagement viele spannende Projekte realisiert hat. Von Anfang an haben wir eine gemeinsame künstlerische Sprache gefunden, die sich in ganz unterschiedlichen musiktheatralen Arbeiten entfalten konnte. Ich bin sehr dankbar für die Zusammen­arbeit mit den Düsseldorfer Symphonikern und den Duisburger Philharmonikern, mit Chor, Solist*innen, dem Ballettensemble und dem gesamten Team hinter den Kulissen. Auch wenn meine Zeit als Chefdirigent in absehbarer Zeit zu Ende gehen wird und ich mich neuen künstlerischen Erfahrungen und Heraus­for­derungen zuwenden möchte, wird die Deutsche Oper am Rhein für mich immer ein besonderer Ort bleiben. Dem Haus und seinem Publikum fühle ich mich auch zukünftig verbunden.“ 

„Wir dürfen uns überaus glücklich schätzen, mit Vitali Alekseenok bis Ende der Saison 2026/27 einen herausragenden Künstler in der wichtigen Position des Chefdirigenten an unserer Seite zu haben, der für die Musik nicht nur brennt, sondern sie auch exzellent vermittelt“, so der kommissarische Künstlerische Leiter der Deutschen Oper am Rhein, Marwin Wendt. Am 12. April 2026 wird Vitali Alekseenok im Opernhaus Düsseldorf die Premiere von Richard Strauss‘ Elektra in einer Neuin­szenierung von Stephan Kimmig dirigieren und das Publikum zwei Wochen zuvor mit seinem Gesprächsformat Fokus Musik durch die Opernpartitur führen. In der Spielzeit 2026/27 wird Vitali Alekseenok zwei hochkarätige Opern­premieren und mehrere Wiederaufnahmen musikalisch leiten. Das Programm der kommenden Saison wird am 12. Mai 2026 veröffentlicht.

Mit der künftigen Generalintendantin Ina Karr, die zur Saison 2027/28 die künstlerische Leitung der Deutschen Oper am Rhein übernehmen wird, steht Vitali Alekseenok bereits in einem ersten Austausch über mögliche künstlerische Perspektiven. Sie sagt: „Vitali Alekseenok ist ein hervorragender Dirigent, der derzeit wesentlich zum hohen musikalischen Niveau von Ensemble und Orchester an der Deutschen Oper am Rhein beiträgt. Ich schätze seine Arbeit sehr und freue mich auf künftige Begegnungen und mögliche gemeinsame Projekte in den kommenden Spielzeiten.“

An der Deutschen Oper am Rhein hat Vitali Alekseenok als Chefdirigent die musikalische Leitung mehrerer Opern­produktionen übernommen, darunter die Uraufführung von Manfred Trojahns Septembersonate, Tschaikowskys Eugen Onegin, Verdis Nabucco, Schostakowitschs Lady Macbeth von Mzensk und die konzertante Opernaufführung von Beethovens Fidelio. Feinfühlig begleitete er auch das Ballett am Rhein, u. a. mit Tschaikowskys Der Nussknacker und Heiner Goebbels Surrogate Cities. Innerhalb des großen Opernrepertoires stehen Tschaikowskys Jungfrau von Orléans, Mozarts Zauberflöte sowie Das Rheingold und Die Walküre von Richard Wagner beispielhaft für das große Spektrum des Repertoires, das Vitali Alekseenok in Düsseldorf und Duisburg zusammen mit den Düsseldorfer Symphonikern, den Duisburger Philharmonikern, dem Ensemble und Chor der Deutschen Oper am Rhein zur Aufführung brachte.

Neben seinem Engagement an der Deutschen Oper am Rhein ist Vitali Alekseenok auch international als Opern- und Konzertdirigent gefragt: Mit der Premiere von Boris Godunow gab er im Herbst 2025 sein Debüt an der Opéra National de Lyon; an der Semperoper Dresden dirigierte er die Wiederaufnahme von Madama Butterfly. Konzertdebüts gab er in jüngster Vergangenheit mit der Dresdener Philharmonie, dem hr-Sinfonieorchester Frankfurt, dem Orchestre National de Montpellier und dem Maggio Musicale Florenz. Im Mai 2026 steht er erstmals am Pult der Philharmonie Zuidnederland und der Wiener Symphoniker.

FOTO: Liliya Namisnyk/Deutsche Oper am Rhein