Der Stoff dieser nur sehr selten zu sehenden Oper von Antonio Vivaldi stammt ursprünglich aus einer Episode des „Decamerone“ von Giovanni Boccaccio. Die Titelfigur Griselda ist hier eine arme Hirtin, die von einem mächtigen Herrscher geheiratet wird. Dieser unterzieht sie, um ihre Treue zu testen, zahlreichen Prüfungen. Regisseurin Mathilda du Tillieul McNicol befrage und bearbeite das Stück an den Wuppertaler Bühnen aus einer feministischen Perspektive, kündigt das Theater an. Gezeigt werde die „Anatomie einer spektakulär toxischen Ehe, in der Lust, Wut und Obsession aufeinanderprallen: mitten in einer Welt voller Reichtum und Einfluss“. Schon im Libretto von Carlo Goldoni zeigt Griselda mehr Widerspruchsgeist als im Original. In Wuppertal wird sie zu einer Frau aus der Arbeiterklasse, die einen mächtigen Manager eines Tech-Unternehmens heiratet. „Die Regisseurin schafft es (…), die Geschichte nachvollziehbar zu erzählen und die Motivationen für das Verhalten zurückzudrängen, die heutzutage hanebüchen wirken“, schreibt die Deutsche Bühne. Besondere Hervorhebung findet in den Kritiken das Bühnenbild von Noemi Daboczi, die, so das Online Musik Magazin (OMM), „ein beeindruckendes Bühnenbild entworfen“ habe, „das mit zwei separaten Drehbühnen immer wieder neue Räume parallel auf der Bühne entstehen lässt“. „Zum Erfolg wurde die Inszenierung durch die musikalische Leistung von Ensemble und Orchester“, findet die Deutsche Bühne. Und das Fazit des OMM: „Selbst wenn man kein Fan von Modernisierungen barocker Opern ist, sollte man sich diese Produktion nicht entgehen lassen.“ Das Foto (Bettina Stöß) zeigt Sonja Runje als Griselda und die Statisterie der Wuppertaler Bühnen.








