"Die Ameise" in Bonn

Peter Ronnefeld war seinerzeit der jüngste GMD in Deutschland – am Theater Kiel. Ihm wurde eine Weltkarriere vorausgesagt, im Alter von nur 30 Jahren verstarb der Dirigent und Komponist nach einer schweren Krankheit. Vor seiner Zeit in Kiel war er Chefdirigent am Theater Bonn gewesen. Dort erlebte die Oper "Die Ameise" ihre Premiere in der Reihe FOKUS’33, die Raritäten aus dem Opernrepertoire präsentiert. Die Handlung: Ein Gesangslehrer, von einer Schülerin besessen, wird wegen des Mordes an dieser Schülerin verurteilt und landet im Gefängnis. Dort entwickelt er Wahnvorstellungen und glaubt, in einer Ameise die Schülerin wiederzuerkennen. Ob er wirklich schuldig ist, bleibt offen. Regisseurin Kateryna Sokolova sieht – im WDR-Interview – durchaus Parallelen zu Kafkas Gregor Samsa, insgesamt kann die Handlung durchaus als „kafkaesk“ bezeichnet werden: eine „überaus witzige kafkaeske Groteske mit zeitlosen Themen, die vielschichtig gedeutet werden kann“, so der Opernfreund. „Sokolova spürt Themen nach: der Einsamkeit, den Geschlechterrollen, der Rolle der Öffentlichkeit. Sie lässt der Musik ihr Recht, stellt ihr Spiel nie vor den Klang“, lesen wir in der Deutschen Bühne. „Daniel Johannes Mayr leitet mit großer Intensität das Beethoven Orchester Bonn, das Ronnefelds wundersame Musik auf den Punkt bringt“, berichtet die neue musikzeitung (nmz). Und: „Eine tragende Rolle hat auch der von André Kellinghaus perfekt einstudierte Chor des Theaters Bonn. (…) Musikalisch wie szenisch ist das eine Wucht, wie überhaupt der ganze Abend.“ Das Foto (Bettina Stöß) zeigt den Chor des Theater Bonn, Dietrich Henschel als Maestro Salvatore und Ján Rusko als Gefängniswärter Melter.

 

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