Literarische Vorlage dieser Oper von Paul Hindemith ist E.T.A. Hoffmanns erste deutsche Kriminalerzählung „Das Fräulein von Scuderi“. Cardillac ist ein meisterhafter Goldschmied, der sich von den von ihm geschaffenen Schmuckstücken aber nicht zu trennen vermag und auch nicht vor Morden zurückschreckt, um diese nach dem Verkauf wiederzugewinnen. In der Inszenierung von Guy Joosten am Aalto Theater Essen erscheint Cardillac allerdings eher als bis zur Hybris selbstverliebter Mensch, der sich – in teils goldenem Ornat – auch optisch von den übrigen Figuren abhebt. Das Bühnenbild selbst bleibt vorwiegend leer und dunkel. Lediglich ein Gerüst ist zu sehen. Bei der Uraufführung erlebte Hindemiths Werk einen gnadenlosen Verriss. Heute wird die Oper zwar nicht oft gespielt, wird aber doch immer wieder auf einen Spielplan gesetzt. „In Essen überzeugt die Inszenierung mit romantischer Musik und emotionalem Ensemble“ schreibt die Deutsche Bühne. „In Essen trifft Gastdirigent Patrick Lange mit den sehr konzentrierten Essener Philharmonikern den Tonfall ganz ausgezeichnet. Er gibt der Komposition Wucht und Größe, lässt gleichzeitig die kammermusikalischen, filigran komponierten Passagen aufleuchten, ohne den Spannungsbogen abreißen zu lassen“, lesen wir im Online Musik Magazin. Die neue musikzeitung (nmz) berichtet von „einem Abend, der vor musikalischer Hochspannung nur so strotzt“. Und: „Der druckvoll singende Chor des Aalto-Theaters behauptet sich durchaus kraftvoll auf der Bühne. In den großen Ensembleszenen entsteht ein massives, eindrucksvolles Klangbild, das das Bedrohungspotenzial der Menge deutlich hervorhebt, ohne in solchen Szenen, in denen es szenisch wie musikalisch drunter und drüber geht, die Textverständlichkeit gänzlich zu opfern.“ Das Foto (Matthias Jung) zeigt den Opernchor des Aalto Theaters.








