Leoš Janáček schrieb seine Oper wenige Jahre, nachdem sein Heimatland, die Tschechoslowakei, unabhängig geworden war. Als Vorlage diente ihm das Drama „Das Gewitter“ von Alexander Ostrowski. Janáček selbst schrieb das Libretto und beschäftigte sich hier erneut mit der Figur einer eigenständigen Frau, die um ihre Freiheit kämpft. Für Katja endet das mit ihrem selbstbestimmten Tod in der Wolga, aber die Oper enthält eine transzendente Ebene: Womöglich wird die Titelfigur ihre Freiheit doch gewinnen? In der repressiven Gesellschaft, in der sie lebt jedenfalls, ist kein Platz für sie. Seine Katja sei „von so sanftem Gemüt, dass eine leichte Brise sie schon davonwehen würde, geschweige denn der Sturm und das Gewitter, das über sie hereinbricht“, hatte der Komponist selbst geschrieben. Mit dieser Inszenierung beweise die Deutsche Oper am Rhein, „dass sie als Ort der Janáček-Pflege immer noch ernstgenommen werden muss“, so der Opernfreund. Und: „Regisseurin Tatjana Gürbaca arbeitet in Bildern, die einer Familienaufstellung ähneln, präzise die Machtstrukturen und Konflikte zwischen den Personen heraus.“ Die von der Oper beauftragten „Opernscouts“ heben vor allem die musikalische Leitung hervor. Von „herrlichen Stimmen der Sänger*innen“ ist die Rede. Und: „Das Orchester und die Sänger*innen tragen die Geschichte durchaus mit großer Kraft.“ Das Foto (Monika Rittershaus) zeigt Alexandra Urquiola als Glascha, Žilvinas Miškinis als Kuligin, David Fischer als Kudrjasch, Sami Luttinen als Dikoj und den Chor der Deutschen Oper am Rhein.








