Michail Glinkas selten gespielte Oper basiert auf einem Märchen Puschkins. Prinzessin Ljudmila soll den Prinzen Ruslan heiraten, wird aber während der Hochzeit entführt. Die Regisseurinnen Alexandra Szemerédy und Magdolna Parditka verorten das Geschehen in einem autokratischen System. Heute werfe die Oper die Frage auf: Wie lässt es sich leben und lieben in einem restriktiven System, das die Behauptung von Sicherheit über das Grundbedürfnis von Freiheit und Gleichheit stellt?, so die Hamburgische Staatsoper in der Ankündigung. „Wir lesen dieses Märchen (…) neu und interessieren uns für Menschen, die aus eingefrorenen Geschlechterrollen ausbrechen wollen, die sich nicht mit vorgefertigten Bildern von Liebe oder Identität zufriedengeben, die ihren eigenen Weg gehen wollen, auch wenn er gegen den Strom führt“, erklärt Alexandra Szemerédy im Programmheft-Interview. Beide Regisseurinnen werfen in ihrer Inszenierung die Frage auf, ob Ruslan, nachdem er seine Braut endlich wiedergefunden hat – dafür muss er in den Zwischenakten u.a. durch ein U-Bahn-System – mit Ljudmila wirklich glücklich würde. Schließlich ist da noch der Freund Ratmir… Und ob Ljudmila überhaupt einen Prinzen braucht oder nicht erst einmal zu sich selbst finden sollte. „Mit dieser äußerst gelungenen Aufführung von Michael Glinkas Opernrarität 'Ruslan und Ljudmila' knüpft die Ära Kratzer nahtlos an ihren Auftakterfolg an“, schreibt die ZEIT. Dirigent Azim Karimov führe „mit Leichtigkeit und Präzision durch die Partitur, löst alle Balance- und Koordinationsprobleme zwischen Graben und Bühne“, findet die FAZ. Das Hamburger Premierenpublikum reagierte begeistert. Das Foto (Matthias Baus) zeigt Artem Krutko als Ratmir , Ilia Kazukov als Ruslan, Nicky Spence als Bajan und Kristina Stanek als Naina.








