"Lucia di Lammermoor" in Altenburg-Gera

Die Belcanto-Oper schlechthin ist dieses Werk von Gaetano Donizetti, gipfelnd in der so genannten Wahnsinnsarie der Titelfigur. Aber gerade Lucia sei nicht wahnsinnig, erklärt Regisseurin Elena Maria Artisi im Programmheft-Interview. Ihr Name bedeute „die Leuchtende“ – „eine Lichtgestalt inmitten einer Masse, die über alles ein dunkles Verdrängen legen will“. Artisi deutet die Oper feministisch: Lucia erlebt ihr Dasein als „traumatisierende Gewalterfahrung in einer von männlicher Dominanz beherrschten, stets gewaltbereiten Umgebung“, schreibt das Theater auf seiner Webseite. Noch einmal die Regisseurin: „Es ist mir ausgesprochen wichtig, kein pauschales Männerbashing zu betreiben, sondern einfach deutlich zu machen, dass wir alle – auch die Männer –unter dem Patriarchat leiden.“ Die „dezidiert gesellschaftskritische, deutlich ins Hier und Heute reichende Lesart“ werde „von der mehr dramatisch-düsteren als sanfte Töne zu Rate ziehenden Musik wie den Leistungen der Interpreten getragen“, so die Thüringische Landeszeitung. Das Premierenpublikum zeigte sich über die Gesamtleistung begeistert. Das Foto (Ronny Ristock) zeigt Julia Gromball als Lucia und den Opernchor des Theaters Altenburg-Gera.

Zur Premierenübersicht