| 18.05.2012 |
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"Le nozze di Figaro" in Braunschweig - Eine ungewönliche Mozart/Da Ponte-Interpretation lieferte Regisseur Balász Kovalik in Braunschweig. Cherubino als Rapper…: Das sagt schon Vieles. Die Bühne zeigt zu Beginn eine Halfpipe mit ein paar Skatern, darüber hinaus vor allem Spanplatten mit Kisten, in denen sich die Darsteller zwischenzeitlich verstecken; ansonsten bleiben alle durchweg auf der Bühne präsent, als Mitspieler oder Zuschauer. "Erstaunlich ist: das Spiel zwischen Backförmchen und Sperrholzkiste (…), es wirkt selten lächerlich", schreibt die Braunschweiger Zeitung, die darüber hinaus lobende Worte für die musikalischen Ergebnisse des Abends findet: "Alexander Joel ist da mit seinen forschen Tempi der richtige Mann", heißt es über den musikalischen Leiter der Produktion. "Grundsätzlich stimmt die wilde Bewegtheit, zumal Joel in den Arien ganz bei den Sängern ist, sich um Weichheit und leise Töne bemüht". Und schließlich gibt es uneingeschränkte Begeisterung über die Solisten: "Und die Sänger sind fabelhaft." Viel Beifall gab es für alle Beteiligten, vor allem aber für die musikalische Leistung. Das Foto (Karl-Bernd Karwasz) zeigt Sarah Ferede als Cherubino, Rena Harms als Gräfin, Ekaterina Kudryavtseva als Susanna und Oleksandr Pushniak als Figaro.
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| 16.05.2012 |
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"Der fliegende Holländer" in Köln - Die Kölner Opernquerelen, der Hickhack um Finanzen und Verträge, die Unsicherheit bezüglich der kommenden Spielzeit: All dies kann offenbar die künstlerische Arbeit nicht beeinträchtigen. Man könnte fast meinen, dass die kulturpolitischen Diskussionen die Künstler auf und hinter der Bühne eher beflügeln, haben sie doch soeben einen "Holländer" auf die Bühne gebracht, der alle Achtung verdient. Die Erzählung des Holländers, der sehnsüchtig auf seine Erlösung durch eine treue Frau wartet, wurde in Köln von Dietrich W. Hilsdorf inszeniert. Die Kritiker beziehen größtenteils den Kölner Opern-Intendanten Uwe Eric Laufenberg in ihre Elogen gleich mit ein und heben seinen Part an der großartigen Gesamtleistung hervor. "Die Kölner Oper existiert momentan in zwei parallelen Welten… Die parallele Opernwelt (…) produziert schier unbeirrt erstklassiges Musiktheater… Unter Laufenberg hat die Kölner Oper sich zum Filetstück gemausert", ist in den Düsseldorfer Nachrichten zu lesen. "Auch musikalisch überwältigt der Abend: Markus Poschner peitscht die Ouvertüre zum Sturm auf", heißt es im Online Musik Magazin, welches in Regisseur Hilsdorf "vor allem einen Meister der Bühnensinnlichkeit, der seine Gedanken in schlagkräftige Konfigurationen und Tableaus übersetzt", erkennt. Fast alle Kritiker begeistern sich über die Leistung des Chores: "Klangprächtig zeigt sich der Opernchor", schreibt das Online Musik Magazin. "Großes Lob auch für den Chor und hier zumal für die Männer, die ihre Seemannsgesänge angemessen grob-rustikal intonieren", meint der Kölner Stadt Anzeiger, und der Bonner Generalanzeiger urteilt: "Der von Andrew Ollivant einstudierte Chor […] macht seine Sache ganz großartig." Schließlich berichtet das "Opernnetz" über "Andrew Ollivant, der Chor und Extrachor der Herren wieder einmal exzellent einstudiert hat. Der Grandseigneur der Chorleiter hat dafür gesorgt, dass die Chöre mit wunderbarer Präsenz daherkommen und sich in das Spiel einfügen, wie es wunderbarer nicht sein kann." Das Foto (Paul LeClaire) zeigt Gabi Dauenhauer als Samiel, Samuel Youn als Holländer.
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| 14.05.2012 |
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"Moskau Tscherjomuschki" an der Staatsoper Berlin - "Charlottengrad - ein partizipatives Projekt" ist die Produktion von Dmitri Schostakowitschs Musikalischer Komödie von "Moskau Tscherjomuschki" an der Berliner Staatsoper im Schillertheater überschrieben. Teilnehmer des Jugendklubs in der Staatsoper machten sich Gedanken über den Begriff der Heimat. 15 Mädchen und 8 Jungen schließlich setzten alles daran, Schostakowitschs Oper einzustudieren, die eine Geschichte aus Sowjet-Russland, eine Geschichte von Entwurzelung und Neuanfang erzählt. Gut die Hälfte der jungen Akteure haben einen so genannten Migrationshintergrund. Gemeinsam mit einem jungen und international besetzten jungen Sängerensemble brachten sie die Oper nun auf die Bühne. Die jungen Sänger des Projekts "Charlottengrad" überzeugten durchweg. Sie "sind der Motor und das Glück dieser Produktion. Dieser Projektchor ist eine Wucht", war im rbb zu hören. "Ein ganz und gar großartiger Projektkinderchor namens Charlottengrad streute in Schostakowitschs Plattenbau-Operette ‚Moskau Tscherjomuschki’ Konfetti, ließ Seifenblasen schweben und sang famos im Mao-Blaumann. Endlich wurde eine Berliner Repertoirelücke geschlossen", heißt es in der "Welt". Das Foto (Thomas Bartilla) zeigt Mitglieder des Projekts Charlottengrad als Chor der Mieter und Bauarbeiter.
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| 11.05.2012 |
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"Evita" in Neubrandenburg-Neustrelitz - Wie eine Heilige verehrt wurde die zweite Frau des ehemaligen argentinischen Staatspräsidenten, Evia Perón. Ihre fast märchenhafte, beeindruckende und auch tragische Geschichte hat Andrew Lloyd Webber zu einem seiner bekanntesten Musicals verarbeitet: heute ein Klassiker des Genres - mit dem Jahrhundert-Hit "Don’t cry for me Argentina" als musikalischer Höhepunkt. Jetzt hat Regisseur Reinhardt Friese "Evita" für das Theater Neubrandenburg-Neustrelitz inszeniert. Ein besonderes Angebot: Nach einigen Vorstellungen wurde zu Milongas, Tanzabenden für Tango-Liebhaber und solche, die es werden wollen, eingeladen. Unter den Tanzlehrern findet sich im Übrigen auch ein Musiker der Neubrandenburger Philharmonie und die Musikdramaturgin des Hauses. Offener Szenenapplaus und begeisterte Schluss-Ovationen waren die Belohnung für eine rundum gelungene Vorstellung. "Die Inszenierung von Reinhardt Friese beeindruckte vor allem durch die Stimmgewalt des rund 40-köpfigen Ensembles, zu der zwei Chöre beitrugen, und durch ein originelles Bühnenbild", schreibt die Ostsee-Zeitung. Katja Berg in der Titelrolle überzeugte das Premierenpublikum von Anfang bis Ende. Das Foto (Joerg Metzner) zeigt Che_Fabian Egli in der Bildmitte sowie Mitglieder des Opernchores und der Tanzkompanie Neustrelitz.
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| 08.05.2012 |
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"Manon" in Kiel - Jules Massenets meisterhaft melodramatische Musik wirke manchmal fast wie Filmmusik - bevor es sie gab: So lautet die Charakterisierung der Oper "Manon" im Beschreibungstext der Oper Kiel. Weltberühmt wurde der Roman "Manon Lescaut" von Abbé Prevost, der 1753 in Frankreich erschien. Massenet macht aus dem Stoff seine Opéra comique: Sie erzählt die Geschichte das jungen Adeligen Des Grieux, der Manon begegnet, ihr verfällt und mit ihr durchbrennt. Die junge verführerische Frau allerdings frönt weiter ihrer Lebens- und Liebeslust - die Geschichte endet tragisch. "Ein gut abgerundetes Regie-Konzept von Silvana Schröder, ein glänzendes Sängerensemble (…) sowie auffällig aktive Philharmoniker unter Leo Siberski bescheren dem Kieler Opernhaus (…) eine gefeiert aktualisierte Variante", schreiben die Kieler Nachrichten. Voll des Lobes für die Sänger ist auch die Schleswig Holsteinische Landeszeitung: "Sie alle und den - von Barbara Kler einstudierten - Chor hat Leo Siberski ganz auf Massenets Klangsinnlichkeit eingeschworen, wobei Leitmotive und instrumentale Personencharakteristik klar hervortreten." Das Foto (Olaf Struck) zeigt Tomohiro Takada sowie Mitglieder des Opernchors.
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| 08.05.2012 |
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"La Traviata" in Essen - Kaum zu glauben: Zunächst war "La Traviata", heute eine der meistgespielten Opern und immer gut für großen Publikumszuspruch, ein Flop. Die Uraufführung im Teatro La Fenice in Venedig geriet zum Fiasko. Schon kurze Zeit später allerdings begann die bis heute andauernde Erfolgsgeschichte des Werks, das nun am Aalto Theater Essen Premiere hatte. Zu Gast waren künftige Gestalter des Münchner Gärtnerplatztheaters: Josef Ernst Köpplinger führte Regie, Alfred Schreiner zeichnete für die Choreografie verantwortlich. Köpplinger verlegt die Oper in die Zeit um 1920 und erzählt sie als Rückschau: Violetta liegt im Krankenbett und gibt sich ihren Erinnerungen an die kurze und tragische Liebe ihres Lebens hin. Die Regie-Idee des zukünftigen Münchners lässt allerdings Fragen offen. "Was wirklich berührt ist nur die Musik, nicht die Inszenierung. Den größten Anteil daran hat GMD Stefan Soltesz mit seinen Essener Philharmonikern", schreibt die Emsdettener Volkszeitung, die auch lobende Worte für die anderen Sänger hat. Herausragend dabei Aris Argiris als Germont, den das Blatt als "Star des Abends" herausfiltert: ein Germont, "der die beiden Liebenden mit so balsamischen Klängen auseinander bringt, dass das Publikum ihm anschließend zu Füßen liegt." Das Foto (Jörg Landsberg) zeigt Rainer Maria Röhr als Gastone sowie Mitglieder des Opernchors.
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| 04.05.2012 |
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"Rusalka" in Gelsenkirchen - "Rusalki" heißen Fabelwesen in der tschechischen Sagenwelt. Mit ihrem unheimlichen Gelächter stürzen sie die Männer ins Unglück. Antonín Dvorák hat tschechische Sagen sowie Andersens Märchen von der kleinen Seejungfrau seiner "Rusalka" zu Grunde gelegt, der einzigen seiner Opern, die bis heute erfolgreich ist. Die Nixe Rusalka lässt sich aus Liebe zum Fürsten auf einen grausamen Handel mit der Hexe Jezibaba ein: Wenn der Fürst ihre Liebe nicht erwidert, muss er durch ihre Hand sterben. Und obwohl er schließlich seine wahre Liebe zu Rusalka erkennt, nimmt die Geschichte ein trauriges Ende: er stirbt in den Armen der Geliebten. Regisseurin Elisabeth Stöppler und Bühnenbildnerin Annett Hunger haben sich für einen lehren Bühnenraum mit wenigen Requisiten entschieden. Die eigentlich märchenhafte Erzählung über die liebende Wassernixe gerät hier zum Albtraum. "Die Inszenierung um diese Sehnsucht gerät packend, vor allem im zweiten Teil bildgewaltig und anrührend", heißt es in der WAZ. Musikalisch ließ die Premiere nichts zu wünschen übrig. "Wann hört man Dvoráks ‚Rusalka‘ je so intim ausgeleuchtet, so delikat mit böhmischer Würze durchtränkt und so lodernd vor leidenschaftlichem Furor?", fragt die Recklinghäuser Zeitung. Die Reduktion der Inszenierung erlaubt die Konzentration auf die Musik: "Im Musiktheater im Revier Gelsenkirchen ist nun eine Aufführung zu erleben, die sich ganz auf diese enorme musikalische Qualität konzentriert: sie wird bestimmt vom Dirigenten Rasmus Baumann, der die Philharmonie Westfalen ebenso wie das Gesangsensemble in eine musikalische Intensität zu bringen vermag, die kaum zu überbieten ist", urteilen die Ruhr Nachrichten. Am Ende einige Buh-Rufe für die Regisseurin, die sich aber auch über viel Zuspruch freuen durfte. Begeisterter Applaus für die musikalische Leistung. Foto: Pedro Malinowski
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| 02.05.2012 |
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"Lohengrin" in Wiesbaden - Marc Piollet verabschiedete sich mit Wagners "Lohengrin" in seiner Eigenschaft als GMD von der hessischen Landeshauptstadt. Kirsten Harms wiederum, die Ex-Intendantin der Deutschen Oper Berlin, schaffte es in Wiesbaden wieder einmal, die Meinungen zu polarisieren. "Es ist ihre beste Inszenierung seit langem", schreibt "Die deutsche Bühne", "eine teilweise regelrecht dilettantische Personenführung" attestiert ihr wiederum der "Wiesbadener Kurier". Das Publikum sah es ähnlich: Beifallsbekundungen wie Buh-Rufe gab es zum Abschluss der Premiere. Die Herren des Hofstaates von König Heinrich I. werden in Frack und Zylinder dargestellt, die Frauengestalten Elsa und Ortrud, deren Gegensätze im Schwarz-Weiß-Kontrast deutlich werden, zeigen aber doch auch Gemeinsamkeiten in ihrer tiefen Feindschaft. Von einer "einer ausgezeichneten Orchesterleistung mit einem herausragend musizierten Vorspiel" schreibt der "Wiesbadener Kurier". "Die deutsche Bühne" meint, dass "GMD Marc Piollet mit dem brillant spielenden Orchester eine wunderbar facettenreiche Interpretation gelingt". Und weiter: "Und der von Anton Tremmel einstudierte Chor schließlich, dem Kirsten Harms mit ihren frontalen Aufmärschen das Sängerleben versüßt, ist mit präziser Durchschlagskraft am Werk." Foto: Lena Obst
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| 30.04.2012 |
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"Lucia di Lammermoor" in Cottbus - Als "semiszenische Aufführung" hatte das Staatstheater Cottbus die "Lucia di Lammermoor" von Gaetano Donizetti angekündigt. Der Rezensent vom rbb meint dazu: "Im Zentrum des Abends stand ganz Donizettis unverstümmelte Musik. Die entschuldigend klingende Bezeichnung "semiszenische Aufführung" wäre gar nicht nötig gewesen." Die Oper, deren Libretto nach dem Roman von Sir Walter Scott entstand, erzählt eine düstere Liebesgeschichte, deren Protagonisten aufgrund von Intrigen und Habgier der sie umgebenden Menschen erst im Tod zueinander finden. Lucias Bruder Enrico weiß eine Heirat der Schwester mit dem geliebten Edgardo zu verhindern, löst damit Mord und Selbstmord aus und ist am Ende selbst ein Verlierer. "Enrico hat alles verloren. Der Chor, die Solisten, die Musiker und auch der Regisseur Hauke Tesch hatten indes alles gewonnen", schreibt die Lausitzer Rundschau. "Die Chorherren entfalteten in den Soldatenszenen eine martialische Klanggewalt; gemeinsam mit den Frauenstimmen tönten ‚Ritter und Edeldamen‘ homogen, intensiv und genau", heißt es dort weiter. Der Chor "sprudelte (…) auch diesmal vor Spielfreude." Belohnt wurde die Premiere von lang anhaltendem Applaus mit standing overations. Das Foto (Michael Helbig) zeigt James Elliott als Lord Arturo Bucklaw und Mitglieder des Staatsopernchores Cottbus.
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| 26.04.2012 |
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"A sort of" in Nürnberg - Nürnbergs Ballettchef Goyo Montero hat erneut einen Ballettabend geplant, der über die regionalen Grenzen hinaus für Aufmerksamkeit und Begeisterung sorgt. Gleich zwei renommierte schwedische Choreografen hat er in die fränkische Metropole eingeladen: Mats Ek und Johan Inger. Ek zeigt eine Choreografie zu Musik des polnischen Komponisten Henryk Mikolaj Górecki. Das Stück beinhaltet Episoden von menschlichen Beziehungen, Annäherungsversuche, ein Spiel mit Identitäten und ihren Auflösungen. Zwei Paare stellen den Wechsel zwischen Liebe und Aggression, Zärtlichkeit und Kampf dar. Eks Landsmann Johan Inger zeigt zu den pulsierenden Rhythmen von Maurice Ravels "Bolero" eine getanzte Komödie und balanciert zwischen Witz und Ernst gekonnt hin und her. "Goyo Monteros Ballett-Compagnie ist auf dem besten Weg zu internationaler Reputation", lautet der Kommentar in den Nürnberger Nachrichten: "Ein elektrisierender, bildermächtiger Abend, den das konditionsstarke Ensemble mit Bravour bewältigte." Der Bayerische Rundfunk bilanziert: "Eine erfrischende Brise schwedischer Tanzfreiheit, die durchs Nürnberger Staatstheater weht." Das Foto (Bettina Stöß) zeigt eine Szene aus Mats Eks Choreografie "A sort of ..." mit Sayaka Kado und Saul Vega.
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| 23.04.2012 |
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"Lohengrin" an der Deutschen Oper Berlin - An der Neu-Inszenierung des "Lohengrin" an der Deutschen Oper Berlin scheiden sich die Geister des Publikums wie der Presse. Begeisterten Applaus ebenso wie Buhrufe gab es nach der Premiere für die Interpretation des dänischen Regisseurs Kaspar Holten. "Man hört förmlich, wie Götz Friedrich sich stöhnend in seinem Grab umdreht", lautet das vernichtende Urteil im Berliner "Tagesspiegel". Der Rezensenten-Kollege der Berliner Zeitung ist anderer Meinung: "Holtens Inszenierung wagt nichts weniger als die Umwertung des Helden. Das tut er so überlegt, dass der ‚Lohengrin‘ in seiner politischen Komplexität durchsichtig wird", heißt es dort. Als "ziemlich halbgar" wird die Inszenierung in der "Welt" eingestuft, im Deutschlandradio wiederum als "wohl wichtigste Wagner-Inszenierung der letzten Jahre". Als Kriegsoper, in der es vor allem um die Macht geht, hat Holten die Wagner-Oper inszeniert. Am Anfang steht ein Feld voller Leichen, in dem Frauen nach ihren Lieben suchen. Lohengrin wird als charismatische Führerfigur dargestellt, der zu herrschen, aber auch zu manipulieren weiß. Charismatisch ist auch sein Darsteller, der kurzfristig eingesprungene Klaus Florian Vogt, eine Idealbesetzung für die Rolle. Für den Chor finden die Rezensenten nur lobende Worte: Vom "von William Spaulding einmal mehr grandios einstudierten hammerwuchtigen Chor" ist die Rede ("Märkische Allgemeine"), von den "stimmstarken Chören" (SZ), von der "berückend konzentrierten Leistung" des Chores ("Tagesspiegel"). Über die Qualität der Kollektive schreibt die "Berliner Morgenpost": "Donald Runnicles versteht das Orchester zu begeistern. Es spielt ausdruckssatt und temperamentvoll, und mit gleichen Kräften wirft sich auch der Chor ins Zeug. Die Aufführung klingt nach Größe." Foto: Marcus Lieberenz
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| 20.04.2012 |
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"Ios Passion" in Magdeburg - 2004 komponiert und an der Aldeburgh Almeida Opera uraufgeführt erlebte "Ios Passion" von Harrison Birtwistle nun am Theater Magdeburg die deutsche Erstaufführung. Das Theater setzte damit seine Kammeropernreihe im Schauspielhaus erfolgreich fort. Ein Aufeinandertreffen griechischer Mythologie mit der Neuzeit wird hier in sieben Teilen thematisiert. Durch eine Liebesbegegnung erwachen in einer antiken Ausgrabungsstätte die Götter zu neuem Leben. Die Geschichte von Zeus und seiner Geliebten Io, die der Göttervater zum Schutz vor seiner Gattin Hera in eine weiße Kuh verwandelt, die dann aber von der Nebenbuhlerin gejagt wird, verfolgt nun die Protagonisten der Gegenwart. Die Magdeburger Inszenierung hat diese Kammeroper erfolgreich gemeistert. "Regisseur Oliver Klöter sowie der musikalische Leiter Jovan Mitic haben diese Grundintention von Birtwistle sehr ernst genommen, ohne ihr sklavisch zu verfallen. Das hat der Inszenierung sehr gut getan", schreibt die "Volksstimme". Das Experiment festige "den inzwischen weit über die Landesgrenzen gedrungenen Ruf des Magdeburger Theaters, auch in der zeitgenössischen Musikinszenierung ein gewichtiges Wort mitzureden." Das Premierenpublikum spendete viel Beifall. Foto: Nilz Böhme
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| 17.04.2012 |
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"Peter Grimes" in Trier - Eine neue Inszenierung der großen Oper von Benjamin Britten über den Fischer Peter Grimes, der in Verdacht gerät, einen Lehrling fahrlässig getötet, den zweiten misshandelt und schließlich ebenfalls getötet zu haben, hat jetzt das Theater Trier gewagt. Die Oper des englischen Komponisten, uraufgeführt unmittelbar nach dem Ende des zweiten Weltkriegs in London, steht in dieser Spielzeit auf dem Spielplan mehrerer mittlerer und kleiner Häuser. Sie alle haben bisher bewiesen, dass große Choropern nicht den "Großen" vorbehalten bleiben sollten. Mit viel Engagement und großem Erfolg hat die Bühne in Trier diese Herausforderung gemeistert. Von "einem Theater-Abend, der nur Superlative verdient," berichtet der "Volksfreund". Von einem "Glücksfall, rundherum" und von einem "umwerfend starken Chor (Leitung: Angela Händel), dem in dieser Oper entscheidende Bedeutung zukommt". "Der Chor singt und spielt mit Feuer und Begeisterung, bewältigt aber auch präzise alle Tücken der enorm schwierigen Partitur", heißt es in der gleichen Kritik. Der Kritik von "Opernfreund" mag man gleich entnehmen, dass der Chor hier die Hauptrolle spielt: so ausführlich wird dessen Rolle selten gewürdigt. "… überhaupt der Chor! Peter Grimes ist eine großartige Choroper, was der mit dem Extrachor verstärkte Opernchor (Einstudierung: Angela Händel) eindrucksvoll belegte", ist die Quintessenz dieser Betrachtungen. Für die Titelrolle konnte das Theater Trier den Tenor Gianluca Zampieri gewinnen, der der Figur nicht nur musikalisch, sondern auch szenisch zu großer Leuchtkraft verhilft. Regisseur Matthias Kaiser ebenso wie Dirigent Victor Puhl durften sich über einen durch und durch gelungenen Opern-Erfolg freuen. Das Foto (Friedemann Vetter) zeigt Carlos Aguirre als Ned Keene sowie Mitglieder des Opernchors und des Extrachors des Theaters Trier.
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| 17.04.2012 |
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"Die Sache Makropulos" in Frankfurt - Schon die deutsche Erstaufführung von Leos Janáceks Oper "Die Sache Makropulos" fand in Frankfurt statt. Nach einer weiteren Interpretation durch Ruth Berghaus und Michael Gielen im Jahr 1982 nahm sich nun, 30 Jahre später, der englische Regisseur Richard Jones in Frankfurt des Stoffes an. Erzählt wird die Geschichte einer jungen Frau, die vor mehr als 300 Jahren als Testperson für einen lebensverlängernden Trank herhalten musste und seitdem in verschiedenen Figuren durchs Leben geht. Gespielt wird die Figur - von Elina Makropulos bis Emilia Marty - von Susan Bullock, die die Partie meisterhaft bewältigt. Aber auch ihre Mitstreiter auf der Bühne machen ihre Sache gut: "Neben ihr [Bullock] ein großartiges Ensemble", schreibt die FAZ. Und weiter: "Richard Jones übersetzt seine Gedanken zu dem Werk in klare Bilder und Aktionen… Aber er arbeitet auch mit den Sängern deren Rollenprofile einprägsam heraus." Unter der musikalischen Leitung von Friedemann Layer erhielt auch das Orchester großes Lob: "Unter dem Dirigat des versierten Friedemann Layer fand das Frankfurter Opern- und Museumsorchester zu einem dichten, geschlossenen Klangbild, das die individuelle Tonsprache Janáceks glänzend ins Licht rückte", schreibt die Gießener Allgemeine. Viel Beifall für eine unterhaltsame Inszenierung! Das Foto (Barbara Aumüller) zeigt Susan Bullock (Emilia Marty) und Paul Groves (Albert Gregor).
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| 16.04.2012 |
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"Parsifal" in Kassel - Kontroverse Eindrücke vermittelte die "Parsifal"-Inszenierung von Helen Malkowsky am Staatstheater Kassel. Schon während des Vorspiels erlebt das Publikum blutige Filmprojektionen: Es ist das Blut von Amfortas, dem König der Gralsburg, dessen nicht verheilende Wunde nur ein "reiner Tor" heilen kann. Jahre des Umherirrens vergehen, bis es Parsifal endlich gelingt, Amfortas zu retten und selbst König der Gralsburg zu werden. Die Regieführung hinterließ gemischte Gefühle, musikalisch überzeugte das Kasseler Ensemble: "Dem Rätselraten über den Sinn dieser Inszenierung kann man sich aber ziemlich schnell entziehen, wenn man sich der Sogwirkung der Wagnerschen Musik hingibt. Die lässt Generalmusikdirektor Patrik Ringborg am Dirigentenpult wärmstens glühen und strömen", heißt es im Göttinger Tageblatt. Der neue Merker hat lobende Worte für den Chor: "Präzise, dynamisch exakt und, wenn nötig, gewaltig sangen Chor und Extrachor in der Einstudierung von Marco Zeiser Celesti." Und auch die HNA meint: "… Zumal auch der Opern- und Extrachor sowie der Kinderchor Cantamus bestens agierten." Neben dem Chor überzeugten die Solisten, allen voran Christian Elsner in der Titelpartie: "Eine Klasse für sich" urteilt die HNA. Die Westfälischen Nachrichten immerhin lassen auch die Inszenierung gelten: "Das Staatstheater Kassel hat am Karfreitag eine aufsehenerregende Deutung von Wagners Spätwerk herausgebracht." Am Ende gab es einhelligen Applaus für die musikalische Leistung, gespaltene Meinungen zur Regie. Das Foto (N. Klinger) zeigt Damen des Staatsopernchors.
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| 13.04.2012 |
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"Lohengrin" in Karlsruhe - Lohengrin im Fußballstadion: das ist zumindest gewöhnungsbedürftig. Regisseurin Reinhild Hoffmann überzeugte mit ihrer eigenwilligen Deutung der Wagnerschen Oper, die - laut Ankündigung des Badischen Staatstheaters - den Auftakt zu einem Wagner-Zyklus in Karlsruhe bildete, nicht unbedingt. Immerhin, die Badischen Neuesten Nachrichten urteilen: "Nicht zuletzt aufgrund der schlüssigen Personenführung, des von [Justin]Brown großartig durch alle Stimmungslagen geführten Chors und Orchesters (…) ist man ja gewillt, sich auf das ‚Spiel‘ zwischen Sportplatz und Turnhalle einzulassen." Weiter heißt es dort: "Brown bezieht die Partitur sensibel auf die Szene, verliert sich niemals in der Eigendynamik." Lohengrin, der traurige Held, wird von Lance Ryan gesungen, der einige Jahre Mitglied des Karlsruher Ensembles war, bevor er eine Welt-Karriere startete. Seine künstlerische Leistung war unangefochten, als "Star des Abends" bezeichnet die Stuttgarter Zeitung allerdings den Bariton Jaco Venter, der den Telramund sang. Dass eine eher statische Inszenierung der Leistung des Chors keinen Abbruch tun konnte, vermerkt der Mannheimer Morgen: "Von der legendären Folkwang-Choreographin hatte man zumindest einen guten Umgang mit den (in Karlsruhe gewaltigen) Chormassen erwartet. Fehlanzeige: aufs Podest gestellt wird somit immerhin die musikalische Wirkung des exzellenten Chorgesangs (Einstudierung: Ulrich Wagner)." Ein durchwachsener Abend mit musikalischen Spitzenleistungen! Das Foto (Jochen Klenk) zeigt den Badischen Staatsopernchor, Jaco Venter als Telramund und Lance Ryan als Lohengrin.
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| 11.04.2012 |
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"Lulu" an der Staatsoper Berlin - David Robert Coleman, Komponist und musikalischer Assistent der Berliner Staatsoper, hat aus dem Material, das Alban Berg zu seiner unvollendeten Oper "Lulu" hinterließ, eine eigene Ergänzungs-Fassung für die Staatsoper geschrieben. Diese kam nun im Ausweichquartier im Schillertheater zur Aufführung. Regisseurin Andrea Breth, die im Jahr 2011 schon den "Wozzeck" für das Haus inszenierte, übernahm nun - wiederum erfolgreich - die Regie bei der zweiten Oper Alban Bergs über die verführerische Lulu, die die Männer fasziniert, ihnen aber nur Unglück bringt. Reihenweise gehen sie zugrunde, bevor Lulu selbst einen gewaltsamen Tod erleidet. Der Hauptfigur wird sängerisch wie spielerisch eine Menge abverlangt. Mit Mojca Erdmann hat man eine mehr als würdige Besetzung gefunden. Die Sängerin, die auch für zeitgenössische Werke als Spezialistin gilt, begeisterte auf ganzer Linie. "Wahrscheinlich hat Alban Berg selbst nicht geglaubt, dass irgendeine Sängerin alles singen kann, was er in die Rolle seiner Lulu hineingeschrieben hat. Er kannte Mojca Erdmann nicht", schreibt die taz. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung erweitert das Lob auf das gesamte Ensemble: "Das Sängercasting ist absolut osterfestspielwürdig", heißt es dort. Die Süddeutsche Zeitung lobt die musikalische Leistung des Orchesters unter Dirigent Daniel Barenboim: "Die Staatskapelle agiert prägnant und solistisch wie ein Kammerensemble, dröhnt aber auch, tänzelt, lockt, droht, kreischt, betört, täuscht…" Lobende Worte auch über die Inszenierung: "Andrea Breths Inszenierung gehört zum Intensivsten, was zur Zeit auf Berliner Opernbühnen zu sehen ist", ist in der Frankfurter Rundschau zu lesen. Foto: Bernd Uhlig
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| 10.04.2012 |
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"Sacre" und "Verklärte Nacht" in Eisenach - Das Landestheater Eisenach steht vor dem Aus. SPD und CDU streiten im Land Thüringen erbittert und schieben sich den Schwarzen Peter gegenseitig zu. Derweil müssen die Eisenacher Bürger um ihr Theater bangen, weil die Kommune den Eigenanteil von 2 Millionen Euro nicht mehr tragen kann, das Land diesen Finanzierungspart aber nicht übernehmen will. So war es bei der Premiere von Andris Plucis Ballettabend im Landestheater, einer Kombination von Strawinskys "Sacre" mit Schönbergs "Verklärte Nacht" sicher in erster Linie die Begeisterung über das künstlerische Ergebnis, daneben aber auch eine Solidarerklärung der Zuschauer, als sie am Ende Stehende Ovationen und begeisterte Beifallsbezeugung für die Akteure bereit hielten. "Ja, das kleine Landestheater kann wirklich große Dinge schaffen", ist auf "Südthüringen.de" zu lesen, und: "So überzeugend-gewaltig wie bei Plucis und Ptashnikov kommt das ‚Sacre‘ selbst auf größten Bühnen nicht rüber." Die Thüringer Allgemeine konstatiert: "Die Kunst besteht darin, Kunst zu zeigen auch unter diesen Bedingungen. Eisenachs Ballettkompanie beherrscht ihre Kunst: Sie zeigt einen starken Tanztheaterabend, dem keinerlei routiniertes ‚The show must go on‘ anzumerken ist." Auch die Landeskapelle Eisenach zeigte eine herausragende Leistung. Sie "macht das Beste aus ihrer chronischen Unterbesetzung" (Thüringer Allgemeine). Nur in einer speziell genehmigten Fassung konnte ‚Le Sacre du Printemps‘ mit dem vergleichsweise kleinen Orchester realisiert werden. Für den erkrankten Eisenacher GMD Carlos Domínguez-Nieto übernahm Oleg Ptashnikov die musikalische Leitung. Foto: C. Hölting
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| 05.04.2012 |
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"Tristan und Isolde" in Würzburg - Gespaltene Reaktionen ruft die Neu-Inszenierung von "Tristan und Isolde" am Mainfrankentheater Würzburg hervor - beim Publikum, das Buh- wie Bravo-Rufe für das Regieteam bereit hielt wie in der berichtenden Presse. Von "befremdlichen Bildern der Regie" ist im Bayerischen Rundfunk zu hören. Die Fränkischen Nachrichten wiederum schreiben: "Es war eine düstere Deutung der Tristan-Handlung durch Hermann Schneider, der ein durchdachtes Konzept zugrunde lag." Gleichgültig ließ diese Inszenierung niemanden. Das große Liebesduett im 2. Akt zeigt eher die ersehnte denn die reale Liebe: Tristan und Isolde schauen sich kaum an, berühren sich nicht, die Liebe bleibt für den Zuschauer Imagination. Lob gab es für die musikalische Leistung. Im BR hieß das so: "Musikalisch gerät der Abend zu einer kleinen Sensation. GMD Enrico Calesso ringt der Partitur mit dem Philharmonischen Orchester Würzburg Phrasen von solcher Innigkeit ab, von Rauschhaftigkeit und zugleich einem Zauber, einer Zartheit, die sonst von großen Orchestern zu erwarten ist." Die Mainpost berichtet von "heftigen Applaus für Sänger, Männerchor, Orchester und Dirigenten". Und das abschließende Fazit der Fränkischen Nachrichten klingt geradezu euphorisch: "Würzburg hat mit ‚Tristan und Isolde‘ unüberhörbar ein (weiteres) Juwel in seinem Repertoire." Foto: Falk von Traubenberg
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| 03.04.2012 |
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"Peter Grimes" in Münster - An "Peter Grimes", Benjamin Brittens große Choroper, wagen sich in dieser Spielzeit gleich mehrere Häuser, die nicht zu den "Großen" gehören. Jetzt haben auch die Städtischen Bühnen Münster in einer Inszenierung von Andreas Baesler die düstere Geschichte vom Fischer Peter Grimes und seinen Lehrjungen ins Repertoire aufgenommen - mit großem Erfolg. Peter Grimes, der Außenseiter, dessen Lehrjunge auf mysteriöse Weise ums Leben gekommen ist und der deshalb von der Dorfgemeinschaft angeklagt wird, ist eine zwielichtige Gestalt, dessen Schuld oder Unschuld nicht bis ins Letzte geklärt werden kann. Der Komponist Benjamin Britten hat in seiner Oper vor allem den "Kampf des Einzelnen gegen die Masse" gesehen. Das Stück endet in der Katastrophe - nicht so die Premiere in Münster, die vom Publikum und von der Presse bejubelt wurde. Wenn in einer Rezension der Chor als "Held" bezeichnet wird, will das etwas heißen: "Eigentlicher ‚Held‘ der Aufführung ist allerdings der Chor - und was Dirigent Fabrizio Ventura mit ihm und dem Orchester veranstaltet", schreiben die Westfälischen Nachrichten. Und: "Der von Karsten Sprenger brillant präparierte Chor mit Extrachor der Städtischen Bühnen füllt das Haus mit einer Wucht, die einen tatsächlich um den armen Grimes bangen lässt." Auch die Münstersche Zeitung findet lobende Worte für den Chor: "Die Chöre bewältigen ihre mörderischen Aufgaben mit Bravour", ist dort zu lesen. Auch die Sänger, das Orchester und die Inszenierung stoßen auf einhellige Würdigung. Ein geglücktes Wagnis in Münster! Das Foto (© Michael Hörnschemeyer) zeigt Gundula Schneider als Mrs. Sedley, Chor- und Ensemblemitglieder.
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| 30.03.2012 |
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"Susannah" in Hagen - Carlisle Floyds Oper "Susannah" wurde nach de Uraufführung 1955 mehr als 800 mal gezeigt und war damit nach Gershwins "Porgy and Bess" die zweiterfolgreichste amerikanische Oper überhaupt. Schon zu Lebzeiten des Komponisten war sie fester Bestandteil im Kanon des Musiktheaterrepertoires. In Hagen wurde jetzt eine schlichte, reduzierte Inszenierung von Roman Hovenbitzer gezeigt und mit Standing Ovations begeistert gefeiert. Im Zentrum steht die naive und unschuldige Susannah, deren Schönheit ihr zum Verhängnis wird, weil Missgunst, Eifersucht und sexuelle Phantasien sie verfolgen. Die junge amerikanische Sopranistin Jaclyn Bermudez bewältigte die Rolle in Hagen perfekt. "Bermudez vereint jugendliche Frische und lyrische Ausdruckstiefe in der Stimme mit großer Präsenz und Leidenschaft auf der Bühne", schreiben die Ruhrnachrichten. Die Regieleistung wird von der "Deutschen Bühne" gelobt: "Vater des Erfolgs ist Regisseur Roman Hovenbitzer", heißt es dort. Und vor Begeisterung sprüht der Kommentar auf "Der Westen": "In dieser Produktion stimmt einfach alles: Ein herausragendes, hochmotiviertes Ensemble, eine kluge Regie und ein geniales Bühnenbild verbinden sich zu einem nachhaltig berührenden Abend." Das Foto (© theaterhagen | Foto Kühle) zeigt Jaclyn Bermudez in der Titelrolle und Rainer Zaun als Wanderprediger Olin Blitch.
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| 27.03.2012 |
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"Brundibar" in Gera - "Ihr müsst auf Freundschaft bau´n, den Weg gemeinsam geh´n, auf eure Kraft vertrau´n und zueinander steh´n." Das ist die Schlussbotschaft in der Kinderoper "Brundibár", deren Historie allein schon berührt: 1938 von dem tschechisch-deutschen Komponisten Hans Krása komponiert erlebte sie ihre Uraufführung im jüdischen Kinderheim in Prag. Anschließend wurde sie mehr als 50 Mal im Konzentrationslager Theresienstadt durch die dort eingesperrten Kinder aufgeführt und gab ihnen einen kleinen Teil ihrer Lebensfreude und ihrer Hoffnung zurück. In den 1990-Jahren wieder belebt wird die Oper, die den Sieg der Kinder Aninka und Pepiček und ihrer Freunde über den bösen Leierkanstenmann Brundibár erzählt, heute vielfach aufgeführt. So auch in Gera am Theater&Philharmonie Thüringen. "Eine herzhafte Freude wars, den kleinen, großen und größeren Kindern zuzusehen, die im Kinderchor des Theaters Gera eine künstlerische Heimat gefunden haben und nun mit viel Spieltrieb, Temperament und großem Respekt gegenüber der Aufgabe über die Bühne wirbelten", schreibt die Thüringer Landeszeitung. Und: "Die Regisseurin Cornelia Poppe hatte ihnen eine unverwüstliche, doch wohlkontrollierte Spiellaune eingepflanzt." Musikalisch geleitet wurde die Kinderoper von Ueli Häsler. Die kleinen und großen Premierenzuschauer applaudierten begeistert.
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| 26.03.2012 |
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"Parsifal" in Detmold - Richard Wagner wollte sich den "Parsifal" für die "höchste Reife" ersparen und "den Kern der Religion retten". Katholisch-religiös geht es auch in der Detmolder Inszenierung von Kay Metzger zu. Der Intendant des Landestheaters hat sich stark auf den religiösen Aspekt des Werkes konzentriert, zeigt zu Beginn die in der Religion erstarrten Gralsritter, die am Ende nicht mehr mit dem Schwert, sondern mit Brot und Wein in die Welt geschickt werden. Die Inszenierung kam beim Publikum gut an, die musikalische Leistung begeisterte, obwohl Uwe Sandner kurzfristig für den erkrankten Erich Wächter am Dirigentenpult einspringen musste. Länger als 15 Minuten applaudierte das Publikum und attestierte dem "kleinen" Landestheater, dass es durchaus Wagner-tauglich ist. Begeisterung auch in der Presse: "Eine homogene Leistung der Spitzenklasse: Hervorragende Sänger-Darsteller, ein blühendes Orchester und eine raffinierte Personenregie machten Richard Wagners ‚Parsifal‘ am Samstag zum Erlebnis", schreibt die Lippische Landes-Zeitung. "Der nicht enden wollende Beifall galt auch dem von Marbod Kaiser glänzend vorbereiteten, erweiterten Chor." Großes Lob für den Chor gab es allenthalben. "Stimmlich verzaubern die Chöre in der Einstudierung von Marbod Kaiser mit faszinierender Präzision, ausgeprägter Natürlichkeit und Lautstärkenwechseln, die eine zusätzliche Dramatik ermöglichen", heißt es zum Beispiel im Opernnetz. Das Foto (Landestheater/Worms) zeigt Johannes Harten als Parsifal und Blumenmädchen.
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| 24.03.2012 |
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"Der Mond" in Darmstadt - Freundlicher Beifall, wenn auch kein Jubel, war nach dem letzten Vorhang in Darmstadt zu hören. John Dew, der - ungeachtet der jüngsten Querelen am Staatstheater - soeben mit dem Preis der Carl-Orff-Stiftung geehrt worden ist, hat sich in dieser Spielzeit das Opernwerk des Komponisten vorgenommen, das neben dem populären Chorstück "Carmina Burana" oftmals ein Schattendasein führt. In der Geschichte vom gestohlenen und geteilten Mond, der, entführt in die Unterwelt, dort allerlei Chaos anrichtet und schließlich von Petrus persönlich an seinen rechten Platz zurückgebracht wird, ist ein Opernwerk für die ganze Familie. Bunt und anschaulich ist auch die Ausstattung, der Chor wird - einheitlich - in Baskenmützen und Kittel gekleidet (s. Foto). "Eine märchenhaft-reizvolle Interpretation des 1947 in Darmstadt erstaufgeführten Frühwerks, das gerade in unserer an fortschreitender Maßlosigkeit krankenden Zeit viel zu denken gibt", ist im Rhein-Main-Taunus-Onlinemagazin zu lesen, das auch dem Chor Beachtung schenkt: "Sauber und zuverlässig der von Markus Baisch einstudierte Chor und Kinderchor." Die Frankfurter Neue Presse urteilt: "John Dew (…) ist in seinem Element. Drollige Gartenzwerge bevölkern die Bühne, beherbergt in einer altdeutsch-windschiefen Weinschänke, lustig ausgerichtet durch mal folkloristische, mal slapstick- und revueartige Choreografien..." Zur musikalischen Leistung ist hier zu lesen: "Lukas Beikircher steuert Solisten, Chor und Orchester sicher durch die Orffschen Rhythmen." Das Foto (Barbara Aumüller) zeigt Damen und Herren des Chores sowie den Kinderchor.
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| 22.03.2012 |
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"Boris Godunow" in Hof - Es ist eine düstere Geschichte von Alexander Puschkin, die Modest Mussorgsky zur Vorlage für seine wohl bekannteste Oper "Boris Godunow" gewählt hat. Der rechtmäßige Thronfolger Dimitrij wird getötet, erst dadurch kann Boris Godunow den Zaren-Thron besteigen, fühlt sich aber durch den "Geist" des Getöteten verfolgt. In Wirklichkeit ist dies der Mönch Grigroij, der Boris nach Jahren seiner Herrschaft als Zarewitsch erscheint und ihn in den Wahn, schließlich in den Tod treibt. Die Regisseure Johannes Reitmeier und Urs Häberli sowie Dirigent Arn Goerke haben sich in Hof für die Urfassung der Oper entschieden, die erheblich kürzer ist als die zweite bekanntere Fassung. "In der Summe ein großer Abend", ist auf "inFranken.de" zu lesen. Und: "Wieland Satter in der Titelrolle und die weiteren Solisten, die Chöre sowie die Hofer Symphoniker bringen musikalisch beeindruckend auf den Punkt, was auch die Inszenierung schlüssig erzählt." Der Rezensent der "Frankenpost" stellt die Frage, wer die eigentliche Hauptrolle auf der Hofer Bühne spielt: "Allerdings: Hauptrolle? Wer wollte letztgültig entscheiden, wer die innehat? Geht nicht doch der Chor vor? Das Ensemble, von Michel Roberge einstudiert und trefflich - nicht zuletzt durch etliche Kinder - verstärkt, agierte seit Langem nicht und womöglich noch nie so mitreißend (…), stets klanglich rund und abwechslungsreich bis zur Hochdramatik, in Intonation und Aktion präzis und wohlkoordiniert." Begeisterter Applaus belohnte die Leistung aller Akteure. Das Foto zeigt Andrew Zimmermann als Fürst Wassili Iwanowitsch Schuiskij, Wieland Satter als Boris Godunow und den Opernchor.
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| 19.03.2012 |
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"Kátja Kabanová" in Oldenburg - Janácek-Opern stehen hoch im Kurs im Opern-Repertoire deutscher Stadt- und Staatstheater. In Oldenburg kam nun die Oper "Kátja Kabanová" auf die Bühne, die der tschechische Komponist nach "Jenufa" schrieb und mit der er zu einem der bedeutendsten Opernkomponisten seiner Zeit wurde. Im Theater Oldenburg, frisch renoviert, führte Lydia Steier Regie, sie legt die Handlung in den Anfang des 20. Jahrhunderts. "Kátja ist eine sehr kluge Frau, aber sie passt überhaupt nicht in ihre Zeit", sagt die Regisseurin über die Hauptfigur, die Boris liebt, aber mit dem reichen Kaufmann Tichon verheiratet ist, sich für kurze Zeit ihrer Liebe hingeben kann und schließlich an den gesellschaftlichen Konventionen zugrunde geht. Die tragische Geschichte wurde vom Oldenburger Publikum mit großem Wohlwollen aufgenommen. Und der Chor fand wieder einmal Anerkennung in der Presse: "Der Opernchor unter der Leitung von Thomas Bönisch ist wie gewohnt voll bei der Sache und besticht durch Konzentration und Geduld in der darstellerischen Arbeit. Hervorzuheben ist die beeindruckende Leistung der Sänger, die Oper auf Tschechisch einstudiert zu haben", heißt es auf opernnetz.de. Nicht zu vergessen das Oldenburgische Staatsorchester, das unter der Leitung von Thomas Dorsch eine großartige Leistung zeigte. Foto: Andreas J. Etter
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| 14.03.2012 |
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"Joseph Süß" am Gärtnerplatztheater München - Eine Münchner Erstaufführung hat das Staatstheater am Gärtnerplatz - kurz bevor es im Mai seine Tore für die Sanierung schließe muss - mit "Joseph Süß" von Detlev Glanert auf die Bühne gebracht. Glanert gehört zu den nicht gerade zahlreichen zeitgenössischen Komponisten, deren Werke auch nach der Uraufführung auf den Spielplänen bleiben. Das Münchner Publikum erlebte das Werk nun zum ersten Mal - und bejubelte eine höchst gelungene musikalische Leistung ebenso wie die überzeugende Regie-Arbeit des Erfurter Intendanten Guy Montavon. Glanerts Oper über das Schicksal des Joseph Süß Oppenheimer, der im 18. Jahrhundert lebte, am Hof des Herzogs von Württemberg erst eine machtvolle Position innehatte, nach dessen Tod aber diffamiert und schließlich gehenkt wurde, setzt erst ein, als Süß bereits im Kerker sitzt. Dem Menschen Joseph Süß wird in Glanerts Werk Gerechtigkeit zuteil, "ohne dass Glanert und seine Librettisten die Schattenseiten der Figur aussparen, um sie billig zu idealisieren", schreibt das Theater in seinem Programmtext. Die Realisierung am Gärtnerplatz wurde nicht nur von den Zuschauern, sondern auch von der Presse einhellig gefeiert. Der BR sprach von einem "dramaturgisch äußerst gelungenen, spannungsvollen Aufbau, der in den pausenlosen 90 Minuten auch musikalisch einen großen Sog erzeugt. (...). Eine wichtige Rolle spielt die barock gewandete, kaltheiße, dekadente Masse der Hofgesellschaft, von Guy Montavon klar umrissen in Szene gesetzt und blitzsauber ausgeführt von den Chorsolisten, die von Glanert gegen Ende zu massiven Hasstiraden von Orff'scher Dimension hochgepeitscht werden." Im Deutschlandradio klang es so: ""Dass das Gärtnerplatztheater mit ‚Joseph Süß‘ einen Triumph im Köcher hat (…) ist natürlich auch Dirigent Roger Epple und Chordirektor Jörn Hinnerk Andresen zu danken. Und dem exzellenten Ensemble." Das Foto (Hermann Posch) zeigt Thérèse Vincent, Stefan Sevenich, Gary Martin, Thomas Peters und Mitglieder des Ensembles.
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| 11.03.2012 |
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"Das schlaue Füchslein" in Leipzig - Gewagte Interpretation der Oper von Leos Janácek, die eigentlich zwei Parallelwelten nebeneinander darstellt: die Natur mit ihrem Werden und Vergehen und die menschliche Welt, die letzten Endes nichts anderes ist. Janáceks Werk sei "eine sommernächtliche Hymne an die Natur und die Liebe", schreibt die Oper im Programmtext. Regisseurin Lotte de Beer hat das Geschehen in ein Alters- und Pflegeheim verlegt. Das fand im Publikum nicht nur Anerkennung: Buh-Rufe und begeisterter Applaus hielten sich die Waage. Nur teilweise überzeugte die eigensinnige Deutung der jungen Regisseurin. Einstimmige Anerkennung fand aber die musikalische Leistung beim Publikum. "Dass diese unkonventionelle Deutung in ihrer szenischen Umsetzung trägt, ist in erster Linie auch einem motivierten, höchst spielfreudigen Ensemble zu verdanken", schreibt "Der neue Merker". Nicht nur die Solisten, auch die Kollektive dürfen sich über ein überzeugtes Lob freuen: "Das Gewandhausorchester beweist unter seinem ständigen Gastdirigenten Matthias Foremny, dass es mit seinem dunklen, erdigen Klangideal auch für das slawische Repertoire prädestiniert ist", heißt es, und: "Chor und Kinderchor der Oper Leipzig überzeugen mit Spielfreude." Foto: Andreas Birkigt
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| 09.03.2012 |
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"Jenufa" an der Deutschen Oper Berlin - Die Premiere von Janàceks "Jenufa" an der Deutschen Oper Berlin hat ein überwältigendes Presse- und Medienecho hervorgerufen. Mit wenigen Aussagen kritischer Stimmen ist die Reaktion auf die Inszenierung Christof Loys wie auf die musikalische Gestaltung durch Donald Runnicles anerkennend bis überschäumend begeistert. Die düstere Geschichte (im kargen Bühnenbild) von der unerwiderten Liebe Jenufas, ihrer ungewollten Schwangerschaft, ihrer Schande bis hin zum Kindsmord durch die Stiefmutter (welche Christof Loy in seiner Deutung in den Mittelpunkt des Geschehens rückt) wurde in Berlin kunstvoll und erfolgreich auf die Bühne gebracht. "Seltenes Glück: Christof Loy beschert der Deutschen Oper Berlin mit ‚Jenufa‘ eine restlos gelungene Regie", titelt die FAZ. Die ZEIT lobt den Dirigenten Donald Runnicles, der die Partitur "von Anfang an mit jenem Drang realisiert, der Details hervorbringt statt überfährt". "… eine Erholung, ein Labsal, eine Freude", schreibt die Berliner Zeitung, und würdigt die Chor-Leistung: "Das Orchester der Deutschen Oper und der sehr klar agierende und intonierende, von William Spaulding einstudierte Chor des Hauses zeigt sich unter Leitung von Donald Runnicles in bester Form." Geradezu aus dem Häuschen klingt die Kritik der Berliner Morgenpost: Das Publikum "applaudierte die Aufführung hinauf auf den Gipfel eines schier einzigartigen Erfolgs", heißt es da, und "das Prachtorchester" verwandele "die Oper (…) geradezu in eine Menschheitssinfonie, die träumen und fürchten macht". Der Kritiker des rbb urteilt: "Tatsächlich der rundesten Abenden einer, die ich an Berliner Opernhäusern überhaupt erlebt habe." Donald Runnicles Dirigat gilt hier eine leichte Kritik: "Nicht immer rhythmisch auf den Punkt, was anfangs auch für den sonst wundervollen Chor gilt." Das Foto (Monika Rittershaus) zeigt Michaela Kaune in der Titelrolle.
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| 06.03.2012 |
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"Blaubart" in Bremen - "Barbe-Bleue": eine Figur, die immer wieder Literaten wie Komponisten beschäftigt und zu neuen Deutungen der Ursprungs-Geschichte veranlasst hat. Dabei changiert vor allem das vermittelte Frauenbild: Von dem alles Übel verursachenden neugierigen Weibsbild bis hin zur emanzipierten und eigenständigen Frau, die sich aus der Dominanz der Männer befreit. Das Theater Bremen hat sich des Stoffes gleich in zwei Werken (und einem sich mit dem "Blaubart"-Stoff auseinandersetzenden, die Premiere begleitenden Symposium) angenommen. Béla Bartók hat seine einzige Oper ("Herzog Blaubarts Burg") dem Stoff gewidmet und die Unvereinbarkeit der Geschlechter in den Mittelpunkt gerückt. Seine Frauenfigur Judit verlangt nach Erkenntnis - und landet schließlich deshalb (wie ihre Vorgängerinnen) hinter Schloss und Riegel. Franz Hummel hingegen beschreibt in seiner Oper "Blaubart" die Befreiung der Protagonistin Dora von gleich drei Männern: ihrem Vater, dem Ehemann und von Sigmund Freud, dessen Behandlung sie - selbstbewusst - abbricht.
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| 05.03.2012 |
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"Sturmhöhe" in Freiberg - Der Roman "Wuthering Heights (Sturmhöhe) von Emily Bronte gilt als Klassiker der Weltliteratur. Es ist die Geschichte vom Findelkind Heathcliff und seiner Liebe zur Stiefschwester Catherine, welche nicht gelebt werden kann, von der Zerstörung zweier Familien und schließlich von einer Versöhnung in der dritten Generation. Carlisle Floyd, 1926 geborener amerikanischer Komponist, hat aus dem ersten Teil von Brontes Roman eine Oper gemacht (Libretto wie Musik stammen aus seiner Feder), die nun am Mittelsächsischen Theater (Freiberg-Döbeln) ihre europäische Erstaufführung erlebte: eine mutige Entdeckungsleistung, die sich gelohnt hat. Kleinere Theater zeigten oft viel mehr Entdeckerfreude als die großen Häuser, sagt auch Antje Müller vom Verlag Boosey&Hawkes; das berichtet der MDR. Und konstatiert: "Zumal man gerade am Mittelsächsischen Theater auf eine regelrechte Ausgrabungs-Tradition verweisen kann." Komponiert wurde das Werk Ende der 1950er-Jahre. Carlisle Floyd hat sich dabei an Komponisten seines Jahrhunderts orientiert, man erkennt Einflüsse Puccinis und Mahlers ebenso wie Kurt Weills. "Wuthering Heights" war Floyds zweite Oper, er schrieb sie, nachdem ihm mit "Susannah" ein sehr erfolgreicher Einstieg in das Genre gelungen war. Mit dem Folgewerk konnte er nicht an den ersten Erfolg anschließen; gerade deshalb ist das Verdienst des Mittelsächsischen Theaters zu würdigen, dieses eingängige wie eigenständige Werk des Amerikaners in Europa auf die Bühne zu bringen. Das Foto (Detlev Müller) zeigt Lilia Milek als Cathy) und Zsuzsanna Kakuk als Nelly).
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| 29.02.2012 |
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"Griselda" in Kassel - "Liebe wird hier zur Zumutung", schreibt das Staatstheater Kassel auf seine Webseite. Damit ist der Inhalt von Alessandro Scarlattis "Griselda", erst vor wenigen Jahren wiederentdeckt, nicht schlecht beschrieben. König Gualtiereo nimmt das Hirtenmädchen Griselda zunächst zur Frau, reagiert dann aber auf die Unmutsbekundungen aus dem Volk, verstößt und demütigt sie. Schließlich stellt sich heraus: Die schlechte Behandlung seiner Ehefrau war als Prüfung zu verstehen. Griselda steht trotzdem zu ihrem Mann und zu ihrer Liebe. Ob das hier vermittelte Frauenbild den aktuellen Ansprüchen der Frauenbewegung genügt, mögen andere entscheiden. Das Urteil in der Presse über die Kasseler Umsetzung der Oper ist einmütig positiv. "Eine meisterliche Umsetzung des spröden Opernstoffes" attestiert die TLZ dem Theater, "eine bestens disponierte Sängerschaft, das barock entflammte Staatsorchester Kassel unter Jörg Halubek und ein schnörkelloses, kraftvoll modern anmutendes Spiel in der zwingend ernsten Regie von Stephan Müller." Und die HNA meint: "Barockoper auf der Höhe der Zeit. Dynamisch. Szenisch und musikalisch stark. Hingehen!" Das Foto (N. Klinger) zeigt Nina Bernsteiner als Griselda und Elias Schuhmann als Everardo mit dem Bewegungschor.
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| 25.02.2012 |
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"Ariodante" in Ulm - Als "vielleicht virtuoseste und brillianteste Oper Händels" wird "Ariodante" im Programmtext des Ulmer Theaters bezeichnet. Die Uraufführung im Jahr 1735 fand im ersten Jahr statt, welches der Komponist an der Londoner Covent Garden Opera verbrachte, und gilt als Beginn seiner beeindruckenden Karriere in England und über die Grenzen hinaus. Aber erst in den 1970er-Jahren wurde es für die Bühne neu entdeckt. Erzählt wird die Geschichte der schottischen Königstochter Ginevra und ihrer Liebe zu Ariodante. Intrige, Lüge, Todesgefahr: Alle Unbillen werden schließlich überwunden, die Liebenden dürfen heiraten und die Königsherrschaft übernehmen. Am Ende wird die Bühne musikalisch mit dem Zuschauerraum verbunden: Doppelchöre erklingen von der Empore herunter und bewegen sich auf Sänger und Instrumentalisten auf der Bühne zu. Als "Ulmer Musiktheaterknüller" bezeichnet die Augsburger Allgemeine die Aufführung in der Inszenierung von Igor Folwill. Und: "Dabei besticht die Oper durch feingliedrige Instrumentalpartien, die Nils Schwekendiek seinen spritzigen Ulmer Philharmonikern auch ohne Taktstock bis in die zarten Verästelungen der Rezitative klangschön entlocken kann." Der SWR wiederum berichtet von der "erstaunlichen Leistung" aller Sänger und hat ansonsten positive Zuschauerstimmen eingefangen. Das "ging so richtig unter die Haut", meinte eine Besucherin. Und eine andere fand die Aufführung einfach "genial". Das Foto (Hermann Posch) zeigt (v.li.) Rochus Bliesener, Jeoung-Su Seo, Katarzyna Jagiello, Mitglieder der Statisterie und Yosemeh Adjei a.G.
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| 22.02.2012 |
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"Alessandro" in Karlsruhe - Eine große Herausforderung stellt die Rolle des Alessandro (Alexanders des Großen) für jeden Countertenor dar. Wohl auch deshalb wird die Händelsche Oper sehr selten gespielt, und wenn, dann meist gekürzt. Jetzt hat sich das Badische Staatstheater im Rahmen seiner Händel-Festspiele mit dem amerikanischen Countertenor Lawrence Zazzo an das "Dramma per musica in drei Akten" gewagt; begleitet wurde das Sängerensemble von den Deutschen Händel-Solisten. Die Regie trage "mit wenig Aktionismus die Musik auf Händen", schreibt die Rhein-Neckar-Zeitung. Und auch die Badischen Neuesten Nachrichten finden lobende Worte für die zurückhaltende Inszenierung: "Ganz sachte und unaufdringlich zogen der junge Regisseur Alexander Fahima und die Bühnenbildnerin Claudia Doderer in eine Szenerie aus abstrakter Kunst mit wohldosierten expressiven Gesten und symbolischen Details." Die deutsche Bühne online zieht den Vergleich zu anderen Händelfestspielen: "Damit hat das kleinste und jüngste der deutschen Händelfestspiele die Latte für die beiden älteren, routinierten Schwesterunternehmen ziemlich hochgelegt." Und noch einmal die Rhein-Neckar-Zeitung zur musikalischen Leistung: "Michael Form ist als Dirigent dieser Produktion in Bestform". Die Premiere wurde entsprechend bejubelt. Das Foto (Markus Kaesler) zeigt Rebecca Raffell als Cleone) und Lawrence Zazzo in der Titelrolle.
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| 21.02.2012 |
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"Die Fledermaus" in Halle - "Die Krone der Operetten" wird sie genannt und gilt als meist inszenierte Operette auf der ganzen Welt. Dennoch gelingt es Regisseuren immer wieder, der "Fledermaus" neues Leben zu geben. So auch Axel Köhler, dem Intendanten der Oper Halle, dessen Inszenierung in die Stadt Halle selbst führt. "Diese für Halle maßgeschneiderte Version funktioniert insgesamt fabelhaft", schreibt dazu die Leipziger Volkszeitung. Im Übrigen "auch, weil die erste Garnitur des Ensembles nicht nur exzellent sing, sondern auch hinreißend spielt". Die bekannte Geschichte vom Kommunalpolitiker Gabriel von Eisenstein und seinem Zwist mit Dr. Falke, der sich für erlittene Schmach rächen möchte, bietet immer wieder neue Gelegenheit, Witz und Spielfreude, aber auch musikalisches Können zu zeigen. So lobt die Mitteldeutsche Zeitung sowohl den "hervorragenden Gesang" wie die schauspielerischen Leistungen. "Geschickt versteht Regisseur Axel Köhler die Gratwanderung zwischen Politkabarett und Operettenseligkeit auszubalancieren", heißt es dort. Und "opernfreund.de" weiß zu berichten: "Sie alle" [gemeint sind die Solisten] "und der Chor der Oper Halle (Einstudierung: Jens Petereit) werden von Andreas Henning am Pult der Staatskapelle Halle zu schmissigem Gesang und flottem Tempo, aber auch der nötigen Walzerseligkeit inspiriert. Das Foto (Gert Kiermeyer) zeigt Marie Friederike Schöder, Gerd Vogel und Ásgeir Páll Ágústsson.
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| 16.02.2012 |
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"Das Fräulein von S." in Stuttgart - Die Werke von E.T.A. Hoffmann scheinen es dem Choreografen Christian Spuck angetan zu haben. Nachdem er vor sechs Jahren in Stuttgart den "Sandmann" choreografierte, machte er nun einen der ersten Kriminal-Klassiker zur Vorlage seiner neuesten Choreografie: "Das Fräulein von Scuderi"; bei Spuck heißt die Titelheldin kurz das "Fräulein von S.". Mit der Geschichte um die Dichterin Madeleine de Scudéry, die mysteriöse Morde, begangen vom Goldschmied Cardillac, aufdeckt und damit dessen zunächst verdächtigten Gehilfen vor der Todesstrafe rettet, feiert der gefeierte Choreograf seinen Abschied von Stuttgart. Er wechselt als Ballettdirektor nach Zürich. Die Figur des Fräulein von S. teilt Spuck in eine Tanz- und eine Schauspielrolle, wobei niemand geringeres als Marcia Haydée den getanzten Part übernimmt. "Dass Christian Spuck einer der originellsten zeitgenössischen Tanzkalligraphen ist, bezeugt sein ‚Fräulein von S.‘ über weite Strecken", urteilt die SZ. In der Stuttgarter Zeitung ist zu lesen: "Die Spannung bleibt (…) über die neunzig Minuten der Aufführung nahtlos erhalten." Über die Tänzer heißt es dort: "Ob Solisten oder Corps de ballet: das gesamte Ensemble tanzt ungeheuer ausdrucksstark und technisch brillant." Foto: Stuttgarter Ballett
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| 15.02.2012 |
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"Träumer.Tanzen.Lieder" in Dortmund - An einen zweiteiligen Ballettabend mit Choreografien von Mauro Bigonzetti und Christian Spuck hat sich das Theater Dortmund gewagt. "Der Schlaf der Vernunft gebiert Ungeheuer. Schreckliche. Aber auch liebenswerte. Sie alle irren durch das Spiegelkabinett der Träume auf der Suche nach ihrer Wirklichkeit." So beginnt die Beschreibung des Abends im Programmtext des Theaters. Bigonzetti ist dem Dortmunder Publikum bereits bekannt: Seine "Hommage à Bach" und die "Rossini Cards" sind dort noch in bester Erinnerung. Jetzt zeigte er also seine "Cantata", in der die Tänzer auf mehreren Ebenen gefordert sind: Sogar singen müssen sie. Und Folklore fehlt auch nicht in seiner Choreografie, die er als Hommage an die Kultur seiner Heimat Italien versteht. Christian Spuck hingegen verwandelt die Tänzer in "Sleepers Chamber" in Heuschrecken. Der Tanzabend sei "das Ungewöhnlichste, was bislang zu sehen war. Und ungewöhnlich gut getanzt", heißt es in der Emsdettener Volkszeitung. Und auch das Online Musik Magazin findet lobende Worte für die Choreografien wie für die Leistung der Tänzer: "Das Dortmunder Ballett zeigt, dass es auch singen und schauspielern kann, und belegt erneut, dass es mit einer großen Fangemeinde die Dortmunder Oper zu füllen weiß." Und: "Im Tanz zeigt das Ensemble pure Lebensfreude und steckt voller Energie." Das Publikum dankte es den Künstlern mit begeisterten "standing ovations". Foto: Bettina Stöß
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| 14.02.2012 |
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"Elektra" in Regensburg - Die tragische Geschichte von der Rache der Tochter Elektra an ihrer Mutter Klytämnestra nimmt auch in Regensburg kein gutes Ende, das Inszenierungs-Abenteuer allerdings schon. "Die Geschichte der Tochter Agamemnons, die den Mord an ihrem Vater rächen will, inszenieren Regisseur Kay Metzger und Dirigent Tetsuro Ban in Regensburg musikalisch wie szenisch hochspannend und schlüssig mit einer erstklassigen Besetzung", lautet das Fazit auf Deutschlandradio Kultur. Wieder einmal hat das Stadttheater Regensburg bewiesen, dass auch kleinere Häuser große Aufgaben in künstlerisch hochwertiger Manier bewältigen können. Das Bühnenbild, (fast) schwarz-weiß gehalten, erweckt den Eindruck eines Films aus den 30er- oder 40er-Jahren. Die Mutter Klytämnestra im roten Kleid sticht daraus hervor. Insgesamt bietet der Abend eine musikalisch durchgehend überzeugende Leistung mit einer herausragenden Sabine Hogrefe in der Titelrolle. Besonderes Lob aber gilt dem Orchester: "Heimlicher Protagonist des Abends ist freilich das Philharmonische Orchester: GMD Tetsuro Ban steuert das fabelhaft aufgelegte Kollektiv mit rhythmischer Präzision und detailgenauer Ruhe durch die Strauss’schen Klangeruptionen", schreibt der Donaukurier. Das Publikum reagierte - zur Recht - begeistert. Das Foto (Zitzlsberger) zeigt Sabine Hogrefe als Elekra und Manuela Bress als Klytämnestra.
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| 12.02.2012 |
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"Romeo und Julia" beim Staatsballett Berlin - Umbesetzung der beiden Titelrollen quasi in letzter Sekunde: Kann das gut gehen? Es kann - ganz offensichtlich beim Staatsballett Berlin, wo ursprünglich die beiden Russen Nadja Saidakova und Mikhail Kaniskin die Julia und den Romeo in der berühmten Choreografie von John Cranko von 1962 tanzen sollten. Aber die Erste Solistin verletzte sich, so dass sie die Premiere nicht tanzen konnte. Und die "Einspringer" Iana Salenko und Marian Walter durften zeigen, was sie können. Die tragische Geschichte der Sprösslinge zweier verfeindeter Veroneser Familien, die ihre Liebe nicht leben dürfen und deshalb gemeinsam in den Tod gehen, ist beim Staatsballett zum umjubelten Erfolg geworden. Als "Großereignis des Tanzes" bezeichnet die Berliner Morgenpost den Abend und schreibt über die beiden Solisten: "Sie machten ihre Sache grandios." Auch die Ballettgruppe findet Lob: "Die Compagnie tanz exzellent." Und die Berliner Zeitung schreibt: "So echt ist Romeso Liebe selten." Ihr Fazit: "Muss man sehen!" Das Foto (Bettina Stöß) zeigt die beiden Titeldarsteller Iana Salenko und Marian Walter.
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| 09.02.2012 |
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"Das Rheingold" an der Bayerischen Staatsoper - Mit großer Spannung war dieser Premierenabend erwartet worden: Zum ersten Mal seit zehn Jahren wird an der Bayerischen Staatsoper wieder der "Ring des Nibelungen" gegeben. Die Inszenierung von Andreas Kriegenburg musste hohen Erwartungen standhalten - ebenso wie die musikalische Gestaltung unter Noch-GMD Kent Nagano. Der Einstieg ist offensichtlich gelungen: Einhelliger Beifall für das Musiker-Team, viel Beifall und nur wenige Buh-Rufe (ohne geht es wohl nicht…) für den Regisseur. "Kriegenburg schafft gewaltige Bilder, mit reduzierten Mitteln, mit Hilfe von Farben und Körpern… Es sind Szenen, wie man sie von Spencer Tunick kennt: bizarr, gewaltig, faszinierend", heißt es im Online-Bereich der SZ. Die FAZ erkennt eine "solide Inszenierung", die allerdings "zu sehr an alten Mustern" hänge. Über das musikalische Ergebnis urteilt die FAZ: "Alles klingt klar, sauber ausgehört, rational durchdacht, und die sehr profilierten Instrumentalgruppen des Bayerischen Staatsorchesters setzen dieses Konzept klangschön um." Nmz online urteilt: "Mit der Inszenierung des Rheingold haben Andreas Kriegenburg und Kent Nagano am Pult ein künstlerisch überzeugendes Ergebnis vorgelegt." Und: "Große Momente gelingen dem Bayerischen Staatsorchester und seinem Chef in den großen musikalischen Bögen der Oper." Auf die Fortführung im März mit der "Walküre" darf man gespannt sein. Foto: Wilfried Hösl
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| 07.02.2012 |
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"Lulu" in Dresden - "Großer Zirkus" an der Semperoper: Regisseur Stefan Herheim steckt die Personen der "Lulu" wie Tiere in einen Käfig. Vamp, femme fatale, Männervernichterin: All dies sind Attribute, die Lulu zugeschrieben werden. Und doch: Ist die Figur nicht "die perfekte Projektionsfläche aller, die an der eigenen Doppelmoral und Ohnmacht zugrunde gehen?" So gefragt im Programmtext der Semperoper, wobei sicher in erster Linie der männliche Teil der Menschheit gemeint ist. Die Oper Alban Bergs basiert auf zwei Werken Frank Wedekinds: "Der Erdgeist" und "Die Büchse der Pandora". Friedrich Cerha, dem diesjährigen Siemens Musikpreisträger, verdanken wir die Vollendung des nach dem Tode Bergs nicht zu Ende komponierten Werks. In Dresden kam nun eine neue, verdichtete Ausgabe des dritten Aktes von Eberhard Kloke auf die Bühne. "Eine Vielzahl an Szenen des vierstündigen Abends ist packend gelungen", ist auf nmz online zu lesen. Vor allem aber gilt das Lob dem musikalischen Part des Abends. Der junge Cornelius Meister gab sein Debut am Pult des Sächsischen Staatsorchesters. "Unter der musikalischen Leitung von Cornelius Meister entfaltete die Staatskapelle einen prächtigen Klangzauber und war ein vorzügliches Sängerensemble zu erleben." (nmz online). Und dnn online schreibt: "Ein grandioser Einstand1." Das Fazit: "’Lulu’ in Dresden ist ein besonderes Ereignis in der Semperoper." Viel Beifall gab es auch vom Publikum im voll besetzten Haus. Das Foto (Matthias Creutziger) zeigt Mitglieder des Ensembles sowie Markus Marquardt als Dr. Schön) und Gisela Stille als Lulu.
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| 07.02.2012 |
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"Lady Magnesia" in Erfurt - Der Komponist Mieczslaw Weinberg, zuletzt sensationell wiederentdeckt mit seiner Oper "Die Passagierin" in Bregenz, erlebte nun eine weitere Wieder-, besser Neu-Entdeckung am Theater Erfurt. Die Thüringer Landeszeitung spricht von einem "zu Recht vergessenen Einakter", spart aber dennoch nicht an Lob für die Inszenierung von Barbara Schöne. Eine "gelungene Uraufführung" attestiert sie den Mitwirkenden: "Wie gewohnt umsichtig und präzise rührte Kapellmeister Samuel Bächli Weinbergs kurzweiligen Opernquark und würzte ihn mit sphärischen Chören à la Ligeti aus dem Off." Die skurrile Eifersuchtsgeschichte rankt sich um Lady Magnesia, ihren Ehemann Sir George Fitztollemache und dessen Nebenbuher Adolphus. Fröhlich geht es hin und her zwischen Vergiftungs- und Rettungsversuchen und endet so absurd wie es begonnen hat. Das Publikum reagierte ebenfalls mit Wohlwollen: Weinbergs "makabrer Witz überzeugte das Premierenpublikum, die szenische Uraufführung erntete Applaus", berichtet FOKUS online. Das Foto (Lutz Edelhoff) zeigt Stéphanie Müther als Phyllis, Marisca Mulder als Lady Magnesia) und Marwan Shamiyeh als Sir George Fitztollemache.
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| 04.02.2012 |
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"Freischütz" an der Komischen Oper Berlin - "Der ganze Freischütz ist vortrefflich": Dies war das Urteil des Zeitgenossen Heinrich Heine über Carl Maria von Webers Oper. Die düstere Oper hat nun an der Komischen Oper Berlin das "enfant terrible" der Regisseurszunft, Calixto Bieito inszeniert. Laut eigener Aussage ist der Spanier mit dieser Musik aufgewachsen, weil sein Vater, ein Arbeiter, die Oper liebte und oft hörte. Oft kontrovers beurteilt, regen seine Regiearbeiten immer zu Diskussionen an. In Berlin hat er den Wald in den Mittelpunkt des Geschehens gestellt. "Bieitos Inszenierung wird sich auf einer Höhe mit dem poetischsten und vielschichtigsten Libretto der Operngeschichte bewegen", war in der Berliner Morgenpost vorab zu lesen. Von "Sex- und Gewalt-Stuss" allerdings schreibt die FAZ. Die SZ wiederum urteilt: "Das Ende ist konsequent-brachial dem Regietheaterberserkertum geschuldet." Offenbar weiß Bieito nach wie vor, Publikum und Presse zu spalten. Am Schluss musste er einige Buh-Rufe hinnehmen. Musikalisch ist der "Freischütz" allerdings durchaus gelungen. "Dirigent Patrick Lange allerdings und das Orchester leisteten Beachtliches." (FAZ). Und die Berliner Morgenpost findet: "Der gelächtertrunkene Chor singt hervorragend." Foto: Wolfgang Silveri
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| 03.02.2012 |
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"Götterdämmerung" in Frankfurt - Vera Nemirova hat in Frankfurt die Wagnersche Tetralogie mit der "Götterdämmerung" vollendet. Das Besondere an ihrer Inszenierung: Vom "Rheingold" bis zum letzten Teil verwendet sie ein durchgehendes Bühnenbild: eine schräge Scheibe, offen genug für den gesamten Zyklus. Und: Es sind alles Menschen, die hier agieren, keine Götter. Der offene Schluss bringt alle Figuren des "Rings" noch einmal auf die Bühne und scheint das Publikum aufzufordern, das Werk weiter oder neu zu spielen. Kein Buh-Ruf am Ende, stattdessen viel Applaus. In der Presse wurde die Frankfurter "Götterdämmerung" begeister gefeiert. Im Hessischen Rundfunk war von "berückenden, gut gedeuteten Bildern" die Rede, von einem "großartigen Chor", insbesondere in der Chorszene der Gibichungen, und von einer "auf hohem und höchstem Niveau eine maßstabsetzenden Aufführung", an der sich auch die Bayreuther Inszenierung im Wagner-Jubiläumsjahr 2013 zu messen habe. Und die Frankfurter Rundschau schreibt: "Ein Ring, der sängerisch seinesgleichen sucht". Foto: Monika Rittershaus
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| 01.02.2012 |
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"Castor und Pollux" in Düsseldorf - Das ist neu: Der Düsseldorfer Ballettchef Martin Schläpfer wagt sich an das Sujet Oper. An seinem Haus inszenierte er Jean-Philippe Rameaus Oper "Castor und Pollux" - mit zahlreichen Balletteinlagen. Die Premiere bildete den Abschluss einer Rameau-Reihe an der Deutschen Oper am Rhein. Castor und Pollux sind Zwillinge und stammen doch von unterschiedlichen Vätern ab: was den einen zum normalen Sterblichen, den anderen -als Sohn Jupiters - zum Halbgott macht. Das ändert nichts an der unverbrüchlichen Bruderliebe, der auch die Liebe zu ein und derselben Frau und sogar der Tod keinen Abbruch tut. Am Ende eines dramatischen Geschehens wird ihre Stärke belohnt, beide finden - als Sterne am Himmel - bis heute ihren Platz in der Unsterblichkeit. "Schläpfer ist nicht über Nacht zum Opernregisseur geworden, der singende Menschen und ihre Emotionen bewegt", urteilt die Rheinische Post. Über die musikalische Leistung gibt es allerdings mehrheitlich positive Resonanz. "Der Opernchor und das Spezialensemble für historische Aufführungspraxis, die Neue Düsseldorfer Hofmusik, bieten dem Schmerz immer wieder weiten Raum", war im Deutschlandfunk zu hören. Und die Westdeutsche Zeitung schreibt: "Musikalischer Glanz, rhythmische Kraft und feine Soli kommen aus dem Orchestergraben, wo GMD Axel Kober die Neue Düsseldorfer Hofmusik leitet." Foto: Gert Weigelt
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| 31.01.2012 |
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"La Bohème" in Trier - "Wir versuchen, nicht, in die klassischen Puccini-Klischees hineinzufallen. In meinen Augen zum Beispiel eine falsche Betroffenheit…" Dies war die Auskunft von Regisseur Benedikt Borrmann vor der Premiere der "La Bohème" in Trier. Er sollte recht behalten. Weder stilisiertes Künstler-Ambiente noch verkitschtes "Idyll der Armen" brachte Borrmann auf die Bühne. Und präsentierte damit eine Inszenierung, die - obwohl in der Originalzeit spielend - doch als modern zu bezeichnen ist. Die Geschichte um die erfolglosen Künstler im Paris der Jahrhundertwende und um die Liebe zwischen der todkranken Mimi und ihrem Nachbarn Rodolfo zeigt hier tatsächlich das Elend, das Armut und Krankheit mit sich bringen. "Eine handwerklich blitzsauber gearbeitete Oper, eine sehens- und hörenswerte Besetzung: Puccinis ‚La Bohème‘ im Trierer Theater ist eine rundherum gelungene Produktion", schreibt der Trierische Volksfreund und unterstreicht die herausragende Qualität des Chores: "Opernchor, Extrachor und der Kinderchor des Konzertchors meistern vorzüglich den Spagat zwischen präzisen gesanglichen Einsätzen und den hohen Anforderungen der Bewegungsregie." Foto: Marco Piecuch
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| 26.01.2012 |
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"Tancredi" an der Deutschen Oper Berlin - 21 Jahre jung war Gioachino Rossini, als er seine erste große "opera seria" vollendete, die tragische Liebesgeschichte nach einer Vorlage von Voltaire. Es geht um die junge Amenaide, deren geheimer Liebesbrief an Tancredi, den Mann ihrer Träume, in falsche Hände gerät. Die Folge sind Missverständnisse und Vertrauensverlust, am Ende steht der Tod des Geliebten ebenso wie der des Zwangsverlobten Orbazzano. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts gehörte "Tancredi" zu den populärsten Opern Rossinis. Dann geriet sie in Vergessenheit und kam erst in den 1970er-Jahren langsam wieder ans (Bühnen-)licht. Nun wurde sie an der Deutschen Oper Berlin gespielt. Kritische Worte gab es in der Presse für die Inszenierung von Pier Luigi Pizzi. Die "Berliner Morgenpost" hat - bei aller Kritik gegenüber Inszenierung und Ausstattung - lobende Worte für allem für den Dirigenten Alberto Zedda: "Keiner hätte wie er diesen Rossini aufführen können: so delikat, verständnisvoll, voller Einsicht und Liebe." Und: "Man erlebte eine jugendfrisch gebliebene alte Oper, jugendfrisch dirigiert." Auch im rbb wird der musikalische Leiter gewürdigt, darüber hinaus steht der Chor der Deutschen Oper im Fokus. Dort heißt es: "Interessant, dass der Spielplan der Deutschen Oper inzwischen teilweise um den Chor herum gebaut wird. Das lohnt sich. Die syrakusischen Mannen unter William Spaulding geben eine kultiviert aufbegehrende Volksmenge." Und auch auf nmz online wird (neben Kritik an der "Nicht-Inszenierung") die musikalische Leistung gewürdigt: "Musikalisch leisten das Orchester und der von William Spaulding einstudierte Herrenchor der Deutschen Oper Berlin unter Altmeister Alberto Zedda Beachtliches." Das Publikum wusste das zu würdigen und applaudierte herzlich. Foto: Bettina Stöß
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| 24.01.2012 |
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"Il Trionfo del Tempo e del Disinganno" an der Staatsoper Berlin - Schönheit (bellezza), Vergnügen (piacere), Zeit (tempo) und Enttäuschung (disinganno) treffen sich (in der Inszenierung von Jürgen Flimm in einem Restaurant), um miteinander in einen Wettstreit zu treten. Das Vergnügen möchte die Schönheit auf seine Seite ziehen, Zeit und Ent-Täuschung versuchen das gleiche. Schließlich triumphieren tempo und disinganno. Das ist die Geschichte, die Georg Friedrich Händel 1707 in seinem ersten Oratorium thematisierte. Kein üblicher Opernstoff - für Jürgen Flimm - obwohl erfahren genug - sicher eine neue Herausforderung, der er sich 2003 gemeinsam mit dem Dirigenten Marc Minkowski in Zürich stellte. Nun war die Inszenierung erneut an der Staatsoper im Schillertheater zu erleben: ein eher seltenes Vergnügen, denn gewöhnlich werden eher Händels spätere Oratorien aufgeführt. Die Presse ist sich einig: Inszenierung wie musikalische Leistung sind zu loben. "Hier kommt alles zusammen: Musik, Bildhaftigkeit, Orchestersprache, Bühnenaufriss, Gesang und Regie, um aus Händels Oratorium ein durch und durch fesselndes Bühnenerlebnis zu machen. Jürgen Flimms Regie wird am Schiller Theater mit Recht bejubelt", schreibt die Berliner Morgenpost. "Neben dieser besten Opern-Arbeit von Jürgen Flimm in 20 Jahren ist der Dirigent Marc Minkowski zweiter Hauptgrund, sich die Produktion anzusehen", war gar auf RBB Kulturradio zu hören. Und selbst die BILD-Zeitung urteilt: "Ein herrlicher Opernabend". Foto: Hermann und Clärchen Baus
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| 22.01.2012 |
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"Peter Grimes" in Nordhausen - Ein anspruchsvolles Musiktheaterprojekt, eine große Chor-Oper: "Peter Grimes" wurde in Nordhausen zuletzt vor 50 Jahren gespielt. Nun hat sich Regisseur Toni Burkhardt des Sujets angenommen: "Das Theater Nordhausen wagt sich an Benjamin Brittens anspruchsvolle Oper ‚Peter Grimes‘ und gewinnt", schreibt die Thüringer Allgemeine. Die Geschichte des Außenseiters Peter Grimes, dem es trotz harter Arbeit und starken Willens nicht gelingt, in der Dorfgemeinschaft des englischen Fischerstädtchens Fuß zu fassen, der schließlich dem Wahnsinn verfällt, ist ein imposantes Werk. Expressiv und ausdrucksstark, stellt die Oper das bedrohliche, düstere und unberechenbare Meer der englischen Ostküste in den Mittelpunkt des musikalischen Erlebnisses. "Zu den Erlebnissen meiner Kindheit gehörten die wilden Stürme, die oftmals Schiffe an unsere Küste warfen und ganze Strecken der benachbarten Klippen wegrissen", schrieb der Komponist selbst anlässlich der Entstehung seiner Oper, die 1945 uraufgeführt wurde und seither fester Bestandteil der Opernspielpläne ist. Für das Theater Nordhausen stellte dieses umfangreiche Projekt ein Wagnis dar, das geglückt ist. Nochmal die Thüringer Allgemeine über die Leistung der Kollektive und den musikalischen Leiter, Markus L. Frank: "Der Mann auf der Dirigentenbrücke führte das Loh-Orchester auf korrektem Kurs durch die pikante Partitur. Der durch Studenten der Weimarer Musikhochschule erweiterte Opernchor (Einstudierung: Elena Pierini) verstärkte den packenden und alle Solisten stützenden Sound." Das Foto zeigt Sabine Mucke als Ellen Orford und Mitglieder des Ensembles.
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| 19.01.2012 |
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"Großstadt-Triptychon" - Stefan Wolpe, Kurt Weill, Edmund Nick: Das sind die Komponisten des ehrgeizigen Bühnenprojekts, das das Musiktheater im Revier jetzt realisierte. Alle drei Einakter handeln in und von der Großstadt, ihre Entstehungszeit fällt in die zweite Hälfte der 1920er-Jahre, die als "golden" galten, bevor sie sich in der Weltwirtschaftskrise verloren und schließlich abrupt und bitter in die Herrschaftszeit der Nationalsozialisten übergingen. Während Wolpes Werk vom alternden Zeus handelt, der sich in Berlin auf die Suche nach der Königstochter Europa begibt, versetzen Weill und sein Partner Bert Brecht ihre Handlung in die Stadt Mahagonny, wo alle Ideale der Zügellosigkeit und Habsucht gewichen sind. Edmund Nick schließlich stellt gemeinsam mit Erich Kästner den großstädtischen Durchschnittsmenschen namens Schmidt in den Mittelpunkt seines Werks. Dieses "Großstadttriptychon" hat die Choreografin (und zukünftige Ballettdirektorin am Haus) Bridget Breiner in Gelsenkirchen zu einem Bühnenerlebnis gemacht, welches Oper und Tanz miteinander verbindet. So werden die Chorsänger zum Beispiel auch choreografisch eingesetzt - und bewältigen diese Aufgabe mit großem Geschick. Für Breiner war dies "eine immense Aufgabe, die sie ideenreich löste und perfekt bewältigte", so die Ruhr-Zeitung, die darüber hinaus von einem "sicher agierenden Solisten- und Chor-Team" und "stilsicher spielenden Musikern" unter der Leitung von Clemens Jüngling zu berichten weiß, "der die Zügel des oft turbulenten Geschehens sehr souverän und temperamentvoll im Griff hat". Begeisterter Beifall des Gelsenkirchener Publikums!
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| 18.01.2012 |
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"Simplicius Simplicissimus" in Osnabrück - Den berühmten Abenteuer- oder auch Schelmenroman von Jakob von Grimmelshausen, erschienen 1686, hat Karl Amadeus Hartmann ein Jahr nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten vertont. Der Komponist selbst zog sich während des "Dritten Reichs" in die innere Emigration zurück, seine Oper wurde erst 1949 uraufgeführt. Die abenteuerlichen Erlebnisse des einfältigen "Simplicius" verlegt Regisseur Jochen Biganzoli in ein Klassenzimmer. Besser: in diverse Klassenzimmer aus verschiedenen Epochen. So kann er das Hartmann’sche Antikriegsbekenntnis über einen längeren Zeitstrang hinweg manifestieren. Immer geht es - wie in der Romanvorlage - um Streit, Krieg, Gewalt. Am Schluss der Osnabrücker Inszenierung steht der Tod des Titelhelden. Dessen Entwicklung "zum flammend humanistischen Idealisten" lässt sich in der Darstellung durch Marie-Christine Haase dank ihrer "emphatischen Darstellung und ihres jugendlich-kernigen Soprans" gut nachvollziehen, ist in der "Neuen Osnabrücker Zeitung" zu lesen. Das Fazit dort lautet: "Herber Stoff, vorzüglich aufbereitet". Das Foto (Jörg Landsberg) zeigt (v.li.n.re.) Mark Hamman als Gouverneur, Marie-Christine Haase als Simplicius, Genadijus Bergorulko als Hauptmann sowie Mitglieder des Chors.
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| 16.01.2012 |
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"Lear" in Hamburg - Bereits 24 mal wurde Aribert Reimanns "Lear" inszeniert und aufgeführt. Für ein Musiktheater-Werk aus dem Bereich der Neuen Musik ist das schon eine kleine Sensation. Bei der Hamburger Premiere, inszeniert von Karoline Gruber, war der Komponist selbst anwesend und zeigte sich begeistert. Eine "phantastische Aufführung" attestierte er der Regisseurin ebenso wie der Dirigentin Simone Young. Vor allem aber Bo Skovhus in der Titelrolle hatte es ihm angetan. Ebenso wie dem Kritiker des Bayerischen Rundfunks: "Bo Skovhus beherrscht alles, was diese enorm anspruchsvolle Partie erfordert: große Wandlungsfähigkeit vom brachialen Wutausbruch bis hin zum Selbstmitleid und zur einfühlsamen Trauer", urteilt er. Zwar verließen etliche Zuschauer, vielleicht überfordert von den überwältigenden Klängen, in der Pause das Opernhaus. Doch zu Unrecht, meinen die Kritiker: "Wer erleben möchte, wie weit sich zeitgenössische Musik der elementaren Wucht eines Shakespeare-Dramas anverwandeln kann (…), der muss in diese Aufführung gehen", schreibt die Hamburger Abendzeitung. Das berühmte Bühnenwerk Shakespeares, das der Avantgarde-Komponist Reimann 1978 auf die Bühne des Musiktheaters brachte, kann in Hamburg eindeutig als Erfolg verbucht werden. Selbst die musikalische Leiterin, in der Regel in Hamburg eher vom Publikum geschmäht, durfte begeisterten Beifall entgegen nehmen. Das Foto (Brinkhoff/Mögenburg) zeigt Andrew Watts als Edgar.
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| 12.01.2012 |
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"Tosca" in Plauen - Vor ausverkauftem Haus zeigte das Theater Plauen eine der beliebtesten Opern des Repertoires: Die "Tosca" von Giacomo Puccini, die von Macht- und Intrigenspiel, aber auch von der Liebe der Sängerin Tosca zum Maler Mario Cavaradossi handelt. Um ihn zu retten, zeigt sie sich schließlich bereit, sich dem bösen Polizeichef Scarpia hinzugeben. Das tödliche Finale bleibt - wie bekannt - nicht aus. Regisseur Roland May hat sich entschlossen, die Oper in der historischen Originalzeit anzusiedeln, also um das Jahr 1800. "Das gefällt", schreibt "Der Zwickauer", "zumal der Stoff selber hochaktuell ist und keine modernen Kostüme braucht." "Eine betäubende Mischung aus Sex, Politik und dem Muff alter Hüte lag in der Luft", urteilt die "Freie Presse" und attestiert den Sängern: Ihnen "gelingt es, die Emotionalität der sich förmlich überschlagenden Arien bis in den letzten Winkel des Gehörgangs zu transportieren." Das Publikum dankte dem Regisseur, dem musikalischen Leiter Lutz de Veer, und den Musikern mit leidenschaftlichem Applaus. Das Foto (Peter Awtukowitsch) zeigt Ricardo Tamura als Cavradossi.
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| 09.01.2012 |
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"Riemannoper" in Halle - 1988 uraufgeführt, widmet sich die Oper von Tom Johnson einem zunächst vermeintlich untauglichen Opernthema: Basis der "Handlung" ist Hugo Riemanns 1882 erstmals herausgegebenes und seither ständig neu aufgelegtes und aktualisiertes Musiklexikon. Die vier Sänger führen einzelne von Johnson aufgegriffene Lexikon-Artikel musikalisch und durchaus auch spielerisch vor, wobei der Komponist Regisseur und Darstellern recht freie Hand in der Interpretation lässt. Der Künstlerische Leiter der Oper Halle, Axel Köhler, hatte die nahe liegende Idee, das Stück zu einer Farce zu gestalten, die den aktuellen Musiktheaterbetrieb - angesichts allüberall drohender Einsparungen - aufs Korn nimmt. Die vier Sänger werden zu Konkurrenten und verlieren sich in ihren Rivalitäten und Streitereien ebenso wie in Liebesverwicklungen. Höchst aktuell singen sie gegeneinander, um ihre Position zu festigen und nicht weggespart zu werden. "In der spartanischen Ausstattung von Petra Ziegenhorn und unter der musikalischen Leitung der Pianistin Katrin Wittrisch singen und spielen sich Marie-Friederike Schöder, Sandra Maxheimer, Michael Smallwood und Gerd Vogel mit selbstverständlichem Können und sichtlichem Vergnügen durch die Seiten des Buches", schreibt die Mitteldeutsche Zeitung. Das Publikum dankte der gelungenen, durchaus auch kabarettistisch geprägten Vorstellung, mit großem Beifall. Foto: Gert Kiermeyer
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| 30.12.2011 |
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"La Traviata" in Bremerhaven - Die Geschichte der kurzen Liebe zwischen der Kurtisane Violetta und dem aus bürgerlichen Kreisen stammenden Alfredo Germont - basierend auf der "Kameliendame" des französischen Alexandre Dumas und vertont von Giuseppe Verdi - hat Generationen von Opernliebhabern berührt und gefesselt. Obwohl sie erkennt, was die wahre Liebe von der käuflichen unterscheidet, kann Violetta ihr Glück nicht finden. Verzicht und Krankheit hindern sie daran, mit Alfredo glücklich zu werden. In Bremerhaven überzeugte die Regie-Arbeit von Kirsten Uttendorf ebenso wie die musikalische und darstellerische Leitung der Solisten. Aber auch der Chor begeistert, vor allem in der Maskenball-Szene nach der Rückkehr Violettas in ihr altes Leben: "Der Opernchor des Stadttheaters zeigt an dieser Stelle einmal mehr, was er kann", berichtet Radio Bremen - und zieht das Fazit: "Zweieinhalb Stunden romantischer Opernstoff, dem die Macher seine Aktualität ohne überzeichnete Modernismen mühelos abgewinnen können - unbedingt sehenswert."
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| 30.12.2011 |
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"Cinderella" in Augsburg - Gleich mit fünf bösen Stiefschwestern muss sich Aschenputtel in der Augsburger "Cinderella"-Version (Choreografie: Mauro de Candia) herumschlagen. Und mit einer Stiefmutter, die von Erich Payer mit großer Lust und einer gehörigen Portion Humor dargestellt wird. Als Pendant zu den zickigen Schwestern setzt der Choreograf dem schönen Prinzen fünf Minister an die Seite, die Hektik und Leere des königlichen Hofes aufs Schönste demonstrieren. Beide - Prinz und Aschenputtel - passen nicht in ihre Umgebung und versuchen im Lauf des Abends, sich daraus zu befreien, zu Selbstbestimmung und zueinander zu finden. Dieses Zueinanderfinden gipfelt in einem anrührenden Pas de deux der beiden Protagonisten. Das beliebte Handlungsballett von Sergej Prokofjew wurde vom Augsburger Publikum enthusiastisch gefeiert. "Die Augsburger Ballett-Compagnie begeistert nicht nur mit hohem tänzerischen Niveau, sondern auch durch Schauspielvermögen und Gespür für feine Komik ohne plumpen Klamauk", schreibt die Augsburger Allgemeine. Und "a3 Kultur" lobt die Leistung des Choreografen: "Auffallend musikalisch und mit modern geprägter choreografischer Handschrift setzte Mauro de Candia als Gast sein erstes Handlungsballett auf die Bühne des Augsburger Theaters."
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| 28.12.2011 |
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"Hänsel und Gretel" in Lüneburg - In Lüneburg verlagert Regisseur Friedrich von Mansberg die altbekannte Märchenhandlung "Hänsel und Gretel" in die Gegenwart - und ins Reich der Träume. Die beiden Geschwister waren unvorsichtig und haben den Staubsauger kaputt gemacht. Der allein erziehende (und überforderte) Vater droht mit der bösen Hexe, die unartige Kinder holt - und prompt dringt diese in die Träume der Kinder ein. Bei allen Ängsten wissen die beiden, dass sie sich aufeinander verlassen können. Und: Irgendwann geht jeder (Alb-)Traum zu Ende - so auch dieser. Die Lüneburger Inszenierung thematisiert aktuelle Probleme, so das Fehlen der (früh verstorbenen) Mutter in der Familie, aber auch die Frage, wie Menschen miteinander umgehen und füreinander einstehen. "Franka Kraneis (Gretel) und Yaroslava Romanova (Hänsel) spielen mit Arthur Pirvu (Vater) die Familie und singen alle großartig", schreibt die Lüneburger Zeitung. "Bereichert wird die Aufführung vom Kinderchor der Musikschule, den Deborah Coombe prächtig eingestellt hat." Ein nachdenklich stimmendes Kinderoper-Erlebnis. Immerhin: Trotz Verlagerung in die Moderne bleibt es beim märchenhaften Happy End. Das Foto zeigt Yaroslava Romanova (Hänsel) und Marcus Billén als Hexe.
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| 22.12.2011 |
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"La Traviata" in Weimar - Regisseur Karsten Wiegand weiß seiner Weimarer "Traviata" neben dem Drama im Privaten auch eine politische Dimension abzugewinnen. Dass die Liebe zwischen der Lebedame Violetta und dem aus bester Familie stammenden Alfredo keine Aussicht haben wird, schwingt hier von der ersten Szene an mit - und das lässt im Publikum des Deutschen Nationaltheaters niemanden kalt. Die Zuschauer reagierten begeistert, die Presse lobte die Inszenierung, vor allem aber auch die musikalische Qualität des Abends. In der Leipziger Volkszeitung werden - neben den herausragenden Solisten - die Kollektive hervorgehoben: "Der Eindruck ist vollkommen - auch, weil Stefan Solyom wieder einmal mit seiner Staatskapelle zaubert, und der von Markus Oppeneiger einstudierte Opernchor so geschlossen agiert, dass nichts zu wünschen bleibt. Musikalisch spielt Weimar in Mitteldeutschland längst ganz vorne mit, und diese Traviata ist ein weiterer Beweis dafür", heißt es dort. Und in der Thüringischen Landeszeitung war zu lesen: "Ja, man muss diese Traviata erlebt haben. Das Publikum war tief bewegt. Dann toste es." Foto: Erhard Driesel
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| 22.12.2011 |
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"Das Liebesverbot" in Meiningen - Zur Wiedereröffnung des sanierten Südthüringischen Staatstheaters Meiningen nach fast 18 Monaten war eine Rarität zu erleben: Richard Wagners Jugendwerk "Das Liebesverbot", das der Komponist als 22-Jähriger nach der literarischen Vorlage von Shakespeares "Maß für Maß" schrieb. Wagner verlegt die Handlung nach Palermo, Regisseur (und Intendant) Ansgar Haag allerdings hat sich für Nürnberg als Ort des Geschehens entschieden und lässt vor der Kulisse des Reichsparteitags spielen. Es geht um den Versuch, in einer sittenlosen Gesellschaft die Tugend wieder zu beleben. Stellvertretend für alle Laster wird der Karneval verboten, jedes Vergehen "des Trunkes sowie der Liebe" soll mit dem Tod bestraft werden. Der für das Verdikt verantwortliche Statthalter aber hält sich nicht an die eigenen Regeln. Am Schluss ersetzt eine "Liebesrevolution" das Liebesverbot. Nicht durchweg positiv wird die Meininger Inszenierung in den Medien bewertet, das Verdienst allerdings, das selten aufgeführte Frühwerk des Meisters auf die Bühne zu bringen, wird allgemein gewürdigt. Die musikalische Leistung (am Pult steht GMD Philippe Bach) findet durchweg große Anerkennung. "So nimmt die musikalische Seite dieser Leistung des Ensembles grundsätzlich für sich ein", heißt es auf nmz online. "Die oft großartigen Sänger und das Orchester spielen alle Zweifel einfach weg", schreibt der Tagesspiegel. Am Ende großer Applaus für eine gelungene Wiedereröffnung.
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| 21.12.2011 |
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"Luci mie traditrici" in Passau - Eine Oper wie Salvatore Sciarrinos "Luci mie traditrici (Die tödliche Blume)" aufs Programm zu setzen, ist für ein Theater wie das Landestheater Niederbayern sicher als Wagnis zu bezeichnen. Das 1998 in Schwetzingen uraufgeführte Werk des 1947 geborenen italienischen Komponisten hatte im Passauer fürstbischöflichen Opernhaus Premiere. Erzählt werden die dramtaischen Geschehnisse eines einzigen Tages (in der Inszenierung von Roland Schwab spielen sie sich in einem Motel, Stil 70er-Jahre, ab) aus dem Leben des Renaissance-Komponisten Gesualdo, der aus Eifersucht den Geliebten seiner Frau und danach auch sie selbst tötet. Eine düstere Geschichte, aus der Sciarrino eine subtile Kammeroper geschaffen hat. Das Passauer Wagnis, das kann man sicher sagen, ist mehr als gelungen. Das Publikum, dem diese Art Musik vermutlich größtenteils fremd war, dankte mit viel Applaus. Die Presseberichte teilen diese Begeisterung: "Eine musikalisch wie szenisch beeindruckende Produktion" hat der Rezensent der Süddeutschen Zeitung erlebt, er lobt Schwabs "ausgefeilte Personenregie" und die musikalische Gestaltung "Wie Kai Röhrig seine 20 Musiker mit den Singstimmen verzahnt; wie er eine phantastische Balance zwischen Bühne und Graben erreicht; wie jede Floskel, jeder Akkord plastisch, sinnlich und als stilisierte Theatermusik hörbar wird (…), verdient höchsten Respekt." Auch die neue musikzeitung meint, dass Kai Röhrig "das 27-köpfige Orchesterensemble fabelhaft für diese heikle Aufgabe präpariert" habe und beschreibt "einen in seiner szenischen wie musikalischen Kompetenz beeindruckenden Premierenabend". Und die Passauer Neue Presse jubelt: "Es ist ganz sicher eine der aufregendsten Inszenierungen und ein Höhepunkt dieser Saison." Das Foto (Peter Litval) zeigt Mandie de Villiers-Schutte (La Malaspina) und Roland Schneider (L'Ospite).
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| 19.12.2011 |
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"Der Nussknacker" in Nürnberg - E.T.A. Hoffmanns Erzählung "Nussknacker und Mausekönig” lieferte die Grundlage für den Ballett-Klassiker "Der Nussknacker", zu dem Peter Tschaikowski seine "Ohrwurm"-Komposition schuf. Schon bei der literarischen Vorlage mag man sich fragen, ob dies nun eigentlich eine Geschichte für Kinder oder - angesichts ihrer Skurilität und ihrer teils düsteren Inhalte - doch eher eine für Erwachsene ist. Die Ballettversion - besonders beliebt auf den Spielplänen der Vorweihnachtszeit - wurde meistens entsprechend gestaltet: familienfreundlich und mit mehr romantischen als erschreckenden Zügen. Goyo Montero hat in Nürnberg nun auch die dunklen Seiten der Geschichte auf der Bühne realisiert. Die vorherrschende Farbe ist Schwarz. "Goyo Montero treibt mit seiner Version (…) dem Stoff all das Pralinenhafte und Süßliche aus", heißt es in der Nürnberger Zeitung, die die Aufführung nichtsdestotrotz als "absolut empfehlenswert" beurteilt. Auch andere Medien rezensieren die Nürnberger Ballett-Aufführung positiv bis begeistert. Am deutlichsten vielleicht die Nürnberger Nachrichten: "Eine Klassiker-Deutung voller poetischer Kraft und kreativer Fantasie: Mit Peter Tschaikowskys ‚Der Nussknacker‘ landete das Nürnberger Ballett einen Riesenerfolg", ist hier zu lesen - und: "Goyo Montero lieferte mit dem ‚Nussknacker‘ nicht nur die Krönung seiner bisherigen choreografischen Arbeit, sondern auch ein starkes Plädoyer für die absolute, weil faszinierende Berechtigung eines eigenen Ballettensembles." Und der Bayerische Rundfunk würdigt die Leistung des Ensembles, das "prächtig agiert als ungelenke Festgesellschaft" und "großes schauspielerisches Können zeigt". Das Foto (Jesús Vallinas) zeigt Mitglieder des Ensembles.
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| 14.12.2011 |
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"Macbeth" in Leipzig - Chef-Regisseur Peter Konwitschny hatte vor der Leipziger Premiere eine Art Burnout und konnte seine Inszenierung nicht zu Ende führen. Die Regieassistentinnen Heide Stock und Verena Graubner übernahmen die Aufgabe. Ob es daran lag, dass die Pressestimmen nicht gerade begeistert klangen? Shakespeares von Verdi vertontes Königsdrama, in welchem die drei Hexen schon vor Beginn die Schicksale der Menschen bestimmen und eine grausame und machtbesessene Lady Macbeth zu Gunsten ihres Mannes die Fäden zieht, fand durchaus auch kritische Stimmen. Die "Bild-Zeitung" allerdings urteilt positiv und spricht von einem "glänzend aufgelegten Gewandhausorchester": "Musik und Gesang klingen herrlich; sämtlichen Akteuren hat dieses exquisite Kasperletheater Vergnügen bereitet - und dem Publikum auch!" Und der Rezensent von nmz online hat genau auf die Chorsolisten gehört: "Als erstaunlich gelungen blieben drei Chorsoli im Ohr, die sich neben den überwiegend eingekauften Solisten gut zu behaupten verstanden." Foto: Andreas Birkigt
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| 14.12.2011 |
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"Lulu" in Augsburg - Kein Geringerer als Franz Mazura hat die Rolle des Schigolch in der Augsburger "Lulu" übernommen. Der inzwischen 87-jährige Bassist mit Weltruf sang bereits in der Uraufführung 1979 in Paris unter Pierre Boulez und Patrice Chéreau (damals die Rolle des Dr. Schön). Alle anderen Rollen waren mit Mitgliedern des Augsburger Ensembles besetzt. In der Rolle der geheimnisvollen viel-begehrten Lulu debutierte Sophia Christine Brommer und bewältigte die Rolle vollkommen. Das Publikum dankte es ihr und dem ganzen Ensemble mit lang anhaltendem Applaus. "Generalmusikdirektor Dirk Kaftan dirigierte mit ungeheurer Überredungs- und Überzeugungkraft", schreibt die Augsburger Allgemeine. Nmz online bewertet die Regie-Arbeit: "Regisseurin Monique Wagemakers hat die Entlarvungen und Abstürze einer moralisch verlogenen und entsprechend inhuman verbogenen Männerwelt sinnfällig erzählt." Und im Donaukurier wird die "musikalisch wirklich gelungene Umsetzung unter GMD Dirk Kaftan" gelobt. Das Foto (A.T. Schäfer) zeigt Sophia Christine Brommer als Lulu und Petar Naydenov als Medizinalrat.
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| 13.12.2011 |
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"Le nozze di Figaro" in Aachen - Ein schlichtes Bühnenbild führt durch die Aachener Interpretation von "Figaros Hochzeit". Das Verwirrspiel um den Grafen, der die Hochzeit Susannas mit Figaro mit allen Mitteln verhindern will, seine Frau und den einfallsreichen Cherubino wird in Aachen von Michael Helle humorvoll inszeniert. Das Publikum dankte ihm und dem Aachener GMD Marcus Bosch mit standing ovations. Die Chor-Damen müssen, um die Promiskuität des Grafen eindrucksvoll darzustellen, mit dicken Bäuchen über die Bühne laufen. Sie "singen sehr lieblich die Chorpartie ‚Giovani liete fiori spargete‘", urteilt "operapoint". "Das wirkt doch sehr ironisch und sorgt für einige Lacher im Saal." Rp-online lobt vor allem die musikalische Leistung: "Marcus Bosch macht seinem Ruf als Vollblut-Ausdruckskünstler alle Ehre." Und "BRF online" ist der Meinung: "Diesen Aachener Figaro kann man besten Gewissens empfehlen." Foto: Carl Brunn
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| 08.12.2011 |
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"Turandot" an der Bayerischen Staatsoper - Prächtige Kostüme, eindrucksvolle Massen-(Chor-)Szenen: die mit Spannung erwartete "Turandot"-Inszenierung von Carlus Padrissa und seinem spanischen Theater-Kollektiv "La Fura dels Baus" hatte an der Bayerischen Staatsoper Premiere: Ein echter Bühnenzauber. Die Ausstatter bedienten sich reichhaltig: Von Peking-Oper über Break Dance bis zum die Kaltherzigkeit der Prinzessin Turandot ins Bild setzenden Eispalast. Der Chor durfte sich über eine prachtvolle Kimono-Einkleidung freuen. Die im Rahmen der Aufführung gezeigten Video-Produktionen wurden teils durch 3D-Effekte unterstützt (die entsprechende Brille gab es am Eingang). Am Ende standen einige Buh-Rufe für die Regie, aber auch tosender Beifall. Vor allem der am Dirigentenpult stehende ehemalige Münchner GMD Zubin Mehta wurde bejubelt. Der Donaukurier lobt in seinem Premierenbericht die "hervorragend singenden Chormassen (Einstudierung: Sören Eckhoff)". Und die Münchner Abendzeitung urteilt: "Dem Chor kommt eine weitaus größere Bedeutung zu als in den übrigen Werken Puccinis. Wohl auch deshalb waren von ihm die überzeugendsten sängerischen Leistungen des Abends zu vernehmen." Das Foto (Wilfried Hösl) zeigt Jennifer Wilson als Turandot (Mitte), Ulrich Reß als Altoum sowie Mitglieder des Chors der Bayerischen Staatsoper und des Kinderchors.
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| 05.12.2011 |
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"Eugen Onegin" in Greifswald - Für eine halbszenische Version (die "szenischen Arrangements" stammen von Christina Hennigs) der Tschaikowski-Oper hat man sich am Theater Vorpommern entschieden - um dem Publikum trotz fehlender Finanzmittel ein künstlerisch ansprechendes Produkt zu präsentieren. Statt Bühnenbild saß nun das Orchester auf der Bühne. Szenisch ging es dann im Spiel der Sänger schon zu, nur dass eben an Bühnenbild, Requisiten und Kostümen erheblich gespart wurde. Die beteiligten Musiker waren entsprechend gefordert. Um das "meistgespielte, schönste und vollkommenste Bühnenwerk von Peter I. Tschaikowski" handele es sich bei der in 1879 uraufgeführten Oper, heißt es auf der Webseite des Theaters. Die tragische Geschichte nach einer Erzählung Alexander Puschkins um den weltläufigen, aber gelangweilten Eugen Onegin, der die ehrliche und tiefe Liebe Tatjanas nicht (oder zu spät) an sich heranlassen kann, im Duell seinen besten Freund tötet und anschließend keine Ruhe mehr findet, wurde in Greifswald musikalisch und auch (halb-)szenisch bestens gemeistert. "Der Chor, der für seine Auftritte auch den Zuschauerraum nutzte, trug entscheidend zum guten schauspielerischen Gesamteindruck bei", ist auf "Operapoint" zu lesen. Der "akustische Gesamteindruck" könne "mit erfreulicher Klangintensität und wirkungsvoller Direktheit für sich einnehmen" meint die Ostsee Zeitung; "GMD Karl Prokopetz und die Vorpommerschen Philharmoniker gaben ihr Bestes." Das Publikum würdigte die Leistungen mit großem Beifall. Das Foto (Vincent Leifer) zeigt Mitglieder des Opernchors.
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| 04.12.2011 |
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"Nabucco" in Erfurt - Als politische Oper wurde "Nabucco" schon bei ihrer Uraufführung gedeutet: Thematisierte sie doch die Auflehnung der Hebräer gegen die Fremdherrschaft des babylonischen Königs Nabucco. Die Italiener, die in der Entstehungszeit der Oper für ihre nationale Einigung kämpften, fanden sich in dieser Thematik wieder; insbesondere der berühmte Gefangenenchor "Va, pensiero" erhielt für diese politische Einigungsbewegung große Bedeutung. Die fortdauernde Aktualität dieses Konflikts zeigte Regisseur und Operndirektor Michael Heinicke in seiner Erfurter Inszenierung der Oper durch ein zeitloses Bühnenbild und zeitlose Kostüme. Die Regiearbeit Heinickes kommt in der Kritik der Thüringer Allgemeine nicht sehr gut weg, dafür wird der musikalischen Leistung durchweg Lob gezollt: "Sänger und Orchester überzeugen vollkommen" heißt es da. Und: "Der Chor macht seine Sache erwartungsgemäß sehr gut und bekam bei der Premiere großen Szenenapplaus für die Gefangenenchor-Szene." Und auch die Thüringische Landeszeitung würdigte die "chorische Klangpracht, solistische Glanzlichter und vitale Orchesterbegleitung, vereint unter dem Dirigat Walter E. Gugerbauers". (Foto: Theater Erfurt, Lutz Edelhoff)
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| 01.12.2011 |
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"Turandot" in Wiesbaden - Giacomo Puccinis "Turandot" steht derzeit hoch im Kurs auf den Spielplänen deutscher Theater. Der Komponist konnte seine letzte Oper, mit der er sich seit 1921 beschäftigt hatte, nicht mehr vollenden. Er starb im Herbst 1924. Franco Alfano nutzte für seine Vollendung der Schlusszene Skizzen des Meisters. Er werde "Turandot" wie ein Märchen inszenieren, hatte Regisseur Cesare Lievi vor der Wiesbadener Premiere gesagt, auch "ein Märchen für die Augen" solle es werden. Er wolle vor allem die Entwicklung der grausamen Prinzessin Turandot skizzieren, die ihren Freier töten lässt, wenn sie ihre Rätsel nicht beantworten können, die dann aber selbst die Liebe kennen lernt. Unerwartete Momente baut Lievi in dieses Märchen ein: Auch Commedia-dell‘-Arte-Aspekte spielen eine Rolle, vor allem bei den Ministern Ping, Pang und Pong, die in einem tristen Büroraum ihr Dasein fristen. "Grandiose ‚Turandot‘-Premiere im Staatstheater Wiesbaden" titelt "faz-net". "Grandiose Momente" ermöglichten vor allem die Rollen der Sklavin Liù, die sich für den Tod entscheidet, um den geliebten Kalaf zu retten, und des Prinzen selbst. Gewürdigt wird außerdem die musikalische Leistung: "Am Pult erweist sich Wolfgang Ott als Garant für überwältigende Klangwirkungen." Das Foto (Martin Kaufhold) zeigt Brett Carter als Ping , Rubens Pelizzari als Kalaf, Jud Perry als Pong, Erik Biegel als Pang sowie Mitglieder der Statisterie.
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| 30.11.2011 |
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"Carmen" an der Komischen Oper Berlin - Im Bayreuther Sommer wurde er mit seiner "Tannhäuser"-Inszenierung noch aufs Schärfste kritisiert. Nun hat Regisseur Sebastian Baumgarten an der Komischen Oper Berlin die "Carmen" inszeniert und erntete nichts als begeisterten Beifall. Sehr aktuell mutet seine Interpretation der berühmten Bizet-Oper an: Lässt er doch weder heruntergekommene Mietskasernen in Spanien und zerstörte Bankgebäude noch Vertreter der "Occupy"-Bewegung aus. Dabei gelingt es ihm, die Oper auch humorvoll zu gestalten, so dass das Publikum an einigen Stellen im wahrsten Sinne etwas zu lachen hatte. "Einmal mehr machte die Komische Oper Berlin deutlich, dass sie in Sachen Regietheater eine Führungsrolle beanspruchen darf - auch wegen der fulminanten Sänger-Darsteller", hörte man in der Kritik des Bayerischen Rundfunks (BR 2). Baumgarten selbst weist im Gespräch auf die großartige Ensemble-Leistung hin und weiß sehr wohl, dass er eine solche Regiearbeit längst nicht in allen Häusern hätte realisieren können. Yordan Kamdzhalovs Dirigat "passte perfekt zur zupackenden Lesart von Baumgartens Regie", weiß der Rezensent vom BR außerdem zu berichten. Und nmz online konstatiert: "Den Verzicht auf den Kinderchor im ersten Akt macht der von André Kellinghaus einstudierte Chor der Komischen Oper Berlin in gewohnter Spielfreude und Klangpracht durchaus wett." Foto: Iko Freese
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| 30.11.2011 |
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"Nussknacker" in Dresden - "Dass man an seine Träume glauben soll", ist die Botschaft des "Nussknackers", der an der Semperoper Premiere hatte. "Frisch" und doch klassisch haben die beiden Choreografen Aaron S. Watkin und Jason Beechey das traditionsbehaftete Ballettwerk mit der Musik von Peter I. Tschaikowsky aufgezogen: "So narkotisierend märchenhaft und opulent wie wohl einst beim Zaren", meint die Sächsische Zeitung. Eine Choreografie in Teamarbeit ist eher selten und war auch nicht "wirklich geplant", wie die beiden im Interview erzählen. Aber sie seien auf einer Wellenlänge gewesen, wobei sich Ballettdirektor Watkin eher auf die Profis der Compagnie konzentrierte, während Beechey vor allem mit den Schülern der Palucca-Schule arbeitete, die in der Aufführung zentrale Rollen einnehmen. Diese Zusammenarbeit ist den Choreografen sehr wichtig. Mit Vello Pähn hätten sie außerdem einen musikalischen Leiter gefunden, der - ganz ihrem Wunsch gemäß - sehr nahe an den Intentionen des Komponisten geblieben sei. "Die Compagnie tanzt mit Leidenschaft, Verve und Eleganz", lobt die Sächsische Zeitung. Das Publikum dankte mit begeistertem Applaus. Wer nicht in die sächsische Landeshauptstadt reisen will, kann sich den Dresdner "Nussknacker" auch im Fernsehen anschauen: am 19. Dezember wird die Aufführung um 22.50 Uhr auf arte gesendet. Das Foto (Costin Radu) zeigt Sangeun Lee und Mitglieder des Ensembles.
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| 25.11.2011 |
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"Martin sucht die Freiheit" in Eisenach - November, Dezember: In dieser Jahreszeit planen zahlreiche Opernhäuser verstärkt Programme für Kinder. So auch in Eisenach: Mit "Martin sucht die Freiheit" hat das Theater die Uraufführung eines Kindermärchens auf die Bühne gebracht: "Eine märchenhafte Zeitreise ins Jahr 1521 mit Musik" lautet der Untertitel. Die Kinder Martin, Jacob und Anna erleben überraschenderweise eine Zeitreise zum Lutherstandort Möhra, wo sie das Leben des Mittelalters kennenlernen, Martin Luther begegnen und ihm dabei helfen, seinen Verfolgern zu entgehen. Zurück in der Gegenwart bleibt den Kindern die "Sehnsucht nach einer weltumspannenden Freiheit", wie es auf der Webseite des Theaters heißt. "So gelingt eine 60 Minuten kurze und kurzweilige Reise vom Heute in die Lutherzeit", schreibt die "Deutsche Bühne". Kerstin Jacobssen hat die Bühnenfassung der Geschichte von Andreas Müller geschrieben und selbst Regie geführt. Von Julius Trautvetter, einem Komponisten aus eben dem Luther-Ort Möhra, stammt die Musik. Das Foto (Carola Hölting) zeigt Alexander Beisel als Jacob und Jannike Schubert als Anna.
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| 25.11.2011 |
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"Siegfried" in Karlsruhe - Im Zentrum dieser Choreografie von Peter Breuer steht die Figur der Krimhild und die Szene, in der sie ihren Mann Siegfried zusammen mit Hagen auf die Jagd verabschiedet - nicht ohne diesen über die einzige verwundbare Stelle Siegfrieds unterrichtet zu haben. Zumindest unbewusst hat sie ihm in diesem Moment in den Tod geschickt. Dann lässt sie ihre gemeinsame Geschichte mit dem Helden Revue passieren. Das Ballett sei eine "Innenschau" heißt es in der Erläuterung des Badischen Staatstheaters Karlsruhe. Und auch Nike Luber findet: "Eine große Rolle spielt das Unterbewusstsein in Form von Traumbildern und Symbolen" (nmz-online). Peter Breuer, Ballettdirektor am Salzburger Landestheater, hat bereits mehr fach mit dem Librettisten Andreas Geier zusammengearbeitet. Erzählballette sind seine Spezialität. "Choreograf Breuer hat ausdrucksstarke Bilder geschaffen, angefangen mit der Eingangsszene", heißt es auf nmz-online weiter. Und das Fazit im SWR lautet: "Bei der Uraufführung war das Publikum begeistert von dem packenden und temporeichen Tanzerlebnis. Wieder einmal hatte Direktorin Birgit Keil ein gutes Gespür für die Auswahl eines besonderen Stoffes." Foto: Jochen Klenk
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| 22.11.2011 |
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"Tosca" in Leipzig - Heftige Leidenschaften und großes Pathos: Beides zeichnet Puccinis Oper "Tosca" aus. In Leipzig hat die erste Opernpremiere unter der Intendanz von Ulf Schirmer das Publikum restlos begeistert. Vor allem Gaston Rivero als Cavaradossi erntete nicht enden wollenden Beifall. Insgesamt ein "beachtliches Sängerensemble" erkannte der Kritiker des MDR. Regisseur Michiel Dijkema mache aus dem Stück eine "phantastisch-traumhafte" Revue. Auch kritische Töne gegenüber der Inszenierung waren zwar zu hören und zu lesen. Aber: "Ein optisch so schönes Ausstattungsstück hat man lange nicht gesehen." (MDR). Eine Kritik auf "bild.de" wertet die Aufführung als "romantische Glanzleistung". Und das Gewandhausorchester unter Anthony Bramall spiele "wunderbar, sehr präzise und klangschön", heißt es wiederum im MDR. Am Ende springt die Sängerin Tosca, die in das Intrigenspiel politischer Mächte gerät und den von ihr geliebten Maler Cavaradossi nicht retten kann, spektakulär von einer Folterkiste. Zurückhaltendes Lob in den Medien, Standing Ovations im Publikum: Auf die Fortsetzung in Leipzig unter neuer Leitung darf man gespannt sein. Foto: Andreas Birkigt
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| 22.11.2011 |
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"Acis und Galatea" in Gießen - Viel Applaus gab es für die Premiere der Händel-Kammeroper "Acis und Galatea" am Stadttheater Gießen. Die Barockoper geht zurück auf die "Metamorphosen" des römischen Dichters Ovid und die tragisch-schöne Geschichte um die Liebe des jungen Schäfers Acis zur Meernymphe Galathea. Polyphem aber, der Riese, liebt die Nymphe ebenfalls und tötet den Nebenbuhler. Galatheas Herz wiederum gehört Acis und so verwandelt sie ihn nach dem Tod in eine Quelle, die ewig das Tal durchfließen soll. "Mit Gespür, Einfallsreichtum, Witz und frischem Schwung bringt ein junges Inszenierungsteam ein fast 300 Jahre altes Stück auf die Bühne und heimst damit einen schönen Erfolg ein", ist im Gießener Anzeiger zu lesen, der damit die Regieleistung von Stephanie Kuhlmann würdigt. Gleichzeitig findet auch Jan Hoffmanns musikalische Leitung Beachtung, deren "intime Nähe (…) das Musizieren zu einem unmittelbaren, ungetrübten musikalischen Erleben werden lässt." Und auch die Wetzlarer Neue Zeitung hält mit ihrem Lob nicht zurück: "Es passte alles, Gesang und Instrumentierung unter der musikalischen Leitung von Jan Hoffmann und die einfallsreiche Inszenierung von Stephanie Kuhlmann."
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| 17.11.2011 |
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"Hänsel und Gretel" in Pforzheim - Und noch eine Märchenoper: Das Theater Pforzheim hat den Vorweihnachtsklassiker "Hänsel und Gretel" von Engelbert Humperdinck in einer eigenwilligen Inszenierung auf die Bühne gebracht. Regisseur Wolf Widder zeigt eine verzerrte oder "verdrehte" Welt mit überdimensionierten Möbeln, Eltern auf Plateauschuhen und anderen ungewöhnlichen Elementen. Die bekannte Kinderoper verzaubert alljährlich ihr Publikum aufs Neue. "Das Premierenpublikum feierte Humperdincks Märchenoper, die in Pforzheim so ganz ohne romantischem Schischi auskommt, mit frenetischem Beifall", schreibt die Pforzheimer Zeitung. Neben den überzeugenden Hauptdarstellern Elif Aytekin (Gretel) und Alexandra Paulmichel (Hänsel) tragen auch die jungen Nachwuchs-Chorsänger das Ihre zum Gelingen bei: "Mit leichter Premierennervosität sangen der Kinderchor des Hebel-Gymnasiums (Leitung Annamarie Kohlhaas) und die Kinder des Cantus Juvenum Chors Karlsruhe unter Hans Jörg Kalmbach klangschön ihren Part." (Pforzheimer Zeitung). Das Foto (Sabine Haymann) zeigt Alexandra Paulmichl als Hänsel und Katja Bördner als Gretel (Doppelbesetzung).
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| 16.11.2011 |
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"Cry Love" in Osnabrück - Seit zwei Jahren ist Nanine Linning künstlerische Leiterin und Chefchoreografin der Ballett-Compagnie am Theater Osnabrück. Jetzt präsentierte sie die deutsche Erstaufführung ihrer Choreografie "Cry Love", mit der sie 2006 bereits in den Niederlanden sehr erfolgreich auf Tournee gegangen war, in einer neuen Bearbeitung. Der Titel will sehr unterschiedliche, grundlegende menschliche Gefühle beschreiben. "Der Dualismus von Emotionen, die unmittelbar zusammengehören und zeitgleich existent sind, schlägt sich auch auf die Körperlichkeit im Tanz nieder", heißt es in der Beschreibung des Theaters. Und auch die "Deutsche Bühne" schreibt: "Die künstlerische Leiterin der "Dance Company Theater Osnabrück" fasziniert durch Gegensätze: Nähe trifft auf Distanz, Geburt und beginnendes Leben auf Destruktion und Tod." Die Tänzer sind hier stark gefordert: Zu Beginn müssen sie zunächst etwa 20 Minuten mit dem Kopf nach unten hoch über dem Publikum hängen. "Cry Love, der Titel sagt es schon, beinhaltet Glück und Schmerz in höchster Intensität - und auch die Angst vor dem Tod und dem langen Alleinsein", heißt es in der "Neuen Osnabrücker Zeitung", in der ein Vorgespräch mit der Choreografin abgedruckt wurde. Das abschließende Urteil der "Deutschen Bühne": "Im Zusammenspiel aus Video, Musik und Choreografie ist Nanine Linning mit "Cry Love" ein eindringliches Tanzstück gelungenes, nicht zuletzt auch deshalb, weil es den Menschen in beklemmender Weise auf seine Ursprünglichkeit zurückwirft." Das Foto (Kalle Kuikkaniemi ) zeigt Jesse Hanse, Erik Spruijt, Chris Bauer, Mallika Baumann.
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| 15.11.2011 |
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"Pinocchio" am Nordharzer Städtebundtheater - "Pinocchio ist etwas für die ganze Familie. Macht weiter so, da verpasst man gern mal einen Film im Kino oder Fernsehen", schreibt eine begeisterte Zuschauerin nach der "Pinocchio"-Premiere in Halberstadt. Das Kinderballett (inszeniert und choreografiert von Jaroslaw Jurasz) mit Musik von Irineos Triandafillou begeisterte Jung und Alt. Die Geschichte vom hölzernen Jungen, der so gerne ein Kind aus Fleisch und Blut werden will, wird hier frisch und ansprechend in Musik umgesetzt. Dass das mit den guten Vorsätzen - Voraussetzung für die Erfüllung von Pinocchios Wünschen - nicht immer so einfach ist, wissen auch die jungen Zuschauer und freuen sich über die märchenhafte Ballettaufführung. "Ein Fest der Ausstattung", schreibt die "Volksstimme". Zum Schluss geht für den Jungen Pinocchio alles gut aus. Ob das auch für das bedrohte Ballett des Nordharzer Städtebundtheater gilt, ist allerdings nicht sicher… (Foto: Max Messer)
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| 10.11.2011 |
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"Freaks" am Theater Altenburg-Gera - Silvana Schröder hat als neue Ballettdirektorin von Theater&Philharmonie Thüringen ihren ersten Ballettabend präsentiert - mit großem Erfolg. Schröder war bereits von 1987 bis 1991 an den Bühnen der Stadt Gera engagiert und kehrte 1995 als Solistin in die Ballettcompagnie des Theaters Altenburg-Gera zurück. Auch als Chefchoreografin war sie dort schon engagiert. Das Publikum reagierte nun auf die "Freaks" der Heimkehrerin mit langem und begeistertem Beifall. Es tanzten alle 23 Tänzer des Thüringen Balletts. "Freaks" sind hier die Unangepassten, "Verrückten", die sich einer Sache hingeben, gar besessen von ihr sind und deshalb in den Augen ihrer "normalen" Umgebung nicht in die Gesellschaft passen. Die Choreografin "sympathisiert" laut der Beschreibung des Theaters "offen mit denen, die sich ihrer Passion hingeben, diese zu ihrem Lebensinhalt und zur Lebensaufgabe machen. Ihr analytischer Blick wird mit Humor und subtiler Ironie gebrochen." Die Musik von Bands wie "Einstürzende Neubauten" und "Hugues le Bars" oder auch von Philip Glass tut das Ihre dazu. Die junge Sängerin Carla Nelson ist live auf der Bühne zu erleben. Damit bekennt sich Silvana Schröder offen zum Populären. "Ein toller Abend, der neugierig macht auf mehr", urteilt die Ostthüringer Zeitung wohlwollend: "Die Choreografin spielt virtuos auf der Klaviatur der Tanzsprache, reizt alles Facetten aus und findet immer wieder neue, überraschende Ausdrucksformen." Die Thüringische Landeszeitung wagt allerdings die Frage, "ob Schröder diese Ästhetik für geeignet hält, um das Geraer Ballett auf Staatstheater-Niveau zu führen." Das Foto (Stephan Walzl) zeigt Tänzerinnen und Tänzer des ThüringenBalletts.
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| 07.11.2011 |
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"Faust" in Weimar - Regisseur Karsten Wiegand hat Charles Gounods "Faust" auf die Bühne des Deutschen Nationaltehaters gebracht. Gounod lernte den Goetheschen Faust schon früh kennen. Erst die französische Fassung von Michel Carré brauchte ihn auf die Idee, aus dem Stoff eine Oper zu machen. In der Opernfassung ringt Faust nicht mehr um Erkenntnis, sondern versucht, mit Hilfe von Mephisto, der Sinnlosigkeit seines Lebens Widerstand zu leisten. Gounods Werk verbindet Elemente der Opéra lyrique mit denen der Grand opéra und sieht für den Chor eindrucksvolle Szenen vor. Die musikalische Leitung in Weimar hat Felix Bender, dessen Leistung einhellig gelobt und vom Publikum mit Begeisterung angenommen wurde. Auch die Inszenierung von Karsten Wiegand stieß auf breite Zustimmung. "Hier wird in der Inszenierung von Karsten Wiegand das Opus zum wirkungsvollen und bis ins letzte stimmigen Opernabend", schreibt die Ostthüringer Zeitung, die sich in ihrer jubelnden Kritik beinahe überschlägt und auch Bedeutung und Qualität des Chores angemessen würdigt: "Ein absoluter Protagonist sind die von Markus Oppeneiger und Fabian Wöhrle einstudierten Chöre, die nicht nur klingen wie aus einem Guss, sondern in einem fast genialischen Konzept, der mal schrillen, mal grauen Masse aufgehen." "Neues Deutschland" spricht von "formidablen Chören" und: "Ein musikalisches Ereignis!" urteilt auch die Thüringer Allgemeine. Das Fazit der Ostthüringer Zeitung schließlich lautet schlicht: "Fantastisch"!
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| 04.11.2011 |
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"Cinderella" am Leipziger Ballett - Im Anschluss an die Gastspielreise nach Kolumbien und Brasilien startete das Leipziger Ballett unter Ballettdirektor Mario Schröder die neue Spielzeit nun auch in der Heimat. Eine Premiere und zugleich eine Uraufführung standen auf dem Spielplan. Die international gefeierte australische Choreografin Meryl Tankard hat für die Leipziger Compagnie einen der großen Ballettklassiker neu bearbeitet: "Cinderella" nach der Musik von Sergej Prokofjew. Der Leipziger Kapellmeister William Lacey dirigierte das Gewandhausorchester. Seit 1813 sind Ballette zu "Cinderella"-Motiven entwickelt worden. Die Geschichte vom Aschenbrödel, das von der bösen Stiefmutter und deren garstigen Töchtern schlimmer als eine Dienstmagd behandelt wird, dann aber dem Prinzen begegnet und unter der Mithilfe guter Geister wie einer Fee und eines Zwergs ihr Glück findet, hat die Choreografen aller Generationen zu Neuschöpfungen angeregt. Zum Klassiker entwickelte sich der Ballettstoff nach der erfolgreichen Uraufführung der Choreografie zur Musik von Sergej Prokofjew 1945 am Bolschoi Theater Moskau. Prokofjews Ballett wurde seitdem immer wieder von Choreografen als Vorlage für ihre Adaptionen und getanzten Märchenphantasien genutzt, nun also auch von Meryl Tankard, die als Tänzerin am Wuppertaler Tanztheater unter Pina Bausch aktiv war und danach in ihe Heimat zurückging, wo sie zur künstlerischen Leiterin der Compagnie in Canberra avancierte. Seit 1999 arbeitet sie als freie Choreografin. Für die Leipziger Neuproduktion schafft Tankard gemeinsam mit ihrer Ausstatterin Cordelia Matthes, dem Filmkünstler Regis Lansac und dem Lichtdesigner Alexander Koppelmann in poetischen und kraftvollen Bildschöpfungen Raum für die Traumwelten der Hauptfigur. Erklärtermaßen sollen mit der Leipziger "Cinderella"-Version ganze Familien begeistert werden. Das Foto (Regis Lansac) zeigt Tomáš Ottych und Urania Lobo Garcia.
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| 02.11.2011 |
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"Mikropolis" an der Komischen Oper Berlin - Kinderoper mit Migrationshintergrund? In der Komischen Oper Berlin ist dies mit "Mikropolis" gelungen. Die "Insektenoper" von Christian Jost, der auch selbst dirigiert, überträgt Themen der Migrationsproblematik in die Welt der Insekten. Die Komische Oper versucht gezielt und auf verschiedenen Wegen, Kinder und Jugendliche mit Migrations-Hintergrund für das Genre Oper zu interessieren und - im besten Fall - zu begeistern. Da liegt es nahe, ein Migrationsthema auch auf die Bühne zu bringen. Die jungen Zuschauer jedenfalls waren gebannt und begeistert. "Die Musik von Christian Jost, der auch dirigiert, weist rhythmische Raffinesse und melodischen Einfallsreichtum auf", schreibt die Berliner Zeitung. Und dass die auf der Bühne agierenden Sänger und Akrobaten "über zwei Stunden begeisterte Zuschauer finden, liegt an Nadja Loschkys sympathischer Spielmacher-Regie und einem Ensemble, das es ernst meint mit dem Kinderspaß, ist im "Tagesspiegel" zu lesen. Foto: Wolfgang Siven
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| 01.11.2011 |
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"Lohengrin" am Nordharzer Städtebundtheater - 20. Spielzeit des Nordharzer Städtebundttheaters - 200 Jahre Theater in Halberstadt: Das Doppeljubiläum war Anlass genug, eine so ambitionierte Produktion wie den "Lohengrin" in der Inszenierung des Halberstädter Ex-Intendanten (jetzt Intendant in Detmold) Kay Metzger zu wagen. Und das, obwohl in Halberstadt und Quedlinburg die Theaterlichter auszugehen drohen. Einsparungen allenthalben: von den beiden Städten, vom Landkreis sind Kürzungen angesagt, das Land Sachsen-Anhalt wird nicht erhöhen. Die Mitarbeiter leisten seit langem Gehaltsverzicht. Künstlerisch lässt sich das Theater nicht verdrießen und bringt einen "Lohengrin" auf die Bühne, der Publikum wie Presse begeistert. Musikalisch ist die Oper ein großer Erfolg, zu dem der Chor seinen Beitrag leistet. "Kraftvoll auch die Chöre", schreibt die "Braunschweiger Zeitung. "Überzeugend wie die Inszenierung ist auch die musikalische Seite der Produktion. Nicht minder überraschend die Kompetenz des viel beschäftigten Chores", heißt es in der Volksstimme. GMD Johannes Rieger hat hier ganze Arbeit geleistet. Das meint auch die Kritik auf "Opernnetz": "Johannes Rieger (…) entfacht mit dem bravourösen Orchester des Nordharzer Städtebundtheaters im Graben einen Wagnerklang, der mit perfekten Piano-Passagen und kontrollierten Crescendi die innere Dramatik des Geschehens nachgerade atemraubend vermittelt." Auf ein da capo in Halberstadt-Quedlinburg ist zu hoffen.
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| 26.10.2011 |
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"Don Carlo" an der Deutschen Oper Berlin - Giuseppe Verdis wohl düsterste Oper "Don Carlo" hatte an der Deutschen Oper Berlin Premiere. Das nach dem gleichnamigen Trauerspiel von Friedrich Schiller entstandene Werk erlebte eine Vielzahl von Umstellungen durch den Komponisten selbst. Donald Runnicles (Musikalische Leitung) und Marco Arturo Marelli entschieden sich für die häufig gespielte vieraktige Version. In der Inszenierung von Marelli sei "Don Carlo" zum ersten Mal deutlich als durch und durch politisches Musikdrama zu erleben, heißt es in der Berliner Morgenpost. In der Tat geht es nicht nur um die unglückliche Liebe des Titelhelden zu seiner Stiefmutter, sondern auch um die Antagonie zwischen dem Festhalten an alten, autokratischen Strukturen, repräsentiert durch König Philip, und einer moderneren liberalen Auffassung der Staatsführung, wie sie von Don Carlo, vor allem aber von seinem Freund, dem Marquis von Posa, gefordert wird. Beurteilt die Presse die Inszenierung sehr unterschiedlich, so stößt die musikalische Leistung fast überall auf positive Resonanz, auch die des Chores: "Der Chor, von William Spaulding einstudiert, sang schöner, flexibler als in den letzten Jahren", schreibt die Berliner Zeitung. "William Spauldings Chöre sind wie stets eine Pracht", ist der Zeitung "Die Welt" zu lesen. Foto: Barbara Aumüller im Auftrag der Deutschen Oper Berlin
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| 26.10.2011 |
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"Hoffmanns Erzählungen" in Essen - 1876 stieß der französische Komponist Jacques Offenbach auf das Bühnenstück seiner Landsmänner Jules Paul Barbier und Michel Florentin Carré, die Motive aus den Werken des deutschen Romantikers E.T.A. Hoffmann mit einer fiktiven Biografie des Dichters verbunden hatten. Offenbach machte daraus seine "Fantastische Oper" mit dem Titel "Hoffmanns Erzählungen". Hier geht es um vier große, letztendlich aber scheiternde Lieben des Dichters. Hoffmann kränkelte bereits, als er sein Werk komponierte und stellte nie eine Partitur fertig. Aus den "Lose Blatt-Sammlungen", die er hinterließ, werden bis heute immer neue Fassungen generiert. Regisseur Dietrich W. Hilsdorf und Dirigent Stefan Soltesz haben sich für eine Version entschieden, die sich - laut der Beschreibung des Theaters - "am Usus der Entstehungszeit und wohl auch an den Intentionen des Komponisten ausrichtet". Mit großem Publikumserfolg und positiver Presse-Resonanz: "Dietrich Hilsdorf und Stefan Soltesz haben Hoffmanns neue Meistererzählungen auf den Weg gebracht und unter Beweis gestellt, dass Essen derzeit immer noch über das leistungsfähigste Opernhaus im Nordwesten der Republik verfügt", heißt es auf nmz online. Und weiter: "Stefan Soltesz sekundiert der bemerkenswerten Ensembleleistung und dem bestens aufgestellten Chor, indem er Offenbachs Leichtigkeit zum großen Zug kommen lässt." Und auch in einer Kritik in "der westen" findet der "vorzügliche Chor" besondere Erwähnung. (Foto: Thilo Beu)
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| 23.10.2011 |
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"Turandot" in Regensburg - "Bombastische Chorszenen" und "Verzicht auf Requisiten-Schnickschnack": Das sind nur zwei Kommentare des Bayerischen Rundfunk zur Neuinszenierung von "Turandot" am Stadttheater Regensburg. Und der Donaukurier hebt den Chor als entscheidenden Qualitätsgaranten hervor: "In der Einstudierung Christoph Heils bildeten Opern- und Extrachor, verstärkt durch kompetente Kräfte von Cantemus das unangefochtene Kraftzentrum des ersten Aktes und bündelten im Finale noch einmal ihre kontrollierte Klangmacht." Als "Puccini-Wunder" wird die Premiere dort außerdem gewürdigt, was zu gleichen Teilen der Inszenierung von Wolgang Quetes und dem Dirigat von GMD Tetsuro Ban zugeschrieben wird. Die Geschichte der männermordenden Prinzessin Turandot, die im Lauf der Geschichte lernt, was es heißt zu lieben, wird hier nicht tiefenpsychologisch ausgedeutet, vielmehr mit einer gewissen Leichtigkeit inszeniert. Dem Zuschauer obliegt am Ende die eigene Interpretation. Insgesamt ein Hör- und Sehgenuss, der vom Publikum mit begeistertem Beifall belohnt wurde.
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| 22.10.2011 |
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"Die Meistersinger von Nürnberg" in Nürnberg - Die problematische Vergangenheit der "Meistersinger von Nürnberg" eben in der Stadt, in der sie spielen, sollte in der Nürnberger Neuinszenierung nicht ausgespart werden. Nicht zufällig entschied man sich, mit der Inszenierung einen israelischen Regisseur, David Mouchtar-Samorai, zu beauftragen. Der aber will eher eine "zeitlose Leichtigkeit" generieren, stellt das Komödiantische der Oper in den Mittelpunkt. Dazu passt die musikalische Leitung durch den neuen Nürnberger GMD, Marcus Bosch. "Der gefeierte Marcus Bosch dirigiert die Staatsphilharmonie jederzeit mit Übersicht, entdeckt den Lyriker Wagner, versucht Kraftmeierei zu vermeiden, wo es geht, bringt die deftigen Momente deshalb umso schöner heraus", ist in den Nürnberger Nachrichten zu lesen. Und der "Fränkische Tag" wagt den Vergleich mit der Wagner-Hochburg: "Es gab Zeiten, da wäre niemand ernstlich auf die Idee gekommen, Wagner-Aufführungen in Nürnberg mit jenen der Bayreuther Festspiele zu vergleichen. Inzwischen hat sich das Blatt gewendet." In der gleichen Zeitung wird auch der Chor gewürdigt: "Die weiteren Solisten, die prachtvollen Chöre unter Tarmo Vaask, Tänzer und Statisten sorgen mit für einen nachhaltigen Wagner-Abend, der schneller vorbeigeht, als es gut fünfeinhalb Stunden Gesamtdauer suggerieren." Das Foto (Ludwig Olah) zeigt Jochen Kupfer als Beckmesser, Albert Pesendorfer als Hans Sachs, das Ensemble, Mitglieder des Opernchors und der Statisterie.
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| 18.10.2011 |
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"Die Trojaner" in Karlsruhe - Die Pressestimmen überschlagen sich fast anlässlich der Premiere von Berlioz‘ "Les Troyens" am Staatstheater Karlsruhe in der Regie von David Hermann. In Karlsruhe hatte im Jahr 1890 bereits die Uraufführung stattgefunden. Nun wurde die Neu-Inszenierung vom Publikum begeister aufgenommen und in den Medien gefeiert. Hector Berlioz hat in seiner Oper die zweiteilige Geschichte der Trojaner (die Einnahme Trojas durch die Griechen und die Trojaner in Karthago mit dem Aufbruch des Helden Aeneas nach Italien, um Rom zu gründen) erzählt. In Karlsruhe kann das Publikum zwischen einer auf zwei Abenden verteilten Aufführung und dem Genuss des Werks an einem Abend in voller Länge wählen. Von einem "Opernauftakt, der triumphaler kaum vorstellbar ist", berichtet der Mannheimer Morgen. Durchgängig die Begeisterung für die Leistung der Kollektive. So ist in der Rhein Neckar Zeitung zu lesen: "Neben den Solisten sind an diesem Abend allerdings auch andere wirkliche Stars: die Mitglieder des großen und häufig auch im Zuschauerraum agierenden Chores (Einstudierung: Ulrich Wagner) sowie der Staatskapelle, die unter der Leitung von Justin Brown Außergewöhnliches leisten." Und der Bericht auf Deutschland Radio vermeldet: "Und so wandern die Trojaner, gesungen vom Badischen Staatsopernchor, in den Zuschauerraum. Durch die räumliche Verteilung entfaltet der Chor seine ganze stimmliche Wucht." Foto: Markus Kaesler
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| 12.10.2011 |
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"Der Ring an einem Abend" in Hagen - Das Theater Hagen feiert in diesem Jahr stolz seinen 100. Geburtstag. Keinen vierteiligen "Ring des Nibelungen" bringt es anlässlich des Jubiläums auf die Bühne - wohl aber Loriots "Ring an einem Abend". Ein Werk, das mit viel Humor, aber auchaußerordentlicher Sachkenntnis den Wagnerschen Ring in stark verkürzter Fassung zeigt. Erstaunlich, wie es dem Humoristen gelingt, den komplexen Stoff zu reduzieren und damit für alle "Ring"-Neulinge, durchaus aber auch für erfahrenere Wagner-Hörer eine verständliche Kurzfasssung zu präsentieren. Lange vor dem Tod von Deutschlands berühmtesten Komiker hatte Hagens Intendant Norbert Hilchenbach das Werk auf den Spielplan gesetzt. Nun feierte der "Ring an einem Abend" Premiere - und stieß damit auf große Begeisterung im Publikum. "Ansonsten legt sich in den gut drei Stunden Aufführungsdauer beinahe das gesamte Hagener Solisten-Ensemble mit hörbar hoher Motivation und Freude ins Zeug", schreiben die Ruhr-Nachrichten. Und "Der Westen" lobt vor allem Orchester und Dirigenten: "Hagens höchst engagierter Generalmusikdirektor Florian Ludwig trumpft mit seinen Philharmonikern immer dann auf, wenn die Partitur auf große Fahrt geht." Foto (theater hagen): Jon Ketilsson, Stefanie Smits, Hartmut Volle
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| 12.10.2011 |
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"Merlin" am Musiktheater im Revier - "Merlin" von Isaac Albéniz, entstanden im Jahr 1901, erlebte erst mehr als hundert Jahre später seine erste professionelle Aufführung im Teatro Real in Madrid. Nun wagte sich das Musiktheater im Revier an die deutsche Erstaufführung. Wobei - trotz schwieriger Materialbasis - eine gelungene und bejubelte Vorstellung gelang. Albéniz hatte seinerzeit einem kapital-starken Möchtegern-Librettisten zugesagt, dessen Elaborate zu vertonen und musste sich deshalb mit einem höchst mäßigen "Merlin"-Libretto herumschlagen. Er orientierte sich angesichts des Stoffes an der Musik Richard Wagners bis hin zu eindeutigen Zitaten. Das wertet die Oper nicht auf. Wohl aber gelingt es dem Ensemble mitsamt seinem GMD Heiko Förster und Regisseur Roland Schwab, das schwierige Werk exzellent umzusetzen. "Das Gelsenkirchener Ensemble präsentiert die Rarität fabelhaft", schreibt die "Deutsche Bühne". "Keine große Oper aber ganz großes Kino in Gelsenkirchen", ist in der "Recklinghäuser Zeitung" zu lesen. Auch der Chor, der teils gregorianisch anmutend singt, findet Erwähnung in der Presse: "Das Premierenpublikum war einhellig begeistert: von der musikalischen Präsenz der Solisten und der Chöre, vom Orchester und seinem Dirigenten Heiko Mathias Förster (…) und vor allem von Roland Schwabs lebendiger und durchdachter Regie." (Ruhr-Nachrichten)
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| 10.10.2011 |
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"Ridicule" in Koblenz - Am Koblenzer Theater gab Steffen Fuchs als neuer Ballettdirektor seinen Einstand - mit "Ridicule", einem Ballettabend zu barocker Musik von Bach, Händel, Purcell, Rameau, Vivaldi und anderen. Das Koblenzer Ballett begibt sich damit auf "Spurensuche nach den Gemeinsamkeiten des barocken Zeitalters mit unserer heutigen Zeit, welche ästhetischer, sozialer, religiöser und auch politischer Natur sind", so heißt es im Programmtext des Theaters. 13 Szenen zum Thema Barock hat Fuchs zusammengestellt. Offensichtlich erfolgreich: Einen "grandiosen Einstand" attestiert die Rhein-Zeitung dem neuen Ballettchef. "Ein gescheiter Abend, reich an Sinneseindrücken und Geist, an choreografischem und tänzerischem Talent. Das ist mit Gewinn anzusehen, macht Lust auf mehr." (Foto: Matthias Baus)
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| 07.10.2011 |
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"Aus einem Totenhaus" an der Staatsoper im Schillertheater - Künstlerische Höchstleistungen versprechen schon die Namen des Leitungsteams von Janáceks "Aus einem Totenhaus" an der Staatsoper im Schillertheater: Simon Rattle dirigiert, Patrice Chéreau führt Regie. Allerdings: Neu ist die Inszenierung nicht, vielmehr schon 4 Jahre alt und durch diverse große Häuser gereist. In Berlin hat Chéreau allerdings noch einmal intensiv geprobt. Bereits der Musikkritiker Hans Heinz Stuckenschmidt schrieb anlässlich der Premiere in der Berliner Kroll Oper im Jahr 1931: "Ein geniales Werk, das künftige Generationen neben die größten seiner Art, neben Don Giovanni, Fidelio, Wozzeck, Norma stellen werden." Die Handlung - nach dem gleichnamigen Roman von Fjodor Dostojewski - spielt in einem Häftlingslager und erzählt von dessen Trostlosigkeit, aber auch von einer hier sich entwickelnden Freundschaft zwischen zwei Häftlingen. Auch vier Jahre nach ihrer Genese erntet Chéreaus Interpretation noch begeisterte Kritiker-Stimmen - ebenso wie die musikalische Gestaltung: "Die Hauptdarstellerin an diesem Abend aber ist die Musik, ist die Staatskapelle Berlin", schreibt der "Tagesspiegel". Und in der "Berliner Zeitung" ist zu lesen: "Den bräsigen Chor von der verlorenen Heimat illustriert Chereau mit nackten Menschen, denen gerade etwas Schreckliches widerfahren sein muss. Der Adler, dessen Flug in die Freiheit der Chor am Ende begeistert besingt, ist hier nur ein Modell, das keinen Flügelschlag allein tut. Auf Freiheit ist kaum zu hoffen, es gilt stattdessen, auch im Lager ein Mensch zu bleiben."
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| 04.10.2011 |
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"Der fliegende Holländer" in Dortmund - Jens-Daniel Herzog gab am Theater Dortmund seinen Einstand mit Richard Wagners "Der fliegende Holländer". Das Publikum dankte ihm und Dortmunds Generalmusikdirektor Jac van Steen mit begeistertem Applaus. Herzog zeigt in seiner Inszenierung eine Welt, in der Brutalität und Geschäftssinn letztendlich über die Gefühle siegen. Liebe und Geld sind unvereinbar, das zeigt die tragische Geschichte des Mädchens Senta, das den Holländer mit ihrer Liebe von seinem Fluch befreien will und schließlich für ihn sogar in den Tod geht. "Regie und Bühne korrespondieren perfekt; die Personenführung ist detailreich, ohne überinszeniert zu wirken, vor allem in der Bewegung des hervorragend singenden Chors", ist in "Der Westen" zu lesen. Ein gelungener Auftakt für den neuen Dortmunder Intendanten.
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| 04.10.2011 |
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"Das schlaue Füchslein" an der Komischen Oper Berlin - Das "Schlaue Füchslein" von Leos Janácek ist Andreas Homokis letzte Inszenierung als Chefregisseur der Komischen Oper Berlin. Das Publikum feierte ihn am Schluss der Vorstellung und dankte mit lang anhaltendem Applaus. Der bereits 70-jährige Janácek komponierte die Oper, als er sich gerade neu in eine Jahrzehnte jüngere Frau verliebt hatte. Das mag bei der Entstehung des Werks eine Rolle gespielt haben. Homoki jedenfalls vermenschlicht das Füchslein, macht daraus eine lebenslustige junge Frau und stellt die Figur des Försters in den Mittelpunkt. "Es ist eine Geschichte voller Melancholie geworden, in der jeder Klamauk, jede Pittoreske und glücklicherweise auch jedes banale Tier-im-Menschen-und-umgekehrt-Klischee erstirbt", schreibt die Berliner Morgenpost. Die Chorleistung wird im Berliner Tagesspiegel gewürdigt: "Die Chorsolisten der Komischen spielen und singen mit viel Einsatz als Machomänner und Tiere und Schülerinnen." Ebenso auf nmz-online: "Der Chor der Komischen Oper, einstudiert von André Kellinghaus, macht den Verzicht auf das Ballett vergessen, singt und spielt, dass es eine Freude ist." Foto: Monika Rittershaus
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| 29.09.2011 |
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"L'Africaine" in Würzburg - Giacomo Meyerbeer war um die Mitte des 19. Jahrhunderts der erfolgreichste Opernkomponist weltweit. Inzwischen finden sich seine Werke - trotz verschiedener Renaissance-Versuche - nur noch selten in den Spielplänen deutscher Theater. In Würzburg hat man nun Gelegenheit, die Oper "L’Africaine" zu erleben. 1865, ein Jahr nach Meyerbeers Tod, wurde das Werk, dessen Libretto aus der Feder von Eugène Scribe stammt, uraufgeführt. Im Mittelpunkt des Geschehens stehen der Seefahrer Vasco da Gama, seine Entdeckerfahrten und die beiden Frauen, deren Liebe er gewinnt. Selica, die "Afrikanerin" entsagt schließlich ihrer Liebe zugunsten der anderen. Die "deutsche bühne" würdigt vor allem die Leistung des Musikalischen Leiters, Enrico Calesso: "Würzburgs jungem GMD gelingt mit einem ständigen Wechsel zwischen kammermusikalischer Melodienseligkeit und knallharter Eckpunkt-Dramatik der belebende, manchmal noch besser an seinen Händen als aus dem Graben erkennbare Klang, der alle auseinanderstrebende Kolportage energisch bündelt." Auf "opernnetz" wird der Chor besonders hervorgehoben: "Variabel agierend, im Stimmlichen "brausend": der voll engagierte Chor unter Leitung von Markus Popp mit perfektem kollektiven Klang!" Grandioser Beifall bestärkt das Team (Inszenierung: Gregor Horres) in seiner Entscheidung, Meyerbeer wiederzubeleben. Foto: Falk von Traubenberg
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| 27.09.2011 |
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"Orpheus in der Unterwelt" in Cottbus - Die Geschichte von Orpheus und Eurydike, die bei Jacques Offenbach nur in Details noch dem mythologischen Original folgt, gibt kreativen Regisseuren immer neu Gelegenheit, den ihr innewohnenden Esprit und Witz auf der Bühne zu entfalten. Martin Schüler ist dies offensichtlich gelungen. Orpheus, der eigentlich froh darüber ist, dass seine Gattin vom Chef der Unterwelt entführt wurde, wird durch die Person gewordene "Öffentliche Meinung" dazu gebracht, seiner Frau zu folgen und den Götterchef Jupiter persönlich um die Herausgabe zu bitten. Dabei muss er feststellen, dass auch in der Götterwelt hinter der Fassade nicht alles stimmt. "Sowohl Generalmusikdirektor Evan Christ als auch Intendant und Operndirektor Martin Schüler selbst lassen es sich nicht nehmen, der Eröffnungspremiere der neuen Spielzeit am Staatstheater Cottbus zu einem inhaltlich spritzigen, melodisch und rhythmisch mitreißenden Bühnenleben zu verhelfen", heißt es auf Niederlausitz aktuell. Ein Beitrag von rbb Kulturradio schwärmt von der gesamten musikalischen Leistung, insbesondere auch vom Chor: "Großes Lob an den Chor, der hier von Offenbach an das Äußerte dessen getrieben wird, was man als Chor leisten muss, auch schauspielerisch."
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| 27.09.2011 |
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"Die Lombarden" in Kiel - 1842 erlebte Verdi mit "Nabucco" seinen ersten großen Erfolg, "Die Lombarden" war das Werk, das auf den "Nabucco" folgte. Es ist eine Monumentaloper mit gewaltigen Chorszenen und breit angelegten Ensembles. In Deutschland wurde die Oper bisher nur kurz nach ihrer Uraufführung szenisch aufgeführt. Jetzt eröffnete sie die Spielzeit 2011/12 im Kieler Opernhaus. "Wuchtige Chöre, schwelgende Klangbögen, schmetternde Akkordfolgen, schmelzende Kantilenen, innige Gebete, dramatische Ausbrüche - alles ist in der Komposition schon angelegt. Und bei Leo Siberski in guten Händen", ist in den "Kieler Nachrichten" zu lesen. Und: "Dazu präsentiert er die von David Maiwald präzis einstudierten Opern- und Extrachöre in der erstaunlichen Wandlungsfähigkeit, die die Partitur von den Ensembles einfordert." Und auch die Schleswig-Holsteinische Landeszeitung attestiert: "Tragendes Element des Stückes ist der (von David Maiwald vorzüglich einstudierte) Chor." Das Publikum reagierte entsprechend mit viel Applaus. Foto:Olaf Struck
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| 22.09.2011 |
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"Krieg und Frieden" in Köln - Nach dem Roman von Lew Tolstoi schrieb Sergej Prokofjew, der 1936 nach jahrelangem Aufenthalt im Ausland in die Sowjetunion zurückgekehrt war, seine große Oper "Krieg und Frieden". Kurz nachdem er seine Arbeit begonnen hatte, begann 1941 für die Sowjetunion der zweite Weltkrieg. Für den Komponisten bedeutete dies nun die Betonung und Aufblähung der patriotischen Anteile des Opernplans durch große Chöre und heroische Massenszenen. Ursprünglich aber hatte er die intime Szene, in der der verwundete Andrej in Nataschas Armen stirbt, als Ausgangspunkt seiner Oper gesehen. In seiner Kölner Inszenierung versucht Regisseur Nicolas Brieger, die ursprünglichen Intentionen Prokofjews wieder freizulegen. Die patriotischen Aspekte werden zugunsten der privaten Konstellationen der Protagonisten, die in den kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Russen und Franzosen zerrieben werden, zurückgenommen. Die Oper wurde für die Kölner Inszenierung stark gekürzt. Publikum wie Presse reagierten begeistert. "Einhelliges Fazit: Ein großer Opernabend", ist auf koeln.de zu lesen. Der Kölner Stadt-Anzeiger urteilt: "Nahezu exzeptionell bis in die Nebenrollen hinein sind die Sängerleistungen" und lobt das Orchester: "Zu großer Form findet das Gürzenich-Orchester unter Michael Sanderling." Der Bonner Generalanzeiger schließlich hebt die Chor-Leistung hervor: "In diesen Kulissen bewegen sich die Menschenmassen, die Statisten, der (von Andrew Ollivant perfekt vorbereitete) Chor und die fast dreißig Solisten, die Brieger in seiner gekürzten Fassung noch immer benötigt." (Foto: Karl und Monika Forster)
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| 20.09.2011 |
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"Der fliegende Holländer" in Wuppertal - Die romantische Oper von Richard Wagner über den Holländer, den ein Fluch dazu verdammt, "für ew’ge Zeiten" auf dem Meer zu bleiben, und der nur alle sieben Jahre die Chance hat, durch die Liebe einer Frau errettet zu werden, hat an den Wuppertaler Bühnen überaus erfolgreich die neue Spielzeit eröffnet. Regisseur Jakob Peters-Messer hat nach seinen eigenen Worten nicht so sehr die "Psycho-Oper" im Kopf gehabt, sondern das Werk eher auf der Fantasy-Ebene angesiedelt. Bariton Kay Stiefermann singt die Titelpartie. Der Wuppertaler Publikumsliebling meistert die Rolle "grandios und kraftvoll", wie die WZ schreibt. Und zum Chor heißt es dort: "Großes leistet der Bühnenchor (Einstudierung: Jens Bingert), der das Steuermannslied schmettert, den Spinnerinnenchor leicht schnurren lässt, die Matrosen markig in Feierlaune gibt und als Geisterchor schaurig seufzt." Minutenlanger Beifall belohnte die Leistung aller Beteiligten, auch die des Orchesters unter der musikalischen Leitung von Hilary Griffiths. Das Foto (Uwe Stratmann) zeigt den Chor und den Extrachor der Wuppertaler Bühnen, in der Mitte Christian Sturm als Steuermann, rechts Michael Tews als Daland.
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| 20.09.2011 |
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"Don Giovanni" in Hamburg - Auf einen "Don Giovanni", inszeniert von der inzwischen Opern-erprobten Filmregisseurin Doris Dörrie und unter der musikalischen Leitung von Hamburgs Generalmusikdirektorin Simone Young durfte man in Hamburg gespannt sein. "Knapp vor durchgefallen" urteilt das Hamburger Abendblatt. Das Publikum zeigte sich - trotz zwischenzeitlichen Szenen-Applauses - nicht begeistert. Dabei hatte Dörrie durchaus gute Ideen. Die beste war vielleicht, Don Giovanni den Tod gleich zur Seite zu stellen: den Tod als Frau, die den Frauenhelden zu verführen versucht. Der Tänzer Tadashi Endo übernimmt diesen Part, als Skelett mit rosa Tüllhut und silbernem Abendkleid. "Von Personenführung war wenig zu bemerken", schreibt Verena Fischer-Zernin auf nmz-online. Und: "Von Mozartscher Ambivalenz war die Hamburger Aufführung weit entfernt." Schade! Das Foto (Bernd Uhlig) zeigt Maria Markina als Zerlina, Wilhelm Schwinghammer als Leporello, Wolfgang Koch als Don Giovanni und den Chor der Hamburgischen Staatsoper.
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| 13.09.2011 |
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"Fidelio" in Wiesbaden - "Wenn es so etwas wie eine deutsche Nationaloper gäbe, dann wäre es Beethovens einzige Oper ‚Fidelio‘, die Geschichte einer spektakulären Gefangenenbefreiung aus der Zeit der französischen Revolution." So zu lesen in der Vorankündigung des "Fidelio" am Hessischen Staatstheater in Wiesbaden. In der Tat hat die Oper, die die Vision einer gerechten Welt auf die Bühne bringt, als Parabel für die Anklage vieler Diktaturen, Regime und rechtloser Zustände gedient. Beethoven selbst sah sein Werk als "Rettungs- und Befreiungsoper". Der Komponist wollte hier seine Ideen von politischer Freiheit, von Gerechtigkeit und Brüderlichkeit manifestieren. Die Inszenierung des aus Graz stammenden Hans Hollmann findet in der Kritik der FAZ keinen Beifall. "Statisches Stehen an der Rampe ohne sinnfällige räumliche Beziehung oder gar ausdeutende Personenführung" wird ihr konstatiert. Gelobt wird dagegen das Orchester unter der musikalischen Leitung von Marc Piollet. Dieser zeige "ein untrügliches Gespür für die Anbahnung neuer Entwicklungen und hebt diese durch die Modellierung der auslösenden rhythmischen und melodischen Wendungen ins Bewusstsein", ist dort zu lesen. (Foto: Martin Kaufhold)
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| 06.09.2011 |
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"Die Krönung der Poppea" in Weimar - "Eine Welt, in der die Tugend keinen Platz mehr hat": Das ist der Hof des Kaisers Nero, Schauplatz von Claudio Monteverdis 1642 uraufgeführter Oper "Die Krönung der Poppea". Poppea sorgt für Unruhe, indem sie den König verführt und bildlich wie wörtlich "über Leichen geht". Ein eigens für diese Produktion zusammengestelltes Instrumentalensemble (Musikalische Leitung: Felix Bender) sorgte für einen gelungenen Spielplanauftakt am Deutschen Nationaltheater Weimar (DNT): ein weiteres Beispiel für den Wiedereinzug der Barockoper in die Spielpläne deutscher Theater. Die TLZ lobt die Inszenierung von Cordula Däuper als "eine sinnliche, muntere wie dezent hinterlistige Interpretation". Und bescheinigt dem DNT: "Mit seiner ersten Premiere der neuen Spielzeit gab das Deutsche Nationaltheater Weimar im dicht gefüllten e-Werk gleich einen Meisterschuss ab." Das Publikum reagierte entsprechend und spendete stürmischen Beifall. (Foto: Anke Neugebauer)
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| 01.09.2011 |
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"West Side Story" in Trier - Stehende Ovationen zum Schluss für eine "West Side Story" in ungewöhnlichem Ambiente: in Trier entschied man sich für die ehemaligen Bobinet-Halle in Trier West als Veranstaltungsort für eines der erfolgreichsten Musicals der Welt. Leonard Bernsteins tragische Adaption von "Romeo und Julia", die Verlagerung der Geschichte in das New York der 50er-Jahre, der heftig geführte Bandenkrieg zwischen den "Jets" und den "Sharks", das alles verlegte das Theater Trier auf die 50 x 25 m große Bühne der Bobinet-Halle. Das Theaterhaus bleibt aus Sanierungsgründen bis Mitte September geschlossen. Obwohl es die Mitwirkenden nun mit erschwerten Bedingungen zu tun hatten, hat Regisseur und Choreograf Sven Grützmacher hier offenbar aus der Not eine Tugend gemacht. Der begeisterte Applaus des Publikums am Ende belohnte die Anstrengungen der über 100 Mitwirkenden. Besonders gelobt wird in der Presse die choreografische Arbeit: "Choreografisch überzeugen vor allem die Mädchen der Sharks (Magali Schmid, Cecile Rouverot, Minja Anusic, Natalia Grützmacher, Cynthia Nay, Erin Kavanagh) - insbesondere angesichts des mit seinen Kanten und Schlaglöchern widrigen Bodens ist aber die Leistung des gesamten Tanzensembles von ausgesprochener Professionalität und Qualität geprägt." (Foto: Marco Piecuch)
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| 22.08.2011 |
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"Turandot" in Braunschweig - Die ersten Theater beenden in diesen Tagen ihre Ferien und präsentieren bereits Neuproduktionen. Das Braunschweiger Staatstheater zeigte - unter günstigsten Wetterbedingungen - eine Freiluftaufführung von Puccinis beliebter Oper "Turandot", die der Komponist selbst nicht mehr fertig stellen konnte und die erst zwei Jahre nach seinem Tod 1926 an der Mailänder Scala uraufgeführt wurde. Bühnenbild (Tom Musch) wie Inszenierung (Robert Lehmeier) suggerieren ein totalitäres System, in welchem die Prinzession Turandot den Bewerbern um ihre Hand drei Rätsel aufgibt und sie gnadenlos in den Tod schickt, wenn ihnen die Aufgabe nicht gelingt. Erst Prinz Calaf ist erfolgreich; sein Ziel ist es in der Braunschweiger Inszenierung nicht nur, die Prinzessin zu brechen, sondern auch, selbst als Diktator die Volksmassen zu beherrschen. Beides hat er am Ende erreicht: ein "Happy End" sieht anders aus. Begeisterter Applaus war der Lohn für eine schlüssige Inszenierung und gute musikalische Leistungen (Leitung: Alexander Joel). "Grandios" lautet die Bewertung der Titelsängerin Irina Rindzuner in der Braunschweiger Zeitung. Auch Calafs Leistung überzeugt: "Arthur Shen steigert das berühmte ‚Nessun dorma‘ mit großer Strahlkraft." Herausgehoben wird auch die Leistung der Chöre: "Prachtvoll dürfen sich die Chöre in den Parteitagshymnen entfalten." Das Foto von Karl-Bernd Karwasz zeigt Chor, Extrachor und Arthur Shen in der Rolle des Calaf - und das alles überragende Bild eines das Volk beherrschenden Diktators.
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| 01.07.2011 |
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"Der geduldige Sokrates" am Staatstheater am Gärtnerplatz in München - Die Barockoper hat in den vergangenen Jahren wieder Einzug ins Repertoire der deutschen Theater und Opernhäuser gefunden. Vieles gibt es da neu zu entdecken. Jetzt hat das Theater am Gärtnerplatz für die Münchner Erstaufführung der komischen Oper "Der geduldige Sokrates" von Georg Philipp Telemann gesorgt. Das Libretto geht auf ein Satire von Aristophanes zurück: Um für genügen Nachschub an Kriegern zu sorgen, muss sich der Philosoph Sokrates gleich mit zwei Ehefrauen herumschlagen: der bekannt-grantigen Xantippe und der nicht weniger zänkischen Amitta. Gleichzeitig hat Sokrates diverse andere Probleme am Hals: Liebesdinge zwischen jungen Mitgliedern der Aristokratie, faule Schüler und den trunksüchtigen Phito, den er in seine Schranken zu weisen hat. Die Oper war zu Telemanns Zeiten durchaus auch Kritik am subalternen Hofschranzentum und vor allem eine Infragestellung der mit bürgerlichen Idealen ausgepolsterten Gelehrtenidylle. Inszeniert hat Axel Köhler, der - sowohl als Sänger als auch als Regisseur - als Experte für die Barockoper gilt. Die musikalische Leitung übernahm der Chordirektor des Staatstheaters am Gärtnerplatz, Jörn Hinnerk Andresen, der sich ebenfalls in dieser Sparte schon hervorgetan hat. Das Foto (Hermann Posch) zeigt Thérèse Wincent als Amitta, Heike Susanne Daum als Xantippe und zwischen den beiden Stefan Sevenich als leidgeprüften Sokrates.
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| 29.06.2011 |
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"Musik Musik Musik" in Wuppertal - Ganz verschiedene Leute treffen sich in der Lobby eines Hotels: Die Diva und ihr Manager zerstreiten sich über die Frage nach dem angemessenen Auftrittsort. Ein durch Viehhandel reichgewordener Millionär und ein Rennfahrer hängen an der Bar ab. Ein Fußballspieler stößt dazu und eine rein weibliche Reisetruppe sorgt für Aufregung. Außerdem trifft sich ein Zwillingspaar wieder und stiftet ganz schön Verwirrung. Und die Hotelpagen wissen nicht mehr wohin mit all den Koffern... Es entstehen Begegnungen, kleine Geschichten, stille Momente in diesem integrativen Theaterprojekt der Wuppertaler Bühnen, das am 29. Juni im Kleinen Schauspielhaus Premiere hatte und das behinderte und nichtbehinderte Menschen gemeinsam auf die Bühne bringt. Aus den Lieblingsliedern der Teilnehmer ist ein Theaterabend entstanden, voll von komischen, traurigen und absurden Szenen. Und über allem liegt ein Hauch von Musik. Regie führt Markus Höller. Das Foto (Pillboxs) zeigt Wolf Dietrich.
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| 29.06.2011 |
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"Dialog der Karmelitinnen" an der Komischen Oper Berlin - Calixto Bieito kam für die Inszenierung von Francis Poulencs "Gespräche der Karmelitinnen" bereits zum vierten Mal als Regisseur an die Komische Oper Berlin. Die Oper handelt von einer Gruppe von Frauen, die eher in den Tod gehen als das eigene Glaubens¬bekenntnis zu verraten. Selbst der zentralen Figur der Oper, der jungen Blanche de La Force, gelingt es, ihre immerwährenden Ängste zu überwinden. Freiwillig folgt sie ihren verurteilten Ordensschwestern auf das Schafott. Sie bekennt sich damit zu ihrem Glauben und schafft es vielleicht erst auf diese Weise, zu sich selbst zu finden. Der Handlung liegt ein reales Geschehen aus dem Jahr 1794 zugrunde, von dem Francis Poulenc so beeindruckt war, dass er wie besessen an seiner Oper schrieb. Für Regisseur Calixto Bieito und sein Team thematisiert Poulencs Werk die existentiellste Emotion jedes Menschen: die Todesangst sowie ihre Kehrseite, die Angst vor dem Leben. "Calixto Bieito nimmt sich der Frauen mit einem tiefen Verständnis an", hieß es in einem Kommentar von Deutschland Radio Kultur. Und auch die musikalische Leitung der letzten Neu-pro¬duk¬tion dieser Spielzeit, die in den Händen von Stefan Blunier liegt, findet Lob: "Stefan Blunier, der Bonner Generalmusikdirektor, findet mit dem zum Saisonende blendend disponierten Orchester der Komischen Oper Berlin einen soghaften Zugriff auf Poulencs Partitur." Einstimmiger Beifall am Schluss für alle Beteiligten! Foto: Monika Rittershaus
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| 26.06.2011 |
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"Kylián / Duato / Montero" in Nürnberg - Für die dritte Produktion der Spielzeit hat Nürnbergs Ballettchef Goyo Montero zwei der wichtigsten zeitgenössischen Choreographen - Jiri Kylián und Nacho Duato - gewonnen, um mit ihnen zusammen einen dreiteiligen Ballettabend herauszubringen. Zu Musik von Wolfgang Amadeus Mozart, Claude Debussy, Richard Wagner zeigten die drei jeweils eine Choreographie für den Nürnberger Ballettabend: Jiri Kyliáns Beitrag: "Sechs Tänze" von 1984 auf Mozarts "Deutsche Tänze", die dank ihres unterhaltsamen Charakters besonders beliebt sind. Der Spanier Nacho Duato zeigte "Duende" (die Uraufführung datiert von 1991) nach Musik von Claude Debussy. Der spanische Ausdruck "Duende" steht dabei im wörtlichen Sinne für "Gespenst" oder "Kobold" - und meint im übertragenden Sinne die Energie, den Charme und die Magie, die einer Form, einem Ausdruck oder einem Klang innewohnen. Goyo Monteros Uraufführung schließlich heißt "Im Treibhaus" nach einem Titel der "Wesendonck-Lieder" von Richard Wagner und ist auch von weiteren Werken des Bayreuther Meisters inspiriert. "Grandioses Finale, jubelnder Beifall für den dreiteiligen Ballettabend am Samstag im Nürnberger Opernhaus, bei dem sich das junge Ensemble mit begeisterndem Elan und staunenswerter Könnerschaft präsentierte", heißt es in der Süddeutschen Zeitung. Auch die weiteren Kritiken lassen es nicht an Lob fehlen und berichten über die Beifallsstürme am Schluss, die den Choreographen ebenso wie dem Ensemble des Nürnberger Staatstheaters galten. Das Foto zeigt das Ensemble mit "Duende" von Nacho Duato (Foto: Jesús Valinas).
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| 26.06.2011 |
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"La Cenerentola" in Aachen - Rossinis komische Oper "La Cenerentola" verwendet einen der bekanntesten Märchenstoffe, die sich im abendländischen Raum finden: Das Märchen vom Aschenputtel, das vom Vater gegenüber seinen Stiefschwestern gedemütigt und zum Dienstmädchen degradiert wird, das darüber aber sein gutes Herz nicht verliert und schließlich dem Mann seiner Träume begegnet, ausgerechnet einem waschechten Prinzen, den es - nach einigen Wirren und Ränken - auch bekommt. In Aachen hatte die "Cenerentola" unter der Musikalischen Leitung von Péter Halász und in der Inszenierung von Joan Anton Rechi Premiere. "Turbulent, spritzig und rasant", urteilt das "Radio am Alex". Und: "Das Publikum erwartet ein Feuerwerk für die Ohren." Das Foto (Wil van Iersel) zeigt Tansel Akzeybek als Don Ramiro und Leila Pfister als Angelina.
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| 26.06.2011 |
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"Candide" an der Berliner Staatsoper im Schillertheater - "Schöner geht’s nicht", urteilt Frederik Hanssen im Berliner Tagesspiegel - und hält die Inszenierung von Leonard Bernsteins Musical "Candide" an der Staatsoper im Schillertheater für "eine der schönsten Inszenierungen der vergangenen Jahre überhaupt". Auch der Chor wird gelobt. Bernstein hat den Voltaires Roman "Candide" als Grundlage seines Musicals verwendet. Voltaire setzt sich hier ironisch-satirisch mit den philosophischen Ideen seines Zeitgenossen Gottfried Wilhelm Leibniz auseinander und stellt vor allem seine Idee von der Theodizee in Frage: Die These, dass wir in der "besten aller möglichen Welten" leben, wird durch die Erlebnisse des naiven Romanhelden Candide, seines Lehrers Pangloss und der schönen Cunegonde immer wieder in Frage gestellt. Bernstein nannte sein "Candide" eine Liebeserklärung an die europäische Musik und verwendet vorzugsweise europäische Tanzformen in seiner Komposition. Konventionen der europäischen Oper werden ihrem musikalischen Gestus nach zitiert und karikiert: Ein Fest für einen kreativen Regisseur - Vincent Broussard erntete für seine spritzige und ästhetische Inszenierung viel Beifall. Foto: Clärchen und Matthias Baus
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| 16.06.2011 |
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"Lulu" in Erfurt - Lulu verschlingt die Männer reihenweise. Sie lockt, verführt, treibt einige ihrer Auserwählten in den Selbstmord, wird selbst zur Mörderin und am Ende sogar Opfer ihres sozialen Abstiegs. Das ist die Geschichte, die Frank Wedekind in seinem Schauspiel erzählt. Vertont von Alban Berg hat die Oper in Erfurt nun erstmals auf eine thüringische Bühne gefunden. Lulu ist unersättlich. Die Männer sind ihr reihenweise verfallen, schließlich treibt sie nicht nur diese, sondern auch sich selbst in den Abgrund. Mit Lulu schuf der Dichter Frank Wedekind eine der schillerndsten und zugleich geheimnisvollsten Frauenfiguren des Theaters. Alban Berg hat diese Figur genial musikalisch umgesetzt. In Erfurt platziert Regisseurin Saskia Kuhlmann die Geschichte in einer Zirkusarena der 20er-Jahre. Julia Neumann in der Titelrolle meistert die Aufgabe musikalisch wie spielerisch exzellent. Große Begeisterung auch für die außerordentliche Leistung des Orchesters unter der musikalischen Leitung von Samuel Bächli.
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| 16.06.2011 |
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"Macbeth" an der Deutschen Oper Berlin - "Regisseur Robert Carsen ist schon ein raffinierter Geschichtenerzähler", schreibt die Berliner Morgenpost anlässlich der "Berliner Premiere" einer ursprünglich Kölner Inszenierung des "Macbeth". Graues Mauerwerk bestimmt das Bühnenbild - Carsen hat die Oper von Verdi ins 20. Jahrhundert verlegt. Wieder einmal sind sich die Rezensenten einig, wenn es um den Auftritt des Chores der Deutschen Oper in der Einstudierung von William Spaulding geht: Im "Tagesspiegel" ist vom "fabelhaft einstudierten, innerlich allzeit bewegten und hoch präzisen, klangerotischen" Chor die Rede. In einem Bericht des rbb heißt es: "Also kann man diesen Macbeth gefahrlos buchen. Schon wegen des großartigen Chors, der kräftig Zunder gibt, ohne zu vergröbern." Unter der musikalischen Leitung von Roberto Rizzi Brignoli musiziert auch das Orchester der Deutschen Oper beeindruckend. (Foto: Bettina Stöß im Auftrag der DEUTSCHEN OPER BERLIN)
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| 06.06.2011 |
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"War Requiem" am Musiktheater im Revier - Benjamin Brittens "War Requiem" gilt als eines seiner Hauptwerke und wurde am 30. Mai 1962 in der neugebauten Kathedrale von Coventry uraufgeführt. Deren Vorgängerbau war im Zweiten Weltkrieg durch die Bombardierung der Deutschen zerstört worden. Britten widmete sein Reqiuem denn auch den Millionen Toten der beiden zurückliegenden Weltkriege. Das Musiktheater im Revier realisierte nun die erste szenische Aufführung. Die Inszenierung ist Regisseurin Elisabeth Stöppler zusammen mit dem für die Live-Videos verantwortlichen Andreas Etter eindrucksvoll gelungen. "Am Ende der Gelsenkirchener Premiere: langes, stummes Ergriffensein - und dann überwältigender Jubel", schreibt die Ruhr-Zeitung. Die Recklinghäuser Zeitung spricht vom "blendend einstudierten, noch im Piano traumhaft sicheren, um den Gelsenkirchener Kinderchor ergänzten Opernchor". Foto: Pedro Malinowski
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| 06.06.2011 |
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"20.000 Meilen unter dem Meer" in Eisenach - Eine Musical-Uraufführung in Eisenach nach dem berühmten Roman "20.000 Meilen unter dem Meer" von Jules Vernes. Der Hamburger Komponist Jan Dvořák hat daraus eine packende Bühnenshow mit einem bunten Unterwasser-Bühnenbild (Ausstattung: José Luna ) gemacht. Eingängige Musical-Songs überzeugten das Publikum, das begeistert applaudierte. Ebenfalls überzeugend: die Choreografie von Andris Plucis. Jan Dvořák, der auch das Libretto schrieb, hat sich gegenüber dem Romanvorbild inhaltliche Freiheiten herausgenommen. So hat er zum Beispiel neue Frauenfiguren geschaffen. "Gewiss ist hingegen, dass dem Landestheater Eisenach mit diesem Großprojekt ein künstlerischer Paukenschlag gelungen ist, der nachdenken lässt über die Theatersparpolitik in Thüringen und ihre zuweilen ausgesprochen schönen Blüten", kommentiert die Südthüringer Zeitung. Und die Thüringer Allgemeine hat auch einen Satz für den Chor übrig: "Der Chor spielt mit und schlägt sich sängerisch wacker." Foto: Hölting
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| 06.06.2011 |
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"Das Schloss" am Münchner Gärtnerplatztheater - Die getanzte Auseinandersetzung mit Kafkas Romanfragment führt zu einem Uraufführungs-Abend voller surrealer Bilder. Henning Paar ist für Choreografie und Inszenierung verantwortlich. Im Mittelpunkt des Geschehens steht Kafkas Figur K. - getanzt von Neel Jansen - der Zugang zu einem Dorf sucht, das von einem mysteriösen Schloss und dessen Beamten beherrscht wird. Paars Choreografie handelt von der Aussichtslosigkeit von K.s Versuchen, hier Zugang zu finden. Das TanzTheaterMünchen erzählt die Geschichte zu Kompositionen von Krzysztof Penderecki, Henryk Górecki, Alfred Schnittke und Dmitri Schostakowitsch. Es spielt das Orchester des Staatstheaters am Gärtnerplatz unter der musikalischen Leitung von Liviu Petcu. "Paars Arbeit ist in sich geschlossen, hält mit seiner Tanzdichte, seinem großartigen Ensemble und seinen klug gewählten Musik von Anfang bis Ende gefangen", sagt Malve Gradinger im Bayerischen Rundfunk. (Foto: Lioba Schöneck)
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| 01.06.2011 |
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"Scherz, Satrire, Ironie und tiefere Bedeutung" in Pforzheim - Das Theater Pforzheim hat mit Erfolg einen Ausflug ins Zeitgenössische gewagt. Im Vorfeld als Schulprojekt realisiert (die Klassen 7 bis 9 der Pforzheimer Nordstadtschule erlebten den Entstehungsprozess mit und beschäftigten sich in verschiedenen Unterrichtsfächern mit der Oper), erlebte das Publikum am Premierenabend eine gelungene Aufführung in der Regie von Wolf Widder. Detlev Glanerts 2001 in Halle uraufgeführte komische Oper hat Grabbes Komödie aus dem Jahr 1822 zur Vorlage. Das Werk ist Literaturoper, Gesellschaftssatire, Welttheater und postmoderne Kunst in einem. Der Teufel kommt auf die Erde, um sein Unwesen zu treiben, was ihm auf dem Schloss des Barons von Haldungen bestens gelingt. Am Ende steht die Apokalypse der Welt, auf der kein Teufel mehr etwas Böses tun kann, das erledigen die Menschen in ihrem Geiz, Neid und ihrer Gier schon selbst. Verdienter Beifall am Schluss. "Der Pforzheimer Bühne gebührt Anerkennung für den mutigen Entschluss, ein ausgefallenes Werk wie dieses ins Programm genommen zu haben", schreiben die Badischen Neuesten Nachrichten. Und: "Gesungen wird in dieser von zahlreichen Gästen geprägten, subtilen, einfalls- und temporeichen Inszenierung von Wolf Widder auf hohem Niveau. Gespielt wird auf noch höherem", ist in der Pforzheimer Zeitung zu lesen. Das Foto (Sabine Haymann) zeigt Anna-Lena Denk, Babett Dörste, Axel Humbert und Steffen Fichtner als vier Naturhistoriker.
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| 01.06.2011 |
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Sciarrinos "Macbeth" in Mainz - Tagsüber gab es am 21. Mai in Mainz Bürger-Protest gegen die geplanten Theater-Kürzungen in Millionen-Höhe. Eine Menschenkette vom Theater zum Rathaus demonstrierte augenfällig, dass die Menschen ihr Theater auf gewohntem Niveau behalten wollen. Abends dann der Beweis für die Berechtigung der Forderungen: Die Premiere von Salvatore Sciarrinos Oper "Macbeth" nach Shakespeares Drama. In der 2002 uraufgeführten Oper verdichtet Sciarrino Shakespeares Werk in neun Szenen und schafft "tre atti senza nome" - drei namenlose Akte. Die Geschichte ist bekannt: Macbeth und seine Frau, die im Hintergrund ihre Fäden spinnt und den Gatten beinflusst, wollen unbedingt selbst regieren und schrecken bei der Verfolgung ihres Ziels nicht vor diversen Ränken und Mordkomplotten zurück. In Mainz inszenierte Tatjana Gürbaca und erhielt am Ende - ebenso wie Dirigent Clemens Heil und das Sänger-Ensemble - begeisterten Beifall. Katherine Marriott als Lady Macbeth leistet Großartiges. Auch der Chor trägt - laut der Allgemeinen Zeitung Mainz - entscheidend zum Erfolg der Premiere bei. Das Foto (Martina Pipprich) zeigt Mitglieder des Ensembles des Mainzer Staatstheaters.
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| 24.05.2011 |
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"Superflumina" in Mannheim - Der Schauplatz von Salvatore Sciarrinos neuem Musiktheater nach einem lyrischen Roman von Elisabeth Smart ist ein großer Bahnhof. Das Libretto hat Sciarrino selbst verfasst. Die Protagonistin ist eine Frau, die obdachlos und verloren scheint. Das Publikum erlebt mit ihr eine Nacht, in der sie ihre Umgebung beobachtet. Sie selbst bleibt ungehört oder unverstanden. Anna Radziejewska brilliert in dieser Rolle, sie singt zwei Stundenlang fast ununterbrochen, teils gemeinsam mit dem Chor. Unter der musikalischen Leitung von Tito Ceccherini spielen und singen Orchester und Chor des Nationaltheaters Mannheim überzeugend. "Ein großer Abend am Mannheimer Nationaltheater", urteilt das Schwäbische Tagblatt. Und auf der Kulturplattform "Kultiversum" ist zu lesen: "Im Mannheim war also eine große, ja großartige Nachtmusik zu erleben, die ein kleines Licht der Kunst in die Dunkelheit der Welt bringt." Foto: Anna Radziejewska, Thomas Lichtenecker, Artur Janda und der Bewegungschor
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| 21.05.2011 |
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"Kyros" in Bremen - Es ist längst keine Selbstverständlichkeit mehr, dass heute uraufgeführte Opern den Chor einbeziehen, geschweige denn, als "große Choroper" gelten können. "Kyros" von Jörn Arnecke, soeben am Theater Bremen uraufgeführt, bildet da eine Ausnahme. Die Oper spielt in der Zukunft. Nach der Klimakatastrophe hat sich eine kleine Menschengemeinschaft im ewigen Eis eingerichtet. Der sparsame Umgang mit den kostbaren Ressourcen und eine durch Rituale geprägte Lebensweise kennzeichnen das Zusammenleben der Bewohner der Insel Kryos. Bis eines Tages ein Fremder an den Strand gespült wird, der aus der Vergangenheit zu kommen scheint. Er singt nicht wie die Bewohner von Kyros, sonder er spricht… "Mit ‚Kryos’ hat die Bremer Oper ein Kammerspiel als Uraufführung und Auftragsarbeit auf ihre Bühne gebracht, das mit 80 pausen- und schwächelosen Minuten so kurz wie gut ist", schreibt Joachim Mischke. "Chor und Orchester meistern unter Markus Poschners Leitung die Oberton-Facetten der Partitur eindrücklich", urteilt Gerhard R. Koch in der FAZ. Die musikalische Leitung hatte Markus Poschner, Regie führte Philipp Himmelmann.
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| 21.05.2011 |
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"Samson und Dalila" an der Deutschen Oper Berlin - José Cura und Vesselina Kasarova in den Titelrollen von Camille Saint-Saëns Oper "Samson und Dalila" glänzen auf der Bühne der Deutschen Oper. "Weiterer Abräumer wiederum: der wunderbare Chor unter Captain Spaulding", hieß es im rbb Kulturradio. Und auf nmz-media: "Der auch in den diffizilen Fugati sehr präzise Chor der Deutschen Oper Berlin, einstudiert von William Spaulding, lässt im akustisch ungünstig offenen Raum vorbildlich singend und wirkungsvoll agierend, die ursprüngliche Oratoriums-Absicht des Komponisten deutlich werden." Alain Altinoglu führte das Orchester der Deutschen Oper Berlin souverän durch die Premiere. Buhrufe bereits zwischen den Akten aber für die Deutung des Regisseurs Patrick Kinmonth, die nicht schlüssig war und die Zuschauer zu Proteststürmen anregte. Foto: Barbara Aumüller
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| 16.05.2011 |
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"Idomeneo" an der Komischen Oper Berlin - Regisseur Benedikt von Peter und Chefdirigent Patrick Lange haben Mozarts Oper "Idomeneo" auf den Spielplan der Komischen Oper gesetzt. Die Geschichte des Vaters, der sein eigenes Kind opfern muss, gehört zu den Urmythen der Menschheit. Mozart allerdings thematisiert hier nicht die Unterordnung des Menschen unter die göttliche Macht, er stellt sich vielmehr auf die Seite des Menschen, der gegen die göttliche Übermacht rebelliert. Musikalisch war die Premiere durchaus erfolgreich, aber "einen Mangel an szenisch zwingenden Einfällen" attestiert Peter P. Pachl der Inszenierung. Und: "Mit Auftritten in den Logen, sowie neben auf und auf dem Floß, etwa auf den Stühlen in sanftem Wellengang wippend, ist der Chor der Komischen Oper Berlin diesmal darstellerisch unterfordert." Dennoch: Musikalisch hat der Chor "volle Leistung" gebracht - und die Besetzung der Solisten-Rollen war durchweg gelungen. Das Foto (Wolfgang Silveri) zeigt die stürmisch gefeierte Erika Roos (Elektra) sowie Rainer Trost (Idomeneo) und David Becker (Kind).
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| 14.05.2011 |
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"Arabella" in Aachen - "Arabella" war die letzte gemeinsame Arbeit des erfolgreichen Künstler-Duos Richard Strauss und Hugo von Hofmannsthal. Viele Missverständnisse und Wirrnisse müssen die Schwestern Arabella und Zdenka durchleben, bis sie schließlich beide ihre große Liebe finden: auch die jüngere Zdenka, die - mangels Geld für eine Aussteuer - zunächst als Junge durchs Leben geht. Unter der musikalischen Leitung von GMD Marcus R. Bosch überzeugen Chor und Orchester des Theaters Aachen. Die Frauenrollen konnten - in hervorragender Qualität - von Hauskräften besetzt werden. Für die Männerrollen wurden auch Gäste eingeladen. Nicht immer logisch, aber stets den Spaß am Spiel hervorhebend die Inszenierung von Ludger Engels. Begeisterter Applaus am Schluss der Premiere für die Beteiligten. Das Foto (Wil van Iersel) zeigt die Statisterie, Michaela Maria Mayer, Mark Adler und Marek Gasztecki.
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| 14.05.2011 |
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"Chowantschtschina" in Dessau - Gipfeltreffen der Chöre in Dessau: Für Modest Mussorgskis Oper "Chowantschtschina" standen die Chöre des Anhaltischen Theaters Dessau und des Deutschen Nationaltheaters Weimar gemeinsam auf der Bühne - zunächst in getrennten Rollen-Funktionen, am Schluss sang man jedoch auch vereint. Der große logistische und probentechnische Aufwand hat sich gelohnt: Publikum und Medien reagierten begeistert auf dieses Chor-Experiment. Unter der musikalischen Leitung von Dessaus GMD Anthony Hermus sangen nicht nur die Chöre, sondern auch die Solisten, spielte auch die Anhaltische Philharmonie exzellent. Regie führte Andrea Moses, die das Kollektiv, die Masse ins Zentrum ihrer Deutung stellte und dennoch den einzelnen Chor-Sängern sehr individuelle Rollen zudachte. In der kommenden Spielzeit wird die Koproduktion in Weimar gezeigt, die Aufgabe des Chorleiters wird dann vom Dessauer Chordirektor Helmut Sonne auf seinen Weimarer Kollegen Markus Oppeneiger übergehen. Foto: Claudia Heysel
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| 05.05.2011 |
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"Lolita" in Wiesbaden - Uraufgeführt 1994 in Stockholm kam die Oper von Rodion Shchedrin nach dem gleichnamigen Roman von Vladimir Nabokov nun zum ersten Mal auf eine deutsche Bühne: Das Theater Wiesbaden setzte das Werk in der Inszenierung von Konstanze Lauterbach auf den Spielplan. Und sorgte außerdem dafür, dass die Oper erstmals in deutscher Sprache aufgeführt werden konnte. Lange Jahre war dies wegen rechtlicher Einschränkungen nicht möglich gewesen. Der Skandal, den das 1955 erschienene Buch von Nabokov einstmals auslöst, ist heute Stoff für die Geschichtsbücher. Die Leidenschaft des erwachsenen Hauptdarstellers Humbert Humbert für das Mädchen Lolita, das nichtsdestotrotz bereits eine fraulich-erotische Ausstrahlung hat, erregt heute - trotz der thematischen Aktualität - kaum mehr die Gemüter. Der russische Komponist Rodion Shchedrin (geb. 1932) hat Nabokovs Roman schon in den frühen 1960er-Jahren gelesen. Shchedrin empfand den Roman trotz seiner amerikanischen Ausgangssituation als genuin russisch. Seine Musik ist opulent und sinnlich - und wird von Marc Piollet am Pult, Orchester, Herrenchor und Extrachor des Wiesbadener Staatstheaters und den Gesangssolisten spannungsreich dargeboten. Lauterbachs Inszenierung setzt auf eine präzise Bebilderung von Musik und Text und ist ansonsten eher verhalten.
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| 05.05.2011 |
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"Der ferne Klang" in Nürnberg - "Ein großer Abend am Nürnberger Staatstheater", urteilt Peter Jungbluth im Bayerischen Rundfunk über die Aufführung der Oper von Franz Schreker. Erzählt wird die Geschichte eines Komponisten, der seine Verlobte verlässt, um sich auf die Suche nach dem "fernen Klang" zu machen. Viele Jahre später erst wird er feststellen, dass er diese Idee nur in der Nähe der Geliebten realisieren kann. 1912 uraufgeführt, hatte dieses spätromantisch-expressive Musiktheater-Werk beim vom Lebensgefühl des Fin de Siècle geprägten Publikum großen Erfolg und war der Startschuss für Schrekers Karriere als Opernkomponist. Bereits 1932 allerdings wurde dieser durch Angriffe der Nationalsozialisten ein Ende gesetzt. Seine Werke gerieten in Vergessenheit und werden erst seit kurzem wieder in die Spielpläne aufgenommen. Regisseurin Gabriel Rech hat das von Schreker erdachte "Spiel im Spiel" durch die Doppelbesetzung einiger Rollen in Szene gesetzt. Durchweg gute bis hervorragende Solisten und der "von Edgar Hykel gewohnt zuverlässig einstudierte Chor" (Donau-Kurier) machen den Opern-Abend zum Erlebnis. Das Foto (von Ludwig Olah) zeigt den Opernchor, Guido Jentjens (Dr. Vigelius), Jochen Kupfer (Rudolf), Astrid Weber (Grete).
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| 05.05.2011 |
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"Vom Meer" in Heidelberg - Alexander Munos Oper basiert auf Henrik Ibsens Schauspiel "Die Frau vom Meer". Ibsens Text ist eine komplexe psychologische Ehegeschichte und zugleich ein leidenschaftliches surrealistisches Märchen. Die Uraufführung "Vom Meer" fand nun am Theater Heidelberg statt. "Alexander Muno ist ein Meisterwerk gelungen", heißt es in der Rhein-Neckar-Zeitung. Und: "Ein großer Opern-Schlusspunkt der Intendanz von Peter Spuhler." Die musikalische Leitung der Heidelberger Uraufführung lag in den Händen von Dietger Holm, der - gemeinsam mit dem Orchester - eine großartige Leistung vollbrachte. In der Inszenierung von von Susanne Øglænd saß das Orchester auf der Bühne, die Sänger standen im Parkett - und der Chor sang aus der Ferne. Überzeugende Charaktere wurden überzeugend dargestellt. Das Foto (Markus Kaesler) zeigt Tabea Schattmaier als stumme Ellida.
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| 05.05.2011 |
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"The Voyage" in Trier - Die Oper "The Voyage" von Philip Glass entstand 1992 als Auftragswerk der Metropolitan Opera New York zum 500. Jahrestag der Entdeckung Amerikas. Glass interessierte dabei "dem Konzept Entdeckung nachzugehen" und die "Bereitschaft von Leuten, die ihnen bekannte Welt auf der Suche nach einer ihnen völlig unbekannten Welt zu verlassen". Glass schuf eine Oper, die ein fiktives Ereignis aus grauer Vorzeit (genauer: die Eiszeit) mit dem historischen Blick auf die Entdeckungsreise des Christoph Kolumbus und schließlich mit einer Science Fiction-Sentenz verbindet. Immer geht es dabei um die Reise ins Unbekannte. Die Europäische Erstaufführung fand 2002 in Linz statt, in Deutschland wurde die Oper nun erstmals am Theater Trier aufgeführt. Birgit Scherzer übernahm die Regie, setzte dabei auch Tänzer ein und zeigte vor allem mit ihren Choreografien eine ansprechende Leistung, die vom Publikum am Schluss mit begeistertem Beifall auch für die Tänzer gewürdigt wurde. Beifall auch für den stimmkräftigen Opernchor und den Extrachor des Theaters, die von Angela Händel einstudiert worden waren - und für Valtteri Rauhalammi am Pult des Philharmonischen Orchesters der Stadt Trier. Das Foto von Friedemann Vetter zeigt Chor, Extrachor und Statisterie des Theaters.
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| 28.04.2011 |
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"Madama Butterfly" in Essen - Auf Grund eines eingeleiteten Untersagungsverfahrens musste die Premiere von "Madama Butterfly" um einen Tag - von Karfreitag auf Gründonnerstag - vorverlegt werden. Das Theater verwies auf die "seit mehr als zehn Jahren herrschende Übung, am Karfreitag Vorstellungen von Oper oder Ballett durchzuführen" und wehrte sich auch gegen die in der Verbotsandrohung geäußerte Kunstauffassung, dass eine Aufführung von "Madama Butterfly" "in erster Linie der Unterhaltung des Publikums" diene. Trotzdem entschloss man sich zur Terminverschiebung. Nichtsdestotrotz gelang die Premiere in allen Bereichen. Regisseur Tilman Knabe verlegte die Handlung in das Asien von heute, seine packende Personenführung überzeugte. Am Dirigentenpult konnte Stefan Soltesz musikalisch mithalten, ebenso die Sänger: Auch Luis Chapa, der als Pinkerton einsprang, füllte die Rolle sängerisch und spielerisch vollkommen aus. Die Tragödie der Japanerin Cio-Cio-San, die den Amerikaner Pinkerton liebt, aber von ihm verlassen wird, ist also - auch am Gründonnerstag - ein Erfolg. "Ein großer Puccini-Abend", ist auf RP-online zu lesen. Das Foto (Jörg Landsberg) zeigt Zurab Zurabishvili als Pinkerton (sang nicht in der Premiere), Mikael Babajanyan als Sharpless, Annemarie Kremer als Cio-Cio-San und Mitglieder des Damenchores.
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| 28.04.2011 |
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"Lucrecia Borgia" in Halle - "Mit der ‚Lucrezia Borgia‘ von Gaetano Donizetti hat die Oper Halle einen echten Hit gelandet," schreibt Andreas Hillger in der "Mitteldeutschen Zeitung" und lobt den Chor, einstudiert von Jens Petereit, der seinen Teil zum Gelingen des Abends beiträgt. Dirigent Andreas Henning sprang kurzfristig ein - und bewältigte seine Aufgabe hervorragend. Donizetti greift hier den Mythos des Borgia-Geschlechts aus dem späten 15. Jahrhundert auf, den Victor Hugo ins Drama und Felice Romani anschließend in ein Opernlibretto verwandelt hatte. Die Inszenierung der tragischen Geschichte einer Mutter, die in ihrer Grausamkeit auch vor dem Mord am eigenen Sohn nicht zurückschreckt, hat Saskia Zschoch übernommen. Ihre szenische Gestaltung überzeugt nicht durchgehend, Orchester, Chor und (zum großen Teil aus dem Ensemble kommende) Solisten dafür umso mehr. Das Foto (Gert Kiermeyer, Theater, Oper und Orchester GmbH Halle) zeigt Carlo Cortés als Gennaro und Romelia Lichtenstein als Lucrecia Borgia.
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| 21.04.2011 |
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"Stürmische Höhen" in Magdeburg - Nach dem weltberühmten Roman "Wuthering Heights" von Emily Brontë hat Claude-Michel Schönberg, der unter anderem die Musicals "Les Misérables" und "Miss Saigon" geschrieben hat, 2002 sein erstes Ballett komponiert, das nun in Magdeburg seine deutsche Erstaufführung erlebte. In der Choreografie von Gonzalo Galguera erleben die Zuschauer die erschütternde Geschichte vom Findelkind Heathcliff, der sich vom liebenden Freund zum rächenden Unhold entwickelt. Die musikalische Leitung hat Pawel Poplawski. Das Foto (Nilz Böhme) zeigt Pavel Kuzmin, Kirill Sofronov, Eléonore Turri, Jake Burden, Veronika Zemlyakova, Andreas Loos sowie das Ensemble des Theaters Magedburg.
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| 21.04.2011 |
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"Alice im Wunderland" in Kaiserslautern - Lewis Carrolls heiter-skurrile Erzählung von Alice im Wunderland hat schon viele Künstler zu eigenen Werken und Produktionen angeregt. Das kleine Mädchen, das von einem weißen Kaninchen ins Wunderland gelockt wird und dort spannende Abenteuer erlebt, gibt immer wieder Anlass zu eigenen Kreationen. Im Jahr 1984 vergab das Hessische Staatstheater Wiesbaden den Kompositionsauftrag für ein Ballett "Alice im Wunderland" an Herbert Baumann. Am Pfalztheater Kaiserslautern nun begeisterten Ballettdirektor Stefano Giannetti und die Tänzer seiner Compagnie mit ihrer Choroegrafie dieses Werks die Zuschauer. Wie einstmals Lewis Carroll entführen sie ihr Publikum in eine wundersame bunte Welt (Bühnenbild von Otmar Alt) - und ebenso wie im Original bleibt der Humor dabei nicht auf der Strecke. Sowohl die Solisten als auch das ganze Ensemble überzeugen durch ihre großartige Leistung wie durch ihre Spielfreude. (Foto: Hans-Jürgen Brehm-Seufert)
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| 19.04.2011 |
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"Idomeneo" in Wuppertal - Diese opera seria litt lange Zeit unter dem falschen Urteil, unzugänglich und sperrig zu sein. Doch Mozart hat hier eine seiner besten Opern geschrieben: Alfred Einstein sprach von einem "musikalischen Rausch: eine wahre Explosion musikalischer Erfindungskraft". Es ist die Geschichte von Idomeneo, der - nach einem "Deal" mit dem Meeresgott Poseidon diesem eigentlich seinen Sohn opfern müsste. In Mozarts Oper hat der Gott nach langen Wirren, Ängsten und viel Opferbereitschaft ein Einsehen: Idamante, Idoemeneos Sohn, darf nicht nur am Leben bleiben, sondern auch seine geliebte Ilia heiraten. Bei Mozart siegt die Überzeugung, dass es den vernunftbegabten, lernfähigen freien Menschen gibt, der sich von willkürlichen Spielzügen machtverliebter Götter befreien kann. "Musikalisch hervorragend" nennt das Online Musik Magazin den Chor: "Stimmlich ist der Chor unter der Leitung von Jens Bingert sehr präsent und meistert stimmgewaltig und homogen die für Mozart doch eher untypische umfangreiche Aufgabe." Die Personenregie (Inszenierung: Constanze Kreusch) wird allerdings stark in Frage gestellt, ebenso wie die Kostümauswahl. Musikalisch zumindest war diese von Hilary Griffiths geleitete Premiere aber ein großer Erfolg. Das Foto (Stratmann/www.wuppertaler-buehnen.de) zeigt: Joslyn Rechter, Elena Fink, Robert Chafin und Sängerinnen und Sänger des Chores.
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| 19.04.2011 |
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"Die Walküre" an der Staatsoper Berlin im Schillertheater - Anerkennung bis Jubel für das Sänger-Team - Buh-Rufe für die Regie: Das ist in aller Kürze die Zusammenfassung der Publikums-Reaktionen auf die "Walküre" an der Staatsoper im Schillertheater in Berlin. Die Inszenierung des belgischen bildenden Künstlers Guy Cassiers, der - gemeinsam mit Enrico Bagnoli - auch das Bühnenbild (mit Videobildern und Laserstrahlen) verantwortet, kam nicht besonders gut an, die Solisten: Iréne Theorin als Walküre, Anja Kampe als Sieglinde und Simon O’Neill als Siegmund bewältigten ihre Partien eindrucksvoll souverän und erhielten stürmischen Applaus. Bejubelt wurde René Pape als Wotan, der in dieser Rolle debütierte. Die Inszenierung ist eine Koproduktion mit der Mailänder Scala und hatte dort bereits im Dezember 2010 Premiere. Musikalisch geleitet wird die Mailänder-/Berliner "Walküre" von Daniel Barenboim. Das Foto zeigt Iréne Theorin, Simon O‘Neill und Anja Kampe (Foto: Monika Rittershaus).
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| 14.04.2011 |
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"Liebesblind - Shakespeare vertanzt" in Augsburg - Unter erschwerten Bedingungen müssen die Tänzer des Augsburger Theaters zurzeit arbeiten. Theatersanierung und Mangel an Ausweichorten haben bereits zu Absagen von ganzen Produktionen geführt. Umso erfreulicher, dass die Premiere von "Liebesblind - Shakespeare vertanzt" nun plangemäß auf der Bühne des Großen Hauses des Theaters stattfinden konnte. Das Publikum jubelte am Schluss nicht nur darüber, sondern auch über die Leistungen der elf Tänzer, die in dieser Produktion durch zwei Gäste unterstützt wurden. Der Ballettabend von Bridget Breiner und Matjash Mrozewski "zeigt eindrucksvoll, auf welch hohem Niveau sich die Augsburger Compagnie bewegt", wie in der Augsburger Allgemeine zu lesen ist. Choreografiert werden Shakespeares Komödie "Ein Sommernachtstraum" sowie die Tragödie "Othello". Beide Stücke werden von Ausstatter Stefan Morgenstern in einen abstrakten Bühnenraum gesetzt, wobei das Spiel mit Lichteffekten und bunten Kostümen den Zuschauer in die Fantasiewelten der beiden Stücke entführt. Foto: Nik Schölzel
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| 13.04.2011 |
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"Salome" an der Komischen Oper Berlin - Nicht gerade mit einhelliger Begeisterung reagierte das Premieren-Publikum an der Komischen Oper auf Thilo Reinhardts Inszenierung der Strauss-Oper, die 1905 uraufgeführt wurde und schon damals als skandalös galt. (Dennoch erlebte der Komponist gerade mit dieser Oper seinen Durchbruch.) In Berlin jedenfalls wurde die Regieleistung nun mit massiven Unmuts-Bekundungen bewertet. In der Konzeption gehe es darum, eine "szenische Entsprechung für die Momente des Grotesken, der Überzeichnung, der Karikatur sowie den Einbruch des Surrealen zu finden", heißt es in der Ankündigung des Opernhauses. Das scheint nicht unbedingt zu gelingen - oder eben zu sehr zu gelingen. "Gleichwohl ist diese neue ‚Salome‘ ein diskussionswürdiger Musiktheaterabend und durchaus sehenswert", schreibt Peter P. Pachl auf nmz-online. Und lobt vor allem Christiane Oertel und Andreas Conrad in den Rollen der Herodias und des Herodes. Foto: Monika Rittershaus
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| 13.04.2011 |
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"Sonntag aus Licht" in Köln - LICHT von Karlheinz Stockhausen: ein Zyklus von 7 Opern mit 29 Stunden Musik. Über 29 Jahre hat der Komponist daran gearbeitet. Jetzt hat sich die Oper Köln an die Uraufführung der letzten Oper, den "Sonntag", gewagt. Die beiden Teile hatten an zwei aufeinanderfolgenden Tagen in einer Kölner Messehalle Premiere. "LICHT" ist ein Zyklus über die Wochentage, die der Komponist Gott gewidmet hat. Es geht dabei darum, den Schöpfer zu ehren. Gemeinsam singen die Cappella Amsterdam, der Estonian Philharmonic Chamber Choir und der Kölner Opernchor in den ENGEL-PROZESSIONEN, die musikalisch gut gelingen. Die Chöre loben und preisen Gott in sieben verschiedenen Sprachen. Chorleiter James Wood spielt mit - und koordiniert den Gesang der Chöre. Die HOCH-ZEITEN, eine Szene für Chor und Orchester, die vom Publikum zweimal in zwei verschiedenen Sälen gehört (und per Video gezeigt) wird, ist sicher einer der Höhepunkte der Aufführung. In Zusammenarbeit mit der musikFabrik und unter der musikalischen Leitung von Peter Rundel und Kathinka Pasveer bietet die Aufführung musikalisch viele herausragende Momente. Die Inszenierung von Carlus Padrissa ("La Fura dels Baus") regte die Rezensenten allerdings auch zu harscher Kritik an. (Foto: Klaus Lefebvre)
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| 11.04.2011 |
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"Lux Aeterna" in Kiel - "Lux aeterna" für Chor und Ballett des Theaters Kiel ist ein Abend mit a capella-Musik von Györgi Ligeti, Sergej Rachmaninow, Francis Poulenc und Edward Elgar. Der Kieler Opernchor präsentiert hier die ganze Bandbreite seines Könnens: Bühnenpräsenz ist genauso gefragt wie musikalisches Können. Ein Abend mit reiner Chormusik ist für die Chorsänger eine neue Herausforderung - die sie vortrefflich meistern. Chordirektor David Maiwald hat die musikalische Leitung des Abends, die Choreografien stammen von Lars Scheibner. "LUX AETERNA zeigt Menschen im Spannungsfeld von Körperlichkeit und Spiritualität, von Gruppenzugehörigkeit und Individualisierung - Miteinander wird zu Gegeneinander, aus dem Gegeneinander entstehen neue Allianzen," so heißt es im Ankündiungstext des Theaters. Und: "Endlich übernimmt der Theaterchor mal eine Hauptrolle!" ist in der Schleswig-Holsteinischen Landeszeitung zu lesen. (Foto: struck-foto)
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| 28.03.2011 |
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"I Capuleti e i Montecchi" in München - Mit Shakespeares tragischer Liebesgeschichte von Romeo und Julia hat Vincenzo Bellinis Oper nicht viel zu tun. Nur der Plot über zwei verfeindete Familien und deren Abkömmlinge, die unglücklich ineinander verliebt sind, stimmt überein. Und das tragische Ende: Die beiden können "zueinander nicht kommen" und gehen gemeinsam in den Tod. Regisseur Vincent Boussard konzentriert sich stark auf das Innenleben der beiden Hauptfiguren, die beide von Frauenstimmen besetzt sind. Tara Erraught als Romeo sprang kurzfristig für die erkrankte Vasselina Kasarova ein und bewältigte die Aufgabe eindrucksvoll. Star des Abends ist Eri Nakamura in der Rolle der Giulietta. Mit Spannung erwartet wurden die Kostüme des Modeschöpfers Christian Lacroix, die, wie zu vermuten war, bunt und exotisch ausfielen. Yves Abel (Musikalische Leitung) und das Bayerische Staatsorchester hatten großen Anteil an dem gelungenen Opern-Abend. Das Foto (von Wilfried Hösl) zeigt Steven Humes als Capellio, Dimitri Pittas als Tebaldo und den Männerchor der Bayerischen Staatsoper.
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| 28.03.2011 |
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"Adriana Mater" in Osnabrück - "Adriana Mater" ist die Geschichte einer Vergewaltigung und deren Folgen. Die junge Frau Adriana wird von dem Soldaten Tsargo vergewaltigt. Yonas, die Frucht dieser Nacht, will Jahre später die Tat rächen und den Vater umbringen. Konfrontiert mit dem mittlerweile erblindeten Tsargo, gelingt es ihm aber nicht, ihn zu töten. Adriana weiß nun, dass Yonas "ihr" Sohn und nicht der von Tsargo ist: "Wir sind nicht gerächt, aber wir sind erlöst." Das Werk der finnischen Komponistin Kaija Saariaho wird nun am Theater Osnabrück gespielt - in einer Inszenierung von Andrea Schwalbach und unter der musikalischen Leitung von Hermann Bäumer: ein für die Sache der Frauen engagiertes Stück mit musikalischen Referenzen an den Landsmann der Komponistin, Jean Sibelius. "Holger Krauses Chor geht die Sache hochkonzentriert an und erfüllt seine Aufgabe perfekt", schreibt das "Opernnetz". Das Foto (von Klaus Fröhlich) zeigt Lydia Ackermann als Refka und Merja Mäkelä als Adriana.
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| 27.03.2011 |
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"Der Rosenkavalier" in Wiesbaden - "Die Zeit, die ist ein sonderbar Ding": Der opernwelt-berühmte Seufzer der erfahrenen und nicht mehr jungen Marschallin im "Rosenkavalier", die ihren jungen Liebhaber schließlich an die jüngere Sophie freigibt, war nun am Wiesbadener Staatstheater zu hören. Das Publikum reagierte begeistert auf die Inszenierung von Renate Ackermann und die musikalische Leistung unter der Leitung von Marc Piollet. Der Librettist, Hugo von Hofmannsthal, fasste die Handlung selbst einmal - unvollständig - zusammen: "Ein dicker, älterer, anmaßender Freier, vom Vater begünstigt, wird von einem jungen hübschen ausgestochen." Den Kern der Handlung, den Umweg des hübschen jungen Mannes über die erfahrene Frau, hat er dabei weggelassen. Als "höchst sehenswertes Ereignis" hat die Frankfurter Allgemeine Zeitung die Wiesbadener Inszenierung bewertet. Und in der Frankfurter Rundschau ist von " einer Spitzenbesetzung" und einer "feinfühligen Regisseurin mit Sinn für Figuren, Text und Musik" zu lesen. (Foto: Hartung)
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| 23.03.2011 |
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"Stirb du wenn du kannst" in Hannover - "Stirb du wenn du kannst" ist "ein Wiener Totentanz" in der Choreografie von Jörg Mannes, der sich damit seine Heimatstadt vorgenommen hat. Es ist seine vielleicht persönlichste Choroegrafie, die er dem Hannoveraner Publikum zeigt. Mannes, der seine Heimatstadt schon lange verlassen hat, skizziert hier seine Landsleute - distanziert und augenzwinkernd zugleich. "Der Wiener ist ein mit sich unglücklicher Mensch, der den Wiener hasst, aber ohne den Wiener nicht leben kann": Das Zitat von Hermann Bahr stellt die Staatsoper ihrem Einleitungstext zum Ballettabend voran und drückt damit aus, was die Choreografie zeigen will. "Gute Kunst im Orchestergraben", heißt es in der "Neuen Presse". Die musikalische Leitung liegt bei Stefan Klingele und Toshiaki Murakami. (Foto: Gert Weigelt)
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| 23.03.2011 |
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"Isabeau" in Braunschweig - Pietro Mascagni, mit Leoncavallo und Puccini einer der prominentesten italienischen Komponisten nach Verdi, hat knapp zwanzig Opern komponiert. Dennoch wird heute zumeist nur seine frühe Erfolgsoper "Cavalleria rusticana" aufgeführt. Dabei wurde die Uraufführung von "Isabeau" 1911 in Buenos Aires vom Publikum bejubelt und in Italien zu einer der populärsten Opern. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde sie allenfalls noch konzertant aufgeführt. Das Staatstheater Braunschweig hat die Geschichte der Königstochter Isabeau, die sich für keinen Ehebewerber entscheiden kann, von ihrem Vater dafür bestraft wird und am Ende mit dem dann doch gefundenen Liebhaber in den Tod geht, nun wieder ausgegraben. "Hinreißend spielfreudig und exzessiv in individualisierter Darstellung der in pinkfarbenen Leggins und grauen Mänteln unterschiedlicher Materialität gekleidete, sich auf schwankendem Terrain bewegende Chor des Staatstheaters", so lautet die Beschreibung auf nmz.online. Einstudiert wurde er von Georg Menskes, der das Werk auch dirigiert. Regie führte Konstanze Lauterbach. Das Foto zeigt Mária Porubcinová als Isabella.
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| 17.03.2011 |
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"Tristan und Isolde" an der Deutschen Oper Berlin - Begeisterter Applaus für die musikalische Leistung des Ensembles und des Chefdirigenten Donald Runnicles - heftige Buh-Rufe für die Regie von Graham Vick: Das war die Publikumsreaktion auf die Premiere von "Tristan und Isolde" an der Deutschen Oper Berlin. Die Presse reagierte differenzierter auf die Inszenierung, die Vick in die Gegenwart und in eine bürgerliche Wohnanlage verlegte. Im dritten Akt schließlich lebt Tristan als alter Mann in einem Rentnerheim, wo er zwischen Traum und Wachen seiner verlorenen Geliebten gedenkt. Neben dem Dirigenten gab es viel Beifall auch für die Sänger der Titelrollen: Peter Seiffert als Tristan und Petra Maria Schnitzer als Isolde. Das Foto von Matthias Horn zeigt die beiden in ihrem Zuhause in inniger Umarmung.
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| 13.03.2011 |
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"Triple Bill" in Oldenburg - Bob Dylan, Jon Lord von Deep Purple, Eric Burdon, Neil Diamond und andere Musiker, die die späten 60er- und 70er-Jahre geprägt haben, werden in diesem Jahr 70 Jahre alt. Anlass für das Staatstheater Oldenburg, drei Choreografen unterschiedlicher Herkunft und Prägung zu beauftragen, sich mit der Musik dieser Rock- und Pop-Legenden zu beschäftigen und mit der Frage, was diese Musik heute für sie bedeutet: Arco Renz,den gebürtigen Bremer, den Slowenen Iztok Kovac und Omar Rajeh aus dem Libanon. Gemeinsam haben die drei Künstler, dass sie erst nach der 68er-Revolution auf die Welt kamen und die Musik, die aus einem Gefühl von Revolte und Aufbruch entstand, erst im Rückblick wahrgenommen haben. Die Herangehensweise der drei Choreografen ist durchaus unterschiedlich - und sehenswert! Omar Rajeh lebt im Libanon und denkt im Zusammenhang mit den 60er-Jahren vor allem an die goldenen Zeiten seiner Heimat. Das Foto zeigt die Choreografie von Omar Rajeh: "It's May, May-be Or May-never”.
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| 13.03.2011 |
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"I Capuleti et i Montecchi" in Essen - In der konzertanten Aufführung der Bellini-Oper in Essen spielten die ca. 40 Herren des Aalto-Opernchores eine Hauptrolle. Wenn die Konzentration ganz der Musik gilt, kann sich jeder einzelne Sänger umso weniger hinter dem szenischen Geschehen verstecken. Die Begeisterung über den musikalischen Eindruck insgesamt, speziell aber auch über die Leistung des Herrenchores war einhellig. Als "fein und schlank" wird der Chor-Gesang in den Ruhr Nachrichten beschrieben , "erstklassig" und "prachtvoll" lauten die Attribute in der Recklinghäuser Zeitung beziehungsweise der WAZ. Das Wagnis, diese Oper, deren Handlung auf der Geschichte von Romeo und Julia basiert, konzertant aufzuführen, ist dank des durchgehend hohen musikalischen Niveaus offenbar gelungen. Das Foto von Matthias Jung zeigt Anna Virovlansky in der Rolle der Julia und Michaela Selinger als Romeo.
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| 11.03.2011 |
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"Triumph der Liebe" in Erfurt - Was wäre, wenn Johann Sebastian Bach eine Oper geschrieben hätte? Dirigent Samuel Bächli ist dieser Frage nachgegangen - und hat mit "Triumph der Liebe" seine Antwort vorgelegt. Aus Kantaten Johann Sebastian Bachs hat der Erste Kapellmeister des Theaters Erfurt eine Oper zusammengestellt, die auf dem gleichnamigen Intrigenspiel von Pierre Carlet de Marivaux aus dem Jahr 1732 basiert. Die liebevolle Inszenierung von Bettina Lell ist ein Vergnügen für das Publikum Am Schluss gab es Jubel für alle Beteiligte, insbesondere für die Solisten Julia Neumann und Benno Schachtner. Aber natürlich auch für Samuel Bächli. Unser Foto (Theater Erfurt, Lutz Edelhoff) zeigt Julia Neumann im Männergewand.
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| 11.03.2011 |
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"Lucia di Lammermoor" in Dortmund - Die musikalische Leistung des Dortmunder Ensembles wurde einhellig bejubelt, szenisch (Inszenierung: Christian Pade) gab es beim Schlussapplaus auch einige Missfallensbekundungen. Der Regisseur versetzte das Bühnengeschehen hinter eine Käfigwand. Insgesamt war die Premiere unter der musikalischen Leitung von Motonori Kobayashi ein voller Erfolg. Viel Beifall gab es auch für den exzellenten Opernchor (Einstudierung: Granville Walker). Christina Rümann in der Titelrolle zeigte eine ausgezeichnete Leistung. Das Foto (Thomas M. Jauk) zeigt Simon Neal (Enrico) und Stephan Boving (Normanno).
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| 03.03.2011 |
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"Final Fiction" in Braunschweig - "Bruchstücke einer Biografie, Fragmente einer Weltanschauung, Blitzlichter einer Lebenshaltung - all die Momente, die großen Wünsche und die bitteren Enttäuschungen ebenso wie die alltäglichen kleinen wiederkehrenden Rituale, sie alle zusammen werden getragen von unserer Sehnsucht nach diesem einen ganz besonderen Leben, der Hoffnung auf ein Etwas, das mich zu diesem einen bestimmten Ich macht." So leitet das Braunschweiger Theater die Beschreibung zur Tanz-Premiere "Final Fiction" in der Choreografie von Jan Pusch ein. "Das ist atemberaubend zu sehen und lässt einen fast etwas berauscht zurück", schreibt Andreas Berger in der "Braunschweiger Zeitung". Der Compagnie attestiert er "teils akrobatische Präzision und stupende Synchronität". Unser Foto (Karl-Bernd Karwasz) zeigt die Ensemble-Mitglieder Sebastian Geiger, Nao Tokuhashi, Jared Marks.
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| 02.03.2011 |
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"Genoveva" am Vogtlandtheater Plauen-Zwickau - Das Libretto von Robert Schumanns einziger Oper geht auf eine mittelalterliche Heiligenlegende zurück. Pfalzgraf Siegfried bricht zum Kreuzzug auf und vertraut seine Frau Genoveva seinem Verwalter Golo an. Dieser verliebt sich in seine Herrin, wird von ihr abgewiesen und ersinnt einen gemeinen Racheakt. Regisseur Jochen Biganzoli erzählt die Geschichte für das Theater Plauen-Zwickau aus der Sicht Golos, dem er biografische Züge Schumanns gibt. Ein Mensch, der, frustriert in vielerlei Hinsicht, sich seine eigene Welt baut, in der er mehr und mehr den Kontakt zur Wirklichkeit verliert, in Trugbilder gerät und schließlich in völliger Zerrüttung der Welt verloren geht. Die musikalische Leitung hatte Tobias Engeli. Mit dabei auch der Opernchor, der Männerchor Liederkranz sowie Mitglieder der Singakademie Zwickau. (Foto: Peter Awtukowitsch)
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| 02.03.2011 |
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"Romeo und Julia" in Mannheim - Der "Romeo und Julia"-Stoff hat seit Ende des 18. Jahrhunderts immer wieder Ballettmeister und Choreografen zu Handlungsballetten angeregt. 1938 schuf Sergej Prokofjew seine Ballettmusik, die bis heute in verschiedenen Choreografien zum Repertoire gehört und "Romeo und Julia" zu einem der populärsten Ballette gemacht hat. "Romeo und Julia" handelt von der Bedingungslosigkeit der Liebe. Für Kevin O’Day ist die Frage, wie die Kraft der Liebe und der Drang nach Freiheit ein festes Gefüge erschüttern können, Ausgangspunkt seines Balletts. Der Mannheimer Ballettdirektor erarbeitete damit das erste Handlungsballett für sein Ensemble am Nationaltheater.
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| 21.02.2011 |
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"First Steps" in Coburg - Tänzerinnen und Tänzer des Ballettensembles des Landestheaters Coburg waren die Choreografen von "First Steps". Getanzt wurde zu lateinamerikanischer Musik. Coburgs neuer Ballettchef Mark McClain will mit diesem Abend den Choreografen-Nachwuchs im Ensemble fördern. Die Aufgabe, für die ganze Truppe Verantwortung zu übernehmen, stellt die jungen Choreografen vor eine besondere Herausforderung. "Das ist Tanztheater pur!" schreibt die Neue Presse. "Die jungen Choreografen des Coburger Ballettensembles zeigen einen facettenreichen Abend mit tänzerischen Miniaturen in der Coburger Reithalle."
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| 21.02.2011 |
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"Partenope" in Karlsruhe - Mit Händels selten gespielter Oper "Partenope" wurden in Karlsruhe die Händel-Festspiele eröffnet. Regisseur Ulrich Peters interessiert sich seit Jahren für dieses Stück, weil es anders sei als die übliche barocke Oper. Partenope, die sagenhafte Gründerin und Königin von Neapel, steht zwischen drei sie umwerbenden Männern. Rosmira, die von einem der drei Werber verlassene Verlobte, versucht währenddessen, ihren Liebsten zurückzugewinnen. Ein raffiniertes Spiel von Werbung und Abweisung, von offenen und geheimen Gefühlen, von Verstellung und Offenbarung nimmt seinen Lauf. "Vom Publikum stürmisch bejubelt gelang bei den Händel-Festspielen mit dieser 'Partenope' eine denkbar launige und vor allem der Sänger wegen höchst erfreuliche Premiere", urteilt Tobias Pfleger auf "klassik.kom". Die musikalische Leitung lag in den Händen von Michael Hofstetter. Das Foto (Jacqueline Krause-Burberg) zeigt - Billard spielend - Polina Pasztircsáka als Partenope und Karolina Gumos als Rosmira.
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| 21.02.2011 |
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"El Cimarrón" an der Staatsoper Unter den Linden im Schillertheater - In einem Altenheim in Kuba erzählt der 104-jährige ehemalige entlaufene Sklave Esteban Montejo dem jungen Ethnologen Miguel Barnet seine außergewöhnliche Lebensgeschichte. Auf Kuba wurden die entlaufenen Sklaven als "Cimarrón" bezeichnet. Mit Hans Magnus Enzensberger als Librettisten schuf Henze wenige Jahre nach den Aufzeichnungen Miguel Barnets seinen "El Cimarrón" für einen Bariton und drei Instrumentalisten. Es handelt sich weniger um eine Oper im strengen Sinne, eher ist es ein Konzertstück mit szenischer Aktion. Im Schillertheater spielte das Ensemble Quillo zusammen mit dem Bariton Hubert Wild. Inszeniert wurde das Werk von Sophia Simitzis. Als "etwas zu hobbykellermäßig gelungen" bezeichnet Kai Luehrs-Kaiser vom rbb Kulturradio die Produktion. Dennoch ist es ein Verdienst, dieses kaum gespielte Werk auf den Spielplan zu setzen. (Foto: Thomas Bartilla)
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| 21.02.2011 |
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"Rusalka" an der Komischen Oper Berlin - Barrie Kosky hat an der Komischen Oper die Geschichte der Rusalka inszeniert, der Nixe, die Mensch werden möchte. Gemeinsam mit Chefdirigent Patrick Lange (musikalischer Leitung) hat er sich an Dvořáks bekanntester Oper versucht. Rusalka verliebt sich in einen Prinzen und wünscht sich eine Seele. Dafür muss sie ihre Stimme opfern, der Prinz jedoch wendet sich am Hochzeitstag von ihr ab. Rusalka wird zum Irrlicht und lockt den Prinzen schließlich in den Tod. In der Inszenierung an der Komischen Oper spielt die Handlung in einem Einheitsraum, einem "klaustrophobischen Raum", wie ihn Regisseur Kosky nennt, in dem der ausgezeichnete Chor (Einstudierung: André Kellinghaus) mit den häufig oratorischen Chorsätzen nur aus dem Off zu vernehmen ist. Am Schluss jubelte das Publikum, beim wiederholten Verbeugen des Regieteams waren sehr verhalten auch einige Missfallensbezeugungen zu vernehmen. Unser Foto (Monika Rittershaus) zeigt Peter Renz als Wildhüter und Christiane Oertel als Küchenjunge.
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| 15.02.2011 |
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"The Rape of Lucretia" in Hamburg - Benjamin Brittens Frühwerk aus dem Jahr 1946 beschäftigt sich - kurz nach Ende des 2. Weltkriegs - mit Tugend und Treue, aber auch mit Gewalt und Zerstörung. Die schöne Lucretia sieht nur einen Ausweg, nachdem sie vergewaltigt wurde: die Selbsttötung, um der Schande zu entgehen. Die Schönheit führt hier direkt zu ihrer eigenen Zerstörung. Britten hatte den Vernichtungstrieb und seine Folgen bei einem Konzert im befreiten Konzentrationslager Bergen-Belsen erlebt. Seine Lucretia lässt sich als Antwortversuch auf die Frage verstehen, ob man angesichts dieses Geschehens noch Schönes schaffen dürfe: die Kunst als Ausweg für die Schönheit in Anbetracht ihrer Vernichtung. Die Tragödie wird durch den Einsatz des Chores aus zeitgenössischer Sicht erzählt und kommentiert. Der Komponist bezeichnete "The Rape of Lucretia" als seine Lieblingsoper. In der Diplominszenierung der Theaterakademie Hamburg in Kooperation mit der Hamburgischen Staatsoper wurde sie unter der musikalischen Leitung von Rebecca Hicks und in einer Inszenierung von Tine Topsøe realisiert.
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| 08.02.2011 |
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"Die lustigen NIbelungen" in Krefeld-Mönchengladbach - Die urdeutsche Nibelungensage als Operettenstoff: Oscar Straus und sein Textdichter Rideamus adaptierten 1904 die intrigenreiche Geschichte. König Gunter von Burgund hat die kampflustige Brunhild von Isenhagen zum Zweikampf herausgefordert, um sie als Gattin zu gewinnen. In der Folge entwickeln sich Intrigen, Komplikationen und Mordklompotte. Mit ihrer Nibelungen-Persiflage knüpften Straus und Rideamus an die Tradition der bissig-satirische Operetten Jacques Offenbachs an. Großes Lob in der Presse für die Inszenierung von Hinrich Horstkotte am Theater Krefeld-Mönchengladbach, unter anderem für die "Leistung des vorzüglich singenden und agierenden Chores" (Bürgerzeitung Mönchengladbach), einstudiert von Maria Benyumova. Die Musikalische Leitung hat Andreas Fellner. (Foto: M. Stutte)
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| 07.02.2011 |
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"My Hotel Paradise" in Bielefeld - In seinem neuen Tanzstück setzt sich Choreograph Gregor Zöllig mit dem Thema Auswandern auseinander. Er konzentriert sich hierbei auf das Innenleben der Menschen, die sich (mehr oder weniger freiwillig) entschlossen haben, ihre Heimat zu verlassen. Der Fokus liegt dabei auf einem von Bühnenbildner Hank Irwin Kittel kreierten, veränderbaren Transit-Raum, der die Auswanderer beim Unterwegs-Sein zeigt, zwischen dem Verlassen der alten Heimat und dem Erreichen einer neuen, noch ungewissen Zukunft. Gregor Zöllig sucht in seiner Choreographie das, was alle Menschen, ob Zu- oder Abwanderer, miteinander verbindet. Die Vorstellung von "My Hotel Paradise" am Samstag, den 12.03., führt das Tanztheater des Theater Bielefeld zugunsten der AIDS-Hilfe Bielefeld auf. Die AIDS-Hilfe erhält 2 Euro pro verkaufter Eintrittskarte.
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| 07.02.2011 |
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"Lulu" in Halle - Regie bei der Oper von Alban Berg nach einem Libretto von Frank Wedekind führte die junge Regisseurin Jasmina Hadziahmetovic, die 2009 mit der Choroper "Angst" von Christian Jost ihr Regiedebüt an der Komischen Oper Berlin gab. Die Regisseurin hat sich für die zweiaktige Fassung entschieden, die nicht mit dem Tod Lulus, sondern mit der Ermordung Dr. Schöns endet. Sie lässt das Stück in einem Käfig spielen - am Anfang und am Ende tragen alle Figuren Tiermasken. Die musikalische Leitung hat Generalmusikdirektor Karl-Heinz Steffens. Neben Anke Berndt (s. Foto von Gert Kiermeyer), die in der Titelrolle glänzt, bewährt sich das mehrheitlich hauseigene Ensemble in allen Rollen. "Ein auch musikalisch sehr guter Abend", heißt es in der Frühkritik von MDR Figaro.
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| 31.01.2011 |
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"Eugen Onegin" in Cottbus - Tschaikowskis wohl bekannteste Oper "Eugen Onegin" hatte im Staatstheater Cottbus unter der musikalischen Leitung von Evan Christ und in der Inszenierung von Martin Schüler Premiere. Die Oper handelt von der Kraft der Lieber - allerdings auch von deren Zerstörungskraft. Zwei neu engagiert Sänger stellten sich vor: Marlene Lichtenberg als Olga und Bassist Ingo Witzke als Fürst Gremin. Als "Lichtblicke" des Abends werden in der "Lausitzer Rundschau" allerdings eher die bekannten Ensemblemitglieder gewürdigt: Anna Sommerfeld als Tatjana, Matthias Bleidorn als Lenski, Andreas Jäpel als Onegin und Dirk Kleinke als Triquet. Das Szenenfoto (© Marlies Kross) zeigt im Vordergrund Andreas Jäpel sowie Damen und Herren des Opernchores.
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| 31.01.2011 |
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"Uhlenspiegel" in Altenburg-Gera - Ein knappes Jahrhundert nach seiner Uraufführung am 4. November 1913 am Königlichen Hoftheater Stuttgart kam "Ulenspiegel" von Walter Braunfels nun erstmals wieder auf die Bühne. Im derzeit finanziell gebeutelten Theater Altenburg-Gera wagte sich Generalintendant und Operndirektor Matthias Oldag persönlich an die Inszenierung der auf dem 1867 erschienenen Roman von Charles de Coster "Thyl Ulenspiegel - Die Legende und die heldenhaften, fröhlichen und ruhmreichen Abenteuer von Ulenspiegel und Lamme Goedzak" basierenden Oper: Eine überzeugend gelungene Ausgrabung, die am Ende viel Beifall erhielt. Die musikalische Leitung lag in den Händen des Ersten Kapellmeisters Jens Troester. Das Bühnenbild steuerte der Braunfels-Enkel Stephan Braunfels bei, der sich für die Werke seines komponierenden Großvaters seit Jahren stark macht. Unser Foto (© Stephan Walzl) zeigt Keith Boldt als Ulenspiegel sowie Solisten und Herren des Opernchores.
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| 28.01.2011 |
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"Die Liebe der Danae" an der Deutschen Oper Berlin - Kirsten Harms verabschiedete sich mit der Inszenierung der Strauss-Oper "Die Lieber der Danae" vom Publikum der Deutschen Oper Berlin (musikalische Leitung: Andrew Litton). Die Noch-Intendantin hatte das gleiche Werk, das sich nicht allzu oft im Repertoire deutscher Theater findet, bereits in Kiel inszeniert. Die Premierenkritiken beurteilen diese letzte Harms-Inszenierung freundlich-verhalten, das Publikum reagierte begeistert. Herauszuheben ist ein weiteres Mal der Chor der Deutschen Oper, der für seinen kraftvollen Auftritt einhelliges Lob erfuhr. Foto: Barbara Aumüller im Auftrag der Deutschen Oper Berlin
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| 28.01.2011 |
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"Cardillac" in Oldenburg - Erfolgreiche Inszenierung (Sebastian Ukena) der Oper von Paul Hindemith am Oldenburgischen Staatstheater: Die Geschichte über das Dilemma des Künstlers (des Goldschmieds Cardillac), der seine ganze Seele in die Arbeit gibt, um Großes zu erschaffen, es aber nicht übers Herz bringt, sich von diesem Teil seiner selbst zu trennen. Deshalb müssen die Käufer seiner Arbeiten sterben. Viel Beifall gab es auch für den musikalischen Leiter Johannes Stert. Chor und Extrachor des Landestheaters, einstudiert von Thomas Bönisch, waren laut "opernnetz.de" "auf das Beste vorbereitet und meisterten ihre schwere Aufgabe mit großer Perfektion und Brillanz". (Foto: Andreas J. Etter)
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| 24.01.2011 |
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"Lakmè" in Trier - Die von Léo Delibes vertonte Geschichte der Lakmé, Tochter eines Brahmanen-Priesters, und ihrer unglücklichen Liebe zum englischen Offizier Gerald wird auf deutschen Bühnen selten gespielt. Regisseur Bruno Berger-Gorski hat die politische Dimension des Librettos in den Vordergrund gerückt und die Handlung in die Gegenwart versetzt: mit Uno-Blauhelmen und Selbstmord-Attentaten. Eine wichtige Rolle spielt der Chor, der laut einer Kritik im "Trierischen Volksfreund" vom 24. Januar "in Hochform" und "tempomäßig und szenisch mächtig gefordert" ist. Unser Foto (Friedemann Vetter) zeigt Chor und Extrachor des Theaters Trier. Die szenische wie musikalische Leistung des gesamten Ensembles (Musikalische Leitung: Victor Puhl) wurde vom Premierenpublikum begeistert gefeiert.
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| 21.01.2011 |
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"Samson und Dalila" in Nürnberg - Nach Rossinis "Moses und Pharao" setzt das Staatstheater Nürnberg mit "Samson und Dalila" vom Camille Saint-Saëns die Reihe biblisch-alttestamentarischer Stoffe mit dem Team um Regisseur David Mouchtar-Samorai fort. Spielort des Werks ist "Gaza in Palästina". Der Regisseur, in Bagdad geborener Jude, verlegt den Beginn der Oper in das Jahr 1948, das Gründungsjahr des Staates Israel in Palästina, um dann in die Gegenwart zu springen: Brisanz genug für diese Opernpremiere in Nürnberg unter der musikalischen Leitung von Guido Johannes Rumstadt. Vom Publikum gab es zur Regie auch Buh-Rufe. Unser Foto zeigt Andrea Caré als Samson, Martin Bordo und Mitglieder desOpernchors sowie der Statisterie. Foto: Ludwig Olah
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| 14.01.2011 |
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"Rheingold" in Ulm - Großer Erfolg in Ulm mit langem Premieren-Applaus: Das "Rheingold" unter der musikalischen Leitung von Alexander Drčar. Die Inszenierung von Matthias Kaiser zeigt das Theater selbst als Burg Walhall, die nur über eine Flugzeuglandebahn erreichbar ist. Die Solisten brillieren durchweg in ihren Rollen. Das Bild zeigt von links nach rechts: Kwang-Keun Lee, Tomasz Kaluzny, Statisterie, Alexander Schröder
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| 12.01.2011 |
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"Unverhofft in Kairo" in Wuppertal - Das italienische Libretto der Oper von Joseph Haydn "L’incontro improviso" wird in der Wuppertaler Aufführung in einer deutschen Übersetzung mit dem Titel "Unverhofft in Kairo" gegeben. Die Oper gehört ins Genre der im 18. Jahrhundert beliebten "Türkenoper", spielt allerdings nicht in der Türkei, sondern eben in Kairo. Unter der musikalischen Leitung von Florian Frannek gelang am Premierenabend eine spritzige Interpretation der Haydn-Oper. Beteiligt ist auch der Herrenchor der Wuppertaler Bühnen.
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| 07.01.2011 |
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"NordNordWest" - Bolero" in Regensburg - Choreografien des Regensburger Ballettdirektors Olaf Schmidt hatten am 6. Januar 2011 am Theater Regensburg Premiere. "NordNordWest" thematisiert die "Hamlet"-Geschichte William Shakespeares. Mit den "Tangos" und im "Bolero" werden unterschiedliche menschliche Beziehungen und Begegnungen in Choreografien umgesetzt. Unser Foto (Juliane Zitlsperger) zeigt einen Ausschnitt aus "Bolero" mit Alister Noblet, Silke Woschnjak, Jonatan Salgado, Liana Bertini, Fabian Moreira Costa, Julia Leidhold, Bobby Briescoe, Rina Harashita, Tu Ngoc Hoang, Rutsuki Kanazawa, Brendon Feeney und Ayumi Noblet.
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| 04.01.2011 |
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"Der kleine Horrorladen" am Nordharzer Städtebundtheater - Mit dem Kult-Musical aus den 80er-Jahren "Der kleine Horrorladen" unter der Regie von Klaus Seifert feierte das Nordharzer Städtebundtheater am Silvester-Abend den Jahresausklang. Am Ende ähnelt die Killerpflanze, die im Zentrum des Geschehens steht, einer Erdbeere mit wulstigen Lippen und spitzen Zähnen (Ausstattung: Kaspar Haessig). Das Publikum feierte die darstellerischen wie musikalischen Leistungen (Musikalische Leitung: Violetta Kollar / Symeon Ioannidis).
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| 14.12.2010 |
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"breitengrad" in Kassel - Zweiteiliger Ballettabend am Staatstheater Kassel: "breitengrad" im Schauspielhaus . Teil 1 wurde eindrucksvoll gestaltet vom Kasseler Tanztheaterchef Johannes Wieland. Im zweiten Teil zeigte das Choreografenpaar Jozef Frucek und Evangelia Kapetanea eine Uraufführung. Unser Bild (N. Klinger) zeigt eine Szene aus dem ersten Teil: "sie werden anfangen zu weinen. alle". Im Vordergrund Ryan Mason, dahinter, von links: Nicole Baumann, Elisabetta Lauro, Michele Meloni und Giacomo Corvaia.
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| 07.12.2010 |
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"Les Troyens" an der Deutschen Oper Berlin -
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| 02.12.2010 |
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"Das Tagebuch der Anne Frank" in Cottbus - Grigori Frids Mono-Oper "Das Tagebuch der Anne Frank" für eine Sängerin und Klavier hatte am 27. November im Staatstheater Cottbus Premiere. Unser Szenenfoto (© Marlies Kross) zeigt Gesine Forberger in der Rolle der Anne Frank. Am Staatstheater Cottbus erleben die Zuschauer, wie eine Sängerin die Partie der Anne Frank auf einem öffentlichen Platz in einer deutschen Stadt studiert. Ein Zeitung lesender Mann mischt sich nicht ein, egal was passiert. Ein Neonazi versucht, zwei weitere Passanten, einen Flaschensammler und ein Mädchen zu beeinflussen. Die Sängerin möchte mit den vieren Kontakt aufnehmen, wird aber zurückgewiesen. Die Situation eskaliert, bis am Ende Steine und Molotowcocktails fliegen.
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| 26.03.2010 |
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"Oberst Chabert" in der Deutschen Oper Berlin - Am 26.03.2010 findet in der Deutschen Oper Berlin die Premiere von "Oberst Chabert" (von Hermann Wolfgang von Waltershausen) unter der musikalischen Leitung von Jacques Lacombe statt. Bernd Damovsky hat die szenische Einrichtung der konzertant aufgeführten Musiktragödie übernommen. Bo Skovhus singt den Oberst.
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